<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<FictionBook xmlns:l="http://www.w3.org/1999/xlink" xmlns:fb3b="http://www.fictionbook.org/FictionBook3/body" xmlns="http://www.gribuser.ru/xml/fictionbook/2.0" xmlns:ltr="LTR" xmlns:fb3d="http://www.fictionbook.org/FictionBook3/description"><description><title-info><genre>unrecognised</genre><author><first-name>Pina</first-name><last-name>Petersberg</last-name><id>ab54dff3-c6f6-11ea-9b38-0cc47a5f3f85</id></author><book-title>Im Schatten des Burn-outs</book-title><annotation><p>George Orwell beschreibt in seinem Werk 1984 den vollständigen Überwachungsstaat, durch den alle Ideale infernal ad absurdum geführt werden. Eine Liebesbeziehung scheitert durch Verrat. In Schöne Neue Welt zaubert Aldous Huxley wunschlos glückliche Retortenmenschen. Kritiker werden verbannt oder in den Suizid getrieben. Pina Petersberg entwickelt in Im Schatten des Burn-outs zunächst eine Anti-Utopie: Die Psychiaterin Pina soll das Qualitätssicherungssystem im Biokoka-Konzern perfektionieren, sodass der Absatz des superlativen Fitness-Drinks für die ultimative Leistungsstärke höchste Rekorde bricht. Leider treten unerwartete Nebenwirkungen auf: Es kommt zu einer Burnout-Epidemie. Kriminelle Energien stellen sich Pina und ihrem Rhodesian Ridgebackterrier Einstein in den Weg. Pina verliebt sich in den Schatten, der die Vision einer leistungsstarken Gesellschaft trübt. Eine Reise auf der Suche nach innerem Gleichgewicht und Sinnfindung führt sie schließlich in die friesische Karibik, wo sie in Lebensgefahr gerät. Wird sie ihre innere Reise fortsetzen und der Anti-Utopie entfliehen? Im Schatten des Burn-outs ist ein gelungener Roman über das Leben und Überleben in unserer Leistungsgesellschaft. So fantastisch wie das Leben selbst.</p></annotation><coverpage><image l:href="#cover.jpg"/></coverpage><lang>de</lang></title-info><document-info><author><nickname>Аноним</nickname></author><program-used>XPortal::Pages::EditorWorkplace</program-used><date value="2021-06-29">29.06.2021</date><id>2afd50b9-d901-11eb-aed8-0cc47a5f137d</id><version>1.0</version></document-info></description><body><section>
    <p>
      
    </p>
  </section><section>
    <p>Pina Petersberg ist Psychiaterin und Psychotherapeutin mit langjähriger</p>
    <p>klinischer Erfahrung. Fantasievoll angereichert schreibt sie in verfremdeter</p>
    <p>Form und unter Pseudonym, inspiriert durch die unterschiedlichsten</p>
    <p>biografische Erfahrungen. Alle Namen und Orte wurden geändert.</p>
    <p>Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig. Sie können sich</p>
    <p>nicht wiedererkennen.</p>
  </section><section>
    <p>Pina Petersberg</p>
    <p>
      <strong>IM SCHATTEN DES</strong>
    </p>
    <p>
      <strong>BURN-OUTS</strong>
    </p>
    <p>Engelsdorfer Verlag</p>
    <p>Leipzig</p>
    <p>2017</p>
  </section><section>
    <p>Bibliografische Information durch die Deutsche Nationalbibliothek:</p>
    <p>Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der</p>
    <p>Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im</p>
    <p>Internet über <a l:href="http://www.dnb.de">http://dnb.dnb.de</a> abrufbar.</p>
    <p>Copyright (2017) Engelsdorfer Verlag Leipzig</p>
    <p>Alle Rechte bei der Autorin</p>
    <p>Lektorat: Dr. Gregor Ohlerich</p>
    <p>Titelfoto © Peter Atkins - Fotolia</p>
    <p>Hergestellt in Leipzig, Germany (EU)</p>
    <p>
      <a l:href="http://www.engelsdorfer-verlag.de">www.engelsdorfer-verlag.de</a>
    </p>
  </section><section>
    <title>
      <p>
        <strong>ERDBEERE TRIFFT AUF BOMBENALARM</strong>
      </p>
    </title>
    <p>Eigentlich sollte es am Sonntag mit Freunden ein Spargelbuffet mit Erdbeeren zum Brunch geben, aber alles kam ganz anders.</p>
    <p>Unser Büro im dreitausend Mitarbeiter starken Biokoka-Konzern erinnerte in seiner dreieckigen Konfiguration mit zwei aufeinandertreffenden großen Glasfronten an ein Schiffsbug, von uns auch entsprechend dekoriert. Ein holzgeschnitzter Fisch mit glänzenden Schuppen schwamm virtuell in der Fensterbank, als Segelmast diente der kahle, hoch aufgeschossene Stamm einer Yuccapalme in der Mitte und ein buntes Feng-Shui-Fähnchen wehte von der Decke und störte gelegentlich sehr große männliche Kunden, die dann irritiert nach oben schauten, obwohl sie sich schon selbst am Zenit der starren Hierarchie des Konzerns wähnten. An den Wänden auf ihrer Seite hatte meine freundliche und stets auf Harmonie bedachte lockenköpfige Kollegin Dina Postkarten mit Meeresblick in unterschiedlichen Stimmungen platziert, auf meiner Seite gab es ein Poster mit der Schiffsbibliothek in meinem Rücken. Adäquat für unser Ambiente erachtete ich den Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, sehr passend zu Licht und Schatten in unserem Konzern auch die Aufteilung in eine Kriegs- und eine Friedensseite. Als unser Firmament diente also die Verherrlichung Karls VI., dessen Fresko die Mittelkuppel zierte, das Bild gehalten von Herkules und Apoll. Ein weiteres Bild zeigte unsere Meerespferde, die nicht von Göttern gebändigt wurden, sondern ähnlich Lipizzanern bei der Morgenarbeit Kapriolen vollführten, Bocksprünge als Veredelung des Auskeilens aus dem natürlichen Kampfverhalten, wie schon zu Xenons Zeiten 400 v. Chr. im antiken Griechenland.</p>
    <p>„Das schönste Büro”, lobte unser sonst etwas griesgrämiger, vom Frust der Jahre blass gewordener Seniorchef anerkennend wie Neptun auf dem Muschelwagen und wirkte einen flüchtigen Moment lang fast jugendlich.</p>
    <p>Heute war die Stimmung düster, denn Regengüsse trommelten gegen die teilweise undichten, schon etwas blinden Fensterscheiben und formten unaufhörlich Rinnsale mit Überresten von unansehnlichen, schmutzigweißen Taubenexkrementen.</p>
    <p>Es klopfte an der Bürotür und herein schoss unsere große, sommersprossige Nachbarin Roswitha mit der neumodischen Fliegenpilzkopf-Frisur, ebenfalls eine langjährige, liebgewonnene Kollegin.</p>
    <p>„Hallo Pina, hallo Dina, ihr Lieben! Ich habe Erdbeeren für euch aus dem Garten geerntet, die kann ich unmöglich alle selbst essen.“</p>
    <p>Sie platzierte stolz ihre Ausbeute auf unseren mit Akten überladenen Schreibtischen und wir tauschten kurz die wichtigsten Neuigkeiten vom Wochenende aus.</p>
    <p>Plötzlich zerriss ein hoher, heulender Sirenenton die Idylle, noch ehe wir uns bedanken konnten. Ein Dauerton.</p>
    <p>„Nanu, es war doch gar keine Übung geplant“, murmelte ich, während wir rasch unsere Aktentaschen, Autoschlüssel und Regenschirme ausgruben, um dem schwatzenden, durch die Korridore eilenden Pulk von Mitarbeitern zu folgen, durch das Treppenhaus bis zur Drehtür im Erdgeschoß, vor der sich eine gehorsame Schlange gebildet hatte.</p>
    <p>„Ob es doch ernst ist?“, fragten wir uns.</p>
    <p>Ich drückte die mittige Glastür zwischen den beiden Drehtüren auf, sodass sich die Schlange auflösen konnte und ins Freie kroch und die schnatternden Gespräche unweit vom Firmengebäude im Regen unter bunten, hastig aufgespannten Schirmen fortsetzte. Während ich nach vertrauten Gesichtern suchte, forderten die Notfallkoordinatoren durch Sprachrohre energisch auf: „Die Sammelstellen bitte umgehend in gebührendem Abstand vom Firmengebäude aufsuchen!“</p>
    <p>Glücklicherweise stand mein Auto dort, sodass ich mich mit Kollegin Ilse zurückziehen konnte, schon deutlich durchnässt. Wir erfuhren, dass es sich wohl um eine Bombendrohung handelte. Polizisten mit Spürhunden suchten fieberhaft das Gebäude ab, während wir beschlossen, uns im benachbarten Teehaus aufzuwärmen. Während meine klammen Hände den Becher mit Chai-Latte umfassten, um die wohltuende Wärme aufzusaugen, sinnierten wir über Sinn und Zweck dieses plötzlichen Intermezzos.</p>
    <p>„Da muss wohl jemand sehr ärgerlich auf unseren vorbildlichen, mehrfach preisgekrönten Konzern gewesen sein“, vermutete die mir gegenübersitzende Ilse stirnrunzelnd, die selbst sehr ehrgeizig war und entsprechende Karrierepläne verfolgte, aber noch nicht so recht zum Zuge gekommen war.</p>
    <p>„Wundert dich das?“, hub ich an, um aufgestautem Ärger Luft zu machen, jäh meine Tirade abbrechend, als ich aus den Augenwinkeln wahrnahm, dass wir uns keinesfalls unter uns befanden, sondern in höchst wichtiger Gesellschaft mit der obersten Konzernleitung am Nachbartisch. Wir waren immerhin marktführend im Bereich biologischer Softdrinks und diverser Leckereien.</p>
    <p>„Achtung“, zischte ich und schlürfte hastig die Reste des Milchschaumes in meinen knurrenden Magen, bevor wir bezahlten und höflich grüßend das Feld räumten. Als angestellte Psychiaterin gehörte ich schon seit fast zwei Jahrzehnten zum Inventar des Konzerns und war stets bemüht, die Etikette zu wahren und nicht aufzufallen. So kleidete ich mich eher schlicht und sportlich.</p>
    <p>Nach unserer Rückkehr zur Sammelstelle erfuhren wir, dass die Geschäftsführung uns für heute freigab, da die Suche nach Sprengstoff zwar bisher nicht erfolgreich verlaufen wäre, aber uns aufgeweichten Pudeln andere gesundheitliche Gefahren wie eine erneute Epidemie der Schweinegrippe drohen könnten. Bereits im letzten Jahr hatte diese das Unternehmen durch eine Verdoppelung der Arbeitsunfähigkeitszeiten, darunter sogar von drei wichtigen Führungspersönlichkeiten, erheblich geschwächt. Tatsächlich klebten mir die vor Feuchtigkeit klammen Jeans samt T-Shirt auf der Haut und meine Pumps quietschten vor Nässe bei jedem Schritt. Eilig versteckte ich beides unter einem grau-violetten Blazer, der einzig trocken geblieben war, da er im Auto zurückgeblieben war.</p>
    <p>Am nächsten Morgen war es zunächst ein beklemmendes Gefühl, in das verlassene Gebäude zurückzukehren, aber rasch vertrieb die gewohnte alltägliche Routine sorgenvolle Befürchtungen. Die Erdbeeren waren allerdings teilweise verschimmelt und mussten entsorgt werden, sodass die Spargelvariationen am Wochenende nicht mit frischer, sonnengereifter Ernte garniert werden konnten, sondern wir mit wässrigen Treibhausfrüchten vorliebnehmen mussten.</p>
  </section><section>
    <title>
      <p>
        <strong>GENERALVERSAMMLUNG MIT PANTHER</strong>
      </p>
    </title>
    <p>Pünktlich um 9 Uhr 30 schlug Yolanthe, die elegante Chefsekretärin, leicht wankend auf hochhackigen, schwarzen Lackschuhen den gewohnten Gong. „Biing“ hallte es sekundenlang durch die grauen, trostlosen Flure und mahnte uns zur Versammlung im Saal Alpha. Auch dieser Saal zeichnete sich durch eine beklemmende Atmosphäre aus, nur elektrisch durch Halogenleuchten notdürftig illuminiert, fensterlos. Auf dem Rednerpodium thronte nicht der Chef der Illuminati, sondern der Geschäftsführer, ebenfalls ein Perfektibilist, der sich die Verbesserung und Vervollkommnung des Betriebes zum Ziel gesetzt hatte. „Panther nannten wir ihn, weil er – einmal in Rage versetzt – brüllen konnte wie ein flammenspeiendes Wappentier. Eigentlich hieß er Herr Dr. Pantwitz. Er konnte dem Gegner sowohl heimlich auflauern, als auch sich der Anschleichjagd bedienen, um ihm so nahe wie möglich zu kommen. Die reflektierende Schicht seiner grünlich schimmernden Netzhaut spiegelte uns das fahle, künstliche Licht zurück. Der Vorhang seiner Pupille schob sich nur manchmal auf und ein Bild berührte sein Herz, aber meist erstarb es schnell in all dieser emotionalen Leere. Niemanden ließ er in seine Seele blicken. Er verharrte regungslos, für uns ein Monument von Stärke, Gerissenheit, aber auch kriegerischem Mut – und doch ein bisschen gefangen wie hinter Gitterstäben inmitten gesellschaftlicher und selbst auferlegter Zwänge.</p>
    <p>Wir verteilten uns im Halbkreis, ehrfürchtig und gespannt. Zur Rechten die Juristen, die Elite des Hauses, deren Kopf Panther bildete, links das Fußvolk, die Mediziner, mittig die Ingenieure und Chemiker. Es war mucksmäuschenstill, ein beklommenes Schweigen, das nichts Gutes zu verheißen schien. Ich versuchte, hinter der barock proportionierten, durchsetzungsstarken Kollegin Mopsie dezent in Deckung zu gehen.</p>
    <p>Panther hob seine in relaxtem Zustand sonore Stimme: „Guten Morgen. Ich begrüße Sie zu unserer heutigen außerordentlichen Generalversammlung.“ Die Mediziner würdigte er nur kurz mit einem prüfenden, abschätzenden Blick, der mich erschaudern ließ. „Wie Sie aus unserem letzten Rundbrief erfahren haben, ist wichtige Vorarbeit auf der Führrungsebene bereits am letzten Wochenende in einer sehr errgiebigen Sondersitzung geleistet worden, in welcher innovative Führrungsstrategien auf den Prrüfstand gestellt und zielführend adaptiert worden sind“. Wie um seiner Rede Nachdruck zu verleihen, rrollte er das „r“, sodass es zunächst gräulich, fast grollend klang, bis dieser Grauschleier wich und bei dem Wort „Führung“ einem selbstzufriedenen Schnurren glich. Ein stolzes, kaltes Lächeln huschte über sein sonst so bewegloses Gesicht.</p>
    <p>Alsbald berichtete er ausführlich über die jüngste wirtschaftliche Strategie des Konzerns, seine Konsolidierungspläne für die gespannte Marktsituation und die jüngsten Absatzeinbrüche bei der Vermarktung unseres innovativen Fitnessdrinks „Biokoka“. Neue Forschungsinitiativen der Mediziner und Chemiker gemeinsam seien erforderlich, um den Geschmack noch unwiderstehlicher zu gestalten und vor allem, das Versprechen maximaler Leistungsfähigkeit und bio-psycho-physischer Resilienz bei sozial- und umweltbedingten unvorteilhaften Genexpressionen nach dem Genuss einzulösen. Die Ingenieure schließlich sollten dringlich alle technischen Geräte für die Produktion des Lebenselixiers einer eingehenden Prüfung und Rationalisierung unterziehen. Eine noch wirksamere Werbekampagne müsse ins Leben gerufen werden, da Kunden offensichtlich auf preisgünstigere, wenn natürlich auch weniger effektive Konkurrenzpräparate ausgewichen wären.</p>
