Unter Schweizer Schutz

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Группа авторов. Unter Schweizer Schutz
«Doch die Gesetze des Lebens sind nun einmal stärker als menschliche Paragraphen»1. Charlotte Schallié und Agnes Hirschi
Carl Lutz
Oral History – Gespräche mit Geretteten und Zeitzeugen
Kontext und Eckpunkte der Rettungsaktivitäten von Carl Lutz und seinem Team. François Wisard23
Ungarn und die Judendeportation
Die neutralen Staaten in Budapest26
Die Schweiz und das Internationale Komitee des Roten Kreuzes
Die Rettungsaktivitäten von Carl Lutz und seinen Mitarbeitenden39
Nach dem Krieg
Rafi Benshalom
«Wir durften den Henkern keine helfende Hand reichen»
Paul Fabry
New Orleans, Louisiana, USA
«Carl Lutz stach heraus wie ein Denkmal – er war ein Beispiel dafür, was möglich ist»
Der militärische Widerstand
«Hauptmann Gombos»
«Operation Glashaus»
Die Bewegung
«Wir befanden uns in einem Theater»
Nach 1945
Der gute Bürokrat
Mordechai Fleischer
Giv’atajim, Israel
«Am 19. März 1944 gingen wir alle in den Untergrund»
Jean Greenstein
Tarzana, Kalifornien, USA
«Wir versuchten zu retten, wen wir konnten, wie wir konnten» Ein Gespräch zwischen Vater und Sohn
David Gur
Ramat Gan, Israel
«In jedem Augenblick konnte ein Stück Papier ein Menschenleben bedeuten»
Mordechai László Kremer
Jerusalem, Israel
«Die Bewegung begann, uns mit gefälschten Dokumenten auszustatten» Staatenlos
«Eine Zeit ungehinderten Terrors»
Falsche Dokumente vorbereiten
Der letzte sichere Platz in Budapest
«Unsere Mission war ein Fiasko»
Massenexodus
Carl Lutz
Vera Bellák
Budapest, Ungarn
«Das Haus wurde etwa zehnmal getroffen – es war schrecklich» Tamás Bellák erzählt die Geschichte seiner Mutter
Eva Bino
Zürich, Schweiz
«Eva sprach nie über ihre Kindheit» Ein Gespräch mit Peter Bino
Agnes Heffner
Budapest, Ungarn
«Sie weigerte sich, den gelben Stern zu tragen»
Wie hat Agnes Heffner die Zeit im Schweizer Schutzhaus erlebt?
Shaul Paul Ladany
Omer, Israel
Stundenlange Zählappelle und «Hunger, Hunger, Hunger»
Judith Miriam Meltzer Maté
Vancouver, British Columbia, Kanada
«Ich wusste nicht, wofür ich befreit worden war. Der einzige Grund war mein Sohn» János Maté
Rabbiner Jozsef Schweitzer
Budapest, Ungarn
«Ich werde die Schrecken der Kriegsjahre und die Zeit im Glashaus nie vergessen»
André Sirtes
Emmenbrücke, Schweiz
«Der Luftangriff der Amerikaner rettete uns das Leben»
Eva Szirmai
Glasgow, Schottland
Ihre Mutter ahnte, dass der Schweizer Schutzbrief gefälscht war
Wie war es für Eva im Ghetto?
Agnes Teichman
Zürich, Schweiz
«In den Brotkörben schmuggelte ich Briefe für die Gefangenen»
Klári Trebitsch
Ramat Gan, Israel
«Klári, komm herauf, ein Pfeilkreuzler sucht dich»
Ivan Gabor Wigdorovits
Zürich, Schweiz
Als Krankenhauspatient musste er in drei Tagen 160 Kilometer marschieren
Zipporah Cohen
Bejt Chason, Kfar Haroeh, Israel
«Ich packte meine Puppe […] und wir machten uns auf den Heimweg»
Agnes Heller
Budapest, Ungarn
«Ich war sehr stolz auf den kleinen gelben Stern» Pál Heller
Antisemitismus
Der gelbe Stern
Gelbsternhäuser
Horthys Proklamation
Schutzpässe
Das Internationale Ghetto
Intuition
«Ich habe das Recht, nicht mitzumachen»
Schweizer Schutzhäuser
Trauma
Hunger
Befreiung
Carl Lutz
«Ich bin eine ungarische Jüdin»
Idit Hirschfeld
«Unsere Röcke waren voller Geld, das unsere kluge Grossmutter in die Säume steckte, die sie nähte»
Chedva Katz
Petach Tikwa, Israel
«Ich erinnere mich daran, dass es ein Haus war, das ganz aus Glas bestand»
Naomi Katz
Kibbuz Ga’aton, Israel
«Schmulik spielte Akkordeon, und wir alle sangen die ‹Hatikva› am Deck des Schiffs»
Ester Kaufman
Kirjat Ata, Israel
«Im Gegensatz zu den Erwachsenen realisierten wir Kinder nicht, dass es um Leben oder Tod ging»
Agnes Misan
Tel Aviv, Israel
«Wir waren die letzten, die ins Glashaus hineingingen»
Die Befreiung
Mordechai Neumann
Jerusalem, Israel
«Arthur Weiss hat mit seinem Leben dafür bezahlt, dass er uns gerettet hat»
Miryam Palgi
Kibbuz Giv’at Oz, Israel
«Und plötzlich riefen sie mich und sagten, mein Vater sei zurückgekommen»
Peter Pollak
Bnei Brak, Israel
«Und seit damals habe ich bis heute nicht verstanden, wie es ihr gelungen ist, den Kidduschbecher meines Vaters zu finden»
Elizabeth Rieder
New York City, New York, USA
«Ich glaube nicht, dass ich den Mut gehabt hätte, und das ist einer der Gründe, warum ich Carl Lutz für seinen moralischen Mut so bewundere»
Mosche Schavit
Modi’in, Israel
«Unsere Mutter überredete uns, bei Tante Hannah zu bleiben, unter Schweizer Schutz»
Alexander Schlesinger
Houston, Texas, USA
«Am 20. Oktober um fünf Uhr morgens begann für mich der Holocaust»
Rabbiner Arthur Schneier
New York City, New York, USA
«Ich hatte viele christliche Freunde, die zu uns nach Hause kamen; das änderte sich am 12. März 1938, als die Nazis die Macht übernahmen»
Schulamit Stauber
Netanja, Israel
«Sie holten uns gewaltsam heraus, mit Tränengas, und warfen uns nackt in den Schnee»
Rabbiner Jakob Teichman
Zürich, Schweiz
«Für mich war er und blieb er Inbegriff der Menschlichkeit in einer unmenschlichen Zeit» Daniel Teichman
George Berci
Los Angeles, Kalifornien, USA
«Ich überbrachte Dokumente an die Juden im Untergrund»
Irena Braun Lefkovic
Kfar Saba, Israel
«Ich gab den Versuch nicht auf, in die Vadász-Gasse 29 zu gelangen»
«Auf welcher Seite war das Leben?»
