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Hin und her

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Der nukleare Gegenschlag des russisch-japanischen Bündnisses war für den Rat der Weisen Anlass genug, noch einmal kurzfristig zusammenzukommen, um die nächsten Schritte in diesem Krieg zu besprechen. Die Hartnäckigkeit ihrer Gegner hatte die hohen Herren in einen Zustand versetzt, der zwischen grenzenloser Wut und Verunsicherung schwankte. Doch wer sie kannte, dem war bewusst, dass sie sich auf Dauer auch von Millionen Toten nicht beeindrucken ließen. Zwar waren bei der Vernichtung von Los Angeles und San Francisco erneut Tausende der ihren getötet worden, darunter auch einflussreiche Film- und Medienbosse, doch waren das Kollateralschäden, die kompensiert werden konnten. Dennoch wirkte der Schock über den rücksichtslosen Gegenschlag auch unter den Weisen nach.

„Unsere Leute müssen die Metropolen und Großstädte aus Sicherheitsgründen verlassen. Das müssen wir ihnen endlich einschärfen“, sagte der Weltpräsident.

„Darauf dürften sie jetzt auch von selbst kommen. Die Atombombenabwürfe auf Los Angeles und San Francisco haben eine klare Sprache gesprochen und es gibt inzwischen keinen Zweifel mehr daran, dass Tschistokjow und Matsumoto ebenfalls keine Skrupel haben, ihre Atomwaffen gegen uns einzusetzen“, meinte der oberste Weise.

„Die Sache wird ernster, als wir gedacht haben“, sorgte sich ein anderes Ratsmitglied. „Was ist, wenn demnächst unsere anderen Zentren in Flammen aufgehen? Diese verfluchten Hunde wissen genau, wo unsere Macht und unsere Leute konzentriert sind.“

„Wir können es nicht ändern. Unsere Feinde wollen den totalen Krieg und den werden sie bekommen. Ich bin zu allem bereit. Wir haben genügend Atombomben in der Hinterhand. Die Sache geht gerade erst los!“, giftete der Weltpräsident und starrte den Bruder zornig an.

„Wir müssen nach wie vor zuerst Japan vernichten, um das feindliche Bündnis zu zerschlagen. Außerdem können wir dort mit unseren Atomwaffen den größten Schaden anrichten. Ein konzentrierter Beschuss der japanischen Inseln kann dort das ganze Volk ausrotten“, bemerkte ein ergrauter Herr am Ende des Tisches.

„Immer mit der Ruhe!“, mischte sich der Vorsitzende des Rates ein. „Vielleicht sollten wir uns zunächst doch wieder auf die konventionelle Kriegsführung konzentrieren. Japan ist auf dem Weg in die militärische Niederlage und auch die Truppen des Nationenbundes werden nicht mehr ewig gegen unsere Übermacht standhalten können. Ich bin da sehr zuversichtlich. Bevor wir den nächsten atomaren Schlagabtausch einleiten, kämpfen wir den Gegner erst einmal mit unseren konventionellen Streitkräften nieder. Wenn Tschistokjows und Matsumotos Armeen zerschlagen sind, dann können wir ihre Länder noch immer mit Nuklearwaffen verwüsten. Alles zu seiner Zeit.“

Der Weltpräsident stand von seinem Platz auf und tigerte durch den Raum. Schließlich drehte er sich den anderen Ratsmitgliedern mit einem kalten Lächeln zu.

„Der oberste Weise sieht die Lage vollkommen richtig. Wir haben viel Zeit, unsere Feinde langsam mit unseren Heeren auszubluten. Irgendwann bricht ihre Abwehr zusammen und sie werden immer hilfloser werden. Außerdem sind sie dann unserer Gewalt ausgeliefert und ich brauche niemandem zu sagen, was von Russland und Japan übrigbleiben wird …“

„Vielleicht hat unser Bruder Recht. Warten wir den weiteren Verlauf des Krieges einfach ab. Die japanische Offensive in der Mandschurei ist bereits fehlgeschlagen, unsere Truppen gewinnen überall an Boden. So lange unsere Feinde nicht mit Atomwaffen reagieren, können wir ruhig zusehen, wie sie langsam verrecken“, sagte ein Ratsmitglied.

„Bisher verläuft dieser Krieg weitgehend nach Plan. London, Los Angeles und San Francisco sind ärgerliche Verluste, aber sie sind zu verkraften. Matsumoto scheint übrigens nervlich nicht mehr lange durchzuhalten, wie mir einige GSA-Agenten berichtet haben. An Tschistokjow kommen wir allerdings gegenwärtig nicht heran. Versuche, seinen Führungsstab zu infiltrieren, sind von der ADR vereitelt worden. Die haben unsere Spione entdeckt und sofort erschossen. Wie auch immer, das sind Kleinigkeiten, meine Herren.