    <p>„Neptun“, schloss er mit Nachdruck, „nun bitte eine Analyse der Sicherheitsvorkehrungen während des Bombenalarmes.“</p>
    <p>Neptun fuhr zusammen und war sichtlich schlecht vorbereitet. „Äh“, setzte er zögerlich an, nach den passenden Worten ringend. „Zunächst: Die Alarmierung und Evakuation aller Beteiligten klappte ja reibungslos.</p>
    <p>„Fehlermeldung“, meldete sich ein älterer, hagerer Jurist unter den grauen Eminenzen mit schriller, aufgeregter Stimme zu Wort und bekam einen Flush, sodass er Sekunden lang aussah wie eine überreife Tomate, die zu platzen drohte, ehe er sich wieder mausgrau entfärbte. „Ich habe Pina beobachtet, wie sie die mittige Glastür zwischen den Drehtüren aufstieß, nachdem sich trotz der Notfallsituation bereits Mitarbeitertrauben aufgereiht hatten.“</p>
    <p>„Hört, hört“, ging ein Raunen durch die Menge, und „Unerhört“, schrie Panther erbost. „Die Drehtüren sind in Notfällen bei sofortiger Dispensation strengstens untersagt!“ Sein strenger Blick schweifte erneut sorgsam prüfend in die Runde. Es gab kein Entrinnen.</p>
    <p>„Pina!“</p>
    <p>Leider hatte er mich hinter der barocken Kollegin entdeckt, die sich nun müde in ihrem Stuhl zurücklehnte und so den Blick auf mich freigab. Ich drehte mich etwas seitlich, um mich weniger zu exponieren, nichts Günstiges ahnend.</p>
    <p>„Pina!“, wiederholte Panther mit Nachdruck und einer Nuance Ironie, indem er plötzlich den zuvor aufgebrachten Tonfall wechselte. „Das war Spitze. Ich erwarte von Ihnen, das Sie von nun an alle Qualitätsmanagementmaßnahmen für die Werbekampagne in Ihre zarte Hand nehmen, damit sich auch bei den Kunden und Kundinnen in Zukunft Tür und Tor öffnen.“</p>
    <p>Alle Augen richteten sich fragend auf mich. Da mir die von meinem Mandelkern signalisierte Flucht aus diesem düsteren Innenraum unmöglich war, blieb nur die sekundenlange Erstarrung als Relikt eines Totstellreflexes.</p>
    <p>Nach wiedergewonnenem Erwachsenenmodus antwortete ich gehorsam und fast unterwürfig mit „Ja, Herr Dr. Pantwitz“.</p>
    <p>Durch dieses Intermezzo hatte Neptun merklich an Zeit und Sicherheit gewonnen. Die meist freundliche, attraktive, brünette Juniorchefin Edeltännchen, kürzlich frisch gekürt, schob ihm rasch den jüngsten Notfallplan unter, den er mit monotoner Stimme rezitierte, bis Panther barsch unterbrach.</p>
    <p>„Papperlapapp, alles irrelevant!“ Und: „Fahren Sie bitte fort, Edeltännchen“. Diese ließ sich nicht lange bitten. Nicht umsonst hatte sie das strenge Assessment bestanden, während ich im Stressinterview von einer ebenfalls anwesenden, mehr farblosen als grauen Eminenz namens Fade aufgrund mangelnder affektiver Schwingungsfähigkeit aussortiert worden war. (Unmöglich hatte ich affektiv differenziert auf diesen Langweiler reagieren können.) Edeltännchen war Ökonomin und schwang optimal mit allen Alphatieren. Selbst Panther zeigte sich beeindruckt von ihrem Know-how, ihrer Wortgewandtheit und ihrem frischen Auftreten. Nur initial zitterte sie bei ihrer PowerPoint-Präsentation etwas vor Anstrengung, fing sich aber zunehmend.</p>
    <p>„Macht PowerPoint nicht dumm?“, zischelte Trixi mir zu, eine hoch aufgeschossene, staksige Kollegin, die trotz guten Appetits magersüchtig wirkte und stets auf Krawall gebürstet war. Insgeheim vermutete ich bei ihr eine Schilddrüsenüberfunktion und beschloss, sie bei der nächsten Gelegenheit dezent an eine diesbezügliche Laborkontrolle zu erinnern. Panther jedoch war durch Edeltännchens Vortrag sichtlich besänftigt und erinnerte mich an eine große, satte Katze, die sich nach dem Verzehr eines besonderen Leckerbissens zufrieden die Lefzen leckte.</p>
    <p>Aber es gab noch einen weiteren kleineren Zwischenfall. Unter „Sand im Getriebe“ meldete sich die energische Betriebsärztin Gesine mit ihrem strengen, grau melierten Knoten am Hinterkopf zu Wort. Sie hatte herausgefunden, dass zur Personalgewinnung inzwischen eine Zulage gewährt wurde.</p>
    <p>„Ich erwarte von Ihnen eine Anpassung unserer Gehälter und zwar nach Alter und Erfahrung gestaffelt.“</p>
    <p>Der Haarknoten vibrierte aufgrund ihrer Anspannung. Nun, sie hatte die satte Raubkatze unmittelbar nach ihrer Siesta erwischt. So nahm Panther diese Forderung ruhig, scheinbar gelassen zur Kenntnis.</p>
    <p>„Wir werden sehen“, äußerte er fast verbindlich und forderte mit bewährter, hoheitsvoller Handgestik die Mannschaft auf, sich wieder dem laufenden Tagesgeschäft zu widmen. Die Mediziner zogen gehorsam die Köpfe ein. Als ich verstohlen hinter mich blickte, entdeckte ich nur noch die stumme Masse der Arbeitnehmerüberlassenen, auch „Anüs“ genannt, in sackförmigen, wahlweise beigefarbenen oder grauen Kitteln, die uns an Resignation bei Weitem übertraf.</p>
  </section><section>
    <title>
      <p>
        <strong>HELENAS ABSCHIED</strong>
      </p>
    </title>
    <p>Bezeichnenderweise schrieben wir Freitag, den 13., zweieinhalb Jahre in der Zukunft. Sollte das ein böses Omen sein? Nur eine Stunde bekam ich in der Mittagspause vom Ersthelferkurs frei, um die Abschiedsfeier einer langjährigen befreundeten Kollegin zu besuchen. Sie war nur zwei Jahre älter als ich und verabschiedete sich wie die meisten der erfahrenen Kollegen in Altersteilzeit. Danach war Schnitt und nichts ging mehr in Bezug auf Frühpensionierung. Aufgrund des Spezialistenmangels war diese Regelung zwar für ihre Günstlinge ideal, die „Hinterbliebenen“ ließ sie allerdings mit Bergen von zu erledigender Arbeit zurück, die neben der Schulung jüngerer Kollegen wartete. Insgesamt so sinnvoll wie eine Drohne, die nicht starten konnte, auf einem Flugplatz, auf dem man nicht landen konnte. Verantwortlich fühlte sich niemand.</p>
    <p>Wir feierten also mit einer gebührenden Portion Galgenhumor.</p>
    <p>„Abschied ist ein scharfes Schwert. Es kann alles nur besser werden“, witzelte Trixi und lächelte ironisch tänzelnd, als wolle sie nicht wahrhaben, was für eine schmerzliche Lücke jeder weitere Abschied reißen würde. Betroffen sah ich sie an. Bekanntlich konnten Ironie und Zynismus Symptome der Überforderung und des beginnenden Burn-outs sein. Tatsächlich erschien sie mir heute besonders ausgemergelt, hohlwangig und zerbrechlich, aber ich wagte es nicht, sie darauf anzusprechen. Sie konnte zickige Hiebe austeilen, wenn man ihrem verletzlichen „inneren Kind“ zu nahekam.</p>
    <p>Helenas fürsorglicher Mann Peter, ebenfalls Mediziner und ehemaliger, schon pensionierter Kollege, hatte durchblicken lassen, dass demnächst gemeinsame Spanienreisen geplant seien. So hatten die Sekretärinnen ein wunderschönes spanisches Ambiente dekoriert mit entsprechenden Fotos und Postern aus den weißen Dörfern in Andalusien an der strahlenden Costa de la Luz, das königliche Granada vor den schneebedeckten Gipfeln der Sierra Nevada an den Wänden, Deko in andalusischer Folklore. Helena wirkte feurig mit ihrer roten Rose im dauergewellten, schwarzen Haar und trug ein knallrotes, eng tailliertes Chiffonkleid, mit dem sie den Hauch von Trauer abzuwehren schien, der in ihren dunklen Augen schimmerte. Im Hintergrund erklang Salsa-Musik und unser Tanzlehrer Semino mit den elastischen Beinen und dem mexikanischen Hut, der seine kleine, ovale Glatze am Hinterkopf geschickt kaschierte, und seine rassige Begleiterin mit dem verführerischen Lächeln gaben uns einen Einführungskurs zu fröhlichen lateinamerikanischen Klängen. Ein Fotoalbum aus unserem gemeinsamen Arbeitsleben lag auf dem Gabentisch, auf den ersten Seiten Helena im blühenden Alter von fünfundzwanzig Jahren zu Beginn ihrer Karriere. An der Eingangstür prangte ihr Bild als süßes, glatzköpfiges Baby, nur ein schwacher, dunkler Flaum ließ ihre spätere Lockenpracht erahnen. Es gab Tapas und Sangria, spanische, apart gewürzte Köstlichkeiten mit reichlich „Ajo“ für ein langes, gesundes Leben.</p>
    <p>Schließlich läutete die leitende kräftige Sekretärin mit dem Spitznamen „Mutter“ mit Nachdruck ein bronzenes Glöckchen, das Signal für die Redner. Zunächst trat Neptun ans Podium.</p>
    <p>„Ich lasse Sie ungern gehen, nach so vielen Jahren des fleißigen, unermüdlichen Einsatzes. Es hatte immer Hand und Fuß, was Sie entschieden“, hub er pathetisch seine Lobeshymne an und schaute Beifall heischend in die Runde. Es folgte ein höfliches Klatschen. Dann schilderte er und lobte Helenas von Erfolg gekrönten Werdegang, bedauerte ihr Ausscheiden und bedankte sich in feierlichen Worten, um ihr alles Gute zu wünschen. „Ich möchte Sie nicht gehen lassen“, beharrte er und wirkte hilflos wie ein verlassenes Kind, das sich zurück an die nährende Mutterbrust wünschte.</p>
    <p>Da ich mir ebenfalls die Erlaubnis für einen Beitrag geholt hatte, las ich „Die spanische Tänzerin“ von Rainer Maria Rilke. Die Gelegenheit am Ende nutzte ich gern, mit „kleinem Fuß“ aufzustampfen und Helena und uns Hinterbliebenen auch weiterhin eine glückliche innere und äußere Balance zu wünschen – trotz Helenas Rollenwechsel zur Rentnerin und drohender personeller Engpässe hier im Konzern. Ein wenig eng ums Herz wurde mir bei diesen Worten und dem bevorstehenden beruflichen Abschied schon. Etwas beneidete ich sie auch darum, in Zukunft sich ganz ihren interessanten Hobbys widmen zu dürfen. Tröstlich, dass wir uns schon am Wochenende zum Brunch wiederträfen.</p>
    <p>Semino wirbelte mit seiner zierlichen Begleiterin ein akrobatisch anmutendes Solo mit schwindelerregenden Spins, ein Crescendo und Decrescendo und schließlich ein letztes she goes. „Der Generationenwechsel“, wie Panther es beschrieb, nahm seinen Lauf. Nur wuchs nichts Neues nach.</p>
    <p>Jäh erstarben die fröhlich ausgelassenen Klänge, als ein lautes, dumpfes Klopfen an der Tür die mediterranen Träume durchbrach. Liliane, die zweite Geschäftsführerin stöckelte auf modischen Pumps, natürlich im Tiger-Design, auf die Bühne, dazu passend ihr förmliches schwarzes Chanel-Kostüm und ein gesprenkeltes Seidentuch auf braunem Untergrund um den welken, leicht faltigen Hals geschlungen, das ihr eine geschmeidige Eleganz – wie auf Samtpfoten – verlieh. Der Dresscode stimmte exakt. Ihre blondgefärbten, dünnen Haare waren sorgsam gestriegelt. Ein biederer Seitenscheitel ließ die blasse Kopfhaut durchscheinen und kontrastierte mit ihrem gelblich-braunen, dick aufgetragenen Make-up. Ihre etwas wulstigen, zu stark geschminkten, weinroten Lippen erinnerten an einen Schmollmund, der bessere Zeiten erlebt hatte, doch die schlaffen, nach unten gerichteten Winkel ließen Bitterkeit, Enttäuschung und Härte vermuten. Ihre kalten, wässrig blauen Augen verrieten keinerlei menschliche Regung. Insgeheim taufte ich sie Tiger-Lilly, und tatsächlich, die Dressurnummer ließ nicht auf sich warten.</p>
    <p>„Panther wünscht hier keine Fiesta“, äußerte sie in bestimmten Ton, der keine Widerrede duldete, und schüttelte ihre strähnige Haarmähne zur Verstärkung, was wenig überzeugend wirkte und ihre emotionale Kargheit noch unterstrich. „Die Stempeluhren sind entsprechend zurückgestellt, sodass Sie Gelegenheit haben, die ausgefallene Produktion bis heute Abend nachzuarbeiten.“ Prüfend schaute sie in die Runde, jeden von uns taxierend, und blieb schließlich an Helena hängen. „Ihre Karte wurde bereits deaktiviert. Ich begleite Sie gern durch das Check-out. Alle Lücken werden von unseren Headhuntern gefüllt.“</p>
    <p>Rasch umarmte ich Helena. „Wir sehen uns“, raunte ich ihr zu. Wir rückten unsere Masken ins rechte Licht und innerhalb von Sekunden löste sich die Versammlung auf. Der Catwalk war vorerst beendet.</p>
  </section><section>
    <title>
      <p>
        <strong>ZUGABE</strong>
      </p>
    </title>
    <p>Auch ohne Helena nahm die gleichförmige tägliche Routine im Konzern ihren Lauf. Mühelos verteilte Edeltännchen die bisher ihr zugedachten virtuellen Aktenberge und E-Mails auf die Hinterbliebenen. Da ich Fachkollegin war, landete der Hauptanteil in meinem PC. Ich fühlte mich erschlagen. Glückliche Helena!</p>
    <p>Gesine, die resolute Betriebsärztin mit dem leeren Hühnernest am Hinterkopf, war hartnäckig. Sie schrieb wortreiche Bittgesuche an die Geschäftsführung zur Gewährung einer saftigen Gehaltserhöhung, begründet mit der lawinenartigen Steigerung der Arbeitsanforderungen in quantitativer und qualitativer Hinsicht infolge der großzügigen Frühpensionierungen, in deren Genuss wir nicht mehr kommen würden. Unverhohlen die Drohung, dass wir uns anders orientieren könnten, noch ehe der frostige nächste Winter nahte, die wir gehorsam unisono unterzeichneten. Beklommenheit machte sich breit – wie würde Panther auf diese Provokation reagieren? Hatten wir den Bogen überspannt? Fade, seine erste graue Eminenz, den ich so langweilig fand, kündigte in einer umständlichen E-Mail seine Erscheinung vor versammelter Mannschaft an. Edeltännchen begrüßte ihn mit den gebührenden höflichen Floskeln. Anschließend herrschte nicht Panther, sondern eine gespannte Stille, elektrisierend aufgeladen, sodass nur das Ticken der großen, altmodischen Wanduhr zu hören war, als der Sekundenzeiger unermüdlich seine Runden drehte, zirkulierend wie die Spiralen unserer automatischen negativen Gedanken. Aber es kam wider Erwarten anders.</p>
