Отрывок из книги
Über die Autorin:
Sheila Serrer ist 1995 geboren, mittlerweile wohnhaft in Lorch, in der Nähe von Stuttgart, und ist gelernte Erzieherin. Mit 20 Jahren entschied sie sich dafür, Jesus nachzufolgen. Daraufhin absolvierte sie einen Freiwilligendienst bei den Fackelträgern in Rumänien (2017) und fing in dieser Zeit an, zu bloggen. Daraus entwickelte sich ihre große Leidenschaft, über ihren Glauben zu schreiben. Seit Herbst 2019 studiert sie in Stuttgart Mediapublishing und möchte mit ihren Worten und ihrer persönlichen Geschichte insbesondere junge Mädchen und Frauen ermutigen.
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„Co-Abhängigkeit hat viele Gesichter. Steht zu Beginn noch im Vordergrund, das Verhalten des Suchtkranken zu entschuldigen und diesen zu beschützen, folgt oft eine Kontrollphase. In dieser versucht der Co-Abhängige, den Kranken am Drogenkonsum oder Suchtverhalten zu hindern – meist erfolglos. Sein Scheitern mündet in Wut oder Resignation und schlägt dann häufig in Schuldzuweisungen, Drohungen und Ablehnung um. Diese einzelnen Phasen können, müssen aber nicht aufeinanderfolgen. Der Co-Abhängige befindet sich in einem zermürbenden Wechselbad aus Liebe und Hoffnung, Enttäuschung, Wut und Abscheu“1, lautet eine offizielle Definition von Co-Abhängigkeit. Und ich kenne jedes einzelne Gefühl davon. Weder Wut und Abscheu sind mir fremd noch bedingungslose Liebe und immer wieder zerstörte Hoffnung. All diese Gefühle prägten meine Kindheit und Jugend.
Vor zwei Jahren fand ich zudem heraus, dass ich von meiner Geburt an hochsensibel bin. Durch diese Erkenntnis wurde mir auch klar, wie intensiv ich all den Schmerz damals regelrecht aufgesogen haben musste, und wie jeder Konflikt, jede Not und jede negative Stimmung mich über alle Maßen fertiggemacht und überfordert hatten. Das Wechselbad der Gefühle in einer Co-Abhängigkeit potenzierte sich bei mir demnach noch und brachte mich an die Grenzen des Erträglichen.
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