Читать книгу Betreutes Wohnen auf See??? Aber holla! - Fini von Loren - Страница 6
ОглавлениеEs war wieder einmal Regen angesagt, doch der Tag, es trug sich am 7. Juni zu, mitten in der Woche, begann mit Sonnenschein.
Die Reiselust stieg bei der Fahrt mit dem ICE von Berlin Spandau nach Hamburg.
Die erste Klasse war reserviert, sodass man nicht hetzen musste, um einen halbwegs anständigen Platz zu bekommen. Zumal ich es hasste, wenn ich rückwärts zur Fahrtrichtung sitze.
Das Frühstück im Abteil konnte man noch so als solches bezeichnen. Wir fuhren anderthalb Stunden, was mit dem Auto übrigens nie zu schaffen gewesen wäre.
Abgesehen davon war es viel bequemer.
Ich durfte mich auf meinen netten, mitreisenden, jungen Burschen (leider nur mein Bodyguard) konzentrieren, um schon im Abteil die ersten Beziehungsversuche herstellen.
Er war zu meinem persönlichen Schutz da.
Mein Mann hatte ihn engagiert.
Er befürchtete, dass mir auf der Reise nach Tallinn (er nannte es immer Taliban) und vor allem in Russland, was passieren könnte.
Die Kreuzfahrt ging unter anderem auch in die schöne Stadt St. Petersburg. Er war halt ein übervorsichtiger Mann.
Das Personenschutzkommando wurde von seiner hübschen Privatsekretärin ausgesucht.
Sie war zweiundzwanzig Jahre jung, schlank und vor allem mehr als aufgeschlossen gegenüber auch dem anderen Geschlecht.
Als sie vor gut zwölf Monaten eingestellt wurde, hatten wir uns auf Anhieb verstanden.
Wir waren so etwas wie richtige Freundinnen geworden. Sie kannte meinen Geschmack nur zu gut und wusste, dass auch hübsche Frauen sehr wohl in mein Beuteschema passten.
Der Personenschützer war um die 1,80 m groß, kräftig gebaut und einen kleinen schwarzen, Lockenkopf. Er war erst knackige fünfundzwanzig Jahre alt.
Sie um die 1,65 m, hellblaue Augen, verdammt lange gelbblonde Haare, die mich vor Neid erblassen ließen, wog höchstens fünfzig Kilo.
Also eine ganz Schlanke. Immer nur am Lächeln.
Kurzum, sie verbreitete permanent gute Laune. Sie hatte einen netten, weichen Busen, nicht viel größer als meiner. Es könnte mehr sein, aber noch verkaufbar. Wenigstens damit hielt ich mit.
Beide in einen dunklen Anzug mit einem weißen Hemd bzw. Bluse, worunter sich der Push-up-BH der Personenschützerin abzeichnete, gekleidet. Es sah echt hübsch aus.
Lediglich das Kommunikationsbesteck im Ohr, so nannte man wohl die Funkohrhörer, waren nicht so mein Geschmack.
Auffallen um jeden Preis war gar nicht mein Ding!
Ich war mir sicher, dass mein Mann nicht so einen attraktiven Personenschützer ausgesucht hätte. Ich gehöre zu den „gefährdeten Personen“ laut Schutzauftrag, da er an geheimer Stelle für … tätig war.
Doch Susi, so riefen wir alle unsere Privatsekretärin, eigentlich heißt sie Susanne, wusste, dass die Nächte auf einem Kreuzfahrtschiff am sichersten gegen ungebetene Gäste sind. Und der Mann weit weg.
Mein Bodyguard war echt süß und hieß Peter. Man nannte ihn nur Fox nach dem internationalen Funkalphabet. Welches wir dann auch übernahmen.
Sie heißt im Übrigen Britta, wird nur Juliette
für = J, genannt.
Nur einen guten Kellner wird man wohl nie aus Fox machen können. Schon im ICE, kurz nach Berlin, goss er der Kollegin den noch dampfenden Kaffee über die Bluse. Selbst das nahm sie lächelnd hin.
Kurzerhand entschuldigte sie sich und verschwand im Toilettenraum, wo sie diese auswusch.
Nach einigen Minuten kam sie im mehr als durchsichtigen, sehr hübschen grauweißen
BH, welchen sie unter ihrer schwarzen Anzugjacke trug, zurück.
Da die Personenschützer ihre Jacke wegen der Waffe nie zu machten, konnte ich den gut geformten Oberkörper und ihre kleinen Brustwarzen gut erkennen. Was auch ihrem Kollegen nicht entgangen war, denn er starrte sie regelrecht an. Als sie das bemerkte, meinte sie flachsend:
„Gucken meinetwegen, von mir aus auch unanständige Gedanken, alles andere kannst du knicken. Klar, Freundchen?“
Fox schaute mehr als verdattert. Gleichzeitig wurde er knallrot und blieb ihr eine Antwort schuldig.
Scheint ja diesmal wirklich eine nette Kreuzfahrt zu werden. Nicht wie die Letzte, als mein Bodyguard die ganze Woche kaum gesprochen hatte, auch benahm er sich mehr wie ein Aufpasser. Außerdem war sein Englisch sehr beschränkt.
Fachsätze wie: I springing for you in the „Eimer“ or I have you „umzingelt“, waren schon böhmische Dörfer für ihn.
In Hamburg wartete eine weiße Stretchlimousine auf uns, um uns zum Hafen zu bringen. Immer noch war das Wetter erste Sahne. Komisch war nur, dass kein Schiff am Terminal war.
Hatten wir uns in der Zeit verirrt? Denn außer einem jungen Mädel, sie war um die achtzehn, war kein Lebewesen weit und breit zusehen.
Der Anruf von Fox bei seiner Dienststelle ergab, dass die King George in Hamburg Altona stehe und nicht wie üblich im neuen City Hafen.
Das arme Mädel war ganz verzweifelt. Ihr Freund wollte schon lange hier sein.
Sie kam aus Bremen, aus der Körnerstraße, und es sollte ihr erster gemeinsamer Urlaub werden. Sie wartete bereits über eine Stunde. Komisch, sein Handy war unverständlicherweise aus.
Er war nämlich mit zwei seiner Freunde einen Tag früher gefahren, um die Reeperbahn zu besuchen.
Und nun, wo blieb er?
Sie tat mir echt leid.
„Wenn du willst, kannst du mit uns fahren.
Er wird vielleicht schon an dem anderen Terminal in Altona sein.“
„Wirklich? Ihr nehmt mich mit, mit diesem Schlitten? Geil eine schnicke Lincoln-Stretchlimousine und Platz bis zum Abwinken. Mehr als gern.“
Ihre blaue Designerjeans lag knackig an und auch ihr weißer Pulli super eng geschnitten.
An den interessantesten Stellen schön ausgefüllt. Sie hatte bestimmt mehr Busen als ich. „Nicht von schlechten Eltern“, würde der Berliner sagen. Ihre hohen Absatzschuhe ließen sie riesig erscheinen.
Sie war entschieden größer, schließlich kam ich gerade mal auf 1,66 m.
Ich bin die Vivien. Schon gut, ich konnte mir den
Namen nun mal nicht aussuchen“, lachte sie.
Sie schien mein Lächeln falsch gedeutet zu haben.
„Holla, ist doch ein toller Name“, log ich.
Sie nahm mir das aber nicht ganz ab, denn sie erwiderte: „bestimmt in den fünfziger Jahren.“
Sie war wirklich eine Nette und ihre Aufregung war echt.