    <p>„Verehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, hub Fade in monoton devoter Stimmlage an, wiederholend, wie um uns noch mehr auf die Folter zu spannen: „Liebe Kolleginnen und Kollegen, Panther möchte Ihre Anstrengungen gebührend anerkennen und gewährt Ihnen eine monatliche einheitliche Zugabe, deren Höhe Ihnen individuell in den nächsten Tagen errechnet wird.“</p>
    <p>Die allgemeine Anspannung löste sich und Überraschung spiegelte sich auf unseren Gesichtern, bei den langjährigen Hinterbliebenen gepaart mit Misstrauen in Erwartung des genauen Preises dafür. Gesine nickte anerkennend, einzelne graue Haarsträhnen hatten sich bei der Aufregung gelöst und waren unfreiwillig zu Nestflüchtern geworden. Besser diese, als wir alle.</p>
    <p>„Panther erwartet dafür, dass Sie in Zukunft auf semi-private Versammlungen verzichten und sich voll und ganz den anspruchsvollen Unternehmenszielen widmen. Das Soll-Output für diesen Monat entnehmen Sie der aktuellen Rundmail. Jegliche Abweichungen werden unweigerlich sanktioniert. Guten Tag, meine verehrten Damen und Herren.“</p>
    <p>Er verbeugte sich förmlich und dienerte so laut- und farblos davon, wie er gekommen war, eine fade Marionette seiner selbst.</p>
    <p>„Hört, hört“, schwatzte es durcheinander wie ein aufgebrachter Hühnerhaufen. „Kinder, Kinder!“ Gesine klatschte in die großen, kräftigen Hände, zur Ordnung mahnend. „Besonnenheit!“</p>
    <p>„Das hat doch einen Haken“, vermutete eine kleine, schmächtige Kollegin namens Katinka mit so piepsiger Stimme, dass sie mich an ein graues, unscheinbares Mäuschen erinnerte.</p>
    <p>„Na, es wird gebührende Abzüge geben“, vermutete Gert, der warmherzige, lustige Chirurg, der heute ernst dreinschaute, musste er doch seine Zwillinge durch das teure Auslandstudium bringen, und das, obwohl seine Frau gerade ihren Job in einem Konkurrenzunternehmen verloren hatte. Die kleinen Grübchen auf seinen schwindenden Pausbacken waren Sorgenfalten gewichen.</p>
    <p>„Ich schlage vor, wir warten zunächst das Monatsende mit den Abrechnungen ab.“ Gesine achtete sorgsam darauf, die Situation nicht voreilig zu bewerten.</p>
    <p>„Dies ist zumindest ein Etappensieg“, bemühte ich mich, die Dinge positiv zu sehen.</p>
    <p>Mutter, die erste Sekretärin, schneite herein. „Neptun braucht Unterstützung bei seinem jüngsten Projekt und ist schon sehr ungeduldig.“</p>
    <p>Katinka eilte flink, leichtfüßig wie ein scheues Reh zu seiner Unterstützung, während wir in unsere Büros zurückkehrten.</p>
  </section><section>
    <title>
      <p>
        <strong>SINTFLUT UND DIE ARCHE NOAH</strong>
      </p>
    </title>
    <p>Angie II, Adoptivtochter und Nachfolgerin der ersten Bundeskanzlerin, bemühte sich ebenso wie Gesine redlich, allerdings nicht im Tarifkampf, sondern um das Empowerment der Energiewende. Doch die Explosion der Grünstrompreise limitierte naturgemäß ihre Erfolge, sodass unwetterartige Niederschläge sich unaufhörlich überboten. Nicht mehr von Jahrhundertfluten war die Rede, sondern von Jahresfluten. Infolge der Klimaerwärmung schmolzen die Pole und Gletscher zusehend, selbst Iglus konnten nur aus Kunststoff oder mit Thermobarriere als Kühlaggregat konstruiert werden. Angie II, obgleich nicht Pfarrerstochter und auch nicht genetisch verwandt mit ihrer erfolgreichen Adoptivmutter, predigte durch Modelllernen ähnlich gleichförmig-distanziert, mütterlich-beruhigend und fürsorglich, böse Zungen nannten ihre Intonation „einschläfernd“, kontrastierend mit der Brisanz der katastrophalen Naturereignisse, die sich überschlugen. Auch sie strahlte Ruhe aus und formte, wie bereits der heilige Johannes um 1450, die Hände zur Raute, die Finger nach unten weisend.</p>
    <p>Irgendwie mochte ich sie, sie war mir eine Art Vorbild, versprühte sie doch einen gewissen Ostcharme. Von Burn-out keine Spur. Bei aller Sparsamkeit, Nüchternheit und Prinzipientreue war sie durchaus lebensklug und effizient. Die Bürgerinnen und Bürger waren die marktkonforme Demokratie gewöhnt, auch hatte die geistige Flexibilität bei den steigenden Außentemperaturen sich tendenziell reziprok entwickelt, ebenso wie die Fertilität des empfindlicheren männlichen Geschlechtes, die zusätzlich durch die Kontamination der Gewässer mit ultrafeinen Plastikpartikeln minimiert wurde. Auch äußerlich, zumindest stilistisch, hatte Angie II sich ihrer Adoptivmutter angeglichen, trug ähnliche Blazer in changierenden Farbtönen, allerdings – aus Kostenbewusstsein und nicht, um die Bevölkerung zu foppen – als Wendejacken, was als opportunistische, pragmatische Verwandlungskünstlerin besonders gut ankam. Gelegentlich legte sie einen Zwischenstopp bei Karl Lagerfeld in Paris ein, um sich beraten zu lassen. Um ihre untere Gesichtspartie trotz schlankerer Silhouette straff zu bewahren und gleichzeitig die Gunst der jüngeren Generation zu gewinnen, trug sie seitlich der Mundwinkel jeweils ein dynamisches Piercing, das zur Korrektur von Faltenbildung schraubenförmig adjustiert werden konnte, abhängig davon, ob die situativen Erfordernisse mütterliche Wärme, kühle Arroganz oder schüchterne Zurückhaltung verlangten.</p>
    <p>Obwohl bereits Sommeranfang, ergossen sich folglich auch dieses Jahr sintflutartige Niederschläge. Wer es sich leisten konnte, hatte sein Haus zu einem Pfahlbau umgerüstet, lebte bereits in einem Hausboot oder hatte rückgebaut. In den Mietshäusern mussten in den Überschwemmungsgebieten die unteren Etagen ausgebootet werden. Dies war wesentlich kostengünstiger, als die Ausbesserung der durch Hitzewellen porösen Deiche. Lediglich die Tierwelt war nahezu unprotegiert und den Naturgewalten ausgeliefert. Überraschenderweise verkraftete sie diese erstaunlich gut. Die Mücken vermehrten sich rasant und entwickelten sich zu besonders blutrünstigen, unangenehmen Plagegeistern. Einige Laufkäfer mutierten zu wendigen Flugbooten und auch Ameisen verknoteten erfindungsreich ihre flinken Beine zu Rettungsbooten, während sie mit den Armen unermüdlich ruderten. Koi-Karpfen tummelten sich auf Wiesen, Schwäne, Hechte und Welse erkundeten neue Reviere auf überfluteten Äckern.</p>
    <p>Für die weniger flexible Tierpopulation hatte Panther eine besondere Werbekampagne ersonnen: Er hatte eine schwimmende Arche vor dem Konzern stationiert, in welcher gestrandete Tiere Asyl fanden, unter anderem herrchenlose Hunde jeglicher Rassen, vom Chihuahua bis zum Kampfhund, aber auch ein völlig verschrecktes Kälbchen, eine braunweiß gescheckte Katzenmutter namens Flöcki mit ihren possierlichen Jungen und freundlicherweise mein braunes, stattliches Rentnerpferd Antoinette mit dem sternförmigen Abzeichen, da das sie beherbergende Rittergut für Pferdesenioren weitreichend überflutet war. Mangels Veterinärmedizinern war die medizinische Versorgung der tierischen Gäste unsere Aufgabe. Dies dauerte natürlich empfindlich länger, und selbst für Bagatelleingriffe wie eine Venenpunktion mussten die Tiere von unserer Anästhesistin in Narkose versetzt werden, damit wir in Ruhe fündig wurden, unterschied sich doch die Anatomie von der menschlichen teilweise empfindlich.</p>
    <p>Nun war Panther nicht durch die Flut der Ereignisse zu Menschlichkeit mutiert, sondern er erwartete von uns – ganz nebenbei – Tierversuche in Bezug auf die Verträglichkeit und Effektivität seines Lebenselixiers, was mich in erhebliche Gewissenskonflikte stürzte, waren diese doch bereits von Angie I bei Strafe untersagt worden. Natürlich waren aufgrund der geringen Tierpopulation keine Doppelblindstudien vom ersten Evidenzgrad möglich, sondern lediglich Einzelfallanalysen, die allenfalls Expertenmeinungen vom Evidenzgrad 4 spiegelten. Sollte ich den frisch gebackenen Mediator des Konzerns, der gerade seine diesbezügliche Weiterbildung abgeschlossen hatte, zu dieser Problematik befragen? Hier meldeten sich bei mir erhebliche Zweifel an, schließlich war er noch in der Probezeit und bisher lediglich dadurch aufgefallen, dass er sich zur näheren Orientierung beflissentlich und übereifrig selbst zu unwichtigen Details Notizen machte, vermutlich, um für seinen monatlichen Report an die Geschäftsführung überhaupt einen Inhalt und damit eine Daseinsberechtigung zu kreieren. Dies schloss ich alsbald aus. Ebenso gut hätte ich diesen Entscheidungskonflikt auch Panther direkt soufflieren können. Klüger erschien es mir, mich bei einer günstigen Gelegenheit während des Abwaschens mit der erfahrenen Kollegin Gesine zu beraten, zumal sie selbst an der Problematik als Besitzerin einer noch kürzlich aufgenommenen Yorkshire Terrierin mit dem spitzbübischen Namen Pfiffie emotional beteiligt war.</p>
    <p>„Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird“, bemerkte sie zutreffend. „Wir haben auch Macht, denn Panther kann nicht alles kontrollieren und ist in gewissem Maße auf ein Vertrauensverhältnis angewiesen.“</p>
    <p>„Wäre es eine Idee, die chemische Abteilung um eine tierbekömmliche, entsprechend auch für animalische Organismen wohlschmeckende Abwandlung zu bitten, sozusagen um einen Cocktail, der bei Ultrafiltration in den Nieren zu Metaboliten abgebaut wird, die in Panthers Schnelltest ebenfalls ihren Nachweis finden?“, sinnierte ich.</p>
    <p>„Perfekt!“ Gesine strahlte. „Ich konsultiere sogleich unsere Nachbarn, schließlich habe ich gestern bei einem Schüttelfrost mit meinem Heizkissen ausgeholfen. Wichtig ist nur, das die Ecstasy-ähnliche, dopaminerge Wirkung erhalten bleibt. Allerdings unter der Nebenwirkungsgrenze.“</p>
    <p>Bereits am nächsten Morgen hatten die Chemiker eine entsprechende Rezeptur gemixt und Antoinette, aufgrund der Ausdehnung ihrer Körperoberfläche und des günstigen Body-Mass-Indexes, war zum Versuchskaninchen auserkoren. Da das Getränk süß schmeckte, mundete es. Genüsslich leckte sie sich die rosa tingierten Nüstern, schnaubte doppelt zu unserer Erleichterung und säuberte minutiös mit ihrer großen Zunge die provisorische Krippe. Ein voller Erfolg! Psychische Nebenwirkungen im Sinne von Unruhe oder Agitation traten akut nicht auf, im Gegenteil, Antoinette wirkte erfreulicherweise überaus im Gleichgewicht. Die anderen Tiere in der Arche forderten nun ungeduldig ihren Tribut, sodass wir eilig aus der chemischen Abteilung Nachschub orderten. Ich bat die Ingenieure um eine direkte Pipeline zur Optimierung der Versorgung. Allerdings durften sie auf keinen Fall undicht sein, um Überdosierungen in den potenziell toxischen Bereich zu vermeiden.</p>
    <p>Rasch entwickelte sich eine Gewöhnung an das wohltuende Lebenselixier, wenn nicht gar psychische Abhängigkeit. In immer kürzeren Abständen forderte die Tierpopulation vehement und lautstark Nachschub ein, es war ein Kratzen und Scharren, Schnauben, Wiehern, Schnurren und Miauen, Muhen und Bellen. Alle Register wurden gezogen. War es nicht der Erfolg für seine Droge, den sich Panther erträumt hatte? Oh weh, mit diesem sensationellen Ergebnis hatten wir nicht wirklich gerechnet.</p>
    <p>Bald schon tauchte Shiny, der schlaksige, kahlköpfige Pressereferent auf, um an die lokale Presse Bericht zu erstatten.</p>
    <p>„Pina, bitte, schwing dich zum Posing auf Antoinettes Rücken“, forderte er mich enthusiastisch auf. Und das noch dazu mit einem Tritthocker! (Aus dem Alter, in dem ich von hinten über die Kruppe aufgrätschen konnte wie beim Voltigieren, war ich heraus.) Glücklicherweise gelang es mir, diesen Auftrag, mit dem ich mich nicht wirklich identifizierte, an eine junge, hübsche Azubi zu delegieren, die sichtlich gern diese Chance der Publicity ergriff und wirksam ihre blonde Mähne und die nostalgischen Hängerohrringe in Position schüttelte. Gern ließ sich Panther mit ihr für die Titelseite ablichten, mit vor Stolz geschwellter Brust neben Siliconpolstern stehend, denn die modische Azubi hatte der Natur nachgeholfen.</p>
    <p>Nach einer Woche war der Spuk vorbei. Die Gäste hatten ihren Zweck erfüllt und bei sinkenden Pegelständen und nach erfüllter Werbemission wurden die Lieblinge zu ihren Besitzern entlassen. Antoinette erhielt eine ausschleichende Dosis Lebenselixier und wurde aufbauend auf Vollwertkost mit Möhren, Äpfeln, Heu und Hafer umgestellt, während ihr Konterfei weiter mit Panther an ihrer Seite auf Werbeplakaten prangte. Von nun an graste sie ökologisch in meinem Mondscheingarten inmitten einer weißen Blumenpracht von Hortensien, Rosen, Margeriten, Rhododendron und nicht zuletzt Gänseblümchen, die allabendlich in der Dämmerung leuchteten, wenn ich von meinem Tageswerk heimkehrte.</p>
  </section><section>
    <title>
      <p>
        <strong>DIE ESSBARE STADT STEIGERT DEN ABSATZ</strong>
      </p>
    </title>
