Читать книгу Linus ist devot - Untertan der strengen Herrin | Erotischer SM-Roman - Mabel Fortoy - Страница 4

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Das Treffen

Das Erlebnis lag nun bereits ein halbes Jahr zurück, aber ich träumte noch immer jede Nacht davon. Biggi war inzwischen in Australien in irgendeinem Umweltschutzprojekt, und wir hielten nur noch hin und wieder Kontakt über Mails. Rita hatte ich nie wiedergesehen. Ich selber studierte in Ermangelung wirklicher Interessen lustlos Wirtschaftsinformatik an der Hamburger Uni und lebte in einem anonymen Studentenwohnheim. Ich hatte nur wenig Kontakt zu meinen Eltern. Meinem Vater war ich nie männlich genug gewesen, und meine Stiefmutter, die meine leibliche Mutter bereits in meinem Kindergartenalter ersetzt hatte, hatte stets all ihre Liebe und Zuneigung ihrem eigenen Sohn vorbehalten. Mir gegenüber war sie immer unnahbar und streng gewesen. Von meiner leiblichen Mutter, die uns drei Jahre nach meiner Geburt verlassen hatte, hatte ich nie wieder etwas gehört.

Meine Hoffnung, in der Großstadt besser Anschluss oder gar eine Freundin zu finden, hatte sich nicht erfüllt. Aber ich wusste seit einiger Zeit, was mit mir los war. Das Geschehen im Lagerraum dieser Gaststätte hatte mir geholfen, es mir einzugestehen. Ich war devot veranlagt. Während die meisten Männer um Frauen buhlten und sie mit männlichem Gehabe zu erobern versuchten, war ich auf der Suche nach einer strengen Hand. Professionelle Dominas boten in Hamburg ja in großer Zahl ihre Dienste an, aber natürlich hatte ich mich noch nicht getraut, eine von ihnen zu besuchen. Allerdings kannte ich die meisten ihrer Webseiten fast auswendig. Ich hatte sogar einige Favoritinnen, bei deren Anblick ich häufig vor dem PC masturbierte. Aber im Grunde suchte ich Rita. Ihr leicht spöttischer Blick, ihre starke Stimme und ihre Ausstrahlung ließen mich nicht mehr los. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus. Ich bettelte per Skype bei Biggi um Ritas Telefonnummer. Entgegen meiner Befürchtung war sie nicht ungehalten.

»Du kannst unser kleines Spielchen wohl nicht vergessen?«, meinte sie grinsend.

»Nein, kann ich nicht«, gab ich zu.

»Ich werde Rita deine Kontaktdaten geben«, versprach sie und fügte noch hinzu: »Sie studiert übrigens auch in Hamburg.«

Plötzlich tauchte im Ausschnitt der Kamera eine junge Frau auf und umschlang Biggi. Sie streichelte ihre Brüste, sah mich an und fragte: »Is that the guy? Linus?«

Biggi nickte nur.

»She belongs to me and you will never touch her again!«, rief die Frau und beendete das Gespräch.

Ich nickte beklommen. Nun war mir auch klar, warum unsere Beziehung platonisch geblieben war. Biggi war lesbisch und hatte unsere Freundschaft nur dazu benutzt, ihre Neigung zu Frauen in der Kleinstadt zu kaschieren. Aber ich war ihr nicht böse. Schließlich hatte ich auch besondere Neigungen, und Biggi hatte mich körperlich, wenn man von diesem Abend in der Kneipe einmal absah, nie wirklich angezogen.

Rita war hier! Ich hielt an der Uni jeden Tag Ausschau nach ihr. Der Gedanke, dass wir womöglich bereits mehrfach aneinander vorbeigelaufen waren, ohne uns zu bemerken, ließ mich verzweifeln. Selbst wenn Biggi Wort hielt und Rita meine Kontaktdaten geben würde, war es doch sehr zweifelhaft, ob sie Interesse an mir hätte. Schließlich war sie eine selbstbewusste und vermutlich erfahrene Frau, die es nicht nötig hatte, sich mit jemandem wie mir abzugeben. Trotzdem nahm ich Skype in die Liste der Autostartprogramme auf und stellte meinen PC auch nachts nicht mehr ab.

