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Vorwort von Dr. Rainer Koch, 1. DFB-Vizepräsident

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Fußball in der Halle, Hallenfußball hat in Deutschland eine lange Tradition. Angekündigt als Budenzauber oder Winterspektakel trafen sich in vielen Regionen Deutschlands über Jahrzehnte hinweg Amateurfußballmannschaften und hin und wieder auch Profifußballteams, um mit Tages- oder Wochenendturnieren weitestgehend als Spaßevents die Winterpause zu überbrücken. Gespielt wurde mit Fußbällen des Feldfußballs, mit Bande und auf fünf mal zwei Meter große Tore. Bis vor wenigen Jahren gab es auch noch von den Landesverbänden organisierte Hallenfußballmeisterschaften und in den 90er-Jahren alljährlich das große DFB-Hallenmasters mit den besten Bundesligateams. Weitestgehend unbemerkt und unbeachtet blieb so in Deutschland und Österreich der schon seit Jahrzehnten von FIFA und UEFA als Wettkampfsportart anerkannte Futsal-Sport. Die Faszination dieser eigenständigen Indoor-Fußballvariante mit speziellen Regeln, besonderem sprungreduzierten Ball und auf kleine Handballtore blieb den Fußballfans im deutschsprachigen Raum lange Jahrzehnte vollständig verborgen. Die besondere Eignung für Technikschulung im frühen Jugendalter, die den südamerikanischen Sportlehrerbund schon vor mehr als sieben Jahrzehnten im Jahr 1942 veranlasste, den Futsal für den Schulsport zu empfehlen, wird vielerorts leider bis heute nicht erkannt.

Doch seit knapp zehn Jahren hat sich in Deutschland viel verändert: Der Bekanntheitsgrad des Futsal hat deutlich zugenommen, die Zahl der Aktiven und Fans steigt kontinuierlich an.

Seit 2014 ermittelt der DFB jährlich den deutschen Futsalmeister. Mit der Ermittlung des deutschen Meisters und der Einrichtung von immer mehr Ligen auf der Ebene von vielen der 21 Landes- und fünf Regionalverbände des DFB war der Durchbruch geschafft, die mediale Wahrnehmung und Aufmerksamkeit der Fußballfreunde für Futsal ist seither signifikant angestiegen.

Futsal ist im Jahr 2017 zur allseits anerkannten Indoor-Wettkampfsportart des Fußballs geworden. Die strukturell nunmehr notwendig gewordenen Veränderungen nahm der DFB im Herbst 2016 auf dem DFB-Bundestag in Erfurt vor. Futsal ist nicht mehr Freizeit- und Breitenfußball, sondern wird vom DFB und seinen Landes- und Regionalverbänden jetzt als echter und einziger Hallenfußball-Wettkampfsport behandelt.

Das DFB Präsidium richtete im November 2016 erstmals eine eigene Futsal-Kommission unter Leitung des Berliner Landesverbandspräsidenten Bernd Schultz ein und ordnete sie dem für den Spielbetrieb zuständigen DFB-Vizepräsidenten Peter Frymuth und dem DFB-Spielausschuss zu.

Nur wenige Wochen vor dem Erfurter DFB-Bundestag fanden am 30. Oktober und 1. November die beiden ersten Länderspiele der neu gegründeten deutschen Futsalnationalmannschaft unter dem für Futsal zuständigen Bundestrainer Paul Schomann in Hamburg gegen England statt, mit bei einem Sieg und einem Unentschieden beachtlichem sportlichen Erfolg und unter großer Anteilnahme der deutschen Sportfans. DFB-Vizepräsident Rainer Milkoreit und der für Futsal zuständige Ausschussvorsitzende Klaus Jahn konnten damit unmittelbar vor dem altersbedingten Ausscheiden aus ihren Ämtern die von Ihnen im DFB gemeinsam mit dem in der Zentralverwaltung hauptamtlich Verantwortlichen Bernd Barutta geleistete unermüdliche jahrelange Pionierarbeit für den Aufbau des Futsalsports in Deutschland erfolgreich vollenden.

Das Fundament des Futsals in Deutschland bilden die Vereine, die den spielbegeisterten Aktiven Trainings- und Spielmöglichkeiten bieten. Hier und in den für die Auswahlmannschaften zuständigen Landesverbänden arbeiten zahllose weitere Pioniere seit Jahren unermüdlich an der Entwicklung der Sportart in Deutschland.

Jörg Meinhardt als einer der beiden Autoren dieses Buches zählt zu den Pionieren der ersten Stunde des Futsals in Deutschland und Gerard Juszczak kennt den internationalen Futsal als Trainer von Vereins- und Nationalmannschaften in Polen. Sie wissen genau wie die Verantwortlichen beim Deutschen Fußball Bund, die im Jahr 2017 nach der Pensionierung von Paul Schomann erstmals einen Futsalspezialisten als Bundestrainer berufen werden, was für die weitere Entwicklung des Futsals in Deutschland jetzt von entscheidender Bedeutung ist: die Ausbildung und Qualifizierung von Trainern, die Entwicklung geeigneter Trainingsprogramme, die fachliche Unterstützung der ehrenamtlich in den Vereinen Verantwortlichen, die Hinführung futsalbegeisteter Jungen und Mädchen an die technischen und taktischen Feinheiten der Sportart. Kurzum: es gilt das Wissen um den Futsal und seine taktischen und technischen Eigenheiten zu verbreiten und verbreitern und zu vertiefen! Genau das will dieses Buch leisten und deshalb wünsche ich, der ich die Ehre und Freude hatte, beim ersten Länderspiel einer deutschen Futsalnationalmannschaft als Delegationsleiter wirken zu dürfen, dem Buch viele Leser und großen Erfolg!

München im Januar 2017Dr. Rainer Koch1. DFB-Vizepräsident
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