    <p>Panthers Modellprojekt, die essbare Stadt, war ebenfalls zu großen Teilen überflutet worden. Wenn ich auch sonst wenig Mitleid mit Panther hatte, dies tat mir aufrichtig leid, denn in dieser Stadt wuchs in allen Gärten Gemüse und Obst, ebenso wie auf Brachflächen Nutzpflanzen angebaut wurden, insbesondere Kartoffeln, Möhren und Bohnen. Wein rankte an Friedhofsmauern. Auf den Dächern wuchs Gemüse unter Plexiglas, so reiften Gurken, Salat, Tomaten, Basilikum und köstlich erfrischende aromatische Wassermelonen. Diese Form der Selbstversorgung war transparent und schaffte Nähe zur Landwirtschaft und urbanen Natur. Die Produkte waren ausgezeichnet durch ihre Regionalität, Frische, geringe Schadstoffbelastung, kurze Transportwege und Wertschöpfungsketten. Es war eine Form des Rückzuges auf das Wesentliche, Authentische vor der eigenen Haustür. Purismus statt Hype. Alle Bewohner gingen äußerst achtsam mit diesem neuen Lebensraum um und hatten sich jeweils mit ihren individuellen Fähigkeiten bei der Gartenpflege eingebracht: die jüngeren mit ihrer körperlichen Kraft und Geschicklichkeit bei der Anlage und Pflege der Beete und der Beseitigung überflüssiger Zierpflanzen, beim Fällen nun nutzloser Nadel- und Laubbäume, während die ältere Generation ihren Erfahrungsschatz bereitstellte. Hierdurch war ein enormer sozialer Zusammenhalt entstanden, nicht nur unter den Bürgerinnen und Bürgern, auch in der Tierpopulation. Kein Hund oder Straßenköter hob mehr sein Bein an diesem essbaren Grünraum. Selbst die Hündinnen pinkelten in Gullys. In einem effizienten, ökologischen Kreislaufsystem nutzen die Gärtner Sonnenenergie, Regenwasser, Abwärme und Abwasser der Gebäude. Panther hatte dieses Vorzeigeprojekt besonders dadurch honoriert, dass es acht Wochen Biokoka in Hülle und Fülle geben sollte, zu Werbezwecken natürlich und mit dem entsprechenden Medienrummel verbunden. Nun war der Deich durch diese ungewohnte Vegetation an einer entscheidenden Stelle porös geworden und die innovative Pracht wurde nach dem Dauerregen von reißenden Strömungen überschwemmt. Eilig ließ Panther von Mutter, der fürsorglichen, dabei energischen ersten Sekretärin, eine außerordentliche Sitzung der gesamten Belegschaft einberufen.</p>
    <p>„Neptun“, hub Panther bedeutungsschwer an, „ich lege die Rettungsaktion unseres Vorzeigeobjektes vertrauensvoll in Ihre erfahrenen Hände – die ja bekannter Weise mit allen Wassern gewaschen sind“, endete er in dem ihm eigenen, leicht ironischen Tonfall und lächelte jovial und selbstgefällig. „Ich hoffe, Sie machen Ihrem Namen alle Ehre.“</p>
    <p>Neptun lief puterrot an vor Überraschung, denn insgeheim bereitete auch er sich auf seine Pensionierung vor und hatte gehofft, es sei Zeit, dass das Ruder von Nachwuchskräften oder zumindest jüngeren Kollegen geschwungen wurde. Aber er fing sich alsbald und ließ Gummistiefel austeilen.</p>
    <p>„Präferieren Sie lange Öljacken oder Goretex-Anzüge?“, fragte er pragmatisch in die Runde. Sofort entbrannte eine lebhafte Diskussion und das Team spaltete sich in die Anhänger der alt bewährten signalfarbenen gelben Öljacken und die Verfechter von Atmungsaktivität durch Luftdurchlässigkeit gegen Transpiration. Ich enthielt mich diplomatisch der Stimme, was mir einen Ellbogenstoß von Gesine einbrachte, die Unentschiedenheit nicht ausstehen konnte. Schließlich stimmte Neptun zu, dass alle Rettungskräfte wahlweise ausgestattet werden durften, solange das Konzern-Logo sichtbar imprimiert war und auch die Goretex-Jacken eine gelbe Signalfarbe aufwiesen.</p>
    <p>Für den folgenden Morgen bestellte Neptun den Betriebsbus und kommandierte die gesamte Belegschaft unseres Konzerns – selbst die ältere Generation – zum Füllen von Sandsäcken ab. Der ärztliche Dienst hatte außerdem notdürftig erste Hilfe zu leisten.</p>
    <p>Meine besondere Mission war es, an die frustrierte Bevölkerung der essbaren Stadt unser Lebenselixier zur Förderung regenerativer Energien zu verteilen. Dies hinterließ ein unangenehmes Gefühl in meiner Magengrube, denn ich war keineswegs von der nur wohltuenden Wirkung unserer Hausmarke überzeugt und es erfüllte mich mit Trauer, dass selbst die Not dieser vom Schicksal gebeutelten Menschen noch zu kommerziellen Zwecken genutzt werden sollte. Es war ja keinesfalls ein freigiebiges, uneigennütziges Geschenk von Panther, sondern er erhoffte sich durch den Reklameeffekt weitere Absatzsteigerungen. Deshalb murmelte ich bei der Abgabe an sich mir erwartungsfroh entgegenstreckende Arme schuldbewusst und kaum hörbar: „Grüner Tee mit Zitrone stärkt auch sehr gut die Abwehrkräfte“ und verteilte zusätzlich Senchabeutel aus meinem eigenen Bestand.</p>
    <p>Ein kleines, rothaariges Mädchen mit Sommersprossen spuckte den Energydrink tatsächlich aus, offensichtlich hatte sie ein gesundes Empfinden. Ihre Mutter, in Gummistiefeln, zerzaust und durchnässt von allen Strapazen, zog sie eilig weg, während sie in die Pfützen stapfte und aufmüpfig krähte: „Plitscheplatsch, pudelnass. Das macht Spaß.“ Ich bereitete ihr die Freude, gemeinsam in meinen nagelneuen, signalgelben Gummistiefeln durch die Miniaturseenlandschaft zu stapfen. Sie fand mich lustig, vermutlich, weil ich mit meinen grünen Augen mit den von vielen Regentropfen leicht geröteten Rändern und den vor Feuchtigkeit struppigen Haarsträhnen, die in alle Richtungen abstanden, aussah, wie das Pendant zum Wassermann. Es fehlte da nur der Seetang.</p>
    <p>Nach zwei Tage dauerndem, unermüdlichen Einsatz war endlich Land in Sicht, die Pegelstände sanken. Erste Anwohner konnten in ihre Häuser zurückkehren und die Aufräumarbeiten dort fortsetzen. Offensichtlich hatten sogar die meisten Nutzpflanzen am Boden überlebt, wenn auch die Ernte dieses Jahr karger ausfallen würde und überwiegend durch den Dachanbau bestritten wurde. Tatsächlich steigerte diese erfolgreich unterstützte Rettungskampagne den Absatz unserer Wunderdroge Biokoka nahezu um das Doppelte.</p>
  </section><section>
    <title>
      <p>
        <strong>AUSGEBEUTETE BEUTE</strong>
      </p>
    </title>
    <p>Nachdem wir erschöpft in den Konzern an unsere Schreibtische zurückgekehrt waren, nahm dementsprechend der Papierkrieg zu, denn alle Details der erfolgreichen Rettungsaktion mussten für die Metaanalysen minutiös dokumentiert und ausgewertet werden. Hierfür wurde aus zeitökonomischen Gründen und zur Optimierung der Effektivität die elektronische Akte optimiert. Leider steckte ihre Technik noch in den Kinderschuhen. Sie konnten nur schrittweise und nach dem Käsekästchenprinzip von billig akquirierten Hilfskräften seitenweise eingescannt werden. Das Entziffern der Käsekästchen war sehr mühsam und zeitintensiv, denn jede Seite musste einzeln angeklickt werden und es war nicht möglich, zu scrollen oder gar elektronisch zu blättern. Das blieb Zukunftsmusik. Übersichten gab es nur im Miniaturformat, sodass Stecknadeln in Heuhaufen gesucht werden mussten. Meine Augen brannten, die Bindehaut trocknete aus und bereits am frühen Nachmittag flimmerten und tanzten mir die elektronischen Buchstaben auf der Nase herum. Sie führten ein Eigenleben. Was ich nicht auf den Schirm bekam, würde früher oder später eine wie auch immer geartete Kontrollinstanz auf den Screen rufen. Diese Furcht nagte an mir, die ich hilflos wie in einem Hamsterrad gegen die Schrumpfung der Gegenwart ankämpfte.</p>
    <p>Zum Scannen flog Fade Leiharbeiter aus Übersee ein. Sie wurden wie Ware gehandelt, teilweise direkt durch wechselnde Überlasserfirmen oder über weitere Ombudsmänner. Er setzte sie auch für Putz- und Botendienste und für die Registratur ein, sowie für jedwede mögliche Anlerntätigkeit. So konnte die Konzernleitung die Konkurrenzfähigkeit erhöhen, indem sie flexibel Einstellungen und Kündigungen vornahm. Zahlreiche Anüs, Arbeitnehmerüberlassene, waren der deutschen Sprache zunächst gar nicht mächtig. Die Headhunter der Leihfirmen zwangen sie bereits in ihrem Heimatland, befristete Verträge zu unterzeichnen, ebenso wie die fristlose Kündigung, die den armen Geschöpfen also jederzeit bei Nicht-Funktionieren unter die Nase gerieben werden konnte. Jeden Tag mussten sie damit rechnen, dass es ihr letzter sein könnte in relativer Sicherheit an einem Ort, der für sie paradiesische Zustände zu versprechen schien, sollte die Integration gelingen. Eine Kündigung führte zur fristlosen Demission ins unspezifische Nichts, denn meist hatten sie nicht einmal das genügende Kleingeld für ein Rückreiseticket. Sie erhielten einen Spottlohn und zusätzlich Hartz IV zur Sicherung ihres Existenzminimums und waren in großen Wohncontainern auf dem Konzerngelände hinter dem Park der Selbstwirksamkeit für die Führungskräfte untergebracht. Boni gab es nur in Form des Lebenselixiers, das ihnen zwar reichlich zum Nulltarif zur Verfügung gestellt wurde, sie aber nicht weiter veräußern durften. Kopfjäger im Heimeinsatz zur Regenerierung ihrer Ressourcen nach längerer Akquise im Ausland hatten die Aufgabe übernommen, im Wohncontainer für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Für die Hygiene waren sie nicht zuständig.</p>
    <p>Die erbärmlichen Bedingungen weckten mein Mitgefühl. Wie konnten wir diese bedauernswerten Mitarbeiter unterstützen? Kontakt war uns strengstens untersagt und nur heimlich und im Verborgenen möglich. Aber konnte Panthers allgegenwärtigen Argusaugen überhaupt etwas entgehen oder drückte er nur ein Auge zu, um jegliches Vergehen zu einem späteren Zeitpunkt noch härter sanktionieren zu können?</p>
    <p>Besonders aufgefallen war mir Estrella aus Chile, die ein offenes, fröhliches Wesen hatte, trotz dieser finanziellen Engpässe, der harten Arbeitsbedingungen und der notdürftigen Unterbringung unter menschenunwürdigen Bedingungen. Ich konnte mich mit ihr recht gut auf spanisch unterhalten und erfuhr die wesentlichen Details der unbarmherzigen Personalgewinnung, die nur der berechnende Panther gemeinsam mit seiner Herzdame Liliane ersonnen haben konnte.</p>
    <p>Einmal fuhr ich Estrella am Morgen nach ihrer Nachtschicht „nach Hause“ in den Wohncontainer, da sie zu ausgelaugt war von der monotonen Arbeit und dem Transport der Aktenberge, um sich noch auf den Beinen zu halten. Sie zeigte mir die enge, doppelte Schlafkabine und die unhygienische schwimmende Kochnische, die sie mit zwanzig Mitarbeitern teilen musste und deren Ausgussrohr von einem Haarknäuel verstopft war, sodass sich auch hier Rinnsale auf dem Fußboden bildeten, nachdem das Auffangbecken übergelaufen war – allerdings nicht ganz so heftig wie in der essbaren Stadt. Auch gab es nichts Essbares hier, nur schmierige Reste lagen im Raum verteilt. Es herrschte ein muffiger, ekelerregender, dumpfer Geruch. Ich reichte Estrella mein Pausenbrot, das ich heute aus Zeitdruck nicht gegessen hatte. An meinem PC leuchtete bereits aus Überlastung wegen des Arbeitstaues die warnende rote Ampel, die mich zur Eile und zum Multitasking antrieb, um nicht nachsitzen zu müssen. (Nach zwei Tagen andauernden roten Signals programmierte sich automatisch die elektronische Zeitkarte zur Leistung von Überstunden retour. Dieser Kelch war gerade noch an mir vorbeigegangen.) Ein Aufpasser in Uniform mit Schlagknüppel im Gürtel musterte mich misstrauisch und zog ein grimmiges Gesicht.</p>
    <p>„Gäste sind hier nicht gestattet“, herrschte er mich mürrisch an und blies sein Kaugummi zu einer großen Blase, die er provozierend vor meinen Augen platzen ließ. Mich fröstelte. Beschämt verabschiedete ich mich von Estrella und lud sie – nachdem die Luft wieder rein war – zum Wochenende in meinen Mondscheingarten ein, um sich von allen Strapazen erholen zu können.</p>
  </section><section>
    <title>
      <p>
        <strong>MONDSCHEINPARTY</strong>
      </p>
    </title>
    <p>Estrella war aus ihrem Heimatland farbenprächtige Pflanzen gewöhnt und machte kein Hehl daraus, dass meine feierliche, weiße Pflanzenwelt für ihre temperamentvolle Frohnatur zu steril wirkte. Strahlend überreichte sie mir ein knallrotes fleißiges Lieschen, das einen belebenden Farbtupfer auf meiner Terrasse bildete inmitten schlohweißer, üppiger Hortensien in mächtigen Terrakotta-Kübeln. Aber nachdem die Abendsonne zwischen den staksigen, hochwüchsigen Tannen des Nachbarn glutrot in den Feldern versunken war, beeindruckte sie doch das Leuchten der weißen Blütenpracht in der Abenddämmerung, das allmählich verlosch, als der Schatten der Nacht fiel, um dann erneut feenhaft durch das Mondlicht illuminiert zu werden.</p>
    <p>Unser Nachbar, der offensichtlich den lieben langen Tag nicht viel zu tun hatte und den wir häufiger hinter einem Buchsbaum am Gartenzaun hervorlugen sahen, musste vor Neid erblassen, was wir leider zu dieser späten Stunde nur vermuten konnten, wenn eine abrupte, unbeholfene Bewegung im Gebüsch seine Spionage verriet. Einmal war er tatsächlich dabei plump auf seine vier Buchstaben gefallen und wir mussten zu Hilfe eilen, um ihn gemeinsam wieder auf die Beine zu hieven.</p>
    <p>Heute nun herrschte ein lustiges Treiben in meinem sonst so feierlichstillem Garten. Mein sonniger Freund und Lebensgefährte Felix spielte Keyboard und sang „Unter den Wolken“ nach Reinhard Mey, da er nicht gern flog. Sohn Timo, in den Semesterferien aus London eingeflogen, wo er Elektrotechnik studierte, war da weniger zimperlich. Er zupfte eifrig die Gitarre, bis Estrella protestierte, eine ihrer heißen CDs auflegte und ihn mit wiegenden Hüften zur Bachata auf die vermooste Rasenfläche zog. Sie hatte zahlreiche Freunde aus dem Container mitgebracht, sodass in den unterschiedlichsten Sprachen geschwatzt, gesungen und zu den lateinamerikanischen Rhythmen geklatscht wurde. Auch von uns waren weitere Freunde und Kollegen dabei, die sich um den Gartenteich scharten, auf dem Mückenschwärme tanzten, die uns anspornten, es ihnen gleich zu tun. Die Silhouetten der Gäste zeichneten sich nostalgisch vor einem Supermond ab, dreißig Prozent heller und vierzehn Prozent größer als ein normaler Vollmond, da er in seiner elliptischen Umlaufbahn an seinem erdnächsten Punkt der Erde 50.000 Kilometer näher war.</p>