Zuerst werden wir jetzt Japan zerschlagen und anschließend den Nationenbund in die Knie zwingen. Und am Ende werden wir unsere Feinde mit einem Strafgericht konfrontieren, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Wir brauchen uns keine Sorgen machen, denn wir haben diesen Krieg auch weiterhin unter Kontrolle“, meinte der Vorsitzende des Rates der 13 und wirkte wieder gelassen.

„Und jetzt sollten wir darüber sprechen, wie wir die Vernichtung von Los Angeles und San Francisco positiv für unsere Zwecke ausschlachten können. Vielleicht hat uns der Feind damit mehr in die Hände gespielt, als er denkt“, höhnte der Weltpräsident.

„Ein wichtiger Punkt!“, stieß der oberste Weise aus. Er nahm einige Dokumente zur Hand.

Die Logenbrüder hatten die atomare Zerstörung von Los Angeles und San Francisco in den letzten Wochen dazu genutzt, den amerikanischen Patriotismus mit einer gewaltigen Medienkampagne anzuheizen. Nun setzten sie auf die Rachegefühle der Bevölkerung des Verwaltungssektors Amerika-Nord. Das Fernsehen malte Millionen Amerikanern indes tagtäglich furchtbare Horrorszenarien auf, wenn Tschistokjow und Matsumoto nicht aufgehalten werden konnten.

„Artur Tschistokjow und Haruto Matsumoto planen die Vernichtung der Menschheit!“, titelte die größte Zeitung des Sektors Amerika-Nord und versuchte, die dort lebende Bevölkerung mit allen Mitteln der Propaganda gegen ihre Gegner aufzuhetzen. Das Gleiche taten sämtliche Fernsehsender und Radiostationen, die die Massen ohne Pause mit neuen Schreckensmeldungen überschütteten.

„Da sie diesen Krieg nicht mehr gewinnen können und sich ihre Terrorherrschaft dem Ende zuneigt, planen die beiden wahnsinnigen Diktatoren die Vernichtung der kompletten Menschheit. Das belegen geheime GSA-Studien, die nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind. Sowohl der Nationenbund der Rus, als auch Japan, haben in den letzten Jahren riesige Mengen von Massenvernichtungswaffen gehortet, die sie nun einsetzen wollen, um Milliarden Menschen zu ermorden.

„Wenn ich die Welt nicht beherrschen kann, dann soll es auch niemand sonst tun!“, soll Artur Tschistokjow dem engsten Führungskreis seiner sogenannten „Freiheitsbewegung“ erklärt haben. Auch Matsumoto ist inzwischen vollkommen dem Wahnsinn verfallen und redet ununterbrochen davon, die übrige Menschheit auszulöschen, wenn sie sich nicht der japanischen Herrschaft beugt.

Der bekannte Psychologe Dr. Steven Redstein hat die beiden Staatsmänner nach einer intensiven Studie eindeutig als „klinisch geisteskrank“ bezeichnet.

Während Tschistokjows mordende Horden derweil Europa verwüsten und die Todesschwadronen der ADR ganze Völker abschlachten, hat die russisch-japanische Unheilsallianz erneut Millionen Menschen mit Atombomben ermordet. Der hinterhältige Angriff auf Los Angeles und San Francisco hat der freien Welt erneut vor Augen geführt, dass gegen diese beiden Tyrannen und ihre Mordschergen nur die härtesten Maßnahmen erfolgreich sein können.

Um ihre Heimat vor der Vernichtung durch die irren Weltbrandstifter zu bewahren, haben sich inzwischen Zehntausende von Freiwilligen bei der GCF gemeldet - sie wollen die Mächte der Zerstörung endlich aufhalten. Entschlossen steht die gesamte Menschheit auf und strömt zu den Rekrutierungsbüros der Global Control Force, denn sie ist nicht länger willens, der Ermordung Unschuldiger noch länger tatenlos zuzusehen“, verkündete die internationale Presse.

Eine der wichtigsten Propagandawaffen der Logenbrüder war allerdings im Zuge des Atombombenabwurfs auf Los Angeles zerstört worden: Hollywood.

Das Herz der feindlichen Filmindustrie existierte nicht mehr, was dem Rat der 13 große Kopfschmerzen bereitete. Trotzdem verfügte die Weltregierung aber noch immer über unzählige kleine und große Medien, die weiterhin pausenlos den Krieg der Worte fortsetzten. Tschistokjow versuchte hingegen, die lokalen Medien in den von seinen Soldaten eingenommenen Städten so gut es ging für seine eigenen Zwecke zu nutzen; bald verbreiteten diese ebenfalls ununterbrochen die Propaganda der Rus.

Wann es endlich zu einem flächendeckenden Schlagabtausch mit Atomwaffen kommen würde, konnte in diesen Tagen niemand genau sagen. Doch dass er über kurz oder lang zu erwarten war, war den meisten Menschen inzwischen klar.

