Читать книгу Geheimnis Eiweiß - Die Protein Diät - Андреас Иопп, Andreas Jopp - Страница 7

Оглавление

Eiweißqualität – das Aminosäuren-Abc


Die neun lebenswichtigen Aminosäuren

Eiweiß ist nicht gleich Eiweiß. Es ist eine Frage der Qualität. Bekommen Sie wirklich alle Aminosäurenbausteine, die Sie brauchen? Denn viel Eiweiß zu essen heißt nicht unbedingt, dass Sie tatsächlich auch von den seltenen oder hitzeempfindlichen Aminosäuren genügend bekommen. Die Qualität des Eiweißes bestimmt, ob die Aminosäuren nach der Verarbeitung noch intakt sind und wie gut Sie es verdauen. Je vollständiger alle 9 essenziellen, d. h. die lebenswichtigen, Aminosäuren in einem Eiweiß enthalten sind, desto hochwertiger ist es und desto weniger Eiweiß brauchen Sie dann pro Tag.

Der Amino-Bauplan, wie funktioniert er? Aus den 9 essenziellen Aminosäuren können im Körper weitere 13 Aminosäuren hergestellt werden. Daraus ergibt sich ein komplettes Abc, das mit 21 Aminosäuren-Buchstaben die Proteine für sämtliche Körperzellen, für die Nervenbotenstoffe zum Glück und vieles mehr herstellen kann. Schon wenn nur eine essenzielle Aminosäure fehlt, können viele Proteine nicht mehr geschrieben werden. Die langen fehlerfreien Satzreihen aus Aminosäuren sehen dann unvollständig aus: Dann könn n Si k in n Stoffw chs lb f hl schr ib n. Schlau, wie der Körper ist, zieht er dann die eine oder andere Aminosäure aus den Aminosäurenzwischenlagern ab – z. B. aus Ihrem geliebten Bizepsmuskel. Lange geht dieser Raubbau natürlich nicht gut. Ständig zu wenig von einer bestimmten Aminosäure – das macht Sie schlapp, Sie verlieren Muskelmasse, und Ihr Stoffwechsel funktioniert schlechter.

DAS AMINOSÄUREN-ABC

TryptophanPhenylalaninLysinMethioninIsoleuzinLeuzinValinThreoninHistidin CysteinGlutaminArgininTyrosin AlaninAsparaginCystinGlutaminsäureMethioninGlyzinProlinSerin
Aus diesen neun unentbehrlichen, nicht verzichtbaren Aminosäuren baut sich das Leben auf. Je vollständiger die essenziellen Aminosäuren enthalten sind, desto hochwertiger das Eiweiß. Diese Aminosäuren werden normalerweise aus den unentbehrlichen Aminosäuren hergestellt. Unter bestimmten Umständen – bei Krankheit, Infekten, Sportlern oder bei Kindern – können diese Aminosäuren aber knapp werden und müssen zusätzlich über die Nahrung kommen. Diese Aminosäuren sind entbehrlich, denn sie können vom Körper aus den unentbehrlichen Aminosäuren hergestellt werden.

Die biologische Wertigkeit

Asiaten sind meist kleiner als Europäer. Warum sieht man dann aber auf den Laufstegen der Modewelt in Paris & Co. viele hochgewachsene Koreanerinnen? Das Essen macht es möglich: Reis ist Grundnahrungsmittel in den meisten Teilen Asiens und wird meist mit Gemüse kombiniert. Reis aber ist arm an Threonin und Tryptophan. Beide sind essenzielle Aminosäuren. Gemüse enthält insgesamt sehr wenig Eiweiß: Da i t hr chl cht für Wach tum (Das ist sehr schlecht fürs Wachstum). Koreaner dagegen essen viel Fleisch. Reis und Fleisch kombiniert enthält alle nötigen Aminosäuren.

Noch ein Beispiel: Als strenger Vegetarier müssten Sie schon kiloweise Vollkornbrot am Tag essen, um auf Ihren Bedarf an der Aminosäure Lysin zu kommen. Mit Eiweißkombinationen aus tierischem und pflanzlichem Eiweiß fahren Sie besser. Schon drei kleine Kartoffeln und ein Ei enthalten alle Aminosäuren, für die Sie sonst wahre Brotberge vertilgen müssten. So einfach lassen sich Muskeln schonen und die Psyche mit Glücksbotenstoffen überfluten.