    <p>Plötzlich erstarben die fröhlichen Klänge jäh. Zwei uniformierte Polizisten tauchten geisterhaft hinter der Hausecke auf und richteten ihre grellen Taschenlampen auf mich.</p>
    <p>„Was geht hier vor?“, fragte der ältere von beiden und runzelte strafend die Stirn unter seiner Schirmmütze, sodass sich eine drohende Falte mittig eingrub. Sein Vollbart erinnerte an Rübezahl. Offensichtlich hatte unser indiskreter Nachbar sich dieses weitere Mal nicht mit der Befriedigung seiner Neugier zufriedengegeben, sondern aus Neid Rache ersonnen, fühlte er sich doch trotz dieses Schauspieles zum Nulltarif in seiner Ruhe gestört.</p>
    <p>„Nur ein kleines Sommerfest. Waren wir zu laut?“, versuchte ich, die Ordnungshüter zu besänftigen.</p>
    <p>„Es hat mehrere Beschwerden gegeben“, erklärte der jüngere, milchgesichtigere von beiden, von dem offensichtlich eher Empathie und Verständnis für unsere Ausgelassenheit zu erwarten war.</p>
    <p>„Oh, das tut mir leid“, beeilte ich mich zu sagen. „Darf ich Ihnen etwas anbieten?“</p>
    <p>„Was sind das für Leute?“, forschte der Ältere weiter und deutete auf Estrella und ihre Freunde aus dem Wohncontainer, indem er mein Friedensangebot zunächst ignorierte. „Riecht nach Schwarzarbeitern“, fügte er misstrauisch hinzu und zog die gestutzten Augenbrauen skeptisch hoch, wodurch seine Stirn wiederum in nachdenkliche Falten geworfen wurde, sodass er mich an einen Mops erinnerte. Die steile Falte in der Mitte hingegen hatte mehr Ähnlichkeit mit einer Haifischflosse.</p>
    <p>„Nein, sie sind alle über die Überlasserfirma sozialversichert“, suchte ich zu beruhigen, während ich gedanklich zwischen Mops und Haifischflosse schwankte.</p>
    <p>„Nun, wir nehmen die Personalien auf und die Aufsichtsbehörde wird in Ruhe ermitteln“, entgegnete der ältere Polizist, der sich durch meinen ebenfalls prüfenden Blick offensichtlich nicht beirren ließ. Er schielte auf eine Flasche Biokoka mit Waldmeisteraroma und dementsprechend giftig grüner Färbung, sodass ich mich beeilte, ihm ein dickbauchiges Glas voll zu schenken. Die Schaumkrone benetzte seinen weißen Oberlippenbart, als er es ansetzte, mit einem Zug leerte und dabei über den Glasrand unter seinen buschigen Brauen kritisch Estrella musterte.</p>
    <p>„Ich komme morgen und bringe alle Papiere“, versprach diese geistesgegenwärtig, indem sie mit ihren frisch erworbenen Deutschkenntnissen glänzte und mich davor bewahrte, wegen meiner Mondscheinparty mit den fremden Gästen vor Panther Rechenschaft ablegen zu müssen.</p>
    <p>„Uff“, atmete ich erleichtert auf, als ich wahrnahm, wie beeindruckt der Milchgesichtige von Estrellas hübscher Erscheinung war, ihrer schlanken, wohlproportionierten Figur, ihrer bronzefarbenen Haut und ihrem verführerischen Lächeln. Ich bot dem jüngeren Ordnungshüter auch ein Glas Biokoka an, während er Estrellas Personalien aufnahm.</p>
    <p>„Wie lange soll die Party noch dauern?“, erkundigte sich der Chef, schon deutlich milder gestimmt, nachdem Biokoka seine Wirkung entfaltet hatte.</p>
    <p>„Nur bis Mitternacht“, gelobten Estrella und ich artig.</p>
    <p>Schließlich gaben sich die beiden Nachtwächter zufrieden und trotteten in der Überzeugung davon, ihrer Pflicht Genüge getan zu haben.</p>
    <p>Nun tobte der Bär bis zum Morgengrauen, als wir erschöpft und glücklich in den Schlummer sanken, während der Mond sich hinter dunklen Wolken versteckte und die fröhliche Stimmung unsere Träume verzauberte. Die Feen aus dem Mondscheingarten verneigten sich in unendlich weiteren Reigen, bis das Quaken der Frösche in der Morgendämmerung uns weckte und sich alles in Traumstaub verlor.</p>
  </section><section>
    <title>
      <p>
        <strong>TAG DES UFOS WECKT SIEBENSCHLÄFER</strong>
      </p>
    </title>
    <p>Am Siebenschläfertag hatten die erneuten tagelangen Regengüsse sich erschöpft und die Wetterlage war völlig undurchsichtig, sodass nähere Vorhersagen in Anlehnung an die alte Bauernregel unmöglich schienen. Bedeutete dies nun Schutz durch eine gute Fee oder drohte Unheil? Sollte sich nichts verändern?</p>
    <p>Bald darauf, am Tag des Ufos, wurden nicht unser Winterschlaf unterbrochen, aber unser jahrzehntelanger Dornröschenschlaf fand ein rasches Ende. Es war ein wichtiger Tag, nicht nur für Geheimdienste, sondern auch für unsere Geschäftsführung, denn es galt, alle Sicherheitsvorkehrungen gegen seltsame unirdische Flugobjekte, aber auch Cyberattacken einer genauen Investigation zu unterziehen. Für diesen Zweck hatte Panther seine wichtigste graue Eminenz Fade beauftragt, eine sehr kostenintensive Anzeige zur Gewinnung eines advocatus diaboli oder Cyber-Kommandanten zu lancieren, der idealerweise als jung-dynamischer millennial durch die digitalen Techniken geprägt sein sollte.</p>
    <p>„Ich erwarte von ihm das Kommando über Cyberattacken“, kündigte Panther entschieden an. „Das bedeutet nicht nur die Kreation von Killerviren zur Säuberung von Festplatten, sondern auch von cyber-kinetischen Attacken, die wiederum jegliche feindliche Objekte zerstören, ja selbst Whistleblower unmittelbar ausschalten“, fuhr er übereifrig fort, während in seinen gierigen Augen ein irrer Glanz flackerte, so sehr hatte er sich in Rage geredet.</p>
    <p>Fade wiederholte devot, wie um sich zu vergewissern, dass er richtig verstanden hatte: „Alles ist zu hinterfragen, Schlüsselprozesse sind auf den Kopf zu stellen. Sensible Daten der Konkurrenz, Chat-Foren und Suchmaschinen sollen durch diese künstliche Intelligenz umfassend archiviert und ausgewertet werden, sodass durch unmittelbaren Zugriff auf die Gedanken der Bürger destruktive feindliche Ufos und auch Whistleblower durch cyber-kinetische Abwehr mit sofortiger Wirkung ausgeschaltet werden.“</p>
    <p>Tatsächlich, Panthers diesbezügliches Alter Ego, Mr. Y, ward sehr bald gefunden. Er war mit den neuen Medien sozialisiert, sozusagen ein digital native. Er kommunizierte rund um die Uhr, natürlich an seinem Lieblingsort und unter Nutzung von Skype zur Zuschaltung bei wichtigen Sitzungen. Manchmal bestellte er unverbindlich eine Herzdame dazu. Er würde sich nicht an den Biokoka-Konzern anpassen, sondern machte schon im Bewerbungsgespräch klar, woher der Wind wehte.</p>
    <p>„Sie gehören in die engere Auswahl“, drehte er den Spieß überlegen lächelnd um und zeigte seine makellosen, strahlend weißen Zahnreihen, ehe Fade noch wusste, wie ihm geschah. Zuvor hatte er zunächst genau geprüft, ob sich sein neuer, virtueller Arbeitsplatz lohnen würde.</p>
    <p>So blieb für uns die Wetterlage nicht indifferent, sondern nach dem Siebenschläfertag gab es einen heftigen Umschwung. Mr. Y ließ uns fühlen, dass wir Gruftis zum Inventar gehörten. Schon bald fand sich eine E-Mail von Fade auf meinem Desktop: „Sie sind anonym observiert worden. Sie haben sich zum Frühsport nicht ausgestempelt.“</p>
    <p>Ich fühlte Ärger in mir aufsteigen. Welcher Spitzel hatte das beobachtet?, fragte ich mich. Schließlich hatte ich doch meinen Abwesenheitsagenten aktiviert. Aber es half nichts, Besserung musste gelobt werden und Nachsitzen war angesagt. Allgemeines unterschwelliges Misstrauen breitete sich aus, kroch von hinten die Wirbelsäule empor, bis sich die Nackenhaare sträubten, ließ uns erschaudern. Wer war Freund und wer gehörte ins feindliche Lager? Waren Cookies unterwegs, ein Lauschangriff geplant oder gar elektronische Ufos im Anflug?</p>
    <p>Das ehrgeizige Bemühen, nicht ins Fettnäpfchen zu treten, keine Fehler zu machen, provozierte Pannen, ja forderte sie heraus, im Gegensatz zu einer gesunden Fehlerkultur, in der es erwünscht war, aus ihnen zu lernen. Mr. Y war virtuell überall präsent und dabei nicht greifbar, nicht angreifbar. Wir bekamen ihn nie persönlich zu Gesicht. Eine Bedrohung, mit der wir von nun an leben mussten. In Konferenzen schaltete er sich dazu, wenn immer Panther verhindert war. Plötzlich tauchte während der PC-Arbeit eine Botschaft von ihm auf dem Screen auf oder er schaltete sich auch hier dazu und übernahm die Führung. Mitunter observierte er lautlos. Über Skype hatte er uns und unsere Umgebung jederzeit im Visier. Und er hatte die Gabe, Schwächen der Mitarbeiter unmittelbar herauszufinden. Er fokussierte punktgenau und traf stets ins Schwarze. Die paranoide Atmosphäre zehrte an unseren Kräften.</p>
    <p>Blieb da nicht nur die Identifikation mit dem Aggressor als Überlebensstrategie? Hierüber waren die früher so (zu?) harmonischen Teams nun gespalten, was eine ständige Wachsamkeit forderte. Aggression wurde nicht offen ausagiert oder verbalisiert, aber sie schwelte ständig in einer Luft, die wie unsere Nerven zum Zerreißen angespannt waren. Morgens, wenn ich den Computer hochfuhr, plagten mich feine Magenschmerzen, zunächst nur ein Knurren und Grummeln in der Oberbauchmitte, schließlich immer häufiger diese feinen, leisen Nadelstiche. Mein Hirsemüsli mit Rosinen zum Frühstück lockte mich nicht mehr, stattdessen hastig ein paar Schluck Biokoka zur Linderung, nur nichts mehr spüren. Selbst für Toilettengänge musste nun der Abwesenheitsagent eingeschaltet werden. Geschah dies zu häufig, musste beim Frühsport von der Gruppe zur allgemeinen Ertüchtigung zur Gruppe für Beckenbodengymnastik gewechselt werden, bis sich alles wieder normalisierte. Und das war schambesetzt, vor allem wegen der gemischten Gruppen und der Rückschlüsse, die möglicherweise aus der jeweiligen Gruppenzugehörigkeit abgeleitet werden konnten.</p>
    <p>Immer häufiger erwischte ich mich dabei, an Biokoka denken, trank immer häufiger während meiner Arbeit kleine, labende Schlucke davon. Den meisten Mitarbeitern ging es ähnlich. Die freundliche, zierliche Kollegin Katinka stopfte zusätzlich unaufhörlich und wahllos Süßigkeiten in sich hinein, gemeinsam mit dem ehemals lustigen Chirurgen, der das Studium der Zwillinge finanzieren musste. Offenbar hatten sie Frustessen und drohten sichtlich, aus dem Leim zu gehen. Selbst Katinka, die ursprünglich so schmächtig gewesen war.</p>
    <p>Die sonst so robuste Gesine brach während einer Sitzung in Tränen aus. Neptun schrie vehement: „Ich bin nicht kontaktgehemmt!“, nachdem sie ihm vorgeworfen hatte, er würde sich zu sehr hinter seinem Screen verschanzen. Er verlor die Beherrschung und richtete eine Schimpftirade gegen Gesine, die zu ihrem Zusammenbruch führte. Zum Glück war Edeltännchen geistesgegenwärtig und diplomatisch genug, Kampfhahn und Henne so rechtzeitig zu trennen, dass größerer Schaden vermieden wurde. In einem Acht-Augen-Gespräch ließ sich alles glätten. Gut, dass Mr. Y offensichtlich mit einer wichtigeren Mission betraut war.</p>
    <p>Sonja, die wegen der nicht zu bewältigende Arbeitsmengen notfallmäßig aus ihrer Altersteilzeit zurückgerufen worden war, litt an schwerem Burn-out, musste sie doch zusätzlich ihren dementen Vater zu Hause pflegen. Unglücklicherweise (oder war das ihr Glück?) vertrug sie kein Biokoka, da sie aufgrund ihrer Sensitivität hierauf mit starkem Schwindel und Übelkeit reagierte, sodass Neptun sie teilnahmsvoll fragte: „Soll ich Sie wieder heimfahren?“</p>
    <p>Dina, meine freundliche Bürogenossin, und Roswitha, die sommersprossige, rotwangige Nachbarin mit dem Obstgarten, waren zusätzlich zu der harten Arbeit im Konzern familiär stark engagiert mit der Verwöhnung ihrer Großfamilien und litten inzwischen nicht nur an Erschöpfung und Überarbeitung, sondern auch an bohrenden Rückenschmerzen.</p>
    <p>Gesines pubertierender Sohn entzog sich zunehmend ihres energischen Einflusses und war diverse Male stoned durch „Biokoka on the rocks“ von der Polizei aufgegriffen worden, um dann zu Hause in den Plastikeimer zu erbrechen, der eigentlich der Reinemachefrau zur Aufwartung dienen sollte. Hierüber verbrachte seine besorgte Mutter verständlicherweise schlaflose Nächte, die sie noch dünnhäutiger gegenüber Panthers cholerischen Ausbrüchen, Neptuns Launenhaftigkeit und Mr. Ys hinterhältigen, virtuellen Attacken vor ihrem Desktop zusammenkauern ließen, wenn sie sich unbeobachtet wähnte.</p>
    <p>So hatte jeder sein Päckchen zu tragen. Die Fortschritte des Anthropozäns rasten voran so schnell wie ein Lichtstrahl, doch sie forderten einen hohen Preis.</p>
  </section><section>
    <title>
      <p>
        <strong>MISSBRAUCH</strong>
      </p>
    </title>
    <p>Bild war dabei. Die Schlagzeile lautete: Missbrauch von Biokoka. Es ging wie ein Lauffeuer durch den Konzern: Offensichtlich hatte es einen Überfall im ICE Hamburg – München gegeben, unmittelbar nach dem Zwischenstopp in Würzburg. Zunächst hatte der Zug friedlich und unmerklich seine Fahrt bis auf 400 km/h beschleunigt. Ortschaften mit schmucken Einfamilienhäusern, Felder und Auen huschten vorüber. Die Reisenden dösten, lasen, telefonierten mit ihren Handys oder waren in ihre Laptops vertieft. Ein lebhafter – einige Gäste meinten auch hyperaktiver – vierjähriger Junge mit kurzen, schwarzen Haaren, offenbar zur Hälfte chinesischer Abstammung, stellte seinem Vater ununterbrochen und wissbegierig Warum-Fragen. Seine chinesische Mutter und die Oma saßen weiter vorn im Abteil und überließen dem deutschen Papa, der neben dem Sohnemann saß, die ausführliche Beantwortung. Er war sichtlich stolz auf seinen (alt)klugen Sprössling, nicht ahnend, wie sehr einige der Mitfahrenden dessen laute, durchdringende Stimme nervte. Frage reihte sich an Frage.</p>
    <p>„Nervig“, bemerkte die jüngere Frau gegenüber stirnrunzelnd und unwirsch. Ein älteres, ruhiges Ehepaar aus der Reihe dahinter wehrte sich lautstark gegen die Lärmbelästigung.</p>