Voller Bitterkeit nahm ich allen Mut zusammen und besuchte einen der Sado-Maso-Stammtische, die es in Hamburg gab. Dort gab es einen starken Männerüberschuss und die wenigen, angeblich dominanten Frauen, führten sich ebenso arrogant wie selbstherrlich auf. Ich hörte von abgesteckten Grenzen, Safecodes und Regeln. Das alles klang nicht wirklich erregend und nicht nach dem, was ich suchte. Ich suchte eine Frau, die die Grenzen setzte und verantwortungsvoll mit meinen Neigungen umging. Bei der ich keine Stoppwörter brauchte, weil sie es besser wusste. Die nicht die Herrin spielen wollte, sondern die eine war. Die mich so unerfahren und wohl auch etwas unbeholfen annahm, wie ich eben war. Ich wollte Rita!

Doch es kam kein Anruf von ihr. In den einschlägigen Kontaktanzeigen stellten die ach so dominanten Damen meist klar, dass sie Entlohnung für ihre Zuwendung verlangten. Andere rückten erst nach einiger Zeit damit heraus. Aber ich wollte keine schnelle Nummer, sondern ich wollte einer Frau gehören.

Du jagst einer Fantasie hinterher. Einer sehr reizvollen Fantasie, aber eben einem Trugbild. Lass es sein Linus. Such dir ein normales, hübsches Mädchen und führe eine normale Beziehung, versuchte ich mich zu überzeugen. Ich war ja nicht hässlich oder dumm. Zudem trieb ich regelmäßig Sport, und das sah man meinem Körper auch an. Also würde ich doch ein Mädchen für mich einnehmen können.

Aber mir fehlte einfach die Ausstrahlung, um eine Frau zu erobern. Ich blieb passiv und zurückhaltend, wenn ich eine Frau attraktiv fand. Frauen, die das Häschen spielten, wenn sich ein Mann für sie interessierte, gaben mir einfach nichts. Es war zum Verzweifeln. Manchmal fühlte ich mich wie ein Außerirdischer, der nicht in diese Welt passte. Dann wieder wie ein Zombie, oder ein perverser Irrer. Gefangen in diesem Karussell aus Sehnsüchten und Selbstzweifel kam ich der Verzweiflung immer näher.

Als hätte sie aus der Ferne gespürt, dass nun der richtige Zeitpunkt gekommen war, schickte Rita mir eine SMS: Hallo Linus, sei am Freitag um 14 Uhr auf der Terrasse im Rockcafé an den Landungsbrücken.

Mein Herz klopfte schmerzhaft, wie nach einem harten Sprint, als ich die Worte immer und immer wieder las. Ich wagte zunächst nicht, die Nummer anzurufen. Als ich es dann doch versuchte, bekam ich keine Verbindung. Ich hatte die Nachricht am Mittwoch erhalten, und ungeduldig sehnte ich den Freitag herbei.

Am Donnerstag kaufte ich mir voller Vorfreude eine neue Jeans und ein neues Hemd. Sogar für einen Friseurbesuch fand ich Zeit und Geld. Am Freitag duschte ich wesentlich länger als sonst und begutachtete mich danach ausgiebig im Spiegel. Natürlich nagten Zweifel an mir, ob ich mir nicht etwas vormachte. Wahrscheinlich wollte Rita mich nur zu einem unverbindlichen Kaffee sehen. Ein kleines Gespräch über die gemeinsame Heimat oder vielleicht sogar über unser kleines Geheimnis auf dem Maskenball. Im schlimmsten Fall würde sie mir klarmachen, dass sie sich nicht für mich interessierte. Dass ich sie in Ruhe lassen und aus dem Geschehen im Lagerraum der Gaststätte keinerlei Hoffnungen ableiten sollte.

