Читать книгу Persönlichkeit und Elemente - Annette Schumann - Страница 9
ОглавлениеDIE ELEMENTEFOLGE
Die Typologie der Elemente geht davon aus, dass jeder Mensch die Elemente Wasser, Erde, Feuer und Luft in sich trägt. Dieser Ansatz beschreibt die Vollkommenheit des menschlichen Wesens. Er besagt auch, dass der Mensch ein vollkommener Mikrokosmos im Makrokosmos ist. Das schließt die Schöpferkraft im Menschen und seine Beteiligung an der universellen Schöpfung mit ein. Die Bewusstwerdung dieser Fähigkeit ist gleichzeitig verbunden mit der Verantwortungsübernahme für dieses nur uns Menschen innewohnende Potential. Die Bereitschaft zur vollständigen Verantwortungsübernahme für sich selbst und die eigene spezifische Elementefolge öffnen die Tore zur Erkenntnis der Berufung, die dann offenbart wird.
Im Unterschied zu anderen Elementelehren geht die Typologie davon aus, dass die vier Elemente zu gleichen Teilen, nämlich zu jeweils 25 %, in jedem Menschen angelegt sind.
Die Elemente treten nacheinander in das Leben des Menschen, als würden sie auf einer Bühne erscheinen. Vorhanden sind sie als Akteure unserer Lebensbühne jederzeit alle vier.
Innerhalb der ersten zehn Lebensjahre wird vornehmlich das erste Element sichtbar. In der zweiten Lebensdekade tritt das zweite Element hinzu. Die dritte Lebensdekade ist durch das dritte Element geprägt und das vierte, letzte Element erscheint in der vierten Lebensdekade. Da alle vier Elemente von Anbeginn unseres Lebens als Teil des Lebensensembles hinter der Bühne versammelt sind, ist es verständlich, dass es in jeder Elementedekade auch Epochen gibt, in denen zusätzlich eines der anderen drei Elemente im Leben stark präsent ist. So kann ein stilles Erdkind innerhalb der ersten zehn Lebensjahre durchaus Phasen heftiger Feuerstürme mit Konflikten und Streit erleben.
Die Elemente zeigen sich zunächst in einem unvollständigen oder blockierten Ausdruck. In einem Prozess des Erkennens durch Erleben und Erfahren geschieht die Befreiung und Bewusstwerdung der elementetypischen Eigenschaften (3-E-Prinzip: Erleben – Erfahren – Erkennen).
Der erste Schritt ist dabei stets das Wahrnehmen einer Elementeeigenschaft in sich. Sie ohne Widerstand als zu sich gehörend anzunehmen ebnet den Weg, sie als einen Teil des Selbst zu akzeptieren und schließlich zu lieben. Dieses Stück Selbstliebe, das über die Liebe zu einer Ele-menteeigenschaft entstanden ist, integriert das Element vollständig in das eigene Leben. Und genau darin liegt der Weg. Auf etwas, das fest zu mir gehört, kann ich im Alltag bauen.
Zum besseren Verständnis möchte ich Ihnen das am Beispiel eines Puzzles erläutern. Der Begriff der Vollkommenheit der vier Elemente in uns besagt, dass alle hundert Puzzleteilchen auf der Tischfläche liegen. Sie liegen ungeordnet und zum Teil noch umgedreht mit dem Bild nach unten. In der ersten Lebensdekade erscheinen die ersten fünfundzwanzig Teilchen. Sie möchten umgedreht und zusammengefügt werden.
Das erste Stück vom Gesamtbild hilft uns weiter im Puzzlespiel. Manchmal fehlen ein bis zwei der ersten fünfundzwanzig Teilchen, dennoch können wir weiterpuzzeln. Irgendwann jedoch müssen wir sie einfügen, um das vollständige Bild zu sehen.
Setzen wir Teilchen falsch zusammen, weil sie einander sehr ähnlich sind, entsteht ein verzerrtes Bild. Fehlen uns die ersten fünfundzwanzig Teilchen des Rahmens, wird es schwerer, das Puzzle von der Mitte her zu beginnen.
Übertragen wir diese Metapher auf unser Leben mit den Elementen können wir schnell verstehen, wie wichtig es ist, Kinder in den ersten zehn Lebensjahren bei der Vervollkommnung ihres ersten Elements zu unterstützen.
David Wared geht aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen als Heiler und Philosoph davon aus, dass 80 % der Menschen ihr erstes Element nicht vollständig integrieren konnten und somit nicht leben können. Hierfür nennt er drei Ursachen:
1. Konditionierung im Kindesalter durch das Umfeld
2. Blockaden durch eigene negative Erfahrungen
3. Mit in dieses Leben gebrachte Blockaden – die sogenannten karmischen Blockaden
Für diese Zusammenhänge besteht ein großer Aufklärungsbedarf und das ist eine segensreiche Aufgabe für Eltern und Erzieher unserer Zeit.
