Franz Grillparzer

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Группа авторов. Franz Grillparzer
Inhalt
Einleitung
Was tun mit dem Klassiker? Franz Grillparzer im Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek
Literatur
„Wir haben’s gut gemeint, doch kam es übel“ – Geschichte als Groteske in Büchners Dantons Tod und Grillparzers Bruderzwist in Habsburg
Dantons Tod als Metatheater der Geschichte
Die Dialektik von Ordnung und Chaos in Ein Bruderzwist in Habsburg
Lukrezia/Lukretia – zwischen libidinösen und revolutionären Energien
„Aus eignem Schoß ringt los sich der Barbar“ – Die Inversion der Humanität
Alles Ständische und Stehende verdampft, alles Heilige wird entweiht
Literatur
Touching Matters: Unstable Epistemologies in Grillparzer’s Kloster bei Sendomir
Uncertain Times
Certainties Unsettled
Framing Uncertainty
Gothic Intimacies
Framing and Transgression
Gender and Knowledge: You Can Look, But Can You Touch?
Creation and Procreation: Generating Doubt
The Secret Within
Staging Revelation
Sacrifice and Victimhood
Framing Masculinities
Coda
Bibliography
Sich am Tod versehen: Auf Abwegen zwischen Grillparzers Selbstbiographie und der Medea-Trilogie
I
II
III
Literatur. Primärliteratur
Sekundärliteratur
Hell und Dunkel in Grillparzers Goldenem Vließ: Schattierungen eines schillernden Motivs
Dramaturgie von Licht und Schatten: Zur bühnengerechten Symbolik eines raumzeitlichen Wechselspiels
Medea in Kolchis: Nachtgespenst und Lichtgestalt – Die Hauptfigur als Verkörperung einer strukturstiftenden und sinngebenden Polarität
Medea in Korinth: Schattendasein und paradoxe Wiedergeburt einer aufgeklärten Königin der Nacht
Literatur. Primärliteratur
Sekundärliteratur
Vom Ehedrama zum ‚Kampf der Kulturen‘: Grillparzers Trilogie Das goldene Vließ als Kritik an Essentialismus und Ethnozentrismus
Kulturelle Denk- und Wahrnehmungsformen des Fremden
Die kritische Dimension der Trilogie
Medea als tragisches Opfer im ‚Kampf der Kulturen‘ – und die Alternativszenarien
Literatur. Primärliteratur
Sekundärliteratur
„Die Welt, sie fühlt die Ordnung als Bedürfnis“: Grillparzers Ästhetik des Unverfügbaren im Kontext des Frührealismus
Schwierige Epochenzuordnung
Unverfügbare Wirklichkeit
Postidealistisches Subjekt
„Der Teufel hole alle Theorien.“
„Die Welt, sie fühlt die Ordnung als Bedürfnis“
Literatur. Primärliteratur
Sekundärliteratur
Grillparzer von Frankreich aus betrachtet: Platz in der Literaturgeschichte, Aufführungen, Übersetzungen
Grillparzer in der französischen Literaturgeschichte und Germanistik
Grillparzer auf den französischen Bühnen
Grillparzer in französischer Übersetzung
Literatur. Übersetzungen von Grillparzers Dramen ins Französische
Sekundärliteratur
Französische Geschichten der deutschsprachigen Literatur
Medea nach Grillparzer: Zur Semiotik des Pathologischen in den Inszenierungen Mateja Koležniks und Aribert Reimanns
Semiotik des Pathologischen
Grillparzers Medea: Pathologische Manifestation & Neuerung eines klassischen Stoffes
Aribert Reimann: Medea. Eine Oper in 4 Bildern
Mateja Koležnik: Medea, von Franz Grillparzer
Medea nach Grillparzer
Literatur. Primärliteratur
Sekundärliteratur
Die Autorinnen und Autoren. Kurzbiographien
Adressen
Fußnoten. Was tun mit dem Klassiker? Franz Grillparzer im Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek
„Wir haben’s gut gemeint, doch kam es übel“ – Geschichte als Groteske in Büchners Dantons Tod und Grillparzers Bruderzwist in Habsburg
Dantons Tod als Metatheater der Geschichte
Die Dialektik von Ordnung und Chaos in Ein Bruderzwist in Habsburg
Lukrezia/Lukretia – zwischen libidinösen und revolutionären Energien
„Aus eignem Schoß ringt los sich der Barbar“ – Die Inversion der Humanität
Alles Ständische und Stehende verdampft, alles Heilige wird entweiht
Touching Matters: Unstable Epistemologies in Grillparzer’s Kloster bei Sendomir
Uncertain Times
Certainties Unsettled
Framing Uncertainty
Gothic Intimacies
Framing and Transgression
Gender and Knowledge: You Can Look, But Can You Touch?
Gender and Knowledge: You Can Look, But Can You Touch?