Dann schöpfte ich doch wieder Zuversicht aus den dürren Worten der SMS. War sie nicht schon im dominanten Ton verfasst? Degradierte sie mich nicht schon zum Befehlsempfänger? War es vielleicht sogar schon ein Test, ob ich gehorsam sein würde? Ich war jedenfalls bereit, alles zu tun, für ein wenig Aufmerksamkeit von Rita. Sie beherrschte meine Gedanken ja bereits seit dem Maskenball und ich benutzte sie seither in meinen Fantasien als Wichsvorlage. Mit anderen Worten, ich verzehrte mich nach ihr.

Natürlich war ich viel zu früh an den Landungsbrücken und hatte so die Gelegenheit, die Atmosphäre in mich aufzunehmen. Hunderte von Touristen eilten herum. Die Ticketverkäufer für die Ausflugsboote trugen stilgerecht Seemannskleidung, und selbst die Möwen schienen irgendwie Teil der touristischen Szenerie zu sein. Diverse Andenkenshops verkauften billigen Ramsch aus Taiwan oder China und es gab natürlich auch unzählige Fressbuden. Schiffe legten an oder ab und wurden tausendfach von Asiaten fotografiert. Hier schlug das touristische Herz Hamburgs. Doch das berührte mich alles wenig. Meine Gedanken waren auf das anstehende Treffen mit Rita fixiert. Lange vor zwei Uhr, betrat ich den Fahrstuhl des Rockcafés und fuhr nach oben zur Terrasse. Die Bedienung, eine attraktive zierliche Frau, die ihre Haare blau gefärbt und zu einem Pferdeschwanz gebunden hatte, wies mir einen Platz an. Sie führte mich zu einem Zweiertisch mit wunderschöner Aussicht auf die Elbe und das bunte Treiben unten. Trotz der exorbitanten Preise war es sehr voll. Mein Magen war vor Aufregung wie zugeschnürt, und ich hätte nichts essen können. Also bestellte ich mir nur eine Cola.

Doch Rita kam nicht. Zwanzig Minuten nach zwei gab ich die Hoffnung auf. Allerdings versuchte ich, sie nun doch noch einmal anzurufen. Nichts! Nicht einmal eine elektronische Voicebox war zu erreichen. Enttäuscht und missmutig wollte ich die Rechnung ordern. Doch irgendwie schien die Bedienung, die in ihrer engen Jeans mit dem breiten Gürtel sehr sexy war, mich nicht wahrzunehmen. Jetzt telefonierte sie auch noch. Ich fuchtelte herum, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen, und kam mir dabei recht blöde vor. Alle Welt vergnügte sich, nur ich war der Verzweiflung nahe. Sogar die Sonne schob sich hinter einer Wolke hervor und unterstrich die heitere Atmosphäre. In ihrem Licht erschien plötzlich Rita. Das Ziel all meiner Sehnsucht und die Grundlage meiner überbordenden Fantasien.

Sie lächelte mich fröhlich an und kam in ihren rosa Sportschuhen mit federnden Schritten zu mir. Begrüßte mich züchtig mit Wangenküsschen. Sie trug eine verwaschene Jeanshose, die so knapp abgeschnitten war, dass man ihre makellosen Beine komplett bewundern konnte. Als sie sich kurz umwandte, um der Bedienung zuzuwinken, erhaschte ich einen Blick auf ihren knackigen Hintern und sah, dass das Höschen auch ihre Poansatz freiließ. Ihr marineblaues Top wiederum zeigte, dass sie zumindest bei schönem Wetter nichts von einem BH hielt. Ihre Haare hatte sie inzwischen zu einer kecken Frisur gestutzt. Sie setzte sich und fixierte mich mit ihren dunklen Augen. Sie scannte innerhalb von wenigen Sekunden meine Seele und las meine Sehnsüchte, die ich doch vor anderen so gut verbarg. Ihre Miene war interessiert, freundlich, aber ich sah auch wieder diesen leisen Spott in ihren Augen.