Die Zusammensetzung der Elemente, damit meine ich die Reihenfolge ihres Auftretens im Leben, ist bei den einzelnen Menschen unterschiedlich. Aus vier Elementen folgen vierundzwanzig verschiedene Elementetypen mit der nochmaligen Unterscheidung nach Geist- oder Seelenleitung. Damit ist die Typologie der Elemente die differenzierteste Elementelehre, die bisher beschrieben wurde.
Die Reihenfolge der Elemente ist vorgeburtlich festgelegt. Zu einem besseren Verständnis können Sie sich das als eine Art geistige genetische Anlage vorstellen. Nach Auffassung der Philosophie des Lichtbewusstseins wählt jede Geist-Seele-Einheit bewusst vor ihrer Inkarnation die Reihenfolge der Elemente.
Wie in der Einleitung erklärt, folgt jede materielle Form ihrer geistigen Information. Somit erschafft jedes menschliche Wesen seinen eigenen Bauplan vorgeburtlich selbst. Dabei wird die Reihenfolge der Elemente so gewählt, dass die anstehenden Entwicklungsaufgaben für dieses Leben bestmöglich erfüllt werden können. Im Volksmund spricht man vom Lebenssinn, dessen Erfüllung ein glückliches Leben beschert.
Ayurveda spricht vom Dharma, der Eigenschaft, die einen zu dem macht, was man ist. Die Lichtbewusstseinsphilosophie benennt einen Inkarnationsauftrag für ein Leben und einen Existenzauftrag für die gesamte Existenz als menschliches Wesen. In der Abfolge mehrerer Inkarnationen strebt die Geist-Seele-Einheit dabei stetiges Wachstum und Veredelung an.
Das möchte ich Ihnen an einem Beispiel aus der Tierwelt veranschaulichen: Die höchstmögliche Veredelung eines Vogels ist der Adler. Also können wir davon ausgehen, dass der Adler, der jetzt majestätisch durch die Lüfte gleitet, in früheren Leben bereits ein Spatz oder Huhn gewesen ist. Er braucht genau diese Erfahrungsqualitäten, die in seiner geistigen DNA freigeschaltet wurden, um jetzt der König der Lüfte sein zu können.
Die Reihenfolge seiner Elemente befähigt den Menschen zur Erfüllung bestimmter geistiger und seelischer Aufgaben im Leben. Zunächst erfüllt er seinen Inkarnationsauftrag und danach arbeitet er weiter an seinem Existenzauftrag, dessen Erfüllung dann seine Existenz als Mensch beendet. Dann gleicht er dem Adler, der als König der Lüfte die Vogelexistenz abschließt. Das Integrieren bestimmter Elementequalitäten in das Leben wird im folgenden Text auch als Auffüllen der Elementehäuser bezeich-net.
Ein achtsamer und aufmerksamer Mensch nimmt ganz bewusst wahr, was ihm im Leben begegnet. Gemäß dem Gesetz der Resonanz ziehen wir in unserem Leben Personen und Situationen an, die uns auf eine zu lösende Aufgabe oder ein Lebensthema hinweisen. Kennen wir unsere Elementefolge und die Eigenschaften der Elemente, die zu integrieren sind, verläuft unser Alltag leichter. Ein Mensch, der bereits zwei seiner Elemen-tehäuser gefüllt hat, begegnet kaum noch größeren Problemen im täglichen Leben. Er meistert diese Alltagssituationen, bevor sie zum Problem werden. Mit drei vollständig gefüllten Elementehäusern kann er bereits die Selbstmeisterschaft erlangen.
Gelingt es nicht, bestimmte Qualitäten zu integrieren, weist das auf eine innerliche Blockade hin. Der Mensch reagiert dann mit:
• Widerstand
• Ablehnung
• Verschiebung oder
• Ignoranz
auf das zu lösende Lebensthema oder Alltagsproblem. Bevor ein Elementehaus weiter gefüllt werden kann, gilt es, die Blockade zu lösen. Hinter einer solchen Blockade stauen sich weitere unvollständige Elementeeigenschaften der nachfolgenden Elemente an. Sie lassen den Menschen immer wieder den Impulsen aus dem Schattenausdehner oder Ego folgen.
Die Schattenimpuse haben alle zum Ziel, das Voranschreiten des Menschen auf seinem wahren Lebensweg zu behindern. So verschafft sich das Ego mithilfe der Ablenkung Lebensraum. Ein Mensch, der durch Erlernen der Meditation zur Einlenkung auf sich und das All-Eine befähigt wird, erkennt nach und nach die Herkunft seiner Impulse.
Sie sehen also, dass das Auffüllen der Elementehäuser eng mit der Lösung von Lebensthemen verknüpft ist. Ein Mensch, der alle seine vier Elementehäuser gefüllt hat, hat auch alle seine Lebensthemen gelöst. Er ist von ihnen befreit. Er hat sich von alten Verletzungen geheilt und sein Wesen im universellen Sinn erkannt. Nun steht er mit den Qualitäten aller vier Elemente im Dienst der Befreiung, Heilung und Selbsterkenntnis aller seiner Mitwesen und unserer Erde. In der Einheit mit den anderen drei Elementen erlangt sein erstes Element die höchste Ausdruckskraft.