Biologische Wertigkeit
Molkeeiweiß 104
Vollei 100
Kartoffeln 98
Rindfleisch 92
Thunfisch 92
Milch 88
Soja 84
Reis 81
Roggenmehl 80
Casein aus Milch 77
Mais 71
Getreide 60
Gelatine 0

Die Mischung macht’s – Lebensmittelkombinationen

Je mehr unterschiedliche eiweißhaltige Lebensmittel Sie essen, desto höher ist Ihre Chance, alle essenziellen Aminosäuren in ausreichender Menge zu bekommen. In der Fachsprache: Die biologische Wertigkeit nimmt zu.

Hier kommen also die lang verschmähten Eier zu neuem Glanz. Mit den richtigen Kombinationen können Sie leicht eine biologische Wertigkeit – also das, was Ihr Körper aus den Aminosäuren selbst bauen kann – von über 100 erreichen. Was heißt das? Als Referenzwert (100) für hochwertigstes Eiweiß in einem Lebensmittel werden immer Eier genommen. Einige Lebensmittelkombinationen übertreffen aber die biologische Wertigkeit von Eiern. Sie schaffen es auf eine biologische Wertigkeit von bis zu 140. Ein echter Powercocktail für den Stoffwechsel!

Tipp für Vegetarier

Die intelligente Kombination von Eiweißquellen ist für sie besonders wichtig. Vollkornbrot-Orgien reichen nicht. Mit Sojaprodukten, Linsen, Bohnen und Mais schaffen sie den Ausgleich.


GUT ZU WISSEN

Eier sind gesund

Eier enthalten wichtige Vitamine, fettlösende Substanzen wie Lezithin und sind vollgapackt mit hochwertigen Aminosäuren. Keine Frage: Eier gehören zu den hochwertigsten Lebensmitteln überhaupt. Sind auch Sie ein Opfer der übertriebenen Cholesterinhysterie? Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie das Frühstücksei aufklopfen? Vergessen Sie es. Tatsächlich erhöht das Cholesterin aus Eiern kaum den Blutfettspiegel. Ihre Blutfette werden hauptsächlich durch tierische gesättigte Fette aus Wurst, Käse, Butter und vor allem durch Industrie-Killerfette – die teilweise gehärteten pflanzlichen Fette – in Fertigprodukten erhöht.

Wenn Eier ungesund wären, müsste man dies in Langzeitstudien zeigen können. In den beiden weltweit größten Langzeiternährungsstudien der Harvard-Universität mit 37 851 Männern und 80 000 Frauen wurden auch Eier und deren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht.89 Das Ergebnis: Eier erhöhten nicht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es machte gar keinen Unterschied, ob Teilnehmer nur ein Ei pro Woche oder ein Ei pro Tag gegessen hatten.

EIWEISS-KOMBINATIONEN

Power für jeden Tag

Ab und zu ein Ei. Vor allem zum Frühstück öfter mal Brot mit eiweißhaltigem Quark und Marmelade anstatt Butter! Schon kurbeln Sie den Stoffwechsel mit den Aminosäuren an.

Tierisches oder pflanzliches Eiweiß – was kommt in der Blutbahn an?

Die Aminosäurenzusammensetzung von tierischem Eiweiß ist de facto am leichtesten verwertbar. Ein Reh ist uns halt doch ähnlicher als eine Bohne. Als Nächstes ist wichtig: Wie gut verdauen Sie später, was jetzt noch vor Ihnen auf dem Teller liegt? Andersherum: Was kommt vom Eiweiß und vor allem von den essenziellen Aminosäuren schließlich in der Blutbahn an? Bei vielen Pflanzen muss man sich da erst mal durch viele Faserstoffe durchbeißen und quasi hindurchverdauen. Die meisten tierischen Lebensmittel schneiden da besser ab. Schauen Sie mal, wie viel pro Lebensmittel in den Blutbahnen ankommt.