»Da bist du also ganz alleine in der großen Stadt«, stellte sie fest und traf damit meine Gefühlslage sehr genau.

Gerade, als ich sie fragen wollte, ob ich ihr etwas zu trinken bestellen sollte, brachte die sexy Bedienung ihr eine Latte macchiato.

»War er pünktlich?«, fragte Rita sie.

Das Mädchen nickte. »Überpünktlich. Sogar zwanzig Minuten zu früh.«

»Das war sehr brav, Linus«, stellte Rita fest, und ihr Lob kitzelte mein Herz.

Ich staunte. Die zwei kannten sich offenbar. Daher hatte die Kellnerin mir wohl auch diesen tollen Tisch freigehalten. Meine Cola war längst getrunken, und ich bestellte noch ein Bier bei ihr. Doch anstatt meine Bestellung zu bestätigen, sah das Mädchen Rita fragend an.

»Er bekommt ein Wasser«, stellte Rita klar.

Ich schluckte und spürte, wie mir das Blut ins Gesicht stieg. Aber ich wagte nicht aufzubegehren. Die Bedienung sah mich schmunzelnd an, aber ich wich ihrem Blick aus und sagte: »Ja, ein Wasser bitte.«

»Aber woher wusste das Mädchen, dass ich es bin, der mit dir verabredet war«, fragte ich Rita, als wir alleine waren.

»Ich hatte Jenny ein Bild von dir geschickt«, meinte Rita. »Du weißt schon. Das aus dem Lagerraum.«

Vermutlich wechselte meine Gesichtsfarbe von erdbeerrot zu feuerrot. Ich sah mich vor mir, wie ich an das Regal gefesselt, mit heruntergelassener Hose und erigiertem Penis dastand, als Rita mich fotografiert hatte.

»Du hast ihr aber nicht dieses Bild gegeben?«

Rita kicherte auf, als sie sagte: »Aber ich habe doch nur dieses eine von dir. Aber keine Sorge, Jenny ist sehr diskret.«

Fast wäre ich vor Wut aufgebraust, aber im letzten Augenblick beherrschte ich mich. Schließlich wollte ich Rita nicht verärgern. Doch sie schien meine Gefühle zu lesen.

»Jetzt ereifere dich nicht. Du solltest zu deinen devoten Neigungen stehen, Linus.«

Sie trank einen Schluck und sah mich über den Rand ihres Glases an. Mein Ärger über diese Demütigung verrauchte zusehends. Sie hatte ja recht, und ich war froh, dass sie es aussprach. So ersparte sie mir langwierige und komplizierte Erläuterungen, was ich mir von ihr ersehnte.

»Nur wer sagt, was er will, kann das auch bekommen, was er sich wünscht«, ergänzte sie ihre Worte.

Würde ich bekommen, was ich mir wünschte? Ich wünschte mir, von Rita dominiert und angenommen zu werden. Dass sie meine unterwürfigen Neigungen nicht nur akzeptierte, sondern auch darauf einging. Insofern hatte ich keinen Grund, mich über ihre Indiskretion zu beschweren.

Jenny kehrte an den Tisch zurück und stellte mir das Glas Wasser hin. »Ein Wasser für den jungen Mann, bitte sehr.«

Der Spott in ihrer Stimme war nicht zu überhören, aber ich tat so, als hätte ich ihn nicht bemerkt. Jenny lächelte Rita an, bevor sie sich anderen Gästen zuwandte. Mein Hals kratzte und schnell trank ich einen Schluck von dem gut gekühlten Wasser.

»Als Biggi mich anrief und mir deine Nummer gab, habe ich mich wieder an dich und unser kleines Spielchen erinnert. Du hast Glück, Linus. Ich habe gerade eine Beziehung beendet und die Zeit für ein wenig Abwechslung.«

Das Gesagte wirkte jetzt irgendwie sehr unverbindlich. Ich war für sie also eine kleine Abwechslung? Nun, auf jeden Fall besser als gar nichts. Aber dass sie kein Single gewesen war, erschütterte mich schon ein wenig. Sie schien es zu spüren.