Agatha Wilden und Julia sahen schweigend zu Frank herüber. Dieser saß am anderen Ende des Küchentischs und starrte ins Leere. Das Oberkommando hatte ihm erlaubt, noch etwas länger zu Hause zu bleiben, doch das hob die Laune des Generals nicht. Es herrschte eine bedrückende Stille und selbst Friedrich, der sich in einer Ecke des Raumes mit einigen Plastikfiguren beschäftigte, wirkte nachdenklich und besorgt.

„Ich kämpfe auch gegen die GCF!“, sagte der Junge leise und hielt seinem Vater zwei der Figuren unter die Nase.

„Wenn doch alles nur ein Spiel wäre …“, murmelte Frank. Er streichelte Friedrich den Kopf.

Schließlich betrachtete er die beiden Spielzeugfiguren und riss die Augen auf. „Ach, du liebe Güte!“

„Das sind die neuen Lieblinge deines Sohnes“, meinte Julia, genervt die Augen verdrehend.

„Ja!“, antwortete Friedrich begeistert. „Guck mal, Papa! Das ist einer von den Guten, der ist von den Warägern. Und der hier ist von den Bösen, von der Global Death Force.“

Frank musterte eine Actionfigur in der grau-schwarzen Rüstung der Warägergarde, die andere war ein Soldat der Global Control Force. Man hatte die Gesichtszüge des Bösewichtes entstellt, so dass er ein dämonisches Grinsen und tiefe, dunkle Augenringe hatte. Die Gesichtsfarbe war gräulich; er ähnelte eher einem Zombie als einem Menschen.

„Ich wusste gar nicht, dass es inzwischen solche Spielfiguren gibt“, bemerkte Frank erstaunt.

„Ich musste extra nach Wilna fahren, damit Friedrich seine neuen Figuren bekommt. Die Jungs sind da ganz wild drauf. Arturs neue Propagandawaffe im Kinderzimmer“, meinte Julia sarkastisch.

„Ich habe sogar dich, Papa!“, fuhr Friedrich fort und flitzte in sein Zimmer. Kurz darauf kam er mit einer weiteren Actionfigur, die noch in ihrer Verpackung steckte, zurück in die Küche gestürmt.

„Tataaah!“, rief er und überreichte sie stolz seinem Vater.

„General Frank Kohlhaas, der Achilles von Weißrussland“, las dieser den Text auf der Vorderseite der Verpackung. Er schüttelte den Kopf.

„Ich bin inzwischen ‘ne verdammte Actionfigur!“, brummte Frank mit wenig Begeisterung.

„Jetzt weißt du es ja, ich wollte dich eigentlich mit diesem Unsinn nicht auch noch nerven, Schatz“, bemerkte Julia.

Frank drehte die Verpackung wortlos um, las auch noch den Text auf der Rückseite. „General Frank Kohlhaas ist der größte Held aller Zeiten. Er kämpft seit vielen Jahren gegen die Armeen des Bösen und hat sie in unzähligen Kämpfen besiegt, um die guten und unschuldigen Menschen zu retten. Ganz Russland und jedes Kind liebt den großen General. Er ist unverwundbar und kann mit seinem Super-Plasmawerfer jeden Feind niederstrecken.“

„Papa ist aus Plastik!“, lachte Friedrich.

„Gibt es den Weltpräsidenten eigentlich auch als Actionfigur?“, wollte Frank wissen.

„Ja, der ist der Chef der Global Death Force. Aber den habe ich unserem Sprössling nicht gekauft. Irgendwann reicht es …“, sagte Julia.

„Der Weltpräsident sieht aus wie ein Teufel. Der hat so Hörner und einen langen, schwarzen Umhang, Papa!“, erläuterte Friedrich, der sich mit der neuen Figurenserie bereits bestens auskannte.

„Was soll ich dazu sagen? Die Weltregierung hat ihren dämlichen Sergeant Powers und wir haben jetzt mich. Da komme ich echt nicht mehr mit“, sagte Frank verdutzt.

„Artur hat diese Figuren persönlich in Auftrag gegeben und inzwischen werden sie sogar an den Schulen verteilt. Es gibt sie in jedem Laden, an jeder Ecke“, bemerkte Agatha Wilden.

„Wer ist Satchnt Pauers, Papa?“, fragte Friedrich dazwischen.

Frank winkte ab. „Ach, auch so eine Figur für Kinder. Nur von der anderen Seite …“

„Ist der bei den Bösen?“

„So in der Richtung, mein Junge.“

„Aber der ist nicht stärker als du, oder?“

„Sergeant Powers ist nur eine Plastikfigur.“

„Du wirst ihn besiegen. Deine Waräger machen die Globl Def Forz fertig!“, meinte Friedrich, sein Blick verfinsterte sich.