Keine Vorurteile gegen tierisches Eiweiß

Halbgelehrte und Gesundheitsapostel haben uns jahrelang gepredigt, dass tierisches Eiweiß schlecht für uns sei. Aber nicht das Eiweiß ist schlecht für uns, im Gegenteil: Das Eiweiß aus Milch und Eiern ist das hochwertigste überhaupt für Sie! Es ist vielmehr das viele Fett aus hochverarbeitetem Käse, Wurst oder Sahne, das Sie krank und dick macht.

WAS KOMMT IM BLUT AN?

Wie viele essenzielle Aminosäuren auf Ihrem Teller sind, ist schon die halbe Miete (biologische Wertigkeit).

Gut verdauen und ab in die Blutbahn ist die andere Hälfte. Rechnet man beides zusammen, dann schneiden leicht verdauliche Molke, Milch, Eier und Sojaprodukte am besten ab. Im wissenschaftlichen Kauderwelsch nennt man diese Berechnung aus Wertigkeit und einfacher Aufnahme PDCAAS.90

Molke100Bohnen68
Ei100Haferflocken57
Milch100Kartoffeln55
Sojamehl100Linsen52
Fleisch92Roggen49
Erbsen70Welzen44

Fettarm – das ist wichtig bei tierischem Eiweiß

Jäger und Sammler jagten mageres Wild und gesunden Fisch. Wenn der Normalbürger dagegen heute im Supermarkt sein tierisches Eiweiß shoppt, steckt es meist voll mit gesättigten Fetten. Die Deutschen lieben es fett. Wuchtige 40 % der Ernährung der Deutschen bestehen aus Fett. 22 % der täglichen Eiweißzufuhr des dicken Deutschen kommen aus fetter Wurst und Käse.91 Das fette Käsebrot wird gleich noch dick mit Butter verkleistert. Weitere 31 % der Eiweißzufuhr von Herrn und Frau Normalo stammen aus Fleisch, das selten mager ist: fette Würstchen aus Schlachtresten; fetter Schweinebraten, zusätzlich mit fettem Speck angebraten, obendrauf als i-Tüpfelchen des Geschmacks noch eine pampige Sahnesauce. In den Adern wird nur noch tierisches Fett hin- und hergepumpt, das überall festklebt. Die Zellwände werden zugeschmoddert, die Blutfette steigen an, und die Fettzellen blähen sich auf. Kein Wunder, das jeder zweite Deutsche an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung stirbt. Denn das Fett schmoddert jedes Jahr Ihre 200 000 Kilometer Blutbahnen um 1 bis 2 % mehr zu. Zuerst bekommen Sie hohen Blutdruck, wie bei einem zugesetzten Gartenschlauch. Wenn Ihre Transportwege zu drei Viertel zugesetzt sind, bekommen Sie Herzbeschwerden.

Käse, fette Milchprodukte, Wurst und fettes Fleisch – das sind alles schlechte Eiweißquellen. Schmeißen Sie die fetten eiweißreichen Lebensmittel aus Ihrer Ernährung raus, und bauen Sie stattdessen magere eiweißreiche Lebensmittel ein. Sie werden schnell auf den Geschmack kommen. Das Eiweiß aus Magerquark, magerem Geflügel und Fisch macht Sie fit. Und Sie können nach Herzenslust und ohne Reue mehr davon essen, genau wie der Steinzeitmensch.

KILLERFETTE RUINIEREN DIE GESUNDHEIT

Eiweißreich, aber zu viele gesättigte Killerfette

Gesättigter Fettschmodder aus tierischen Fetten klebt Ihre Blutbahnen zu. Zwei Drittel der Deutschen haben deswegen zu hohe Blutfette. Jeder zweite Deutsche stirbt an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung! Übrigens: Pommes frites sind zwar vegetarisch eiweißreich, aber genauso ungesund, weil sie voller schädlicher, entarteter Frittierfette stecken. Der Steinzeitmensch kannte weder fetten Käse, Wurst, Sahne, übergewichtige Stalltiere noch Frittiertes. Vermindern Sie diese Fette, wo Sie nur können. Von diesen fetten Lebensmitteln stammt der schlechte Ruf des tierischen Eiweißes.


GESUNDE FETTARME STEINZEITKOST

Eiweißreiche und fettarme tierische Lebensmittel sind gesund

Mit Geflügel und mageren Milchprodukten liegen Sie richtig. Magerquark ist der Renner: viel Eiweiß, fast kein Fett, dreimal so viel Eiweiß wie in Milch oder Joghurt. Eier haben ein so hochwertiges Eiweiß, dass Sie trotz des etwas höheren Fettgehalts nicht darauf verzichten sollten.