Aus der Einheit wird mit der Kraft des ersten Elements universelle Freiheit, Wahrheit, Liebe und Frieden auf der Erde manifestiert und materialisiert. Die Verantwortung des einzelnen Menschen für sein Leben ist gewachsen zu einer Verantwortung für das Leben aller Wesen. Sein Sehnen danach besteht mitunter schon viel eher, das Potential für die Er-füllung dieses Herzenswunsches jedoch steht erst mit vollständigen Elementehäusern ganz und gar zur Verfügung.
An dieser Stelle möchte ich auf einen weiteren Unterschied zu bekannten Elementelehren eingehen. Die mir bekannten Systeme sind so aufgebaut, dass der Mensch ein oder zwei bestimmten Elementen zugeordnet wird. Diese machen seine Grundkonstitution, mit der er geboren ist, aus.
Die fehlenden Elemente werden durch den Lebensstil ergänzt, sozusagen von außen hinzugefügt, damit eine gesunde Balance im Leben aufrechterhalten werden kann. Balance oder Homöostase ist der höchstmögliche Zustand, der auf körperlicher Ebene erreicht werden kann. Darin zeigen sich die Grenzen der Materialität.
Alles, was uns in materieller Form begegnet, hat Grenzen. Es gibt einen Anfang und ein Ende. Es gibt ein Oben und ein Unten. Es gibt eine Hülle und einen Inhalt mit Abgrenzung zum Nichtmateriellen.
Auch unser Leben als Mensch beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod. In der Welt der Einheit, in der unser Ursprung liegt, ist das Leben immerwährend. Die Geist-Seele-Einheiten existieren ewig. In dem Zeitabschnitt, in dem sie eine materielle Form angenommen haben, als Mensch, Tier oder Pflanze, ist das Leben in dieser Form endlich. Diese Anschauung ist möglicherweise für einige von Ihnen fremd. Wer mit den Kreisläufen der Inkarnation und Reinkarnation vertraut ist, wird meine Erläuterungen besser verstehen. Grundsätzlich werden Sie die Typologie aber auch verstehen und anwenden können, wenn Sie nicht an eine Wiedergeburt nach dem Tod glauben.
In der Welt der Dualität, der zwei Pole, die ich im vorangegangenen Abschnitt beschrieben habe, ist es nur folgerichtig, eine Balance als Punkt der geringsten Reibung anzustreben. Was aber ist mit meinem Geist und mit meiner Seele?
Aus der Forschung über Meditation wissen wir, dass sich Geist und Seele über die Grenzen des menschlichen Körpers hinaus ausdehnen können. Befragungen von eineiigen Zwillingen ergaben eine enge Verbundenheit in Geist und Seele, auch wenn sie körperlich über Tausende Kilometer getrennt waren, weil das Zwillingspaar auf unterschiedlichen Kontinenten lebte. So empfand der eine Zwilling beispielsweise den Liebeskummer des anderen exakt zur gleichen Zeit.
Geist und Seele des Menschen, geistige und seelische Sinne sind noch wenig erforscht. Die Betrachtungen darüber fallen in das Gebiet der Spiritualität. In diesem Buch wird Spiritualität in ihrer ursprünglichen Bedeutung als geistige Lebensausrichtung aufgefasst. Balance ist die Ausgangsbasis für geistiges Wachstum. Jenseits der Balance beginnt der spirituelle Weg, der Weg in die höchste Geistigkeit und All-Einheit. Jenseits der Balance werden der Schöpfer und ich eins. Während die Ebene der Balance den Menschen zum Mitschöpfer seines Lebens macht, beginnt Schöpferdasein in den geistigen Ebenen.
So ist es an der Zeit, das Modell der Balance zu verlassen und so frei zu sein zu sagen: Alles ist in mir. Ein bloßes Hinzufügen und Ausgleichen ohne die Bewusstheit des Vorhandenseins aller Qualitäten in mir bleibt additiv. Addition und Vernetzung finden auf einer Ebene statt. Die Vertiefung taucht unter die Oberfläche und spiegelt das wahre Leben wider, das sich auf mehr als einer Ebene abspielt. Anders ausgedrückt sind Addition und Vernetzung geistige Fähigkeiten. Durch das Fühlen der Elemente in mir entsteht die Vertiefung und damit auch Verwurzelung.
Auch die Typologie der Elemente nach David Wared schreibt dem Menschen nach seinem ersten, prägenden Element bestimmte Eigenschaften zu. Jedoch begrenzt sie ihn nicht in diesen Eigenschaften, sondern gibt Hilfestellung, die fehlenden Qualitäten, die vorhanden sind, in sich aufzuspüren und im Leben zu erwecken. Damit wird der Mensch von äußerlichen Abhängigkeiten befreit. Auch ein Luftmensch ist in der Lage, aus sich heraus Eigenschaften des Elements Erde zu zeigen, auf seine eigene, leichte und luftige Art.
Dies bitte ich Sie, in den nun folgenden Kapiteln über die einzelnen Elemente als Grundausrichtung der gesamten Typologie zu berücksichtigen.
Die 24 Elementetypen