    <p>„Er kann schon reden, nur nicht so laut.“ Der Vater schnappte hörbar ein. Nur wenige Minuten lang verlief die Fragerei etwas gedämpfter, ehe dieser Einwand in Vergessenheit geriet. Erleichterung kehrte erst ein, als die Familie für ein halbes Stündchen in den Bistrowagen einkehrte. Welche wohltuende Ruhe!</p>
    <p>Dann allerdings ratterte der transportable Wagen mit Kaffee und Snacks den Flur entlang, sodass niemand mehr eine Chance hatte, zur Toilette zu passieren.</p>
    <p>„Wünschen Sie Kaffee, Cappuccino, Erfrischungen, Biokoka?“, pries eine junge Rumänin mit deutlichem Akzent ihr Arsenal an. „Biokoka ist heute im Angebot“, fügte sie hinzu und lächelte verführerisch, denn sie erhielt eine, wenn auch geringe, Provision. Tatsächlich, Biokoka war der Renner. Zufrieden verließ sie das Abteil. Das muss der entscheidende Moment gewesen sein.</p>
    <p>„Wir erreichen in Kürze Nürnberg. Sie erreichen alle Anschlusszüge planmäßig“, kam die Ansage über Lautsprecher und das finale: „Thankyou for travelling wis Deutsche Bahn.“</p>
    <p>Die Familie mit der chinesischen Mutter, dem deutschen Vater, dem wissbegierigen Jungen und der Oma im Schlepptau kehrte nach einer halben Stunde gesättigt zurück.</p>
    <p>„Papa, warum schlafen die alle?“, fragte das Nesthäkchen erstaunt.</p>
    <p>„Weil sie müde sind.“</p>
    <p>„Papa, wo ist unsere Tasche?“, ließ sich der aufgeweckte Junge nicht beirren. Das war eine Schrecksekunde. Tatsächlich – die Reisetasche und auch der knallrote Trolley fehlten. Eine aufgeregte, hektische Suche begann, in deren Folge die übrigen Reisenden des Abteils erwachten, etwas ratlos. Auch sie vermissten einzelne Gepäckstücke oder Hand- und Brieftaschen, konnten sich aber im Gegensatz zu der bilingualen chinesischdeutschen Familie an die Details der letzten dreißig Minuten nicht erinnern. Es bestand eine Amnesie. Über Handy wurde die Polizei alarmiert. Urinproben wurden eingesammelt, eine Großrazzia gestartet. Schon am Nachmittag stand das Ergebnis fest: Biokoka war mit der Partydroge Liquid Ecstasy verunreinigt worden, einer Art K.-o.-Tropfen. Ein bekannter Serientäter hatte vor vielen Jahren sexuelle Handlungen an bewusstlosen Frauen mit Liquid Ecstasy vollzogen und war wegen zahlreichen Vergewaltigungen insgesamt zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden. Nun, hierzu war es Gott sei Dank nicht gekommen.</p>
    <p>Hinter vorgehaltener Hand tuschelte man im Konzern über diese schockierende Schlagzeile, mutmaßte ergebnislos: „Welches Komplott kann nur hinter der potenziell den Ruf schädigenden Affäre stecken?“</p>
    <p>Fade wurde investigativ mit der näheren Ursachenanalyse beauftragt und erstellte zunächst mit einer Projektgruppe ein fischförmiges Ishikawa-Diagramm mit den Rubriken Mensch, Natur, Maschine und Technik für die Fehlersuche. In einer Sondersitzung sollten uns die Ergebnisse dargelegt werden. Er präsentierte eine PowerPoint, während die hübsche Assistentin Yolanthe, modisch im kleinen schwarzen Mini, nicht von seiner Seite wich und artig und adrett mit den billigen Porzellantassen für Tee und Kaffee schepperte. Auch half sie ihm bei der Technik auf die Sprünge, wenn er mit erlernter Hilflosigkeit Blickkontakt suchte oder ins Leere zu greifen drohte.</p>
    <p>„Die chemische Analyse der entsprechenden Serie hat Verunreinigungen mit Liquid Ecstasy ergeben. Eigentlich schmeckt es bitter, aber diese potenzielle Geschmacksirritation wurde mit Orangensaft neutralisiert“, führte er aus.</p>
    <p>„Wo vermuten Sie die Sicherheitslücke, die diesen Sabotageakt ermöglichte?“, fragte Panther streng und zog nun seinerseits irritiert asymmetrisch seine Augenbrauen hoch in die von tiefen Querfurchen zerpflügte Denkerstirn als Zeichen hochgradiger Anspannung, zum Äußersten entschlossen.</p>
    <p>„Nun …“ Fade zögerte, deutlich verunsichert durch diese direkte Frage, die keinerlei Ausweichen ermöglichte. „Es gibt verschiedene Indizien, aber keine sichere Spur“, versuchte er, Zeit zu gewinnen. Panther trommelte ungeduldig im Bonanza-Takt auf sein Rednerpult. Die Beklemmung im Saal stieg und die verbrauchte, mit Kohlendioxid überladene Luft war zum Zerreißen gespannt. In diesem Moment brach die Technik zusammen, vermutlich ein Wackelkontakt oder eine Inkompatibilität der Programme. Fade und Yolanthe widmeten sich nun hastig einer diesbezüglichen Fehlersuche.</p>
    <p>„Pina“, befahl Panther streng, „aufgrund Ihrer Kompetenz in Qualitätssicherung lösen Sie Fade bei der weiteren Investigation des Missbrauchsskandals ab und übernehmen das Rruder.“ Da war es wieder, dieses einschüchternde, angsteinflößende, rollende „r“. „Falls es Ihnen zu viel wird, delegieren Sie an die Kriminalpolizei“, fügte er trocken hinzu. „Die Sitzung wird bis auf Weiteres vertagt!“</p>
    <p>Energisch bekräftigend klopfte er zweimal auf das Rednerpult und die Versammlung war beendet, während ich meinen Ohren nicht trauen wollte und ein feines Ziehen in der Magengegend verspürte, gefolgt von einem bitteren Geschmack wie von Liquid-Ecstasy.</p>
  </section><section>
    <title>
      <p>
        <strong>BURN-OUT-EPIDEMIE</strong>
      </p>
    </title>
    <p>Vor einhundert Jahren gab es schon einmal eine allgemeine quälende Erschöpfung, die damals Neurasthenie genannt wurde. Das vegetative Nervensystem gerät ins Ungleichgewicht und man fährt zur Kur. Freud sexualisierte diese Störung und machte ein Übermaß an Masturbation dafür verantwortlich. Im Übrigen wurden Konkurrenzdruck und Industrialisierung ursächlich einbezogen. Heute, im Zeitalter der digitalen Revolution, heißt es Burn-out. Im Grunde genommen wiederholt sich alles auf einem (höheren?) Niveau. Der Hegelsche Weltgeist ist in Perfektion begriffen. Geprägt hat den Begriff „Burn-out“ der Psychoanalytiker Freudenberger, der das Phänomen an sich selbst nach exzessivem Arbeiten und Schlafmangel beobachtet hat. Es entwickelt sich schleichend, sozusagen durch die Hintertür, aber legt seitdem ganze Betriebe lahm, wie eine Virus-Epidemie. Die Mitarbeiter im Konzern halten nicht Schritt mit der Beschleunigung in der modernen Zeit, hecheln ihr im Hamsterrad gefangen hinterher. Es gibt den Zwang, sich beständig zu wandeln. Flüchtige Kontakte unter Fremden. Beständig ist nur die Unbeständigkeit, die orkanartige Beschleunigung der Zeit, die jedes Gefühl betäubt. Gesundung hat nur ein Ziel: Die leistungsstarke Rückkehr in das Hamsterrad, um Tempo zu gewinnen.</p>
    <p>Auch ich fühlte diese quälende Schlaflosigkeit und grübelte mit Schrecken darüber, wie ich den nächsten Tag mit allen seinen Anforderungen übermüdet überstehen sollte, kam kaum noch zur Ruhe, fühlte mich verbittert, deprimiert und immer wieder todmüde und ausgelaugt. Ein schuldiges Subjekt, denn es gelang mir nicht, die elektronischen Aktenberge zu erklimmen und meine E-Mails zu lesen, geschweige denn zu beantworten. Ich versetzte in letzter Minute Freunde an Geburtstagen mit einer fadenscheinigen Entschuldigung, weil ich den Kalendereintrag einfach übersehen hatte. Ich wagte es vor Scham nicht, selbst anzurufen, sondern bat Felix, uns zu entschuldigen. Abends war ich häufig zu müde, um mit ihm auszugehen. Ich nickte auf dem Sofa ein und schleppte mich erst weit nach Mitternacht in unser Kämmerlein, wenn quälende Rückenschmerzen mich weckten. Felix getraute sich nicht, mich vorher aufzuwecken, da ich dann noch fertiger war. Manchmal war ich so erschöpft, dass er mich kurzerhand tragen musste.</p>
    <p>So konnte das nicht weitergehen. Meine Arbeitsleistung ließ sichtbar nach. Wie durch ein Wunder waren der Stau in meinem PC und meine Reizbarkeit Mr. Y bisher entgangen. Offenbar und Gott sei Dank hatte er wichtigere Missionen zu erfüllen. Ein circulus vitiosus aus aktivierter Stressachse, Muskelverspannungen, Schlaflosigkeit und tiefster Erschöpfung, der in die Depression zu münden drohte. Die Zeit war plötzlich eingefroren. Es war wie eine temporäre Erstickung, ein plötzlich erzwungener Stillstand, lebende Mumifikation. Auch die Resonanz verstummte. Viele Kollegen, selbst die robuste Gesine und der ehemals lustige Chirurg Gert mit den Zwillingen, waren schon krankgeschrieben. Zurück blieb noch mehr Arbeit, die auf den Schultern derer lastete, die sich mühsam am Rande der Dekompensation dahinschleppten. Selbst aus dem Urlaub hagelte es Krankmeldungen, da die Körper die plötzliche Entlastung nicht tolerierten. Der Sympathicotonus schnurrte in sich zusammen wie ein Gummiband durch die plötzlich fehlende Anspannung, das Immunsystem lag darnieder und man war verschnupft oder erlitt Unfälle.</p>
    <p>Wer nicht schnurrte, war Panther, denn dieses „Schwächeln“, wie er es nannte, behagte ihm gar nicht. Inzwischen hatte er mit dem Konzern zahlreiche Auszeichnungen errungen und war zum Geheimrat ernannt worden. Er blieb energiegeladen und dynamisch wie immer und erwartete unbedingt, dass die harten Maßstäbe, denen er sich selbst unterwarf, auch von seinen Mitarbeitern in Perfektion erfüllt wurden. Ein rigides Über-Ich sorgte für die Aufrechterhaltung des pathologischen Bedingungsgefüges, ein Perpetuum mobile.</p>
    <p>Jeder, der länger als eine Woche arbeitsunfähig war, musste Blutproben abgeben. Die Chemiker arbeiteten fieberhaft an den diesbezüglichen Analysen, was zur Folge hatte, dass auch sie vom Burn-out erfasst wurden. Ein Bereitschaftsdienst musste eingerichtet werden. Panther tobte – in wachsender Ohnmacht. Selbst Biokoka half nicht weiter, im Gegenteil, dieses Lebenselixier schien ab einer gewissen Höchstdosis eine paradoxe Wirkung zu entfalten, die Lebensenergien zusätzlich zu dezimieren. Es hatte seine betäubende Wirkung eingebüßt und steigerte den stechenden Schmerz und die Übelkeit in meiner geplagten Magengrube. So schüttete ich es kurzentschlossen in den Ausguss, nicht ohne vorher den Computer herunterzufahren, um Mr. Y daran zu hindern, mich über Skype auszuspähen.</p>
    <p>Was tun? Zunächst erkannte ich, dass ich an meinen Grenzen angelangt war und dringend soziale Unterstützung benötigte, wenn nicht die Wogen der Hilflosigkeit über mir zusammenbrechen sollten. Da ich über tiergestützte Therapien gelesen hatte und zudem den Missbrauchsskandal lösen sollte, bot es sich an, einen Suchtmittelspürhund zu meiner Unterstützung zu beantragen. Hunde wurden inzwischen auch zur Senkung des Cortisolspiegels als Vorlesehunde bei leseschwachen Kindern eingesetzt. So erhoffte ich mir eine Besänftigung meiner unter Strom stehenden Stressachse und die Lösung der an mich herangetragenen Aufgabe.</p>
  </section><section>
    <title>
      <p>
        <strong>SUCHMITTELSPÜRHUND</strong>
      </p>
    </title>
    <p>Überraschenderweise wurde mein Antrag positiv von Fade entschieden, zu groß war die Befürchtung, auch ich könnte noch arbeitsunfähig werden. Aber aus Kostengründen war es erforderlich, einen Welpen im Tierheim auszusuchen. Nach anfänglichem Widerstand konnte ich meine hilfsbereite Kollegin Dina überreden, mich zu begleiten. Wir klingelten an einer wackeligen, hohen Jägerzaunpforte. Laut vernehmbares Bellen, Jaulen, Kläffen und leiseres, warnendes Knurren hallte uns entgegen, das auch nicht abebbte, als eine weibliche Stimme energisch rief: „Aus jetzt!“</p>
    <p>Die Stimme kam näher und – kontrastierend zu der Stimmgewalt – humpelte uns ein verhärmtes Weiblein in einem schmutzigen, geblümten Kittel entgegen. Sie lächelte bereitwillig, als wir unser Anliegen äußerten, und gab den Blick frei auf ein sanierungsbedürftiges Gebiss.</p>
    <p>„So, einen Suchtmittelspürhund suchen Sie“, wiederholte sie und brach in ein skurriles, meckerndes Lachen aus. „Nun, mit so was kann ich nicht dienen. Ausbilden müssen Sie Ihren Hund selbst.“</p>
    <p>Hierbei bedeutete sie uns mit der Hand, ihr zu folgen, und schlurfte voran zu den Zwingern. Ein stechender Geruch strömte uns entgegen und reizte unsere sensiblen Nasen, verwöhnt durch die von Klimaanlagen gefilterte Luft.</p>
    <p>Unwillkürlich zuckte ich zusammen, als ein besonders aggressiver Kampfhund einen Laut gab, die Lefzen drohend hochzog und gegen das Gitter sprang, um nach uns zu schnappen, fette Beute wähnend, oder zumindest einen Leckerbissen, den Dina und ich wohl zusammen abgegeben hätten. Andere Vierbeiner verteidigten nicht ihr Revier, sondern schauten uns schüchtern, treu oder verängstigt an. Wir gelangten zum letzten Käfig der Reihe, in welchem sich fünf Mischlingswelpen in einem Weidenkorb tummelten. Sie waren acht Wochen alt, knuddelige kleine Wollknäuel, die bei uns spontane Zuneigung auslösten. Rosarote Zungen leckten unsere Finger oder schienen mit „Bäh“ uns schelmisch anzulachen. Wer konnte da widerstehen? Wir suchten einen frechen Rowdy aus, der sich auch beim Händeklatschen nicht einschüchtern ließ, sondern scheinbar unbeeindruckt und neugierig blieb und freudig mit uns und seinen Geschwistern weiter herumbalgte.</p>
    <p>„Spielfreudig ist er“, bestätigte das Weiblein. „Leider ist die Mutter nach der Geburt überfahren worden.“</p>
    <p>„Was ist das für ein Abzeichen?“, fragte ich und strich über den umgekehrten Aalstrich am Rücken.</p>
    <p>„Da ist wohl Rhodesian Ridgeback mit drin,“ antwortete sie, erneut ihre Zahnpracht entblößend, während sie zwischen ihren aufgesprungenen Lippen gierig an einem Zigarettenstummel sog, um ihn schließlich verächtlich auszuspeien und mit ihren ausgelatschten Schuhen auszutreten. „Väterlicherseits auch altdeutscher Schäferhund, sehr gutes Blut, begabter Charakter“, pries sie ihren Zögling an, als sie spürte, dass wir Feuer gefangen hatten.</p>