FIT MIT FISCH – UNÜBERTROFFEN FÜR IHRE GESUNDHEIT

Eiweiß und gesundes Omega-3-Fett

Fisch gehört zu den gesündesten Lebensmitteln überhaupt. Die Kombination aus Eiweiß und Omega-3-Fetten ist dafür verantwortlich! Omega-3-Fette sind überlebenswichtig für uns! Diese Fette halbieren das Risiko für Schlaganfälle92 93 und Herzinfarkte.94 95 96 97 98 Omega-3-Fette werden in Ihr Gehirn eingelagert. 60 % des Gehirns bestehen aus Fett, die Hälfte davon sind Omega-3-Fette. Sie werden geistig leistungsfähiger, sind weniger anfällig für Depressionen99 100 101, sie halbieren das Risiko für Alzheimer und für geistige Schwäche im Alter.102 Kaufen Sie fettreichen Fisch. Omega-3-Fett-armen Fisch zu kaufen ist ungefähr so dumm wie vitaminarmes Obst zu kaufen. Übrigens: Es ist nicht besser, mageren Fisch zu essen. Bei magerem Fisch nimmt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht ab.103 Alles über Omega-3-Fette finden Sie in unserem Bestseller »Fit mit Fett«. Fisch ist top. Die Jäger und Sammler wussten schon, was sie gesund hält.

Steuern Sie bei jedem Marktbesuch die Fischtheke anstatt der Fleischtheke an. Nach einer Weile wird die neue Route zur Routine. Statt Wurstbude und amerikanischer Fleischklops-Kette gehen Sie in der Innenstadt lieber mal zu Nordsee, aber greifen Sie nicht zum frittierten Fisch. Lieber pur. Über 300 Nordsee-Restaurants bieten das Supereiweiß an.

Diät: 2008 konnte man nachweisen: Mehr Omega-3 bei einer Diät löst ein stärkeres Sättigungsgefühl aus. Omega-3 verbessert die Wirkung der Glücksbotenstoffe Serotonin und Dopamin. Kein Fischesser? Dann ergänzen Sie Omega-3-Kapseln.

Omega-3-Fett-reicher Fisch(meist Kaltwasserfisch)

Omega-3-FettEiweiß
Thunfisch3350 mg21 g
Hering3150 mg18 g
Lachs2840 mg20 g
Makrele1990 mg19 g
Sardine2440 mg24 g

Omega-3-Fett-armer Fisch

Forelle485 mg20 g
Scholle205 mg17 g
Seezunge195 mg17 g
Kabeljau90 mg17 g

Pflanzliches Eiweiß – je mehr, desto besser

Von pflanzlichem Eiweiß können Sie nie genug bekommen – Gries, Haferflocken, Vollkornbrot, Bohnen, Soja, Mais, Linsen.

Pflanzliches Eiweiß hat gegenüber Fleisch den großen Vorteil, dass es nicht mit Fett vollgestopft ist. Essen Sie davon so viel, wie Sie wollen. Das A und O ist hierbei die Abwechslung, denn in einigen Pflanzen gibt es von der einen oder anderen Aminosäure zu wenig. Ein paar Beispiele:

Getreide hat wenig Lysin. Beim Backen gehen gleich noch mal 15 % verloren. Die Folge fehlenden Lysins ist wie ein Alphabet ohne e: Lysin f hlt dann oft für di F ttv rbr nnung.

Mais, Cornflakes und Reis haben wenig Tryptophan und Threonin. Wie ein Alphabet ohne i und a: M t wen g Tryptoph n schl fen S e schlecht.

Sojabohnen haben wenig Methionin. Wie ein Alphabet ohne t: Me hionin is wich ig für den Zellschu z.

Hülsenfrüchte haben wenig Methionin und Tryptophan. Wie Sätze ohne t und i: Daher d e n edr ge b olog sche Wer gke .

Essen Sie sich fit und glücklich

Einige Menschen möchten es immer gleich: Würstel schlingend prägen sie das Bild der Deutschen weltweit. Tag ein, Tag aus ein vegetarisches Broteinerlei mit etwas Rohkost ist auch nicht gut für Sie, auch wenn »Bio« und »Vollkorn« draufsteht.