»Was hast du denn gedacht? Das eine attraktive Frau wie ich auf einen wie dich wartet? Du suchst eine Frau, die dich an die Hand nimmt und dominiert, Linus. Aufgrund unseres Kennenlernens glaubst du vermutlich, ich wäre die Richtige, um deine Fantasien zu erfüllen. Aber du täuschst dich. Ich bin keine Domina.«

Eine feste Hand schien meine Kehle zu umschlingen. Machte sie mir gerade klar, dass wir uns nicht wiedersehen würden? Vermutlich wirkte ich, wie ein Häufchen Elend, als ich sie ansah. Ich fürchtete mich vor ihren nächsten Worten.

»Bisher hatte ich eigentlich immer ganz normale Beziehungen, Linus. Ich mag Männer, die wissen, was sie wollen. Die sich beim Sex nehmen, was sie brauchen. Das macht mich an. Unser kleines Abenteuer hatte sich ja nur aus einer Laune heraus ergeben.«

Ich verspürte den Drang, in Tränen auszubrechen. Jetzt fehlte nur noch, dass sie sagte, wie sehr sie devote Männer verachtete.

Doch sie sagte etwas anderes. »Aber, wie gesagt, ich hätte gerade Zeit für ein kleines Spielchen. Ob ich auch Lust dazu habe, mit dir zu spielen, hängt von dir ab.«

Ich schöpfte Hoffnung. Gespannt sah ich sie an. Sie schien auch gar nicht zu erwarten, dass ich etwas sagte.

»Ich könnte es mir ganz unterhaltsam vorstellen, mich mit so einem unterwürfigen Kerlchen wir dir zu beschäftigen. Natürlich nur, wenn du tust, was ich sage und gehorsam bist. Aber das sollte ja kein Problem sein, nicht wahr?«

Ich schüttelte den Kopf und sagte: »Nein, sicher nicht.«

Ihre Worte und wie sie über eine mögliche Beziehung zwischen uns sprach, erregten mich mehr, als ich mir eingestehen wollte. Und auch mein anschwellender Penis sprach seine eigene Sprache.

»Aber während ich dich und dein Leben kontrollieren werde, hast du keinerlei Anrecht auf eine exklusive Beziehung mit mir. Wenn mir ein Kerl über den Weg läuft, auf den ich scharf bin, werde ich es mit ihm treiben. Ob es dir gefällt oder nicht.«

Ich schluckte bei der Vorstellung, dass sie eine Beziehung mit einem anderen, »normalen« Mann hatte und auch andere erotische Abenteuer nicht ausschloss, während ich nur ihr Spielzeug wäre. Aber andererseits hüpfte mein Herz, weil sie nicht mehr im Konjunktiv redete. Also nickte ich zum Zeichen meiner Zustimmung. Sie nahm das lächelnd und mit Genugtuung zur Kenntnis. Dann richtete sie sich in ihrem Stuhl auf und sah mich ernst an. Ihr Zeigefinger zeigte auf mich, als sie sagte: »Wenn du einmal nicht brav bist, oder ich einen anderen Grund habe, mich über dich zu ärgern, werde ich dich bestrafen.«

Mit großen Augen sah ich sie an.

»Wie meinst du das?«

»Was gibt es denn da nicht zu verstehen, Linus? Ich werde dir, wenn nötig oder wenn ich Lust dazu habe, den Hintern versohlen oder dich sonst wie züchtigen.«

Mir stand der Mund offen, und ich schaute sie ungläubig an. Daher sah sie sich zu einer weiteren Erklärung genötigt.