„Nerve uns bitte nicht weiter mit diesem Unsinn. Mir geht es nicht gut. Morgen muss ich wieder fort und werde sehr lange nicht mehr hier sein“, sagte Frank und nahm seinen Sohn in den Arm.

„Die Waräger werden dich beschützen, Papa!“, antwortete Friedrich und krallte sich am Hemd seines Vaters fest.

„Mein lieber Junge, jetzt lass mich bitte mal für einen Moment allein. Ich muss mit Mama und Oma noch ein paar Dinge besprechen.“

General Kohlhaas kehrte an die Front zurück und zog mit seinen Warägerverbänden in Richtung Leipzig. Er hatte vom Oberkommando den Befehl erhalten, die Verteidigung der nach wie vor von der Volksarmee besetzten Stadt zu organisieren. Tausende von GCF-Soldaten, zahlreiche Panzer und mobile Geschütze waren mittlerweile im Anmarsch; sie kamen unbeirrt näher, um die strategisch wichtige Stadt, welche mittlerweile zu einem Symbol deutschen Freiheitswillens geworden war, zurückzuerobern.

In den letzten Wochen hatten sich weitere deutsche Freiwillige bei der Volksarmee gemeldet und waren mit Waffen ausgerüstet worden. Und noch immer kamen neue Männer dazu.

„Leipzig wird eine deutsche Festung werden!“, hatte Ludwig Orthmann gestern in einer Radioansprache verkündet. Nun versuchten Tschistokjow Soldaten und die deutschen Milizionäre die Großstadt so gut es ging zu einem Bollwerk auszubauen. Doch ihre Mittel waren begrenzt. Es mangelte an Nachschub und Munition, ebenso wie an wichtigem Kriegsgerät und Geschützen. Vor einigen Tagen hatte die GCF-Luftwaffe eine große Anzahl von Gleisen und Zufahrtsstraßen zerstört, um der Volksarmee die Versorgung zu erschweren. War Frank noch vor kurzem mit dem Zug bis nach Litauen gefahren, so war dies mittlerweile kaum noch möglich.

Der Angriff auf die Nachschubwege der Volksarmee war erfolgreich gewesen, obwohl sich die Luftwaffe des Nationenbundes bemüht hatte, die feindlichen Kampfflugzeuge zurückzuschlagen.

Frank sah sich um. Bis zum Horizont erstreckte sich der graue Heereszug aus Volksarmisten und Warägern. Es war fast alles „Frischfleisch“, wie es Frank immer formulierte. Neu rekrutierte, junge Männer aus Russland, der Ukraine oder dem Baltikum. Hastig ausgebildet und mit Durchhaltepropaganda vollgepumpt.

„Sie werden uns ein paar neue Transportflugzeuge schicken“, erklärte Kohlhaas einem seiner Offiziere. Er sah den Russen mit ausdrucksloser Miene an.

„Für Luftlandeangriffe?“, fragte dieser.

„Ja, das fordere ich seit Monaten, nur das Oberkommando hat mal wieder gepennt. Damit werden wir bei Sturmangriffen wesentlich mobiler sein“, meinte Frank.

„Dann können sie uns direkt hinter den feindlichen Linien absetzen und wir kommen noch schneller ins Gefecht. Ist doch auch schön“, erwiderte der Offizier zynisch grinsend.

„So wird es wohl sein. Ich werde aber weiterhin die Transportpanzertruppe und meine Jungs befehligen. Damit habe ich die meiste Erfahrung. Dieses Luftlandezeug können andere übernehmen“, brummte der General.

„Was halten Sie eigentlich von Ihren Landsleuten, den Kriegsfreiwilligen?“, wollte der Russe wissen.

Frank lächelte gequält. „Sie bemühen sich, uns nach Möglichkeit zu helfen. Toll ausgebildet sind sie nicht, aber sie haben trotzdem einen guten Kampfgeist. Das ist nicht nichts. Aber es ist ja bei allen Freiwilligen so. Sie sind euphorisch, weil sie jetzt endlich für die Freiheit ihres Volkes kämpfen können, allerdings merken auch sie nach einigen Gefechten, dass Krieg kein Abenteuerurlaub ist.“

„Sehe ich auch so!“, gab der Russe zurück. „Ich bin bereits seit Jahren dabei. Früher bei den Rus, in den ersten Tagen der Freiheitsbewegung, dann der russische Bürgerkrieg und so weiter. Ich habe auch schon genug Schrecken erlebt.“

„Ach, dann sind Sie auch ein alter Kämpfer?“, freute sich Frank und lächelte anerkennend.

„Sozusagen, Herr General. Ich habe die erste Demonstration der Rus in Smolensk mitgemacht. Das war was, nicht wahr?“

„Allerdings!“, stieß Kohlhaas aus.