    <p>Auch Dina war fasziniert von seinem offenen Charakter, den bernsteinfarbenen Augen, die uns vertrauensvoll ansahen, und von diesem Haarkamm, der entgegen der normalen Richtung verlief. Sie strich darüber, ohne dass sich dies änderte. Dem Welpen schien das zu behagen, denn er kullerte sich auf den Rücken und eine Springbrunnenfontäne des Übermuts sprühte uns entgegen. Freudentränen waren das nicht. Nachdem die Spuren beseitigt, alle Formalitäten erledigt waren und das Weiblein sich Gewissheit verschafft hatte, dass ihr Schützling in gute Hände geraten würde, besiegelten wir unsere Wahl mit einem Handschlag und einer Unterschrift unter den Kaufvertrag. Dieser wies sogar eine Ahnentafel auf und natürlich die vorgeschriebenen Impfungen. Glücklich machten wir uns auf den Heimweg und für Augenblicke war mein Burn-out in Vergessenheit geraten.</p>
    <p>Ich brachte Einstein, so hatten Dina und ich ihn getauft, nach Hause. Dort zeigte sich Felix spontan begeistert von seiner aufgeschlossenen Lebendigkeit.</p>
    <p>„Wir müssen ihn autoritär erziehen“, erklärte ich, „das heißt nicht, dass er geschlagen wird, aber er muss sich uns Rudelführern unterordnen. Durch kurzes Schütteln am Nackenfell und Pfui müssen wir darauf hinweisen, was sozial erwünschtes Verhalten ist, und was nicht“, dozierte ich stolz aus meinem kürzlich angelesenem, praktischen Wissensfundus.</p>
    <p>„Rudelführer“, neckte mich Felix, „ich dachte, ich führe dich, zumindest beim Tanzen.“</p>
    <p>Die ersten Nächte verliefen anstrengend, aber ich blieb konsequent und reagierte nicht auf das Gewinsel, als ihm das Alleinsein nicht passte und er um Gesellschaft auf seinem Hundelager in der Diele jammerte. Erst als er stubenrein war, durfte er mit in den Konzern als mein ständiger Begleiter. Schon bald war Einstein festes Mitglied im Kollegenkreis, insbesondere sein nachdenklich wirkendes Stirnrunzeln und sein umgekehrter Aalstrich waren von Interesse und er wurde immer wieder getätschelt. Die angespannte Stimmung lockerte sich spontan auf. Sogar Fade wollte seine Bekanntschaft machen, zeigte sich aber eingeschüchtert, als Einstein ihn übermütig ansprang und zum Spielen aufforderte.</p>
    <p>„Wir sind noch bei den Grundübungen der Erziehung“, erklärte ich entschuldigend.</p>
    <p>„Bitte alles im Detail elektronisch dokumentieren und eine Kopie zu Panthers und meinen Händen“, wies Fade mich mit der gewohnten Fantasielosigkeit an, nachdem er sich gefangen hatte, deutlich bemüht, Souveränität zu bewahren. „Die Kosten für das Futter werden mit der allgemeinen Gehaltserhöhung verrechnet, ebenso wie für alle Pflegeartikel und die spielerische Erziehung“, fügte er im Hinausgehen wie beiläufig hinzu.</p>
  </section><section id="litres_trial_promo">
<title><p>Конец ознакомительного фрагмента.</p></title>
<p>Текст предоставлен ООО «ЛитРес».</p>
<p>Прочитайте эту книгу целиком, <a l:href="https://www.litres.ru/pina-petersberg/im-schatten-des-burn-outs/?lfrom=11412595">купив полную легальную версию</a> на ЛитРес.</p>
<p>Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.</p>
</section></body><binary content-type="image/jpeg" id="cover.jpg">/9j/4AAQSkZJRgABAgAAAQABAAD/2wBDAAMCAgMCAgMDAwMEAwMEBQgFBQQEBQoHBwYIDAoMDAsK
CwsNDhIQDQ4RDgsLEBYQERMUFRUVDA8XGBYUGBIUFRT/2wBDAQMEBAUEBQkFBQkUDQsNFBQUFBQU
FBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBQUFBT/wAARCAEbAMgDASIA
AhEBAxEB/8QAHwAAAQUBAQEBAQEAAAAAAAAAAAECAwQFBgcICQoL/8QAtRAAAgEDAwIEAwUFBAQA
AAF9AQIDAAQRBRIhMUEGE1FhByJxFDKBkaEII0KxwRVS0fAkM2JyggkKFhcYGRolJicoKSo0NTY3
ODk6Q0RFRkdISUpTVFVWV1hZWmNkZWZnaGlqc3R1dnd4eXqDhIWGh4iJipKTlJWWl5iZmqKjpKWm
p6ipqrKztLW2t7i5usLDxMXGx8jJytLT1NXW19jZ2uHi4+Tl5ufo6erx8vP09fb3+Pn6/8QAHwEA
AwEBAQEBAQEBAQAAAAAAAAECAwQFBgcICQoL/8QAtREAAgECBAQDBAcFBAQAAQJ3AAECAxEEBSEx
BhJBUQdhcRMiMoEIFEKRobHBCSMzUvAVYnLRChYkNOEl8RcYGRomJygpKjU2Nzg5OkNERUZHSElK
U1RVVldYWVpjZGVmZ2hpanN0dXZ3eHl6goOEhYaHiImKkpOUlZaXmJmaoqOkpaanqKmqsrO0tba3
uLm6wsPExcbHyMnK0tPU1dbX2Nna4uPk5ebn6Onq8vP09fb3+Pn6/9oADAMBAAIRAxEAPwD76o96
Bz9KTHGK9U88XFHf/CjApKAF70Y4pu9Bj5gPxpDPGOsij6sKAH0e9RG7gXrNH/30Kab23/57xf8A
fYouBPRjniqx1G173MP/AH8FIdTsx1u4P+/i/wCNK6HZlroKBVT+17Af8vtuPrKv+NNOtaeD/wAf
9qP+2y/40XXcLMu0H6VROvab31G0H/bdf8aafEOljrqVmPrcJ/jRzLuFn2NDvRWafEmkDrqtkP8A
t4T/ABpP+Em0f/oLWI/7eU/xpc0e4+V9jTzR/Ksz/hJtH/6C1j/4Ep/jQPE2jf8AQWsf/AlP8aOa
PcOV9jTo/lWZ/wAJPow/5i1j/wCBKf40f8JNo/8A0FrH/wACU/xo5o9w5X2NP9KKzP8AhJ9H/wCg
tY/+BKf40DxPo/8A0FrH/wACU/xo5o9xcr7Gn/Og8cmsz/hJ9H/6C1j/AOBKf40v/CT6Mf8AmLWP
/gSn+NHNHuFn2NI0Vmf8JPo3/QWsf/AlP8aKOePcfK+xp9TRRRyKokOnemyDinD9KQgHrigaKEvI
/GqE/et3ykP8Kn8Kb9niPWKM/VRUONy+Y5SfqfpWfN3rufsduetvFn3jH+FNbT7XvawH6xL/AIVk
6TZSmkeeTd6f4eiSbxNo8cqq8T3kKurjKlS4yCPTFd//AGZZkc2dsT7wr/hTTpFgethaH6wJ/hWb
oN9S/arseYXDi4R18na8NsVY45Y+bnceOuGC89lFOMVpfx7GEVreW9qWG75VuF8rI9g4zkf3h/tA
bvSzommt106zP1t0/wAKb/YOlnrpdifrbJ/hWf1Z9ylXXY8ht7S3u9HvbXyHOoogvIpAOdq/ejx6
FCZM8fc9DzS8NQxzS6oZEDhNOndSVztYLwR6HNe1Hw7pBP8AyCLA/W0j/wDiaa3hnRW66Ppx+tnG
f/ZazeDk3e5osSux4hNbtrOk6ldWdjJG0mpLsjtYS5RWSQhOOg4HA446Vj267vCWozMuXF7axpIR
yFMdxuUH04TP0FfQreFNDbroemH62UX/AMTSHwnoX/QD0vP/AF4xf/E1DwUv5ivrUex4pc6aY/Em
gL9lcWcsOls4aDETM1vDu56Ekls+pJzmsnU9Nmn0/TprZTPF81vJIIgjRTeYx2SY74YFSx5Bx/CV
X6A/4RLQf+gFpf4WMX/xNL/wiWhcf8SLS/8AwBi/+Jo+oy7h9aXY8Z0rSIJdcn2QXK+Zp+olbG9t
wJoXW1kKED+MbiArYU7kYbRgE0rnSsrqotked0jtZCYIMvGWQFgyg/KQxweeox7V7n/wiWg4x/YW
lY/68Yv/AImk/wCES0Egf8SLSsf9eMX/AMTT+pS7i+srseI6JZBtGSJoImvpp7+2jguIh+9fyYAq
56hlLMyf7YA/iNV7bR59Sn0Gy0mIi4kIjuGmhyI7lpmXEvynC7RHwcjGTjJevd/+ES0L/oBaX/4A
xf8AxNB8JaDxnQtK/wDAGL/4ml9Sl3D6yux8xdDRX07/AMInoX/QC0v/AMAYv/iaP+EU0LP/ACAt
L/8AAGL/AOJqfqEv5ivrUex8xUV9Pf8ACJ6F/wBALS//AABi/wDiaKPqEv5g+tx7GmKKXvR0+tey
eaA60GjrQKAAUZoxSe9AC0UUZoAPwpKXqaDQAd80d6D1o/GgA65o6dqKT1oAXtQaP5UUAJ3NLRii
gA9MUdqSl96ACig0UAHWjFAxSUAFFLnP1ooAKAeKOlHagCG7tZb2HyobyawkLLieBY2Yc9MSKy8j
jkHrxg815h8BfG3iL4j+FrXWdZvo0cwW7vBbW0SJI0kIdsnBIGTwAQenNerx8Ov1FeG/siQpH8K7
NllMpe1smPsfsy5FcdW/tqavvf8AI6af8Ob9D3DPNHSvI7DS9T1H4567p1z4h1ObSodJFykAlWIx
rLKgaFWjCkLuRW3ff4ALEcUtlo0+kfGFvDWm63qtlol7pkdzNaNfSznzB9rdmjaUs0bMIEUlSCBn
GDzTddq75dE7fl/mJUk7K/S562aD0rzeSxk8HfFLw9b6bfai2n6xBdC9sru9luY3dNmyRfMZtjAy
HJXGcY7nPpFbQnzNxa1RnKPKk11OQh1TUfEfjHWtLtdVXS7XSkjR4reGOS4mZ0Vy+6QMFQCSNcBM
g87juAWxoB8RWPijUNP1S7OraMbaO4sb+S1jilV9xWSBzEFVsYVwxRSQ+OSjMeZ8f/Ce48RazJ4g
8N6qNK1oL5c8bySLBPKqqUJZDmKQKVBkCsSpTKttTB8OvEfiqz8Wr4Y8WgvcXFpJc200hVy4jBLs
koOZVBwrbhvBeIkKGAbkcpQqe+na+jW3o0dCjGUPcavbY9N71V1OK9nsJk0+5gsr0j91Pc25njQ5
/ijDoWGOMBl+tcL4Pu5/iHq/iS81Ca7i02yvptOtdPiuSkREU0kLSPswXLGEsA33d5XBIBHR+DfC
914TTU7aTWLnVdOmuBNYwXheR7FDuLRCR3YspLDAwoUIBgklj0xqOpqlpqjCUOTd6lf4YeKLjxl4
Mg1S7ZGuJJ2VlRQBH+7jbYCAMgFjyeea6mvMfhP4OtLr4b6eJLzUFt58ym3gupLZQ5RAxzGVZs7R
1JHHAByTsfD261RfBOpRG7n1y/06/v7G0l1OTEk4hbbEssoXkkjlgvGeBgAVhQqvlgpdeptVprmk
49DtqQnAJ4wK8s8ZWdzb/Dm+l1DxBfReJ7VBcG70q9uEFvKsm9SUiOI0woVxjBXcCTnJ0viQkur/
AArjuJb65glMdq8slu3l+dvKK4cAYKtvOV6dK09vq1bZXI9ls79bHd2N5DqVlb3dtIJbeeNZY3HR
lIyD+VJZ39vfrK1vIJVhlaFyvZ1+8Pw6VhaJ4Rt18JWNhFqepR21zY2bB4rnY8XyK/7tgMqDkgju
MA5rkv2dYDdfCzw7qpuJzcXloktxEzL5bysiFm244OR2xjntxSjWk3BNbq4OnFKTvseo9aWvNfBU
jeOfBNtrOq2up391qW6YGyvDALbphYSJlaEqc4ZfnHBLE8mLxTdeKtC+A+s6hf6pcQeJ/D+kXN61
/GkIN+9vbvIPNUBlCyEYbZtYdVZTzVRr865ktBSpcr5W9T07PHBpa8xbQZf+FT3d3b6tqdveQ2Fx
NaSQXbRLbyKHKMFQgMQwz827PTpxXa+C9Xl17wlpV/Oxe4miYySE5LEOwBPvgAE9yMnk0U63O4pq
11f8v8wnS5U2ns7GzRR1ozzXSYB0ooJooAOoo+lFFAFXVDfrZudNFubzI2faiwj685289K4f4W+B
NW+G2nW+kIlhcaRGkcQZbiQTRqkexcZTDcAZBx35r0IH1o/Gs5U4ykpvdGim4xcVsziNO8L61ZfE
e88SOljJb3duLGSBblwwiDAhwfLI3Dbnb0OSMj71LceGtbj+Ikfii3hsZljtvsZtpLt4/NQCcK2R
E2w4uG/vDK++K7aio9jBprzv8x+1le/yOS13QdVvvF2k6xbw2TxaaJFjjluHRnWTZvBIjYA/IMED
8O1dbnI6YzzjOcfjgUUdBWkYKLcl1Icm0k+hytvouu6H4m1i/sJbDUNN1WaOeWyui9vLDIkKRZWV
d4YERrwUGOfvcY0LTRprnXYtZ1FIUu7aGS3s44HLiBJCvmneVUsW2IDwAAvA5NZXjjxsdE0aK80i
7068uE1iy064gkcSkLJdRwzDajqwdFdn742cjrXRXutWGmRzyXl9bWiW8QnmaeZUEUfOHbJ4X5W5
PHyn0rK0OZq/nvoa3nZP5HKweD9X8LeIdRvvDc9k2nalI89xpl6pjSOd2LvIjoCSGdmcqQDudzvI
bYOjtY9VitbieUW0uoSbAsKyusCBSeASCQTuOTjJwo7VZvNWsdNmniu762tJYEWSVLiZY2jViyqS
GIwCUcD1KkdqtCnGlBNuP5kupJqzOa8I6Vqvhzw2NKkgtJntoyLaYXTYc4AVHHlcDI5YE/7tHhXR
dU0rTtQsLtYIVurm4vFu7O5LPHJM25gEeLHBJIJJxgAg9a6btRTVGEeW3TYHUk736nDab4P1aXwS
/hrUTp9vEYTGbyyLuZTx8zRMBwSBkbjlflyfvVdvPC2oeIfAFzoWpT2thfvCIobqxVpY4XQL5Umx
8bsOoYrkZ6Z711fXvS0o0Kcdl5fIbqzluYnhGHWrLTILfWxp7NbQxQQixMhBRF25YtjJIC9AOnvX
NfCPwLrfw30OHw7c3tlqGiWKGO1uAji7kUYCmTogO0c4BySeg4HoHXijOO9NUorlt02JdSTv5nmn
hjwN4p+HZutN8O3um3/h55RJbQaqZEltRtC7AUU78AABiQSoQMGZS7dF4t8P6l4m8CanoEzW9xJq
9pcWF3IZDAI4ponRjHhGyRuAG73JPAWup/rSURoxjdLb1G6kpas5aHQ9RXwRNoclraLK0MltujvG
2sj7stkw/KRu6YOcdRV3wXpV3oHh+10u6iixaKVjnjuTKZAWZuQY124yB1OfbvuUoojSjFprpohO
pKV0+odKKO1J+tbGYvWijvRQAUUCigA61V1K+Om2UlyLa4vNhX9zaqGkILAEgEjOM7jznAOMnANq
k6UAcXovxg8P+IbyS00+LU7q6ilmhkhS1AdHhkaOVSGcHKujA+4q8PiT4fi1hNLvbi40e+kj86KP
VbdoBKgIDFGOQQpZdxzhdy5I3DPiHw21XTPD/wAZNekv7uKxiXV9ZLT3MojjUtcztySQB96tz4o+
NNG+KOraR4a8LXdvreoW92ZJZbWYbYmKFRHu6HcGJ4OPlAGSePI+sTUJyctU7Jd/1PR9jFyiktGr
37HvbKUcqRgg4IPrSE4NYOpavH4E8I21xfw3d5Fp9rDBO1hbPcSYSMK0mxQXI+XJwCRnPQE0mh+N
dP8AEvhu61rS0uL62gMiGKKP967ooYqqnqSGGPUmvTU1opbs4XF6tbHnuoeHfEaeA7bwm3h29vJ9
P1ewuV1S0uLUwXkEWpQ3BbEkySK/lqQysmAVO15ON3Qy6PdWeueJRe+H77xFo/iVoZyiy2/+h7ba
O3ktZY5JlBjYJ5gMZYbpJgRypbf8LeOtM8X3V7bWIu4rizBM8N7aS20iEMFwUkVWH3gRkcggjIIN
Zt98WfD1n4hk0hbtLua3Sc3j2r+Z9meKJpPKIXOZSVChODlh3wDzfuorm5vL+vvOi9Ru3L5lPxHo
Wr2/iG+vtEhvkupbGG2jIeCbTroKz7UuYZWDgrvfMiYJRwAxZFFegMVLkoCFzwCcnFcroXxM8P8A
iHwvN4gt7mSHTIHCSyzRZ2Z2/NlNwK/MPmB4GS20c1n6V8YvD+uW01xpzXGpRiTbAllC00twu0N5
ixqMhPmHzH2+lXGdKOqluRKFSWjWx3PSg9K5fwl8R9G8Z3t7ZWa31nqFkSs9lqlo1rOpGM/I3syE
dyrBgCpzXUV0RnGavFmMouLswFFRXNzFZ28txcSpBbxIZJJZGCoigZLEngADJJNYGm+OIdb0977S
9G1jU7TJEcsEUMQmI4+UTzRnrxyOvHUEUOcYuzBRbV0dIOtFYfh7xlpni3w2utaNI+oWzIx8lF2T
q65zEyPtKPkY2tjmqvhL4g6V40uLuDT1vI5rUlZ4r20kt3jYNtKlXAIOexHI5HBzU+0hpruPklrp
sdNkUCuWj+ImnHxJ/Yc1pqVpfmfyE+0WUixyAyGNZEkxtZGxnIJIBG4AnFUPiN8RIfCUJ0+DzF1i
7QJas0eIwzLIQVZvldlWKRtg3EBcsApzUyrQinJvbcapyk0ktzt+maXvWVF4o02axvr0zPb21khk
uDNC6GJQCSSCMnAB6Z6Vl6h8QrPSdDGtXumapbaQFEkt+0URjgjP/LR1EnmBBnJbYQoyxIUFg/aw
sncPZyvax1NFDLtbGQwHQjofcUde1a7mYlFAooAWjFAooAKSlqlrFncahp0tvaX0mmXDFSl1Ciuy
YcEgBwVOQCpyOjHGDg0AeJfC6Ij4z65IsJCjU9VxKCOf30uffrkVu/tK+H9P1Xwrp+pywRya3a39
vBZyMB5jxSSAXEWTyU8nzZNucbolbqorV0z4KxaXqzapbeLNes795JZWktEsVVnkLNIxV7VwSxZi
T6knrV66+Etrq99Dc634i17xAsIIS2vpbaOEZ74ggiOenOecDPFeZGjUVOcGvib/ABO51Ic8ZX2S
E0a/utR+Dks948k039nXKedLy8ir5iqWPc4AGepxk5PNL8F4DB4IceUYc38p2n/cirtVtIVtRbCF
BbhPL8naNu3GNuOmMcYrivCvwzufBxkstP8AEl//AMI+z70sJlV5o+ANgnPzbcADJG8gDLlhurb2
U4Om1ryqxn7SMlNPS7uZnw2iWb4neP8AUEkDxTSmEBSSMxtFG3PThomB9CCKt3Gnw3fx1s7icBxD
pabFYZGcXe0/gcEVreGPh9B4X1a+voNRumW4nllW0BVYUV5DIFIxk7ScDkDAAx6xXHw5kn11tXHi
3xDDe7js8o2WxEyxEYU2pyoDEDcScdSTzWXsanJy215r/jc09pDmvfpb8DqrDTrTTHnNpaw2rXE7
XMxgjCebK2N0jYHzMcDLHk4FcF8DtFg0bw1qUdvEkMQ1CSJFRAoCIzBFGB0A6Dtmu0utOu59JS1j
1a5t7pfLP29I4TK21gTlSmz5gCpwo4Y7dpwRkeE/BLeEJZBb61fXdrMd0trdrCULYOGBWNWBySSc
89810ThKVSEktFf8UYRklCSb3MDRbQx/GXX5EEaxOkcr5+8XNuiZ/JFH4VY1PXvHth4k1uG28Mpq
mjCeM6dcRTQKWiNvDvDh7hDuE3nj7vTb1q/F8P5oNZfVo/EuqrfuAHby7QxyAKFwy+RnoB0I9sV1
/wB4/wCFRCjJ8ybau76FyqJcttbK2p5f8QdW1W6+FlzPrekTaXKupWqXEEcqnNuZ4cSExSvhAxJf
LAbFfcNuc994ZgjtfDelxRRiKMW0eEUcZIy3/jxb8c1dubWG8t5re4hjuLeZGjkhlUMjqRgqwPBB
BwQa5uz8JanoVobDR/EEsemhQsNvqUP2trUdxFJuVyCck+aZDknBHSqVJwqKotdLee4vaKUHB6a3
OX+DBaPXfGscMDR2Mmr6pJIxU4a4/tKbB+pzOR6jPtTvhhfi48eeNoiFEgvJiwA5O2UIP/HQtd54
d8P23hrTY7O2JcKAGlkC7nwMDOABgDgADj8yeY1H4XlPG134q0LWbnRNTv0VL5BGs0FxtREDbDgh
tscY5JX92p2hhuOKoTjCL6qV7Gjqxcn2tYyvG85i+LPhFVkK7pIAVB6g3A9vrVT9oZXa28BiONpH
/wCEjYhFIBP/ABK9Q9a6TUPhXY6l4g0/VpL+8S6tArNOhUTTyK25Xd9vb0AAHAXaBitbxj4JsfG+
iR6feS3Fs8Eiz2t7bMontpVVlEiFgwztd1O4EFXYHrTlRnJVU/tbfcJVIRcPL/Mt+MtPi1bwzrtj
Pd/2fDc2s8El0VDeQrKyl8EgHaDnr26155N4m8Z+ANMki8S6PDf6TY25a41CACW3jiUfOpAImUKo
JJeNlUD7xAruofC73Hh6/wBK1fVLvVxfQtbzzSlUOwoUIUKOOCSSckk5J6AUJfB+q3ejPol94ifU
dKli+zyvdWcf2uWEjaUeRNsZyOD+656EEEg1Upymk7NNLo/60FCcY3W680dFpVxbXel2ctmnl2rQ
p5cfH7sAY2cccYxxxxVvOKitraKztobeFBFDEixog6BQMAVKa7IJqKUtzmk022tg6mijvRVEhR2p
dtG3igBDRS4HrRt4oASjtS7c0uzigBvejoKXbijAx1oASijAoyKACgUvGKTIoAP0oxRx60cHvQAU
Y4pdlBHPpQAnSj6Uu2jA9RQAnailA9KNtACUUuw0beaAEo70u3FG2gBKKXbRQAxWz3/Ol38YJqHA
AwBz6mkj2u2HbaPWnYV1eyJmYAjDD86GcRn7wIpj20R5Eymq5QA9c/jSKbSL8bq55NOaRRkCs7IH
fH408Njr8340crHzoneYUJJnFVmILZx+GanV4wB8rZxzgUaoV0ycYIyeMVX3/SmqXlyVOeemahdm
UkEYPvVJEtljzOKTfTLePzicttA704w7SdzDb+tN2FruODZOKuJbnjviqtpCJZQC/wBBWk8qx5U8
EVnJ2LiurK7dM8mmOpVQaivL8IFVDxiqou2fJYEjt6UjTQtiT58E5zTX4bAz7VVhk8+XZ696uQll
baeQe/cU72I5biLubgfyqfy2Uc04yAAnGMd/Wq8szScISQe1K9xpWHlgFyDmnLyAfWqUZxJhjyeg
q0N24LgAds0DQ8cnApSvFV5Z/KbsTUZvdx4HPpQMsNmimLHIyb2wo9zRRcVkSyaNdLyi+evrFzVE
M69CRWl4h14WV6q274iDKSVOWI6EAD61LcatC1mTsCtI4DF/lYpwARUKo9LoTpLozFMjHrk5706O
co6kqGXPQjrWjJpskDHaQoPTJ7VEukyygsuGGexrT2kTPkkU7maOTb5abCOtVwa120q4ibJhjUN/
e6US6bcShVKQhR0Cf/WpKpFA6cnqQafFC0cstxKqKvG3dg/Xoajudm/zbdnki9So4NWn8OlrcrIy
DfwAWOc+3FUrWK68PvMtxE1zZsCMBsDPYGo503dGqg0rNF+xs3JDuybmHCH+dRyS2xfErLE44BHc
epzT7WxuQqmJl2sMqGPIH1pmq6LK0Zd03qAPmQ5wfSoc9dy1HTYcdMvUjHlorxE4DKw+b3+lQTzP
ZSmJlQ4PJA60aJJfwymN2eeGNCFUNjbnv79DWs9paXTLDcERys21WzycehJp+0s/eE4Nq8TKXUyX
HyY57VqRWxkV5DHvO3c2f4RWeuiulw5aNmhU8HOCR2qxeTeVcKouhbKABsJPzUSkvsjhzW94lcQl
Q21c9hUEv735QE54woqrrFxdynyoIkXAzv3dR9RVfSFuoN7yzo/GNqgnB9QanpcplqC3K3BVYy3H
XNWfsDRzFirqfQ1PaSmCCWZA8km35WOKrWN7c/P54RgxyBncRRzMdkJNcRxyMmArdPYVYdo7Sxlm
R0YsR09KVr60RgJjEhxnDY4qC81ix8jZEYd3c5HH0pXbDYrR3NncyGUK5lAx0yp96sLJGxHmOE47
