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Prolog

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Trotz der Leere beeindruckte die Villa noch immer durch ihre Großzügigkeit, ihre individuelle Bauweise und ihre großzügige Lage in einem innenstadtnahen Park. Ganz nach dem persönlichen Geschmack seiner Erbauer, formschön und schnörkellos, war es im Stil des Bauhauses Ende der 1960er Jahre erbaut worden.

Während des Tages hatten die Möbelpacker die Möbel hinausgetragen. Jetzt war Ruhe eingekehrt.

Der alte Mann ging durch die um ihre Möbel beraubten Räume. Sein Gesicht war aschgrau und von Sorgenfalten durchzogen. Es war ihm anzusehen, dass er schon lange nicht mehr gelacht hat.

Der alte Mann würde zukünftig nicht mehr in dem Haus leben, in dem er über vierzig Jahre seines Lebens gemeinsam mit seiner Frau und seinen drei Kindern verbracht hatte, denn er war gerade dabei, in ein Seniorenstift zu ziehen.

Es war sein Haus, es war ihm sehr vertraut, und doch kam es ihm mit einem Mal fremd vor. Alles wirkte auf ihn so endgültig. Sein allerletzter Lebensabschnitt hatte begonnen. Das war nicht zu ändern. Aber der Gedanke daran erfüllte ihn mit Schrecken.

Der Anblick der leeren Räume machte ihn traurig. Was hatte er hier alles erlebt? Seine lebenslustige Frau, die drei Kinder, Abende mit seinen engsten Freunden und rauschende Feste in großer Gesellschaft mit Geschäftsfreunden und Politikern.

Nun stand das Haus leer, beraubt um all die Dinge, denen es einst Schutz geboten hatte und die ihm dafür die Besonderheit seiner Individualität gegeben hatten. Ein leeres Haus ist wie ein nackter Mensch. Nichts verstellt dem Betrachter den Blick auf das Ursprüngliche. Es gibt nichts, was verschönt oder etwas verbirgt. Ausschließlich das Objekt in seiner unschuldigen Nacktheit muss überzeugen.

Das Haus hatte viele frohe Stunden seiner Bewohner erlebt, aber auch die große Trauer des Hausherrn, Bernhard de Winter, um den Verlust seiner Frau.

Es hatte hilflos zusehen müssen und konnte nicht eingreifen als der alte Mann sich immer mehr in seiner Trauer vergrub und Halt im Alkohol suchte.

„Es wird Dir im Seniorenstift bestimmt gut gefallen, Vater.“

Seine Tochter begleitete ihn zu der großen Limousine, an deren rechter hinterer Tür ein Chauffeur stand und sich leicht verbeugte.

„Guten Tag Herr Doktor.“

„Guten Tag Siegfried.“

Sie stiegen ein und der Wagen fuhr los. Dr. Bernhard de Winter schaute sich nicht mehr um.

Erledigt.

Das Quaken der Frösche

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