„Sie waren ja sogar beim Kampf um Weißrussland mit dabei, Herr General. Was soll ich Ihnen also erzählen? Das „Blutopfer von Gomel“ und die ganzen anderen Höhepunkte der Revolution“, meinte der Russe.

„Es waren keine Höhepunkte. Es war einfach nur schrecklich. Ich wäre damals in Gomel beinahe draufgegangen. Auch wenn man es heute überall verherrlicht und verklärt. Es war schlichtweg grauenhaft. Eigentlich ist es ein Wunder, dass ich überhaupt noch lebe“, antwortete Frank nachdenklich.

„Sie sind ja auch unverwundbar, Herr Achilles!“, sagte der Offizier mit einem lauten Lachen und klopfte Frank auf den Schulterpanzer seiner Ferroplastinrüstung.

„Dann würde ich diese Rüstung wohl nicht brauchen, oder?“, erwiderte der General. Dann lachte er ebenfalls.

Alfred Bäumer war vom Oberkommando der Volksarmee nach Braila, an der Westküste des Schwarzen Meeres, geschickt worden, um dort einige Warägerverbände zu befehligen. Die oberste Heeresleitung des Nationenbundes hatte in den letzten Wochen alles dafür getan, einen Gegenangriff in Richtung Rumänien und Bulgarien zu unternehmen und an einigen Stellen war es der Volksarmee tatsächlich gelungen, die gegnerische Frontlinie zu durchbrechen. Inzwischen hatten sich mehrere Zehntausend rumänische und bulgarische Freiwillige gemeldet, um Tschistokjow zu unterstützen, doch die unerfahrenen Milizionäre waren bereits in den ersten Tagen der Gegenoffensive in Massen gefallen.

In der Ägäis und im Schwarzen Meer tobten derweil schwere Seegefechte mit der Kriegsflotte des Weltverbundes. Die U-Boote des Nationenbundes hatten mit Hilfe neuartiger Torpedos zwei schwere GCF-Flugzeugträger und mehrere Zerstörer versenken können, was aber nichts an den hohen eigenen Verlusten änderte und den Kriegsverlauf zunächst kaum beeinflusste.

„Sie werden morgen oder sogar noch heute angreifen!“, erklärte Alf einem Unteroffizier. Er spähte zum Horizont.

Hinter ihm waren die Volksarmisten und Waräger wieder einmal dabei, sich rund um Braila einzugraben und Panzersperren zu errichten. Sie hatten nur noch wenige Geschütze aufzubieten, allmählich mangelte es an allem.

„Dort vorne, zwischen den Bäumen, könnt ihr noch weitere Stacheldrahtbarrieren hinstellen!“, befahl Alf und ein paar grau uniformierte Soldaten begannen mit der Arbeit.

Der Deutsche stöhnte leise, er verdrehte die Augen. Jetzt war er hier gelandet, im trostlosen Bulgarien. Vielleicht würden sie bald von einer Übermacht der inzwischen weit nach Nordosten vorgestoßenen Feinde umzingelt sein. Diese Gegenoffensive hatte lediglich die Aufgabe, den Feind zu binden, damit der Nationenbund die wichtigsten Fronten in Russland weiter absichern und befestigen konnte – und sie hatte etwas von einer verzweifelten Kamikazeaktion.

„Wäre ich doch mit dem Arsch zu Hause geblieben …“, murmelte Alf leise auf Deutsch und legte seine Ferroplastinrüstung an.

„Die GCF ist nur noch zwei Stunden von hier entfernt. Außerdem hat die Flotte neue Truppen bei Constanta ausgeladen“, schallte es aus dem kleinen Sprechgerät an Bäumers Kragen.

„Dann wissen wir ja jetzt Bescheid“, knurrte dieser.

Nervös marschierte Alf entlang des Schützengrabens, den seine Männer ausgehoben hatten. Sie würden hier nicht lange aushalten können, da war er sich sicher. Wenige Stunden später griffen die Feinde an.

Unterirdische Waffenfabriken, weit draußen in der russischen Einöde gelegen, hatten derweil mit der Produktion von EMP-Geschützen begonnen, um dem Nationenbund einen größeren Schutz vor feindlichem Atomraketenbeschuss zu gewährleisten.

Prof. Hammer und Hunderte weitere Wissenschaftler hatten in einem monatelangen Forschungsmarathon die fortschrittlichen Geräte entwickelt. Die Aufgabe der EMP-Geschütze sollte es nun sein, heranfliegende Atomraketen zu orten und mit Hilfe elektromagnetischer Impulse unschädlich zu machen. Da die modernen Atombomben alle über elektronische Mikrochips gezündet wurden, sollten die neuartigen Sonden diesen Zündmechanismus im Vorfeld unterbrechen und zerstören.