Denken Sie global. Genießen Sie die Abwechslung. Bringen Sie die bunte Weltküche in Ihr Leben: Peppen Sie den Aminosäurenmix z. B. mit asiatischen Tofugerichten auf. Essen Sie öfter einmal feuerscharfe mexikanische Bohnen-Reis-Gerichte. Zaubern Sie Linsensalate oder Linsengemüse in jeder Variation. Essen Sie Gerichte mit Hülsenfrüchten wie im vorderen Orient. Lassen Sie Großmutters Rezepte mit geschlagenem Eischnee in Griesbrei, Griesklößen oder Dinkelgries wieder zu Ehren kommen. Blättern Sie doch für Ideen einmal im Rezeptteil ab Seite 173. Machen Sie Ihr Leben wieder bunt, vitamin- und aminosäurenreich. Nach kurzer Zeit schon werden Sie feststellen, wie die vermehrte Zufuhr dieser Biomoleküle Ihre Psyche mit Glücksbotenstoffen überflutet, wie Ihr Nervenkostüm durch Nervenbotenstoffe ausgeglichener wird und wie Sie mit Ihrer Fettverbrennungsmaschine die Muskeln besser erhalten. So fühlen Sie sich schnell glücklicher und fitter.

Wenn Chemiker von Lebensfreude sprechen

»Glücklich durch Eiweiß, na, das ist doch etwas hoch gegriffen, oder?« Nun, lassen wir Professor Kofranyi vom Max-Plank-Institut zu Wort kommen. Er ist einer der größten Eiweißexperten und Chemiker unserer Zeit und erforschte die biologische Wertigkeit von Eiweiß. 104 Während er unermüdlich maß, welches Eiweiß seine Labortiere am besten wachsen ließ, genehmigte er sich selbst wohl auch ab und zu einen Löffel Eiweiß. Als letzten Satz einer oft zitierten komplizierten Abhandlung schreibt er: »(…) größere Eiweißgaben besitzen eine stimulierende Wirkung, und sie erhöhen die Arbeits- und Lebensfreude.« Erstaunlich: Ein sonst in Formeln sich ausdrückender Chemiker spricht von »Lebensfreude« und »stimulierender Wirkung«. Er spürte wohl, wie seine Labortierchen und er selbst einfach gut drauf waren mit Eiweiß. Kein Wunder: Denn die Produktion von Glükksbotenstoffen und das ganze Hormonsystem werden durch Aminosäuren angekurbelt.

Wie viel Eiweiß braucht der Mensch?

Nun haben Sie sicher schon einige Vorurteile gegen Eiweiß hinter sich gelassen und wissen etwas mehr:

Unser Körper ist auf mehr Eiweiß eingestellt.

Tierisches Eiweiß aus fettarmem Fleisch und aus Milchprodukten ist hochwertig und gesund.

Eiweißkombinationen aus pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln sind optimal.

Ergibt sich die nächste Frage: Wie viel Eiweiß brauchen wir denn – als aktive Menschen? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt einen 10-%-Anteil, das ist für Dauersitzer und betende Mönche ohne Stress. Für verfettetes, hängendes Sitzfleisch. Denn die minimale Eiweißzufuhr wurde für den sitzenden Menschen »errechnet«.105

Tatsächlich gibt es aber bis heute keine Studien, die den optimalen Eiweißbedarf wirklich nachweisen! 10 %, 15 % oder 20 %? Es kommt entscheidend darauf an, ob Sie ein Sesselhocker sind und sich kaum bewegen oder ob Sie ein aktiver, forever young Mensch sind. Unsere Leser, die meist Sport treiben, die das Bürotreppensteigen als Fitnessübung nutzen, die in der Regel stressige, eiweißzehrende Jobs haben oder gerade vielleicht auf Diät sind, um wieder ihre Traumfigur zu bekommen, brauchen ganz sicher mehr Eiweiß. Mit dem Eiweißminimum arbeiten Sie nur mit halber Leistung, Ihre Psyche wird labil, Ihr Immunsystem ist nicht schlagkräftig genug, und die Muskeln werden immer wieder aufgezehrt.

