Die Mumie von Rotterdam

Die Mumie von Rotterdam
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Döring Georg. Die Mumie von Rotterdam

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In der stattlichen Wohnstube des van Vlieten’schen Hauses saß Jungfrau van Vlieten allein und suchte sich, wie es gehen wollte, die Langeweile zu vertreiben. Sie zählte bald die Fensterscheiben, sie ließ einen flüchtigen Blick über die tausendmal gesehenen Figuren des chinesischen Wandgetäfels hingleiten, sie betrachtete dann auch wohl einige Momente lang die beiden Pagoden, die nickend in den Ecken des Zimmers standen, oder das große, seltsam gestaltete ostindische Götzenbild, das ihr Vater, aus einer besonderen Liebhaberei, aus Asien mitgebracht und im Hintergrunde des Gemaches aufgestellt hatte. Es begann ihr unheimlich zu werden in der wunderlichen Umgebung. Sie glaubte, das Dämmerlicht der wenigen Kerzen, die in dem Zimmer brannten, ließ ihr heute besonders die sonst gewohnten Gegenstände in neuer beunruhigender Weise erscheinen. Sie zündete noch mehr Kerzen an, sie umstellte das Götzenbild, das ihr so grauenhaft noch nie vorgekommen war, mit vielen brennenden Lichtern, sie zwang sich zu dem Muthe, in das Innere des hohlen Bildes hineinzuleuchten, um sich zu überzeugen, daß hier niemand verborgen sey. Aber weder die vermehrte Erhellung, noch die erkünstelte Verwegenheit, reichten hin, sie nur auf die kurze Dauer einer Viertelstunde gegen die furchterweckenden Eindrücke der einmal bedeutungsvoll gewordenen Gegenstände zu wappnen. Die gläsernen Augen des Schiwa oder Brama schienen drohend aus dem widrigen Menschenhaupte, das auf einem Thierrumpfe saß, auf sie herabzublicken; der Götze schien die erhabenen Arme mit den kralligen Tatzen nach ihr auszustrecken. Clelia mußte die Blicke von ihm abwenden. Zitternd schwankte sie ans Fenster und sah in den dämmernden Abend hinaus. Ein Seufzer hob ihre schöne Brust. Sie war nicht groß, aber schlank und zart gewachsen. Sie besaß eine Leichtigkeit der Bewegungen, die in einem Lande, wo sie beim schönen Geschlechte ebenso selten ist, wie beim starken, um so mehr auffallen mußte. Ihr Angesicht war regelmäßig und fein gebildet, ihre Augen waren groß und schmachtend, ihr Haar von seltener Schönheit und die rothen Rosen auf den südlich dunkeln Wangen gaben ihr einen ganz eigenthümlichen Reiz.

Sie schien jemand zu erwarten: Bei jedem Geräusche, das auf den Gängen vor dem Zimmer entstand, horchte sie aufmerksam hin. Oft wurde ihre Erwartung getäuscht. Dann zeigte sich neben dem Ausdrucke der Furcht, noch der des Unmuths in den Zügen des lieblichen Antlitzes. Endlich nahm sie ihren Platz vor dem zierlich aus Rosenholz gearbeiteten Spinnrade ein, einem Werkzeuge, das in jener Zeit, statt der bisher gebräuchlichen Spindel, bei den Damen sehr in Aufnahme gekommen war und durch sein tacktmäßiges Schnurren in der That die etwa lästig erregte Aufmerksamkeit zerstreuen und die Gedankenlosigkeit befördern konnte. Aber aus dem Angesichte der schönen Clelia wollte ein Zug, der Unruhe und Verlegenheit ausdrückte, nicht verschwinden. Sie lauschte noch immer unter dem Spinnen auf, sie schrack bei einem kleinen Geräusche zusammen, sie sah sich ängstlich um.

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»Schon oft,« sagte Tobias jetzt in dem kleinlauten Tone, zu dem ihn der Antrag des Professors herabgestimmt hatte, »sind mir von dem Domine unseres Kirchsprengels Vorwürfe gemacht worden, daß ich, als ein christlicher Kauf- und Handelsheer, den heidnischen Brama, Schiwa, Vischnu, oder wie sonst die Teufelsfratze heißen mag, innerhalb meiner vier Wände aufgestellt habe. Ich lachte darüber und versicherte den Domine, ich sähe das seltsame Götzenbildniß nicht anders an, als eine Curiosität, wie etwa die chinesischen Pagoden dort im Winkel, oder ein Gemälde von einem unserer berühmten Maler, welche die Kirmessen so getreulich dargestellt haben. Ich achtete nicht auf das Kopfschütteln des geistlichen Heern, was er sagte, schien mir eitel Thorheit und Aberglaube. Aber Uebermuth bestraft sich selbst! Ich sehe die Sache jetzt ganz anders an, wie früher. Man soll den Bösen nicht an die Wand malen! Daß ich dem ehrenwerthen Domine so schnöde begegnen konnte, war sicherlich schon eine Eingebung des Satans mit den glotzenden Glasaugen, der dort hinten auf dem Piedestale steht. Wißt Ihr was, Myn Heer van Daalen? Ich habe große Lust, meinen Gewissensbissen wegen dieser Sache mit einemmale ein Ende zu machen. Ich werde meinen Leuten rufen, daß sie den Vischnu in tausend Stücke zerhauen und ihn ökonomisch verwenden auf dem Heerde, um eine christliche Suppe daran zu kochen.«

Er war schon im Begriff aufzustehen, als Herr van Daalen, rasch den kurzen Arm über den Tisch streckend, ihn zurückhielt.

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