Artur Tschistokjow hatte angeordnet, dass die Geschütze zunächst rund um die wichtigsten russischen Städte postiert werden sollten. Er wartete fieberhaft auf die Fertigstellung der ersten Serie. Ob diese Wunderwaffen wirklich einen wirksamen Schutz gegen Atomwaffen darstellten, sollte sich allerdings erst noch zeigen. Aber wenn sie es waren, dann konnte diese Tatsache den Krieg auf Dauer entscheiden, denn die Weltregierung verfügte offenbar nicht über ähnliche Schutzvorrichtungen.

„Wir können diesen Kampf auf lange Sicht nur durch eine überlegene Waffentechnologie gewinnen!“, hatte der russische Staatschef seinen Wissenschaftlern in den letzten Jahren immer wieder eingeschärft.

Es war ohne Zweifel eine Tatsache, dass die technologische Entwicklung in den Ländern des Weltverbundes seit vielen Jahren stagnierte oder gar zurückging. Die von der Weltregierung eingesetzte Militärtechnologie, die meist auf den deutschen Erfindungen des letzten Jahrhunderts basierte, war in den letzten Jahrzehnten kaum weiterentwickelt oder gar durch neue, bahnbrechende Erfindungen ergänzt worden.

Da die Logenbrüder die von ihnen beherrschten Länder kulturell und geistig verkümmern ließen, hatte auch die technologische Entwicklung keine nennenswerten Fortschritte mehr gemacht. Denn wo das allgemeine Credo lediglich Kontrolle und Ausbeutung war, legte man auf die gezielte Förderung von Wissenschaft und Forschung zunehmend weniger Wert.

Es zeigte sich in diesem Kontext, wie enorm wichtig es war, gerade die hochbegabten Teile des Volkes zu fördern und zu vermehren, wie es Artur Tschistokjow tat. Die Logenbrüder hingegen wollten keine Nationen mit starken Kulturen und großen Denkern hervorbringen, sondern waren an einem Völkerbrei aus identitätslosen und geistig niedrig stehenden Sklaven interessiert.

Damit waren sie jedoch auf dem besten Wege, sich selbst ins eigene Fleisch zu schneiden. Die ehemals hochtechnisierten Völker Europas beispielsweise, die in der Vergangenheit immer wieder Wunderwerke der Erfindung hervorgebracht hatten, schwanden heute dahin und ihre geistige Entwicklung war in den letzten Jahrzehnten immer weiter vertrocknet. Artur Tschistokjow hatte sich dagegen geschworen, diesen Zerfall aufzuhalten und das sterbende Europa doch noch wiederzubeleben. Aber dafür musste er diesen grausamen Krieg gewinnen, wovon er im November des Jahres 2051 meilenweit entfernt war.

Der Anführer der Rus und sein Führungsstab hatten den Atombunker am Fuße des Uralgebirges verlassen und waren unter strengster Geheimhaltung nach Kungur gefahren, um sich dort mit einem engen Vertrauten des islamischen Rebellenführers Darian Aref zu treffen. Sie redeten nunmehr seit Stunden mit dem Iraner und wurden sich langsam einig.

„It is very important that we fight together. If Mr. Aref is able to unleash a bigger rebellion in the Iran and the Arabic world it will be good for Russia too”, meinte Wilden.

Der Gast nickte. „I think that we will be able to attack the GCF in the Middle East some day, but we need more weapons to form a revolutionary army, do you understand?”

„Yes! The National Alliance of the Rus is willing to support your fight against the GCF. But we have a lot of problems here in Russia. The enemy comes closer and closer – and our casualties are great!”, bemerkte Tschistokjow.

„Believe me, Mr. Tschistokjow, Millions of young Muslims are waiting for a leader like Darian Aref and the holy war against the World Government, but we don’t have enough weapons”, antwortete der iranische Freischärler.

„Wenn die moslemischen Rebellen die GCF in einigen Regionen des Mittleren Ostens binden, also eine zweite Front aufmachen und ihre Nachschublinien attackieren, dann hat das für uns große Vorteile“, gab einer der anwesenden Generäle zu bedenken.

„Das ist vollkommen richtig, aber wir haben selbst auch nicht unendlich viele Waffen zur Verfügung“, bemerkte Wilden. „Trotzdem kann ein flächendeckender Aufstand der islamischen Welt dem Feind im Nahen Osten das Rückgrat brechen.“

Der Iraner schaute seine Gesprächspartner fragend an, da er nichts von dem Gesprochenen verstanden hatte. Dann lächelte er.

„Do you want to support us?“, fragte er.

Tschistokjow nickte. „Yes! With all we can give! We will send you some weapons at first, and some training officers of the Volksarmee too.”

„Sie wollen den Moslems Ausbildungsoffiziere schicken, Herr Präsident?”, wunderte sich Verteidigungsminister Lossov.

