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|7|Vorwort

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Das Jahr 2016 steht ganz im Zeichen des Bieres. Eine bayerische Bierverordnung von 1516, die sich seit dem frühen 20. Jahrhundert auch unter der Bezeichnung „Reinheitsgebot“ in Bayern und ab den 1950er-Jahren im restlichen Deutschland verbreitete, blickt in diesem Jahr auf eine 500-jährige Geschichte zurück. Das Gedenkjahr kommt durchaus gelegen: In der langen Geschichte des Bieres markiert es einen Kristallisationspunkt verschiedener, teils gegenläufiger Entwicklungen. Denn im Reinheitsgebot offenbart sich Bier sowohl als industriell hergestelltes, standardisiertes Massengetränk wie auch als Produkt Jahrhundertealter Tradition und Handwerkskunst. Durch seinen Anspruch auf Reinheit, Qualität und einen traditionellen Herkunftsort erkämpft sich das Bier im 21. Jahrhundert schließlich seinen Platz in den Lebensstilen eines reflektiert konsumierenden, globalen Publikums.

All dies haben wir zum Anlass genommen, Biergeschichte neu zu interpretieren; nicht als reine Produkt- oder Braugeschichte, sondern als eine kombinierte Geschichte aus Herstellung und Konsum. Diese Darstellung nimmt das Bier und die Produzenten wie auch die Konsumenten gleichermaßen ins Visier. Dabei verschränkt sie einen klassischen kulturhistorischen mit einem neuen kulturwissenschaftlichanthropologischen Ansatz. Sie fragt, was genau von wem zu welchen Anlässen getrunken wurde, mit welcher Symbolik und mit welchen Werten das Biertrinken aufgeladen war, was sich daraus über den Alltag der breiten Bevölkerungsmehrheit ablesen lässt und welche übergeordneten Zusammenhänge sich im Biertrinken spiegeln – Biergeschichte wird hier also gewissermaßen als Weltgeschichte verstanden. Daher spannen wir einen Bogen von der Sesshaftwerdung des Menschen über die frühen Hochkulturen bis in die globalisierte Welt des 21. Jahrhunderts.

Um diese Aufgabe bewältigen zu können, waren viel Hilfe und Zuarbeit erforderlich. Aus unserem universitären Umfeld an der Universität Regensburg (dass in Regensburg besondere Expertise in den Bereichen Brauwesen und Bierkonsum konzentriert sind, ist reiner |8|Zufall) sind an dieser Stelle vor allem Verena Corsetti M.A., Lina Franken M.A., Anja Geisenhof B.A., Sarah Höchstetter B.A., Franziska Mair B.A., Gerda Maiwald M.A., Ann-Kathrin Roßner B.A. und Markus Schreckhaas M.A. zu nennen, ferner Michael Brielmaier und Lucia Seebauer B.A. Ihnen sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Einzelne Kapitel haben ausgewiesene Expertinnen und Experten geprüft; für dieses mühevolle Unterfangen danken wir an dieser Stelle Prof. Dr. Louise Gestermann (Tübingen), Prof. Dr. Franz Irsigler (Trier) und Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Will (Bonn).

Besonderer Dank gilt schließlich Claudia Weingartner für das sorgfältige Lektorat und Regine Gamm von der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft für ihre professionelle Beharrlichkeit, ohne die ein Erscheinen zum Jubiläum des Reinheitsgebotes kaum möglich gewesen wäre.

Regensburg, im Januar 2016 Gunther Hirschfelder und Manuel Trummer
Bier

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