»Das gehört doch zu so einer Beziehung, Linus. Das macht doch keinen Sinn, wenn unerwünschtes Verhalten keine Konsequenzen hat. Abgesehen davon träumst du doch von solchen Dingen, nicht wahr?«

Ich fühlte mich ertappt und bloßgestellt. Natürlich hatte sie recht, aber das auch einzugestehen, fiel mir nicht leicht. Ich zuckte mit den Schultern und sagte leise: »Manchmal.«

Sie schmunzelte und sagte: »Es ist ja noch gar nicht gesagt, ob ich mich dauerhaft um dich kümmern werde. Aber ausprobieren werde ich es. Es wird also so eine Art Probezeit geben, in der du beweisen kannst, wie ernst es dir mit dem Gehorchen ist und in der du dich nützlich machen kannst.«

Sie versuchte erst gar nicht, irgendwelche Emotionen vorzutäuschen, und ich fühlte mich, als würde ich mich um einen Praktikumsplatz bewerben. Während ich mich nach ihr und ihrer Zuwendung verzehrte, sah sie das Ganze eher kühl unter dem Aspekt Aufwand und Nutzen. Aber was sollte ich auch anderes erwarten? Schließlich war sie einige Jahre älter und eine attraktive Frau. Was konnte ich ihr denn bieten, außer meiner Unterwürfigkeit und dem Versprechen, ihr zu gehorchen. Als Mann und gleichberechtigter Partner kam ich für sie sicher nicht infrage. Aber allein die Aussicht darauf, dass sie sich um mich »kümmern« würde, löste eine gewaltige Aufregung in mir aus.

»Zunächst wirst du mir eine Aufstellung über deine Vorlesungszeiten und sonstigen Verpflichtungen machen. Ich will ja schließlich wissen, wann ich auf dich zugreifen kann, ohne dein Studium zu beeinträchtigen. Außerhalb dieser Zeiten wirst du mir auf Abruf zur Verfügung stehen. Private Dinge haben dahinter zurückzustehen. Du wirst niemals Kontakt zu mir aufnehmen, ohne dazu aufgefordert zu sein. Hast du das soweit verstanden, Linus?«

»Ja Rita, habe ich.«

»Ach ja, und natürlich gehört es sich nicht, dass ein Devotling seine Herrin duzt. Du wirst mich ab sofort mit Herrin anreden und mich in der Gegenwart anderer zumindest siezen.«

Das Wort Herrin verursachte einen Gefühlssturm in mir, und mein Pimmel zuckte nervös.

»Ja Herrin, natürlich.«

Als ich die Worte ausgesprochen hatte, wurde mir fast schwindlig vor Aufregung. Aber gleichzeitig fühlte ich mich unglaublich erleichtert und froh.

Jenny kam an unseren Tisch und fragte Rita: »Brauchst du noch etwas?«

»Ein Gläschen Sekt könnte nicht schaden. Schließlich habe ich gerade einen Nützling gefunden.«

Jenny sah mich abschätzig an. Ich sah stur auf die Tischdecke.

»Bekommt er auch noch etwas?«

»Nein, Linus hat eine Aufgabe zu erledigen. Nicht wahr, Linus?«

Ich sah nun doch auf und nickte. Doch als sie eine Augenbraue hob und mich streng ansah, sagte ich: »Ja, Sie haben recht. Ich werde mich gleich daranmachen.«

»Du hast natürlich strengstes Wichsverbot, bis wir uns wiedersehen, ist das klar?«

Jenny grinste über das ganze Gesicht, als ich bestätigte: »Natürlich, Herrin.«

Warum musste sie das Verbot auch in Gegenwart dieser grinsenden Hexe aussprechen? Ich fühlte mich gedemütigt und gleichzeitig erregt. Rita machte eine wedelnde Handbewegung, und ich zückte meinen Geldbeutel.

Doch Rita meinte: »Lass es, Linus. Ich bin ja keine Gelddomse.«

Unter Jennys spöttischem Blick machte ich mich davon. Ich musste daran denken, dass sie mein Foto, das mich mit erigiertem Penis und am Regal fixiert zeigte, gesehen hatte. Eilig verließ ich das Lokal.

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