„Ja, zumindest ein paar. Sie sollen die islamischen Milizionäre trainieren, damit sie gegen die GCF eine Chance haben. Diese Orientalen sind zwar heißblütig, aber es mangelt ihnen an Disziplin und Organisation.“

„Es würde unsere Südfront gehörig entlasten, wenn es Aref gelänge, einen Flächenbrand in der islamischen Welt zu entfachen“, betonte Wilden noch einmal.

„So ist es. Das ist eine Chance, die wir nutzen müssen!“, meinte der Anführer der Rus.

„Then I can tell Mr. Aref that the National Alliance of the Rus will support our rebellion, right?”, vergewisserte sich der Unterhändler noch einmal.

“Yes! We are willing to fight together with you against our common enemy“, gelobte Tschistokjow, dem Iraner schließlich die Hand schüttelnd.

Dieser machte sich daraufhin wieder auf den Weg in seine Heimat und der russische Staatschef und seine Getreuen waren froh, einen weiteren Verbündeten zu haben. Darian Aref konnte Großes erreichen, wenn er die Kraft des Islam gegen den gemeinsamen Feind entfesselte. Vielleicht waren die Moslems nicht übermäßig gut ausgebildet und technisiert, doch waren sie zahlreich und voller Hass auf die Weltregierung und die dahinter stehende Macht.

Frank schleuderte eine Handgranate in den Eingang des zerschossenen Ruinenhauses und sprang in Deckung. Sekunden später ließ ein dumpfer Schlag das Gebäude erbeben und die Waräger stürmten vor. Der rauschende Strahl eines Flammenwerfers zischte durch den langen, dunklen Korridor, während Franks Soldaten wie wild auf alles feuerten, was aus den Rauchschwaden heraustaumelte.

„Vorwärts!“, brüllte Kohlhaas in sein Funkgerät und einige seiner Soldaten rannten die Treppen ins obere Stockwerk hinauf, um von einem wütenden Feuerstoß empfangen zu werden. Ein Soldat, der vor Frank die Stufen hochgerast war, torkelte zurück; er riss den General mit sich.

Dieser sah sich nach seinem reglosen Kameraden um, der mitten im Gesicht getroffen worden war und ein letztes Mal zuckte, bevor er sich nicht mehr rührte.

Frank schleuderte eine weitere Handgranate, sprang die Treppe wieder blitzartig herunter, duckte sich. Eine laute Detonation donnerte durch die obere Etage, während die Waräger erneut versuchten, nach oben zu kommen. Es war ein furchtbares Getöse und ehe sie sich versahen, rannten mehrere GCF-Soldaten mit lautem Gebrüll auf sie zu und stachen mit ihren Bajonetten auf sie ein. General Kohlhaas sah eine blitzende Klinge auf seinen Brustpanzer zurasen, wich dem Stoß jedoch in letzter Sekunde aus. Er hatte wieder zu Pistole und Machete gegriffen. Im Gegenzug trieb er seine rasiermesserscharfe Nahkampfwaffe durch die Körperpanzerung eines GCF-Soldaten. Mit einem lauten Schmerzensschrei taumelte dieser zurück und brach zusammen. Hinter ihm wurde sofort der nächste Gegner sichtbar. Frank reagierte reflexartig; er tötete den Mann mit einem Kopfschuss.

Neben Kohlhaas prasselten einige Projektile gegen die Betonwand, doch der General und seine Männer ignorierten den Beschuss und machten die Feinde auf dem Korridor in einem brutalen Hauen und Stechen nieder.

Nach und nach wurde Frank von einer berserkerhaften Raserei ergriffen und schlug mit der Machete um sich, während er gleichzeitig auf Kopfhöhe feuerte.

„Vorwärts, Brüder! Tötet sie alle!“, brüllte er so laut er konnte und schlitzte einen GCF-Soldaten, der aus einem Nebenraum gesprungen war, mit der Machete auf. Der Mann ging zu Boden, als Frank auch schon über ihm stand und ihm mehrfach ins Gesicht schoss. Knurrend sah sich der General um. Dann wischte er sich einige Blutspritzer aus den Augen.

Endlich hatten die schwer gepanzerten Waräger diese Etage in ihre Gewalt gebracht. Mehr und mehr von ihnen kamen die Treppenaufgänge hoch und rangen die überall im Gebäude verschanzten GCF-Soldaten mit Bajonetten, Flammenwerfern und Handgranaten nieder.

General Kohlhaas war heute wieder an vorderster Front mit dabei, um seinen Männern und Landsleuten ein Beispiel an Mut und Tapferkeit zu geben. Die Volksarmee und die deutschen Freiwilligen kämpften nunmehr seit Tagen um Leipzig und versuchten, den Großangriff der Global Control Force mit allen Mitteln abzuwehren.

