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Grundlagen

Alle Psychopharmaka entfalten ihre Wirkung über die Neurotransmitter. Folgende Neurotransmitterklassen werden unterschieden:

Tabelle 1: Neurotransmitter

AminosäurenBiogene AmineNeuropeptide (unvollständig)
GlutamatNoradrenalinOpioide
GABAAcetylcholinTachykinine
DopaminSomatostatine
SerotoninSekretine
Insuline

Die Neurotransmitter binden an Rezeptorfamilien. Rezeptoren werden in ionotrope und metabotrope unterschieden. Ionotrope Rezeptoren führen bei Anbinden des Neurotransmitters zur Öffnung eines Ionenkanals (ligandenabhängige Ionenkanäle), es kommt zum Einstrom von entweder positiv oder negativ geladenen Ionen und damit zu einer Exzitation oder Inhibition des postsynaptischen Neurons innerhalb von Millisekunden. Beim metabotropen Rezeptor ist ein metabolischer Prozess notwendig, um eine second messenger Kaskade in Gang zu setzen, die zur → Phosphorylierung der spannungsabhängigen Kalium- oder Calcium-Kanäle führt. Hierdurch wird das Aktionspotential verlängert oder verkürzt, der Prozess kann bis zu einer Minute dauern. Es wird außerdem der Autorezeptor unterschieden, der am präsynaptischen Neuron sitzt und über Autoinhibition eine Entleerung des Neurons verhindert. Der Heterorezeptor sitzt präsynaptisch an fremden Neuronen und verhindert die Ausschüttung des Neurotransmitters.

Tabelle 2: Rezeptorfamilien

TransmitterRezeptorenMembraneffektRezeptortyp
GlutamatNMDA, AMPADepolarisationIonotrop metabotrop
GABAGABAA, BHyperpolarisationIonotrop metabotrop
NoradrenalinAlpha, BetaDepolarisation Hyperpolarisationmetabotrop
AcetylcholinNicotinischer, muscarinischerDepolarisation HyperpolarisationIonotrop metabotrop
DopaminD1-D5Depolarisation Hyperpolarisationmetabotrop
Serotonin5-HT1-5-HT7Depolarisation HyperpolarisationIonotrop metabotrop

Es bestehen folgende Angriffspunkte am Neuron für exogene Liganden:

1. Substitution des Vorläufers (Parkinsonmittel)

2. Erhöhte Freisetzung (Amphetamine)

3. Agonist (z.B. Benzodiazepine)

4. Antagonist (z.B. Antipsychotika)

5. Inhibition des Metabolismus (Antidementiva)

6. Inhibition der Wiederaufnahme (z.B. Antidepressiva)

7. Verhinderung der Reizweiterleitung entlang des Axons (Anästhetika, Antiepileptika)

Psychopharmaka müssen in der Lage sein, die Blut-Hirnschranke zu überwinden. Dazu müssen sie niedermolekular und → lipophil sein.

Neuropsychopharmaka haben neben der erwünschten Wirkung eine Reihe von vegetativen und kognitiven Nebenwirkungen. Bei Überdosierung brechen alle kognitiven Funktionen zusammen und es entsteht Verwirrtheit, → Delir oder psychotisches Verhalten. Die kognitiven Nebenwirkungen werden durch den Wirkmechanismus des Präparats verursacht und entsprechen dem funktionalen Effekt des Neurotransmitters.

Tabelle 3: Kognitive Haupt-/Nebenwirkungen der Neuropsychopharmaka

NeurotransmitterPräparat/-klasseKognitive Haupt-/Nebenwirkung
NoradrenalinAmphetamin, Methylphenidat, ModafinilSelektivitätsfunktion der Aufmerksamkeit
AcetylcholinDonepezil, Galantamin, RivastigminIntensitätsfunktion der Aufmerksamkeit
DopaminKlassische AntipsychotikaWorking Memory, Alternierende Aufmerksamkeit
ParkinsonmittelVerwirrtheit, Psychosen
Atypische AntipsychotikaAufmerksamkeit
SerotoninAntidepressiva, SSRIAufmerksamkeit
GABABenzodiazepineMerkfähigkeit
AntiepileptikaMerkfähigkeit
OpioideAnästhetikaMerkfähigkeit
Psychopharmaka

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