msu51a1miBTb5uMZHArPtrW7uH8xyHQ/wg4zWhF7aI6GeywBIgVlPTHOaih01ZWBVCXHoahMWotD
5cCDJORz046VYtbfVLZGM4TOOit81TdpbjtrsTMVR/KYbcD60VnXkUjP5jTBXPOx+9FUtROw6a30
vU7qRUO2YsNuGPPP5VdvtLP2VEhmBC/wlBk89evWkhngM3mbV5P3lHP40v2pfte8cdBjd2/Gsbu+
hWhatLlwqxSKyYGC0gH+NS/b4zI0TqyBRkPyoPpz0qo95HkAevPP61yPxO8eDwJ4R1PWvlmaziyE
PCliQBn8TWb7stX2R18ur25RT5kxLEqqscgH6VM00aqQWbdtztHX8K+Dpv2vvFmq+J7eCzFq0fyn
ByAxIyeh4xnH4V9U/Cr4knxxoEU16qW98uQ0eTiQf3gDzxnB/D1qIzUtjadOUFdnoN6hfynluZI2
UBVIIP8AntVbUNSl2pbpCbmILyfX3pk9x9oVUfCbT8p+9g1Snutk+Dc4JHGABk/TNbIwbNS2L2cA
RWZFxn5+oz2rOvvG1jA/9mHVreK/2lzE78leM5GeOo/OuW8dePYPCGgtPdM8gmbyUIHVzwucdskA
mvj/AFD4yar4ek1Jb1rW5vLq9e5csFlcJ/yzXgsAF4wM5Hfpz52IxXs58kVdndQw/tI8z0R9s2F1
qSODE0bKx/1m7qKllF2l9HMI5JpF53LIAp/CvB/2XfifqXi/+0Y5XSeyRRIhPIickfKPqCT7YGK9
9DTQu0pMZQnLBq7qdX2keaxx1Kfs5ctzXj1i4ngJkUAA52ldxJFUZZBqM7vd2jKq/dLcc+lOS8jV
QCyKOpCtUokjcEArt7g1aduhG5JG0QidygjQKRlQKijkt54xCzMsYGfMGQx56ZFMWWPYVyirztIb
H41UnhiyGBRz355/OmgbL9xqMMhiSLc6EYbJxjFO89ZeFZF5wT0z71mwyTRNvjWNV7EsM1Q13X7b
TrDzNQlaKyaRYpZTgBNzBRu9iSB+NKb5IuXRDh78ku4mqa3o02ox2b3BkmZQw2HHynoeeSM8ZAx+
YpyaNYS42NIxPPD/AONfKHxA8Q3N345cQ3KRsiNaRMxCgr/D8390YHXHcmvWfgp4w1e+mn0nVIlk
aCPzAwl3H73YjIOdw5z9OleXhMx9vUVO2+x34jBeyhznsdtodrbsGEQb/fcn+ZrSRYkxjaABx6/p
WVGizLuZ9x6AHOV/z9KmTy4yT1Y9B6fpXsvU8xOxrSatICoTagAxzn0qreS3FyD87Bf9kkD+tVEk
O4jIB9acGLORnHsD1oskPmKs9lPMgDXSkdhtyRRVme2ZJCQwA9jmirT8zNrujP8A+EmsSeZCPrj/
ABpT4msc588n8K4Qzz4/1cHt/o0f/wATSiab/nnbj3+zR/8AxNTZFandt4msT0lJ/CuR+KtvF40+
HfiDSbYiW5ubVhFG2PncEMAOepxj8a5Dxl8T9A+HyQnX9Us7CSYbo4PKjMrrnlgoGdo7scAdzXkX
iX9oXxZcXMGveFP7Dh0OzJlmtJp4tQmngCtvaSOMIE+UM2wSBgMYyeuU3CKszroUK1V3pxvY+b/D
Yv7LxE8E2nyRGGQqwCMCMe5r7C/Ze1UT6xri6jIxlhTMLliURC2MAD1AT/vk+pz84eJP2gfGvjbV
v7K0PTrGxkmf5Gt4hI0q9dwaThVxg8jjoTXtvwOTxF8P9MnfWtV03UhdkST2lraIssbDoBMpUHvk
FSM5we55YUJKopKWiOqVePsZQcdXt959V/23ZAY+1Lj3zTG1jTzgG4U49jXEaHr1h4pgMmnTlpF4
ktZcLMn/AAEE5HuCffFP1XUrTQ7UXOoTxWsJIQM7dWPQD1PWvRUU3ZI8t3RmfHjSJPFfgi7Ok3Cy
XtshlSEZDPjqAexxnn+VfDGshkj0vNskjMwkeBdz7jnAVuu4bRjHX19vqbxP+0/4Y8LrdJHYXepu
nyLLbOgRT3JBIzj0Br55174hfDzXbt72ezuUu2cyeabJVkVicnDKeOvY14uNwVSNVThBu+/U97AV
ISpuNSaVtj3/APZU0Cbwxb67qmox/ZrS8ZI7VNpL4HLAjsAf1zXv58T6eMjdLz/sGvlDwl+1p4Nh
srbTLyw1C3SJdouYbdNh75ZfMJyTySM5Jr17wj4t8O/ELTjfaBfx30SHEiLlZIj6Oh5HT6HtXs4b
DqFGKlc8TFVJOrJrY9MuPFmlWNtLczytBbxKZJJpUKoijksxPAA9a8k/4aNuPFniOOw8H2sOoWiB
mubi5Vo4lUerkjBPA+6efUc1R+NngDUvGnwz1fTdGma3vSvmqm4BbgLyYiT0z26fMFyQM1458P8A
QG+FfhzS7W58T2Ooia7PmWljBcvKx8ks21TGCxxGVHHPsOD42Z1KtGcVTen5/wDDHrZZRp1oSlUV
3+X/AA59E+B/jvBqniaPw74i01dB1W5crasJ1eG4PZQwON3TgE5JHQkCvWi8IGM4z6V8X+MbSw8d
28MsC3tve2c0VxG63Uf2i3YDPKgMEYgsoG7ggHbwK+ltG1CHXNMt761jJhlQNsJIZDjlWHZh0I9a
1y+tOtFxqO7X5GOYUIUZKVNWT/M3PE/jHw94TSCTWdVtdN88kRC4kCmQjGdozzjIzjpmud8Y+LvB
Gu+H7jRr7Vba9XU1+zpaW0gkmdj90qoOQQcEE4AIHNcJ8Z4dL8Tw23ha8IikK/2g90QJDbKpKoVU
4yzEsOSAFVyeAa8g+H2p+EdM8d2OnaPopkZHIl1fUpGvJzIAGLgDaqqoBOVXPAx78mNzF0KkqMUn
oGFwiqRVS7TPRrv4eaLomkxzalZXnm28css91dSSId6AhUjQuP4sMc7uBjJBFdF8GvEPhu0up0bU
2udS1BkjS7eQtHKQuQqbmJGRzj8MnivPPiv8QNKvr6w0fTrmZbGfURbBYyyiT5QHALLkDmMZB25J
4458QW5uLbUXaeGY3Vk4jUOysYmTgbWznjA56jjrXzuDxEqVb21tD3MTS9rS9m3ufoe1xAp/1h/K
p4rqMjIdiBzyp4r5e8EftD3F1PaadrRllluJ1jW6STynAZgMsCNrAZ6rj+teh/HLxJq3hT4fp/Zk
syXV2xDMWG8j09h/iK+z/tClOk6kOjtY+Zjgp+0VOX3nsa3qNghmII4IU81IL2MDl3H/AAA18AeD
/jL4k8Na5Y6h/a11NZLIXmtHk3LMm4blwe+Nxz6gGvtXRfEFt4h06O/067e5tJCVVwOcjsR68j86
0oYqNXR6MVfCyparVHUtqMI6u4/4Af8ACisV5pAcbnb64orsucdmZA4HvSqADyfwxUhTeCP5niqm
q6hb6Jp11f3Myx29pE08hboFUZOePY1mbb6HxH8YfGV5q/jvUba8Y/abm5kV5YIhHmyhO2NDkk7Z
CqyYz1YEYJrzPxz4rvXltZI5WihRDHiP5Bsbll+XGAfQYHpin3d9Jf8AizVriWR3kiVYN5OSfx/A
VznihlljSNR87bm9sBTXlOV3c/WJYdYfK6llrdJf9utR/wDSrv5ne/s7+ITceO7hrgxoVt38rPyh
QWUkAdAOeg96+np9S81TtHmv2wuf5V8cfBN1t/HtkNxBZJOV69P/ANdfWF1c2lnZ+ZLueQDIMnzH
9c16EJWVj8vkru4yK7uo9Ujls7hoplIKGNjuznttBNcD+0Z8ZNT1jXILQb7ePSbdbYyx5TdeSsN7
9ipCo2BxgqexroNHsrP4leCfGfiVprm3s/DcZNpc26bVknChypzjK4KjIwPnzkjAPyp4o1qXxL4o
lMckxsllZ0aVtzFe7tzjcR1I71006lryXyJcb6Gzf6xMbaK384lVUKffiswSFs5P41Az7jnseaTz
MDFdTnclRJDMVz9OK3fAPxH1X4feIrfWNIumjniI8yEsfLnXujgHlT/ge1crcSmMbhzjn8Kr2eye
/jjaTy4JGDFvT1xXNUr+zV2axp87t3P1O0vxjb+KPAtn4g0mzn1GK/t1ktrKPHmSO/yiPPQEMdpP
QYJ6CvnDTbi+n8feKrTUoTollpVuVuPMIRSJZMKnDEY/dE5UkYBHoa8y+EH7R+ofDT4iae1qDe6J
FAdNjsicKocj5xjqwccE54yO9VvHfj251rxxrs0haJLtoyyAYDhVJBPt8xr5vM6nteTTdX/I9vLa
XsVP3utvzPevAutWGvyxW2iW7SyneRsBSKGPcVBc54LYyB6EZFaz/EHUfhX4ojs7tGayuHEs4kzJ
CVOQWSQtlGGQSNp+7jHzAhfh1qKeE/BdgLfw/fSeegZLiG1eTzCf4gQMAfNwe/bNcX4ovtc8deIo
7aHwxfRxlmjd57YoPQhiV4547V49Gs6Vp03ruepUpxqXhU2Oo+PMi6Xr+qXiTefBqtpbyREEhQhB
UNkHkZRvX7w7bs/OA1OS314wW7Oks6gO6sRgDO79AB+Ir2P4naq1h4L8P+H7qJLq8gh837Ujhsox
JVVYHHAbDDnJ5zkmvCrR1l16a5JJAQKFPvz+oC1zVaka1WpUWz/r8zjhB04Rh2Ovt9XubR9OCnEV
rNJcblALvIwxvyemMDA46Z681Q0U/wChRsSW8xQxJ6sSB+tKrhzzhiTjgdfb2AptkfLsYR0AQAY+
nb3rkWiN3qxLzVPIvLKDbuIYyE9gACPz5/SvpT4oeJbo/BvQNRlVLqa4tEeWSaMyMrGNAxXkDkA5
zxxkcmvlTUJwdfs1bb5aoGJIzkksBn9K+rPCOrW/jD9m68sBBFe6pps8iQvMhzt4bAYN02Owxz29
q9XCrmjKFtWrr1T/AMjhqy5Jxm9r2+8+X4E+0R2AI8tSshBxwcNyPyr7M/Z8vpLXwRHYviZIbp4W
fGGRwoL59RuBA9iPw+QbPSH1CO1uGu44JhcCP7PdDyiEJAyuOCBk57gnpyCfufwDpYh0pr5IY7eS
9cXEsUQ+UNsVSuPXKlv+BGvVwKVSd+xjjZclO3c6pZ0+ddpYDGMA8flRTZgp2yI8gRf4Qv8ASivp
D5wzHDFfmODyelec/H7xAdA+E3iKVUWWS5tzZxq3yg+Z8h5PTgnHvgd69HdcDopOQeWrmfiF4Ktv
iD4T1Tw7qDiKG9i2eYmC0TAh0cA8EhlB96yd2nY1jZNN7H5gveXVrJKWeaF2OSGyCT6kVVmv5rhZ
WlO9o4iFOP72Byfxr1j4m/s7+NfhpOztGNV09iTHcWDliU7FovvL09CODya8qnt9TuUktltZ2LYB
RITknPfArzHe9me/CulGynK3Rbq/TquvkSeB9dXw54t0/UJI5Z44XOY4fvNlSMDP1r6Jt/C3ib4g
A3XiSeTSNEVd0ehwSHMo7CdhjPA5UevODXC/BH4X3dprser6tD5TwrmCBuSGI+8e2R2HvX0TqL40
e8WMEy+WcAdWOM4xXXStLVs8qd1oVvDsVjYfA7xRpi3klnPqUlzb3KwsjRW4kAjUGJDvyQkZyR0C
YyMg/Gep+F77SLlZpdotCzIk6yqc/wDAM5HTuK9J8Sapf6XrWpvqEh/exR7YgCrCIopVTnnI7g98
9K4PxHcXQ+zpcRPGXjWYblOSGX7w+vX05qUrT5U+ppdON2inDJkff3elKZRk9PrWcZnJAMiADou0
g/lzTZLp1Hyhj74/xrs57GVi8xzz/wDqr1D4dfC3TL3wo+ta1EXhuZSluqylWiXBG8AcHLDAz6d8
ivHRcyOSzLkemcfpXq3hfxxZWnheLyrl1ukiEFxp+0IJmMpYOrjnIUL83BBTnIPPFiuapC0TpoNR
neR9IeAf2SfAOvSWviDS7/UoUiJhmtIHSWGOZRhtjtubPOeScE9ug8s8f/DabWPjd4lsbWSDTdLt
rhN8zDetvBhQoCjJZsAgL32nJGCa+rf2fotHk+H8Wo6FK88F9K0kizEhonACFCCT025znnOa+TPi
D4keP4s+OkLLAX1WVCVH3tp2gkj0wf8Avo15eYxlChGdrS6nZl01OvKnzXgtjuvFvxJ17wpNLPbX
FvqmlKwVJVtNhhARVU7NxAGBxjpnpXCat8ZJtdhKm7to4Su0pbBQpBOSDznBPWqU2uzTWbQvL5kb
LtK5yCPSuG1Tw9BJG+2KPBbcMr0z1r5mlRi/iPeq00neBoap4rsTHtN2NwHABDNgDoB34GPwpt/e
aLJrkt3oK6nNo1ziSBr9UWdT0YNtODgg4PpjiuNtreHQNUsriW0jvoROpktpc7JFzgqcc4Oe1erS
aMsMFjcosEcV3CLgQ2y7Y4ySQyKOwDAgD0ArsqxhQiktbnmWlKeulgtFt3VSGkDEdHTBI/Ee3akB
j8iJYizRkAKRySMdelNu5xDbSFADtUnrgcD+dPtIVSKPq20BQCcZxxzXn2Og5fxAot9etXZiI5o9
uxlxyrZ/9mB/CvRfh38Q9S8GXFw1lKrx3K4likyy4/hPUc9fzNc5r+jJrOnyRgbpYiJYwOpI5x+P
IrzKfxBqNg8kA2qFbA3AkMvUHr0wRXpUIVKqTpO0kY8ik2pK6PbjLpyXkE7i4kjLhpUEnP3hwhI4
4VeufXnpX0t8P/iHdWviKPw3K73Sy3MkK3IQIW2g8bQMA5K+uAPevgbTPFGrBlczLtH3Rszg9M19
U/seeLbi88QazbaldNfE2QmiEke+TcJMMd2Ced4zk8nFexg8JiKcrtpG+Iwl8JOvNXSXz9f63PrF
HkILEfOOqAAnHpRTHltZYsqGjweFaNlI+mVx+VFfSHwxnSTQB3wpjyeMkHjHc/Udfekt5xI+FkSM
lN2W2sNucZA9qqw6i8InlnaSUo5VAV2LjPHAIOPXpxUs2qSlVhZ1WN8nchzjk9cnk8EYr5x5jLex
7X1NbXPIPjt4qj0e6htkSPUJ57bctssgjMUW4/NkK27cQ3XnCnjFfLOv+Nddju3aCws44SQSEzIe
AeCWx6noK+vPjNpWma1YCCaWFL1VzAZGbzQSQCsePlIJ+vPbjNfLGseDb2TfAbxJQFJ+eHDr6buc
ccgjPeqpY1c/NJL0epboWjypjfDfxT1rSlE+oaRb3Vpu2lomKOnTPqCeRwcVuaz8atPudPkMFldx
yNwscqqM++QxGPrWRpfgW/nju7WQxJG0TLEseX2SMchmGOmVQFvwrKk+Ed5JEktxqbtKWVWhWHY6
k545znp+FavGJt7L0RLoWJvgz4Uj+NXxchs9Wjlm0oo91eRQylD5SKFVd2MjLGNTjHU4IODW7+2x
4bt9D+JGjz2NqtpZT6NDDCiDCgxM6hR9E8sY7DFT+E9Bv/BchuvDkt7p12v3jHOwLHGMtng8dj3z
Wp4z03xD8XtKjsNVvGv7gSNcQCO3UNEwU7hHsHRty5GR90H0KqOMUHtoQ8O5apny3IrFQGRRnOAw
6460xbYF5AwRdh5zx/jXt83wGuYdOSG6NzDc7mJBi2HAyeFJ44UDPf5sjoay7r4F3ptoDbahsnQb
HyjHzc/MuOwPY444zyc10fXaTkL2FRI8qmtZYApKKoYZyTwB+VWtJg+1sUjQxvCpeRzkoFA3Z6cH
gnnrjtjn0N/gVcT7Y/7VjgmHDLIpwx9snjr3689O/S+FPgRFpc6XrXc89yMgSNHlMMDkbRknv1BB
B5onjaaXuhGhNvU+mv2WtSsrX4U2MMlzDBdhpp51kcRllLsBJyQSpCEZ6fLjtXypJoGpfEX4r3aW
0bWt1ruq3E0C3asmY3dmVjkZAwM5x7813lp8LbM3jq1nIqShisi+YHVgTztzg9PTtWpofwqvYdVi
v9PuLuK/Xy41+03TtvdDkKrAK6jCnhSAAOowCPLxGK9uoprRfid2HoxoOUk9X+B4tfw3fhq6nt7m
Jklhdo3Q9VYHBU+hBBH4VXl1VJot7BkA9eK+mtf/AGVdR1a/k1e58SlL27kLyMN7pu64+bJPBA/x
rltT/ZL1S4vZ4YpmeNhtjI2N5eSWIIbG4jpxjoOeefNUVfU9P2+h8w69efaZI/LJI8xQNvJ69q7i
38ZPNAhuiSoVV3JyMKAFHtgACvTLj9kW/wBOvEuTJNqMSNg2iqu0dOhVt3U8dDgd6ktf2edN0vf9
qOqWyY3FDAXXaTj7xI2kd8+o69+ioqVSKT6HmVHX5+elb0Z5nNrkN/A8cc0bkg5AbAHHYZ61pDU4
o+DIHc8EseW9j6V2Oq/BDQ5czxx3bQuCNzShSCWIJxg4Ix0yev0NUU+BWm20TxDzZItxZDMGLDjk
ErjjGO+f51g8PTtozRVav2oq/r/wDA/4SKz09xLNdKM4288n6Ack9q898eC0nvhPbzCNcfLGcZIJ
JHHoM4/KvWNJ+CZ07ULV5tWM8UL/ACwzF/LjUkNgjsO/GPxq9P8AAXTI71PMSGWRZCJRtZEfn2Iw
Oo4Pv3rooxhRlzRdyueT3R4TYzJHbJnLe6nBxX0T+ylrVt4c8T3l5f3MVpbz2b28TXascsXRzjkc
Yj5x6j3qOf4U+F43Yx6PBGpUEQmWZgGz2LHgZ7fzrqPCnwutry+htXnns9xzGbdBJHjAwMA5A5Hb
GOuK9R5hyxXLE76+MlWoPDpaNWZ9Ar8X9Ba4a2jvreTHWRTujx0+8MgH6miuQ0z4FaVaOUa5aTfy
29jyewUg5A78jHH5Fc7zGpJ3St/XqeFHBQirPU9IupZbS5YsLcxjaXWdiSSCSMdiM5J+n40afYtb
wF30+PfJn5GDNz6sxJz26HPToBWjLbos0sfmRW27Lq0kZJP/AAIn6dvXPWrP2S1hht5nMZCgBWZA
MA45A459K89Q1uztbOR8V+Bf+ErsGhlRbK9TgXVvbHf1JxuJHGSeAw5Ptk8OfgxqFi8MdtNDOB87
El88fmM8g9Sfwr2Ty0uAUyzIOqrkqMZPOM8flUE8sjRJFGJAr5z5Z6KB3yeenueTVWsLVnis3wy1
BZQqWsQ8rIYuy9M9ATjHH4/yrS0r4PR3zi51KZoIy2zyrQbjIoOQdw/AY7etes70VYgUkfJPz5+7
6YH4dvz65gmuLeCcyRyu6htqrtwSTzhsngYxSb6tjsc3dfBbw/JhkhmjJAZiJCRyOd27nP8AhUtj
oHh3wxs8i2treSNthnkcyuc8Y3YGM/7Pr6mtPUNTufOhWABlyyykHocZAUk/Tr26e6WckkcivGix
mUeZgRp1GOrAbS2QO/QflDknsNRfUg1G0tPEKeVPMlxFE+5reVCwU4O0gHG3A4+nfqK5m6+EmgGB
/MM8EjcFYGJ6fN90nGPl/wD1YFdvDKik5mAO4qPMKtuJxznsMkfkPakkvhHzKzWmVKK2E2lh3644
5zwRU3W4HGWvwb05LTaZ7mVhJvkuSydMdCM8Abs8+tZ+ofDW9toFt7C4hlZQvyN+7L9uSDxwDyB/
Dx616HG26MY81mRvnUSB/M6HPUAHn2xjiqhtr23gRZQ6MR80rRkMoJJJyOO3QZP40pMpHmlp8N9b
ku3uvKh2bmXzpJ9xwGPQ4yDn+Y5712PhvwkdCmSRryNrgocxIh2srcDJJ6HC8YPTvWxLfSRxqiiV
juO5w7KqnOcDAPcj8/oK0rNI70ziR287G3ZG5UHPY7sFiBzjHr+CTvoDdgMrXJjilhk2CPc0kvyd
vmyBjpzx04x61JBp1taO++ZJtzEjzQB6ZGQo75HJPvUcwS7d7WNHZXYrklsHtwQcj9P1GWxtb5kj
FpcKY8g4Y7TjIJ689AffORVKyJ1J2spbIJ/o7TqxO8xdsjvlh+Q9DVK8hYrJJLblgT8qx/MJAf4d
vOcEnsT19atR2bFGmae4MChc4w4cHPK4J7/limiMFhEwSJc7Sm04X2AOM/T/ACBjTsVXgVo4Ejs4
h5YwA0QPTsFYcDG3oAR3NZbeANM1NpBdadBK7vzOv7ts8ZYBT7dj2Oa6C2maENDthXKhj5qYOcnB
34wenGTngelRWcOLpkMBCllGXwA3XgcD5eMdP/rzbVMLnI3fww0W3XayXBEp2q0s28HOMbQchqhv
vhhaOEeC+nhUbnKIRuOc9+MevHqc9ee4uYnX7NLHHGWHDeY2No5ORjnvnHeo72CJJ0Q28U0wT5nE
e5OoJ44HYeh9him0NM80tPhiSshWZ7lSSFkuZPKJXI44+8B09/auh0Xwjb+H44ftVnHcT/MFZzsa
I4wuQCw/8eycdRjjpLsiGxmiMRVN+0pBGCec4BGAP1HJx25c0s1k+6BzIwIG1DtUADHOBxjPU981
K03Ao3lzIwSFBFM2PmXb9w7icjnnjHOe34UVLdGOSRJyELZKuWZB8pwTnnrlh6jp0op2GnY1VIgQ
qjKYX/dbHPy55wwzn/Ix3pfPgtYYEnPnjgmK3UpjJGDx/k5AqJfs8zQD5o5ZAcliPm+pOCO35Vlz
6vLbzykhrlNyiORMNkHAIGfQjcWBIx1FbuViErmkLlBJ5aF0mUZwy/Ow5IY/3R1GaYszNO0k7STK
CdsY4YDAwS3B6/hWZHr0q2Lt5hErN8q3EbAgk/eClc4GTx7HqKuNdARCe6eB1ORsiAC7sgDqOmeu
emfao5r7DsXYrrTZrx/Nt0SRGyr4+YcY47k4PbnrVaeSS7tN0OzB6DPmM3TupP8Ak9DVVUmnglmg
s7VAuSZCokdWweFU9wDjIPGD1qJ5Uv7eZTM/msfmWGEqCcnPON3HTPUUnJtAlYn860UplY1uDkrb
yr5ZTI5fb1PHtnHpVu6nlM0UbOomU4RQhXn+8Pl6dPbJGeBWNFaJJNIfP+0SZ2unlFUXABIx0JBP
pzirEUVragbEVJkCDcqsjDC5zgdPvZP1I7k1PvDuiS0iS9Ecdtcw7DI28jLGRyTuB6HPDZ5/HrUr
3cf213SSdUz8rAcsPXr1G7PfqOOhqJrtooybkyt8hUyJ90ejccjjHJ796bJc2l1bRo0jIsvzIoQq
YznHbkKA2Rnnp9akaLv2m3unXYsvB2KoOwc98EAZ9uevGamSGcv5nnxmMKHKA7xGcHDBuMY6/n6V
ht59pM1xZ4klLAsNo3Y53DI6jkgDHcdKfcSXN9NtDvNJFMCw8xgnUEnJycd8d8duadw3OgQA+SJ4
hEdpQvIwGR0z79M5B44oUx2qCBCkJGY0iQcEHjHzckDn3H0qpp8UTsym5OQNvyyYHdcnBwO3vkH2
w/7FEbhYSA0uSqMXxt5UHucjrwckYJ561etrk2LDIrlBNK8cZJCgOMcH7yn72enoOO/NOiZnupAr
PLCT8ux8n9Bz0PXjjNZV9I+msbhZLpmlBUDZvRQDncAOg9+mAOuec6y1JAzX0l2Vj2GMhlx5bZPP
0GOOD1POMkzz2diktDorhLhp8CFcDDbhyxweOn88d+9VLyNoWjuHV5VKKY2iVQsY4zu5xx1+gGOm
ahnkijs1kkkC4IMkkQViuOoBIOePXjkciqcN3/aCD7NvLerBRGG4O4kdevOf0pN3BI3Y9QtngaK3
cJLIoxIoGHGRzjuDuH4kdOCHXE8lusfnERLCF8pYDlt3QZGBjsOmfTHIrjbNtfuGvZ7aO3dNNlWO
WaVoYzGSW2j5mGc7W6Z6fShdU8S6pqiWy2rteyypHsaDZl3wqhs4AB3D73HIrpVKbRh7WCZ1LeIn
h3bIgAq/vRKSQrYyfTnoe3X3pr6zbyxSRm2keRPm/fYUN269Tzjp6jtmuOkv9a8sM9n8k25Qv2fG
7BGTt+rKM+px1pLz+29JmUz2f2edYRIWESl0RhkFiOUODnBwQCOACKfsqge0gdN/bh/s9JY9kIMe
4xJG7Fie4zxjPPuP0bbzbUkYSEBztVhGoJbngAcNxnkZyB34rkB4lvVaRv3RMhy+Ywd3+f8AH1ps
fiK8iDhWXa/3lIJBHpyen/6ulS6UmHtYnZy2zXESo7K0iMd4UjzMHJ5x0PcemOlFcbH4kvofNEbr
GsmCyouBkHOQO3v696Kh0GUqyOqu9MuFu28iazt4Bnas4Ls567hkjnA75yOTUWneGrGRyLqeW9bO
SJF4AB5IGMAZJxzwCOe5i0SZ9Qgie5dpyEDfvDkZwecdKt313LDDKUKp8wUYRQAOenHtU2SXNYpX
Y9obVYDdM1tHGP4QCM4yoO7p0PUnjbVmCaK5UwrfFcjerooJG0dh1Pbnrx9Kl0G2jmupRIC/lRAJ
uYnAy/8AgPyqlJGI9WUqWBNuGPzHuwz+HA4/xo2SZK1LyXcn2KXbvV8YCiMNvOMcr2GBn8QM1jw2
yW0MuDIzvnZHcbuWyAQQqnjqevseQcN1C5ke/kQthUCkBeO79cdeg6+lQC4eXUp0cqwS4jhU7RuC
7mOAcZ696UmmVZou2lhbzTrBIS0i5VngBjWIjAK/KQfzGefxN65SNIjb26tLOSYtxZvvHpx64bA+
YY/Sqkn/ABLm2QfLkAFm+Z+Dx8xyf1qCK5lliRWkbaZXBCnAIAOOlK6Xui3VyDZPoskYNvJcyMCz
u/zYwQR9ARkAZ6Z/Gvetd2sipNBDLGWDCeZtqgHAHJ9QeO/OOuM9VaaTbW1lOI1f5kVCzSuzAFQS
AScgZHauXtrqVNRu4A/7mIR7I8DaMyAHjvwSPoazlaLSNY67E9skQmtolhuY5XlLsyFVG0rvLFcj
dyDwOvHGc1pST+REk3nRrBFlgmDuOBk4bPXB55Ax+FQzqq6QTsUlLRpFLKCQwjLA5Pv/AIdKZqcE
S2WowiJBCkG9ECjCnL9B2qn7sbguxrzG21RYUE3nXlvzlxuePP04Jxz64I61TurKe1tWuYkM8AwQ
xTGX3feyeOMZ549OgpSFBEexNj26SMpQYLbW5/Dt6dqyBI13eX0cjHYsjKAvykAZwMjHHJ46VckQ
pWLeoyTRxxFpEjJX5RHknGARjoRyGzx2z0qC2vovsyedBHeWrAmWUJHgD3O3kYUgk9OM9aRWMDRL
GxVVLkDPH3sfj0FZWqaRa2skt3EskdyZHzIJXyeQMdemO1ZNsvpY6GDULWO1nJa2ksMbnhHyhRwB
7HHTn0HrxWvLOyEcmxirod4VIssqnvgEYU4P165wKmjgjuIYHkRWdSMPj5vu+vXuas36KltbIETy
5LvYyFQVwImYYHQcqDx6U7XEpHL2viWXSrTXNPRFng1KVfMkLc4QyYA7YIkOfwxirp+Jut+dJcrL
El/LJG8t2sYDOIyrIpX7mAUBztz1GcMwPM3f/H3P/wBdG/nUXavXjJ2R50krs6u1+JOqQTLcSBJr
pIWgS4BKOqMsgYZUjJJk3E9SVBOec5l/4lnvbe7gVPIguNimFJGKIqHKIqk8BRtUegRffOPSdqfM
xWQtFBoqRhRR3ooA/9k=
</binary></FictionBook>