Orientieren wir uns an einer Millionen Jahre ausgetesteten Ernährung: Die Jäger und Sammler »gönnten« sich 19 bis 35 % Eiweiß. Ein Anteil von 25 % Eiweiß ist eher etwas für Leistungssportler. Aber 15 bis 20 % Eiweiß für aktive Menschen sind ein guter Mittelwert. Das wären 1,2 bis 1,6 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Das lässt sich für Ihr Gewicht ganz einfach ausrechnen: Ihr Gewicht × 1,2 – 1,6 g = optimaler Eiweißbedarf.

WIE VIEL EIWEISS SIE BRAUCHEN, ENTSCHEIDET IHR LEBENSSTIL

Wie viel Eiweiß wir optimal brauchen, kann sehr unterschiedlich sein. Ihr Lebensstil zählt mit. Haben Sie viel Stress? Stresshormone bauen Muskeln ab. Bei Stress verbrauchen Sie auch mehr bestimmte Aminosäuren für Neurotransmitter. Treiben Sie viel Sport und wollen Muskeln aufbauen? Sind Sie auf Diät und wollen die Muskeln erhalten? Haben Sie gerade einen Infekt, bei dem viel Eiweiß für Immunzellen gebraucht wird? Dann brauchen Sie wahrscheinlich mehr Eiweiß.

Jäger und Sammler Aktiver Mensch heute DGE-Minimum-empfehlung
Proteinzufuhr als % der Gesamtkalorien 19–35 % 15–20 % 10 %
Gramm pro Kilogramm Körpergewicht 1,2–1,6 g/kg 0,8 g/kg
Kraftsportler 1,4–1,8 g/kg106
Auf Diät. Minimum 1,8–2 g/kg
Kurzfristig bei Infekten oder nach Operationen 2–2,5 g/kg

Machen Sie Ihre Bluteiweißwerte wieder fit

Mit zu wenig Eiweiß im Blut fühlen Sie sich schlapp, und Fett wird nicht gut verbrannt. Warum? Auch das Fett-Transporttaxi Carnitin wird aus Aminosäuren gebaut. Je besser Ihr Bluteiweißwert ist, desto fitter fühlen Sie sich.

Mit zu wenig Eiweiß wird das Immunsystem träge. Oft liegt dies auch an schlechter Eiweißqualität, weil einseitig gegessen wird. Es mangelt dann an bestimmten essenziellen Aminosäurenbausteinen. Die kann man im Blut genau messen. Dann gibt es noch viele Menschen, die Eiweiß schlecht verwerten, weil die Verdauung schlecht funktioniert, wie bei Menschen ab 65.

Kann man denn den Bluteiweißwert anheben? Manche Wissenschaftler sagen nein. Das ist aber nicht die Erfahrung von Orthomolekularmedizinern und praktischen Ärzten, die damit arbeiten und den Eiweißspiegel täglich im Blut ihrer Patienten messen und kontrollieren. Warum das so wichtig ist? Die Erfahrung zeigt: Wer im oberen Drittel des Bluteiweißwertes liegt, der fühlt sich glücklicher, kann sich leichter konzentrieren und ist leistungsfähiger. Das geht nicht auf Knopfdruck, sondern dauert einige Monate mit zusätzlichem Eiweiß, bis man den Bluteiweißwert gesteigert hat. Aber meist gelingt es. Vorsicht: Das heißt nicht, dass Sie jetzt nur noch Berge von Eiweiß vertilgen sollen! Nicht ein Extrem durch ein anderes beseitigen! Aber ein zusätzlicher hochwertiger Eiweißshake am Tag und mehr fettarme, eiweißreiche Kost wie Linsen, Bohnen und Quark – dann schaffen Sie es locker in das obere Wohlfühldrittel des Bluteiweißwertes.

Der Bluteiweißwert

Bei 8 g/dl ideal: Sie fühlen sich wohl, sind leistungsstark, die Muskeln werden erhalten, das Immunsystem ist schlagkräftig.

Bei 7 g/dl gut.

Bei 6 g/dl verbesserungsbedürftig: Müdigkeit, Stimmungsumschwünge, Infektanfälligkeit sind häufig.

Geheimnis Eiweiß - Die Protein Diät

Подняться наверх