Mittlerweile hatte der Feind die Innenstadt fast erreicht und brach langsam durch den Abwehrgürtel, den die Verteidiger gelegt hatten. Mit der Rückeroberung dieses strategisch günstig liegenden Gebäudes in der Leipziger Innenstadt, direkt neben einem großen Platz, hatten die Waräger eine Stellung gewonnen, an der sich hervorragend Scharfschützen und schwere Waffen postieren ließen.

„Die kommen mit Panzern!“, schallte es aus dem Komm-Sprechgerät an Franks Kragen. Der General hastete zurück auf die Straße, die mit Schutt und toten Soldaten übersät war.

„Wie weit sind die Tanks noch weg?“, fragte Kohlhaas.

„Ein paar Straßen weiter. Die haben da die Stellungen der Volksarmee mit ihren Geschützen eingeebnet“, erhielt er als Antwort.

„Alle Plasmawerfertrupps hierher!“, befahl Frank. Wenige Minuten später bezogen die Waräger mit den schweren Waffen hinter einigen Trümmerhaufen und Mauerresten Stellung.

„GCF-Infantrie rückt durch Quadrat E-7 vor, General!“

Kohlhaas musterte die kleine Karte auf seinem DC-Stick, er gab ein paar Befehle durch.

„Scharfschützen schießen nur auf die Offiziere und Truppführer! Plasmawerfer nur auf die Panzer! Alle anderen knallen den Rest ab! Verzahnte Feuerlinien! Ihr wisst ja, wie es geht, Kameraden!“

Frank kroch zu einer Gruppe seiner Männer hinter eine eingestürzte Mauer und wartete. Nach etwa einer halben Stunde näherten sich mehrere Panzer, die sofort damit anfingen, die Häuser um sich herum in Stücke zu schießen. Schutt und Trümmer flogen durch die Luft, Häuserfronten stürzten krachend auf die Straßen.

„Wartet noch! Lasst sie kommen!“, gab der General durch.

„Infanterie folgt den Panzern …“, ergänzte einer der Späher.

„Warten, Männer!“

Die Tanks fuhren auf den großen Platz in der Leipziger Innenstadt, den die Waräger, die überall verschanzt waren, in eine Todeszone verwandelt hatten.

„Jetzt!“

Glühende Plasmabälle rasten von einer Sekunde auf die andere in Richtung der Panzer, um sich durch die Außenhüllen der Fahrzeuge zu fressen. Drei der Tanks explodierten, während die anderen weiter vorwärts rollten und ununterbrochen auf die Häuser schossen. Schließlich folgte die GCF-Infanterie, die versuchte, hinter den Panzern oder den überall liegenden Trümmerhaufen Deckung zu finden.

In der Masse der angreifenden Soldaten spritzten plötzlich kleine, blutige Wolken auf, denn die Scharfschützen der Volksarmee hatten damit begonnen, die Truppführer und Offiziere des Gegners gezielt zu töten.

„Verzahnte Feuerlinien!“, gab Frank durch. Augenblicklich donnerten die Sturmgewehre seiner Männer los.

Dutzende GCF-Soldaten, die den großen Platz überqueren wollten, brachen getroffen zusammen, brüllten auf, warfen sich in den Dreck. Derweil explodierten weitere Panzer, die pausenlos von den Plasmawerferschützen unter Feuer genommen wurden.

Es dauerte nur wenige Minuten, dann waren die Gegner so weit in die von den Warägern errichtete Todeszone hineingelaufen, dass sie von allen Seiten beschossen werden konnten und sich der Gegenangriff in ein Blutbad verwandelte. Überall wurden ganze Schwärme feindlicher Soldaten niedergemäht und die vorrückenden Infanteristen purzelten schreiend und sterbend durcheinander.

Schließlich wandten sich die GCF-Soldaten zur Flucht, Frank befahl seinen Männern, die Verfolgung aufzunehmen. Sämtliche Feindpanzer waren mittlerweile entweder zerstört worden oder zogen sich wieder zurück. Feuernd, schreiend und von Franks bebender Stimme vorwärts getrieben, setzten die Waräger den fliehenden Feinden nach und machten jeden nieder, den sie erwischen konnten.

Sie hetzten die panischen Gegner durch die Gassen, während ihnen einige Trupps deutscher Freiwilliger zu Hilfe kamen und die flüchtenden GCF-Soldaten mit ihren Sturmgewehren unter Feuer nahmen.

Frank und seine Waräger hatten derartige Situationen und Taktiken inzwischen unzählige Mal einstudiert, sie mehr und mehr perfektioniert. Doch dieser kleine Sieg im Herzen von Leipzig war nur ein winziger Ausschnitt aus der großen, erbitterten Abwehrschlacht, die um die sächsische Großstadt entbrannt war.

Beutewelt VII: Weltenbrand

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