Das Leben ist einzigartig und kostbar und sollte daher auch genossen werden. Der Alkohol unterbindet mit seiner Machtentfaltung jegliches Aufblühen und erstellt ein eigenes Regelwerk. Der Mensch wird zum Werkzeug der uneingeschränkten Vormachtstellung und verfällt in die Willenlosigkeit. Es gibt keine glücklichen Alkoholkranken. Das tägliche, der Not gehorchende Verlangen nach dem Stoff bietet keine Alternative zur Lösung des Problems. Man verliert den Boden unter den Füßen und hält sich überwiegend in der Vergangenheit auf. Im Rausch werden sämtliche Unannehmlichkeiten auf ein totes Gleis geschoben, wo sie sich in aller Ruhe vermehren können. Die allgemeine Perspektivlosigkeit ist ein Hauptthema bei den einfältig geführten Stammtischgesprächen und lässt keine geistige Wertschöpfung zu. Der verpasste Anschluss an die Realität wird mit einem gleichgültigen Gesicht hingenommen. Die von einer hohen Mauer umgebene Scheinwelt bleibt als einziges Rückzugsgebiet. Das wenige Geld wird in Alkohol investiert und durch den Verlust der Übersicht stürzt man sich in immer mehr Schulden. Körperliche und psychische Schädigungen vervollständigen den Totalabsturz. Das hier zu Papier Gebrachte schildert den selbst vollzogenen Wandel der Gesinnung, welcher mir durch die zurückliegende Therapie ermöglicht wurde. Es soll Menschen mit ähnlicher Krankheit dazu ermutigen, in das Leben der Zuversichtlichkeit zurückzukehren. Man sammelt Erfahrung aus den Fehlern der Unerfahrenheit.
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Hanspeter Götze. Ein Wandel der Gesinnung
Inhalt
Vorwort
In den Fängen der Sucht
Unrühmliche Hinterlassenschaft aus der Trinkerzeit
Impressionen aus Wilhelmsheim
Die Wiederkehr der Gefühlswelt
Die Wahrnehmung der eingetretenen Veränderungen
Die Erfolgsgaranten für eine zielführende Abstinenz
Mein Nachschlagewerk bei besonderen Anlässen
Fußnote
Отрывок из книги
Hanspeter Götze
EIN WANDEL DER GESINNUNG
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Eine Zeit lang versuchte ich, das Trinken ein wenig einzuschränken, doch gab es immer wieder Anlässe, um dem Untergang näher zu kommen. Das Pflichtbewusstsein erwachte in mir, als ich einen Ein-Euro-Job als Fahrer für „Essen auf Rädern“ zugewiesen bekam. Diese Tätigkeit erforderte ein Umdenken in der Trinkstrategie. So verlegte ich die Kneipengänge auf das Wochenende.
Nach einem halben Jahr im Dienst des örtlichen Altersheims wechselte ich zu einem Transportunternehmen, bei dem ich Kurierdienstfahrten übernahm. Es war zwar eine verantwortungsvolle Arbeit, doch stand ich als Hartz-IV-Empfänger weiterhin im Abhängigkeitsverhältnis mit dem Jobcenter. Bei der Auswahl der Freunde und Bekannten spielte weiterhin der Alkohol eine gewichtige Rolle. Man ignorierte das soziale Umfeld und begab sich zurück in alte Berliner Zeiten. Das erlernte Umdenken aus der ersten Therapie wurde als lästig abgestreift und das Trinken gehörte fortan zur Lebensgrundlage. Ich passte mich uneingeschränkt dem niedrigen Niveau der Sinnesgenossen an.