Wieviel braucht man, um glücklich zu sein? Der Bauer Pachom kauft seiner Nachbarin ihr ein Stück Land ab, denn er will endlich besser leben. Zuerst zeigt sich der Traum erfüllt, mit mehr Land kommt auch mehr Geld. Doch schon bald fühlt sich Pachom durch die Nähe der Nachbarn eingeengt und beschließt anderswo noch mehr Land zu kaufen, denn mehr Land muss noch mehr Glückseligkeit geben. Doch seine Habgier soll ihm schon bald zum Verhängnis werden…
Leo Tolstoi (1828-1910) wird noch heute als einer der größten Verfasser aller Zeiten gefeiert. Mehrmals wurde der Sohn aristokratischer russischer Eltern für den Nobelpreis der Literatur und sogar für den Friedensnobelpreis nominiert. Seine Erfahrungen als Soldat im ersten Krim-Krieg prägten ihn für den Rest seines Lebens, und sie dienten als Inspiration für seine späteren Werke, vor allem «Krieg und Frieden».
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Leo Tolstoi. Wieviel Erde braucht der Mensch
Wieviel Erde braucht der Mensch
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Über Wieviel Erde braucht der Mensch
Отрывок из книги
Lew Tolstoi
Die jüngere Schwester ärgerte sich und begann das Kaufmannsleben herabzuwürdigen und das ländliche Leben zu loben.
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„Und wenn schon, so ist es nun mal in der Landwirtschaft“, erwiderte die jüngere Schwester. „Dafür haben wir aber auch ein gesichertes Leben, wir katzbuckeln vor niemandem, haben vor niemandem Angst. Euch in der Stadt dagegen drohen immer Versuchungen; heute geht’s euch gut, aber morgen kann sich plötzlich der Teufel dahinterstecken ‒ und schon verführt er deinen Mann zur Lust am Kartenspiel oder am Trunk oder an einem hübschen Frauenzimmer. Und dann bricht alles zusammen. Kommt das nicht auch vor?“
Pachom, der Hausherr, lag auf dem Ofen und hörte dem Geschwätz der Frauen zu.