Der Morgen des 11. November 1918 sah die deutschen Soldaten voll gerüstet, um den feindlichen Sturm zu empfangen. Das Schicksal wollte es anders. In den ersten Vormittagsstunden erhalten die Männer verwirrende Nachrichten, die sie anfangs nicht verstanden; Abdankung des Kaisers, Hindenburgs Oberbefehl und dann – Waffenstillstand. Die letzten Befehle des Krieges wurden erteilt. Die Artillerie schoss aus allen Rohren, als wolle sie nicht eine einzige Granate übrig lassen, die nicht vorher wenigstens noch ein Ziel versucht hätte. Um 11.55 Uhr, so war es vereinbart worden, sollte der letzte Schuss fallen. Die Melder waren in den Linien und überbrachten den Befehl. Es war alles zu unfassbar, als dass die Soldaten viel Worte hätten verlieren können. Und dann kam die Stunde heran; wie mit einem Schlage verstummte das Feuer, Todesschweigen marterte die Kameraden jählings schlimmer als der Höllenlärm noch eben zuvor. Und die Deutschen erhoben sich aus den Gräben.
Оглавление
Hans Henning Freiherr Grote. Im Hexenkessel der Granaten
Der deutschen Jugend!
Patrouillengang im Artois
Der Maler
Im Trommelfeuer an der Somme
Als ich blind geschossen war
Der Feldwebel
Die Tauben von Beauregard
Ein nächtlicher Vormarsch
Umzingelt
Das Unsichtbare
Der letzte Angriff
Отрывок из книги
Titel
Der deutschen Jugend!
.....
Tolle Gedanken durchliefen uns blitzschnell. Schon kamen die Franzosen immer näher, stiegen die Anhöhe hinab, waren kaum mehr fünfzig Meter von uns entfernt, soweit man bei dem schwachen Licht zu schätzen vermochte. Noch ein paar Schritt weiter, unsere Entdeckung war unvermeidlich. Denn zum Unglück verschwanden jetzt auch die Wolken vor dem Mond, der seine silberne Helle schadenfroh auf uns herab verströmte.
Ich war schon entschlossen und gab den Befehl weiter: „Schießen, wenn ich kommandiere!“ Da versanken die Franzosen vor uns jählings in den Boden.