Das Glashaus
«Mit dem einzigen, was mir geblieben war – meinem Leben»
Emotionale Erste Hilfe
Kleine Soldaten
«Kann man Heimweh haben, wenn man kein Zuhause hat?»
Agnes Hirschi
Münchenbuchsee, Schweiz
«Der englische Pass veränderte mein Leben»
Wie wir diese schlimme Zeit überstanden haben? Ich weiss es nicht. Aber es gab keine Alternative
Shemuel Katz
Kibbuz Ga’aton, Israel
«Mein Schicksal war die Ausnahme»
Tom Keve
London, England
«Der Schutzbrief Nr. 4371 wurde am 23. Oktober 1944 für meine Eltern ausgestellt»
Andrew Simon
Toronto, Kanada
«Mein Vater sagte, er vertrete die Schweizer Gesandtschaft und sei entsandt worden, um vier Schweizer Bürger aus der Ziegelfabrik zu holen»
Peter Tarjan
Miami, Florida, USA
«Ich sah meine Mutter zum letzten Mal durch das Fenster zum Hof»
Charles Gati
Washington, D. C., USA
Erinnerung an 1944 und an Carl Lutz
Steven Thomas Geiger. Palo Alto, Kalifornien, USA
«Uns ist das Kostbarste geblieben: unser Leben»
George Somogyi
Houston, Texas, USA
«Tribut an Carl Lutz»
Geoffrey Leonard Tier
Handgeschriebener Dankesbrief von Geoffrey Tier an Carl Lutz (1945)
Michael Vertes
Weston, Connecticut, USA
«Von Diplomaten wird eigentlich nicht erwartet, dass sie Helden sind, die Risiken eingehen»
Anhang. Zeittafel
Glossar
Herausforderungen beim Bearbeiten der Interviews. Daniel Teichman
Erfahrungen einer Forschungsassistentin. Noga Yarmar
Die Suche nach Überlebenden und die Durchführung der Interviews
Transkription und Bearbeitung
Abschliessende Gedanken und Bemerkungen
Bearbeitung der Abschriften. Dahlia Beck. Leitgedanken
Die Sprache als Spiegel des Inhalts
Zum Dokumentarfilm «Carl Lutz – Der vergessene Held» Daniel von Aarburg
Literaturverzeichnis
Bildnachweis
Dank
Mitherausgeberinnen und Mitherausgeber
Übersetzerinnen
Anmerkungen
Отрывок из книги
Über dieses Buch
Zwischen März 1944 und Januar 1945 leitete der Schweizer Diplomat Carl Lutz (1895–1975) in Budapest eine umfangreiche Rettungsaktion. Lutz und sein Rettungsteam haben schätzungsweise mehr als 50000 Schutzbriefe ausgestellt und verfolgte Jüdinnen und Juden in 76 sogenannten Schweizer Schutz-häusern untergebracht und damit Zehntausende vor Deportationen, Erschiessungen und Todesmärschen bewahrt.
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Ab dem 15. Oktober wurden in dem dreistöckigen Gebäude mit Innenhof nicht nur Schutzbriefe zu Tausenden ausgestellt, es wurde auch zum Zufluchtsort für die Verfolgten. Ende des Monats drängten sich darin bereits 800 Menschen. Lutz mietete ein angrenzendes Gebäude und ein drittes im gleichen Bezirk dazu. Insgesamt fanden dort mehr als 4000 Menschen Schutz. Das Glashaus wurde wiederholt von Nyilas-Banden bedroht oder angegriffen. Am Silvesterabend 1944 verlor Arthur Weiss bei einem solchen Überfall das Leben.
Die gefährlichste Zeit waren für die Budapester Juden, die vor allem in Pest im «Zentralen Ghetto», im «Internationalen Ghetto» oder im Glashaus und in seinen Nebengebäuden zusammengedrängt waren, zweifellos die Wochen unmittelbar vor der Befreiung durch die Rote Armee. Seit Weihnachten standen jedoch an vorderster Front Peter Zürcher und Ernst Vonrufs, die Lutz zu seinen Vertretern in Pest ernannt hatte – während er selbst im Gebäude der ehemaligen britischen Gesandtschaft eingeschlossen war, dessen Schutz er zu gewährleisten hatte.
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