Creation and Procreation: Generating Doubt
The Secret Within
Staging Revelation
Sacrifice and Victimhood
Framing Masculinities
Sich am Tod versehen: Auf Abwegen zwischen Grillparzers Selbstbiographie und der Medea-Trilogie
I
II
III
Hell und Dunkel in Grillparzers Goldenem Vließ: Schattierungen eines schillernden Motivs
Dramaturgie von Licht und Schatten: Zur bühnengerechten Symbolik eines raumzeitlichen Wechselspiels
Medea in Kolchis: Nachtgespenst und Lichtgestalt – Die Hauptfigur als Verkörperung einer strukturstiftenden und sinngebenden Polarität
Medea in Korinth: Schattendasein und paradoxe Wiedergeburt einer aufgeklärten Königin der Nacht
Vom Ehedrama zum ‚Kampf der Kulturen‘: Grillparzers Trilogie Das goldene Vließ als Kritik an Essentialismus und Ethnozentrismus
Vom Ehedrama zum ‚Kampf der Kulturen‘: Grillparzers Trilogie Das goldene Vließ als Kritik an Essentialismus und Ethnozentrismus
Kulturelle Denk- und Wahrnehmungsformen des Fremden
Die kritische Dimension der Trilogie
Medea als tragisches Opfer im ‚Kampf der Kulturen‘ – und die Alternativszenarien
Medea als tragisches Opfer im ‚Kampf der Kulturen‘ – und die Alternativszenarien
Schwierige Epochenzuordnung
Unverfügbare Wirklichkeit
Postidealistisches Subjekt
„Der Teufel hole alle Theorien.“
„Die Welt, sie fühlt die Ordnung als Bedürfnis“
Grillparzer von Frankreich aus betrachtet: Platz in der Literaturgeschichte, Aufführungen, Übersetzungen
Grillparzer in der französischen Literaturgeschichte und Germanistik
Grillparzer auf den französischen Bühnen
Grillparzer auf den französischen Bühnen
Grillparzer in französischer Übersetzung
Medea nach Grillparzer: Zur Semiotik des Pathologischen in den Inszenierungen Mateja Koležniks und Aribert Reimanns
Semiotik des Pathologischen
Grillparzers Medea: Pathologische Manifestation & Neuerung eines klassischen Stoffes
Aribert Reimann: Medea. Eine Oper in 4 Bildern
Mateja Koležnik: Medea, von Franz Grillparzer
Medea nach Grillparzer
Отрывок из книги
Das Werk Franz Grillparzers ist ein bemerkenswerter Fall verhinderter Rezeption, deren Ursachen sicher zum Teil in seiner Vereinnahmung für identitätspolitische Zwecke liegen. Der Status eines österreichischen Klassikers, mit dem impliziten oder expliziten Auftrag von Identitäts- und Sinnstiftung durch die vielen Krisen der Monarchie und der beiden österreichischen Republiken, scheint seinem Werk und seiner Wirkung eher abträglich gewesen zu sein. Bis in die 1990er Jahre hinein lässt sich in der Grillparzerforschung das Bild des Dramatikers als konservativer Verteidiger einer monarchischen Ordnung und einer quietistischen Weltsicht barocker Provenienz verfolgen, der von Anfang an auf verlorenem Posten steht. Der oft vereinfachte Befund einer Kritik an nationalistischen Strömungen in den Texten Grillparzers wurde in dieser Forschungstradition mit der These verbunden, Grillparzer hätte eine Kritik des neuzeitlichen Subjektivismus im weitesten Sinne geäußert. Ideengeschichtlich wurde Grillparzer somit als ein Verfechter einerseits überzeitlicher, humanistischer Werte, andererseits als der genaue Gegensatz zum deutschen Idealismus und zur protestantisch-preußischen Denkart stilisiert. Eine solche Lesart, die nach stabilisierbaren Philosophemen und ideologischen Positionen sucht, lässt sich aber nur unter Ausblendung einer Vielzahl von Textperspektiven durchführen, die dieser Eindeutigkeit widersprechen. Die dadurch hervorgerufenen Herausforderungen an die Leser:innen bzw. Zuschauer:innen dürften eine weitere Ursache seiner erschwerten Rezeption und seiner relativen Unbekanntheit sein. Sie sind aber zugleich ein Grund, weshalb man ihn heute wieder lesen sollte: Im Widerspruchsvollen, Ambivalenten und Paradoxen seines Schreibens scheint etwas einzigartig Reales auf. Grillparzers Figuren sind keine Charaktere, die irgendetwas repräsentieren sollen. Sie sind in ihrem Wesen unkoordiniert: Zwischen Denken, Sprechen und Handeln tun sich Abgründe auf. Sie sehnen sich nach Ordnung und Sinn, aber jede Ordnung ist zugleich grausam und kann schnell ins Chaos umschlagen – den Sinn muss jeder für sich selbst zurechtbasteln. Der Prozess der Geschichte, in den jeder unentrinnbar eingebettet ist, rollt unaufhaltsam über das Streben der Menschen hinweg – und doch trägt jeder eine persönliche Verantwortung für seine Taten. Für unser heutiges Geschichtsverständnis ist diese paradoxe Auffassung der Rolle des Subjekts in historischen Prozessen und Konstellationen, die weder das Subjekt aus der Verantwortung entlässt, noch idealistisch als autonom begreift, äußerst relevant.
Die für die Leser:innen besonders anspruchsvolle Verarbeitung historischer Stoffe in vielen von Grillparzers Dramen mag auch manchen Regisseur abgeschreckt haben, seine Kräfte an dem großen Dramatiker zu erproben, muss doch hinter dem Gewand des Historischen die zukunftsträchtige Analyse geschichtlicher Prozesse erst hervorgeholt werden. Ausgerechnet Thomas Mann, ein in vieler Hinsicht von Grillparzer weit entfernter Autor, hat vor 100 Jahren instinktiv ein untrügliches Gespür für die doppelbödige Sprache Grillparzers gezeigt. In seiner Huldigung für Grillparzer, zum fünfzigsten Todestag am 22. Januar 1922 in der Neuen Freien Presse veröffentlicht, heißt es:
.....
Und meint, nun wärs genug. Allein das Tier,
Von seiner edlen Art dahingerissen
.....