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Basiswissen zum Abnehmen

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Unter Abnehmen wird leider allgemein immer noch ein geringeres Gewicht auf der Waage verstanden. Genau dieses Denken ermöglicht es diversen Gruppen ihre kommerziellen Interessen mit diversen Halbwahrheiten zu realisieren. Ein zielorientiertes Abnehmen ist jedoch ein Verlust an Körperfett bei möglichst komplett erhaltener Muskelmasse! Die Waage zeigt immer nur den reinen Gewichtsverlust an, nicht woraus er sich zusammen setzt. Insbesondere der Wasserhaushalt des Körpers, der Magen- und Darminhalt sowie ein Verlust an Muskulatur können zu einem niedrigeren Gewicht auf der Waage führen, ohne das an Körperfett abgenommen wurde. Diäten mit einem zu geringen Anteil an Eiweiß in der Ernährung führen automatisch zu einem Verlust an Muskelmasse. In diese Kategorie fallen beinahe alle gängigen Modediäten aus einschlägigen Zeitschriften. Deswegen sollte man die Finger von Modediäten wie der Kohlsuppendiät, der Ananasdiät, dem Saftfasten usw. lassen.

Der Gewichtsverlust, den diese Diäten auf der Waage erzielen, resultiert zu einem großen Teil lediglich aus einem Verlust an Körperwasser, dem geringen Magen- und Darminhalt und einer abgebauten Muskulatur. Die Muskulatur ist jedoch das Stützorgan des passiven Bewegungsapparats (Knochen) und das Organ, welches die meiste Glukose aufnimmt und Fett verbrennt. ( Energiebedarf = Kalorienbedarf ) Da beispielsweise ca. 80% aller Rückenprobleme ihren Ursprung in muskulären Problemen haben und ein Muskelverlust auch die Leistungsfähigkeit im Alltag beeinträchtigt, tut man gut daran die Muskulatur zu erhalten. Weiterhin ist ein Muskelverlust der Hauptgrund für den Jojo Effekt nach Ende einer Diät. Aufgrund der verringerten Muskelmasse benötigt der Körper ganz einfach weniger Energie sprich Kalorien aus der Ernährung. Isst man wieder so wie vor der Diät, werden die überschüssigen Kalorien automatisch als Fett gespeichert und man sieht innerhalb kurzer Zeit wieder so aus, wie vor der Diät. Abnehmen hat also in erster Linie lediglich etwas mit der Energiebilanz des Körpers zu tun. Jeder Mensch hat zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen und in Relation zu seiner Aktivität einen bestimmten Bedarf an Energie (Erhaltungskalorienbedarf). Diese Energie wird in Kalorien (Kcal) gemessen. Um einen Verlust von 1kg Körperfett zu realisieren muss ein Energie- bzw. Kaloriendefizit von etwa 7000 Kcal auf den persönlichen Bedarf erzielt werden. Dies erklärt sich daraus, dass 1kg Fettgewebe zu etwa 800g aus Fett mit einer Energie von 9,3Kcal pro Gramm und aus etwa 200g Wasser besteht. Diese Tatsache lässt Diätversprechen wie, 5kg weniger in 7 Tagen, in einem ganz neuen Licht erscheinen. Wie soll eine Frau mit einem täglichen Energie- bzw. Erhaltungskalorienbedarf von 2.000Kcal, was 14.000 Kcal/wöchentlich entspricht, in der Woche ein Kalorien bzw. Energiedefizit von 35.000Kcal erzielen können, um 5kg Körperfett abzubauen? Die Antwort lautet gar nicht! Die angepriesene Diät wird lediglich einen Wasserverlust durch eine geringe Aufnahme an Kohlenhydraten erzielen. Hierbei sollte man wissen, dass 1g Kohlenhydrate knapp 3g Wasser binden. Der Glykogenspeicher des menschlichen Körpers bezeichnet die in Form von Glykogen gespeicherten Kohlenhydrate in den Zellen verschiedener Organe. Das gespeicherte Glykogen befindet sich, je nach Muskelmasse, zu einem Drittel in der Leber und zu zwei Dritteln in der Muskulator. Bei etwa 500g gespeicherten Kohlenhydraten ergibt sich also schnell ein Gewichtsverlust von etwa 1,5kg durch einen Wasserverlust aufgrund entleerter Glykogenspeicher. Der restliche nach einer Woche auf der Waage angezeigte Gewichtsverlust wird auf den geringen Magen- und Darminhalt und einen Verlust an Muskulatur zurück zu führen sein. Nur ein sehr geringer Anteil des Gewichtsverlusts wird aus Körperfett bestehen. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass in Relation zum Energiebedarf selbst mit wissenschaftlich fundierten Diäten mit hohem Eiweißanteil, nur Depotfettverluste von maximal 1kg bei Frauen und etwa 2kg bei Männern ohne Muskelverlust wöchentlich zu erzielen sind. Versprechungen von einem Gewichtsverlust von 5kg in einer Woche dürfen in Zukunft also als gefährliche Halbwahrheit belächelt werden. Ein Gewichtsverlust auf der Waage darf niemals mit einem Fettverlust gleich gesetzt werden.

Eine gute Diät zeichnet sich somit durch folgende Punkte aus:

 Eine gute Diät erzeugt ein Energie- bzw. Kaloriendefizit

 Eine gute Diät hat einen hohen Eiweißanteil und erhält die Muskelmasse

 Eine gute Diät passt zum eigenen Körperfettanteil und lässt sich im Alltag problemlos durchhalten

Abnehmen und Diät - Die ganze Wahrheit

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