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Die Kindheit ist der Ausgangspunkt aller Kreativität
Оглавление„Jedes Kind ist ein Künstler, die Schwierigkeit besteht darin, Künstler zu bleiben, wenn man Erwachsen ist“
Diese Aussage von Pablo Picasso bringt das auf den Punkt, was wir schon immer geahnt haben. Unterstütz wird diese These von einer NASA- Studie die folgendes zu Tage brachte:
„98% der fünfjährigen sind hochgradig kreativ, aber nur 2% der über 25- jährigen.“
Eine erschreckende Aussage, die zugleich eine Chance darstellt, zeigt sie doch auch auf, dass wenn wir wieder zum Kind werden, wir unsere Kreativität wieder zum Leben erwecken können. Zugegeben wir können die Uhr nicht zurückdrehen, aber vielleicht hilft es, wenn wir uns die Entwicklung eines Kindes ansehen um herauszufinden, wann und warum wir uns von unserer ursprünglich üppig vorhandenen Kreativität entfernt haben.
Die Geburt stellt im Laufe des menschlichen Lebens sicher den stärksten Einschnitt seiner Lebensweis dar. Mussten wir uns im Mutterleib um absolut nichts kümmern, so wird uns gleich nach der Geburt einiges abverlangt. Plötzlich umgibt uns eine ungekannte Kälte und wir müssen lernen unseren Wärmehaushalt zu kontrollieren und stabilisieren. Wir müssen eigenständig atmen, Nahrung aufnehmen und verdauen und unseren Kreislauf regulieren.
Licht in einer ungekannten Intensität trifft auf unser Auge. Unser noch junges Gehirn wird mit unbekannten Form, Farben und Tönen geradezu bombardiert.
Alles neu, alles anders und mit Sicherheit alles sehr beängstigend.
Ab etwa 2- 3 Monaten können wir die Stimme unserer Mutter von der Stimme anderer Menschen unterscheiden. Erweckt etwas unser Interesse so sind wir in der Lage diesem Reiz mit unseren Augen zu folgen.
Etwas später haben wir das Lächeln erlernt, eine Fähigkeit die uns den Aufbau von Bindungen insbesondere zu unseren Eltern, die als unsere Ernährer eine herausragende Rolle für uns spielen, erheblich erleichtern.
Mit etwa 6 Monaten beginnen wir mit den ersten Sprachübungen, lernen zu sitzen und beginnen mit den ersten Krabbelübungen.
Mit etwa 8 Monaten erfolgt ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt, der als Objekt- Permanenz bezeichnet wird. Hierbei handelt es sich um die Fähigkeit zu erkennen, dass Objekte auch dann noch existieren, wenn das Kind diese nicht mehr unmittelbar sehen kann. Wir wissen also, dass auch Dinge außerhalb unseres Blickfeldes existieren und wir beginnen sogar danach zu suchen.
Bisher war die Welt nur eine große Einheit mit uns als Zentrum, wir waren die Welt. Erst so langsam stellen wir fest, dass es auch noch Dinge außerhalb unserer Existenz gibt, die nicht zu uns selbst gehören.
In den folgenden Wochen lernen wir uns aus dem Liegen aufzurichten, stabil und frei zu sitzen, erste wenn auch noch recht unelegante Fortbewegungsarten wie Kriechen, Rutschen und Robben auszuüben. Etwas später kommt das Stehen und das wenn auch zu Beginn etwas unsicher gehen. Von nun an sind wir in der Lage unsere Umwelt selbstständig zu erkunden und das nicht immer zur Freude unserer Eltern, aber unsere Forschungsdrang ist unbändig.
Mit ca. 2 Jahren können wir uns selbst im Spiegel erkennen. Eine Fähigkeit die nur wenige Tiere besitzen (Schimpanse, Orang-Utans, Elstern, Keas, Delphine).
Ein weiterer bedeutender Schritt ist die Erkenntnis, dass die Welt unterteilt ist in Ich und alles andere und dass es noch jede Menge andere Ich`s gibt. Wir beginnen langsam zu verstehen, dass die Menschen um uns herum einen eigenen Willen und Gefühle haben und wir beginnen deren Gefühle anhand von Sprache, Betonungen und Mimik zu interpretieren.
Wir lernen sprechen und den Gebrauch anderer Ausdrucksmöglichkeiten wie Kopfschütteln und Nicken. Von jetzt ab lernen wir bis zu 100 Wörter pro Monat und unsere Sprache verändert sich von Einwort- Stadium zu Sätzen mit mehreren Wörtern und grammatikalischer Struktur.
Mit zunehmenden Alter steigert sich unsere Sozialkompetenz und wir sind in der Lage mit anderen Kindern gemeinsam zu spielen und Regeln zu akzeptieren oder gar selbst aufzustellen. Ab ca. 5 Jahre erkennen wird, das es Frauen und Männer gibt.