Читать книгу Perry Rhodan Neo Story 17: Das sanfte Flüstern der Zukunft - Rainer Schorm - Страница 4
Kapitel 2
ОглавлениеKriegsgeschrei
Ker'Mekal war ein Schlachtfeld. Überall wurde gekämpft, nur nicht in meinem Umfeld. Ich befand mich im Auge des Sturms, direkt bei der Hauptzentrale, die sich in eine Festung verwandelt hatte. Der Angriff auf das Befehlszentrum lief. Ich hatte angeordnet, die Attacken sukzessiv zu steigern. Dagegen war die Ruhe in diesem Gang beinahe unheimlich.
Das wird nicht so bleiben, das weißt du!, warnte mein Extrasinn. Bleib konzentriert. Dies ist der Brennpunkt. Nicht die Kämpfe im Rest von Ker'Mekal.
Wir warteten. Auf den Generalquartiermeister. Er hatte sich in der Zentrale verbarrikadiert. Die einzige Möglichkeit, ihn aus seinem Versteck zu locken, war, ihm eine Chance zu bieten. Vor uns lag der verborgene Ausgang eines Geheimtunnels. An dieser Stelle musste Burech Enyer auftauchen; früher oder später. Andere Fluchtrouten waren ihm versperrt.
Mir und den vierhundert Naats, die ich mitgebracht hatte, lag nichts daran, Ker'Mekal zu zerstören. Der Lärm des Kampfes allerdings erzeugte einen anderen Eindruck. Neben dem Zischen und Fauchen der Strahlschüsse waberte der Geruch nach Ozon in unseren Gang. Die Hitze nahm zu. Die Energie der Plasmaladungen brachte die Luft in unmittelbarer Umgebung zum Kochen. Wo direkt gekämpft wurde, war die Hölle los, im wahrsten Sinn des Wortes. Ich fragte mich, was mein alter Freund Dante Alighieri wohl aus dieser Vorlage gemacht hätte.
»Die ihr eintretet, lasset alle Hoffnung fahren. Willkommen im elften Kreis der Hölle!«, murmelte ich.
Es gab nur neun Kreise der Hölle!, korrigierte der Extrasinn.
Gut aufgepasst, höhnte ich zurück. Was also wollte ich wohl damit ausdrücken? Als Literaturkritiker taugst du nicht.
Novaal hatte sich etwas zurückgezogen und bildete mit einer kleinen Kampfgruppe einen Riegel, der böse Überraschungen verhindern sollte.
Die taktische Aufstellung ist beinahe optimal, kommentierte der Extrasinn.
Ein Lob?, fragte ich ironisch.
Ein Fazit, erhielt ich als Antwort. Aber Schlachtfelder lassen sich nicht im Voraus berechnen. Was Burech Enyer tun wird, ebenso wenig. Rechne mit Komplikationen.
»Der Ausgang wird geschützt sein«, sagte Askoul, ein etwas untersetzter Naat mit sonderbar rötlichen Flecken über der Augenpartie. Die Ansammlung erinnerte beinahe an menschliche Brauen. Auch der Rest der schwarzen Lederhaut zeigte ein paar dieser Pigmentstörungen. Er schob die Fleischzähne nach vorn. »Der Generalquartiermeister lässt eine solche Fluchtmöglichkeit niemals ungesichert. Wir sollten das überprüfen.«
Er setzte die riesige Waffe lässig ab. Für einen Arkoniden ähnelte sie eher einem leichten Bordgeschütz. Er bewegte seine drei Finger in einem hypnotischen Rhythmus. Gerade so, als plane er, die Waffe wie ein Instrument zu spielen.
Er hat zweifellos recht!, äußerte mein Extrasinn. Das ist ein Fluchtweg der Kategorie Eins. Wir sind in unmittelbarer Nähe des Hauptgenerators. Energie für Fallensysteme und Zusatzschirme gibt es mehr als genug. Hinweise auf solche Vorrichtungen konntest du in den offiziellen Plänen zwar nicht finden. Aber du solltest die energetische Infrastruktur überprüfen. Das dürfte der einfachste Weg sein.
»Gut.« Ich stand auf und starrte kurz in den Gang, aus dem der Lärm leicht gedämpft zu uns drang. »Novaal hat das im Griff. Ich werde die Sicherungssysteme von der Energieversorgung abschneiden, wenn es welche gibt. Meine Autorisation sollte ausreichen.«
Askoul blinzelte nur. Seine vier Kameraden reagierten überhaupt nicht. Die Naats zeigten eine recht untypische Geduld. Sie waren längst im Kampfmodus – ihre scheinbare Ruhe war Taktik.