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Die Kraft aus der Sonne

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Die große Quelle der Kraft und Erneuerung für Geist und Körper heißt Ruhe. Ruht der Geist, ruht der Körper gewiss.

Es gibt eine Wissenschaft der Ruhe. Etwas von dieser Wissenschaft besteht darin, sich gar keiner Sorge hinzugeben und das Denken von allen Dingen abzuziehen, die sonst unseren Geist am meisten beschäftigen mögen. So wird Erholung und Erneuerung lang gebrauchter oder übermüdeter Organe möglich.

Alle Dinge, die wir mit unseren physischen Sinnen wahrnehmen können, haben ihre Gegenbilder in der geistigen Welt. Und Elemente des Geistes sind es, die ihre wirkliche und eigentliche Kraft darstellen.

Die Sonne hat einen Geist, der auf uns und unsere Erde einwirkt. Es gibt eine Sonne, die wir mit leiblichem Auge nicht sehen und die wir mit keinem unserer leiblichen Sinne zu fühlen vermögen. Diese Sonne verhält sich zur physischen Sonne wie sich unser Geist zu unserem physischen Körper verhält.

Die physische Sonne wirkt auf unseren physischen Körper ein. Die geistige Sonne oder der Sonnengeist wirkt auf unser geistiges Wesen. Und zwar in dem Maße, als unser geistiges Wesen entwickelt ist, den Sonnengeist aufzunehmen.

Wenn du diese Wahrheit vertrauend empfangen oder vertrauend erproben willst, wird dir aus der Sonne eine größere Kraft werden als demjenigen, der in ihr lediglich ein Ding der stofflichen Welt, einen Himmelskörper, einen Feuerball erblickt, kurz, du wirst mehr empfangen als der sogenannte „Materialist“.

(Es gibt übrigens sehr praktische Materialisten. Sie gehören einer Kirche an, bekennen Religion, fehlen bei keinem Sonntagsgottesdienst — und glauben doch an nichts als an den Stoff, an die Materie.)

Die Sonne und das Element, das sie zu uns niederströmt, ist nicht allein voll Leben, es ist auch voll geistiger Kraft. Es ist durchgeistete Kraft. Die Sonne ist mehr als nur ein Himmelskörper, ein Planet. Sie ist eine mächtige, bewusste Wesenheit, ein Geist. Wenn wir uns deshalb mit schweigendem Gebete jenem Geiste zuwenden, der unsere Erde durchwärmt und Leben aus ihr ruft, dann empfangen wir aus seiner Kraft. Wir empfangen Geist von seinem Geiste, Sonnengeist.

Hohe Weisheit hat im Altertum, dieses Gesetz erkennend, einen Tag von den sieben der Woche, der Sonne geweiht. An diesem Tage sollte der Mensch durch Geistes-und Körperruhe erhöhte Kraft aus der Sonne empfangen. Daher der Name Sonntag, Sonnentag, Tag der Sonne.

Spuren dieses Gesetzes und Brauches kamen durch die Sonnenanbeter des Ostens bis auf unsere Tage herauf. Man verstehe mich wohl: ich spreche hier weder für den wunderlichen Glauben der Parsen noch für ihre religiösen Übungen. Aber ich sehe in der Sonnenanbetung wie in jeder anderen Anbetung und Verehrung der vielen Bekenntnisse und Glaubensbräuche den goldenen Faden der Wahrheit, der sie alle durchzieht.

Doch die Sonne ist nur eine Quelle der Kraft, aus der wir schöpfen können. Sie ist nur eine Form der Offenbarung der erhabensten Kraft. Aber da sind viele, sehr viele andere Formen und Methoden, um Kraft zu gewinnen. Wir werden sie mit der Entfaltung unserer Geister alle finden. Wir haben Zeit genug: die Ewigkeit liegt vor uns.

Anbetung und Götzendienst sind zwei verschiedene Dinge. Anbetung erhebt, Götzendienst erniedrigt. Anbetung bewundert und verehrt die Schönheit einer Blume, die Gewalt des Ozeans, das Leben und die Kraft der Sonne. Ja, man könnte sagen, wahre Anbetung bestehe aus Bewunderung und Verehrung. Wer in Bewunderung und Verehrung anbetet, betet Gott im Geist und in der Wahrheit an. Ja, wer so anbetet, nimmt etwas von der geistigen Kraft oder Eigenschaft jener körperlichen Offenbarung des Gottesgeistes in sich auf.

In solchem Geiste bete die Sonne an. In solchem Geiste heilige den Tag!

Gib dich dem ruhigen, wärmenden, erfreuenden Niederstrom des Sonnenelementes hin, nicht allein dem Element, das da aus dem strahlenden Himmelskörper niederströmt, sondern zugleich dem verwandelten Elemente, wie es sich als Blume und Laub im Grünen, wie es sich in allem, was da lebt und Kraft aus der Sonne empfing und empfängt, entzückend offenbart.

Das Gebot: „Du sollst den Sabbat heiligen!“ schließt höchste Weisheit ein. „Sechs Tage sollst du arbeiten, aber der siebente Tag sei ein Ruhetag, dem Ewigen, deinem Gotte geweiht!“ Dem „Ewigen“ — nicht dem Zeitlichen!

Ich möchte schließend ein Sonntagsgebet hierhersetzen — nicht, damit man es mechanisch nachbete, sondern damit man daraus erfühle, worauf hier gedeutet werden wollte. Denn Gefühl ist alles. Und nicht der Buchstabe: der Geist ist Leben und Kraft!

Sprich etwa:

„Ich verlange danach, den Geist jenes herrlichen Gestirns zu fühlen, das die Quelle alles Lebens auf der Erde ist. Ich verlange nach Erhellung und Erleuchtung meiner spirituellen Sinne, auf dass ich in der Sonne die gewaltigste Offenbarung des göttlichen und ewigen Geistes erkennen möge. Ich verlange danach, aus allen Formen der Natur, aus Blume und Baum und Tier, die wie ich selbst von den Strahlen der Sonne zum Leben erwärmt werden, Kraft zu empfangen. Ich verlange danach, dass sich mir die Wirklichkeit dieser spirituellen Gesetze immer deutlicher und herrlicher beweise!“

Der unendliche Geist des Guten

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