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Corona,

Die Schlange vor dem Drogeriemarkt war klein, was vielleicht an der Uhrzeit lag, es war gerade mal 07:56 Uhr. In 4 Minuten würde der Markt öffnen und gerade mal ein gutes Dutzend Leute warteten sehnsüchtig darauf, Klopapier und ähnliches zu ergattern.

Eigentlich in Coronazeiten eine ganz alltägliche Angelegenheit. Wäre da nicht ganz hinten der Mann mit einem kleine Kind auf dem Arm gestanden. Auch nichts besonderes werden sie sagen, ja, aber irgend wie fiel er mir auf. Logisch begründen, nein konnte ich nicht.

08:00 Uhr, pünktlich öffneten sich die Türen des Drogeriemarktes, langsam und auf Abstand bedacht gingen die Leute in den Markt. Auch der Mann mit dem Kind, nennen wir ihn Herrn R., ging langsam und auf Abstand bedacht in den Markt. Doch im Gegensatz zu den anderen Kunden, steuerte nicht die Regale mit den himmlischen Artikel wie K.-paier und dergleichen an. Nein, er ging direkt auf die Leiterin des Marktes zu, nahm den Kleinen vom Arm, grüßte die Leiterin freundlich und reichte ihr wortlos ein Blatt Papier. Erstaunt nahm die Leiterin das Blatt und entfaltete es. Zuerst spiegelte sich erstaunen in ihrem Gesicht, dann erbleichte sie.

Hatte ich es doch gewusst, irgend etwas stimmt nicht mit Herrn R.

Ich versuchte so nah es ging an die Marktleiterin heran zu kommen, ohne aufzufallen, sodass ich einen Blick auf das Blatt werfen konnte.

Ich staunte nicht schlecht, ein Computerausdruck und zu lesen war.

„DIES IST EINE ENTFÜHRUNG“

ICH HABE IHRE 2 GOLDFISCHE

IHREN KANARIENVOGEL

UND IHRE TANZMAUS IN MEINER GEWALT

Bleiben sie ruhig und keine Polizei, es wird nichts passieren.

Händigen Sie mir,

1 Packung Klopapier,

1 Packung Küchemrollen,

und 1 Packung Papiertaschentücher aus.

Als Gegenleistung lass ich Zug um Zug,

Ihre Tanzmaus, den Kanierenvogel und die Goldfische frei.

Kommen sie mit, hörte ich die Marktleiterin stammeln. Worauf hin die Marktleiterin, gefolgt von Herrn R., mit dem kleinen Jungen hinter einer Tür verschwanden. Innerhalb einer Minute tauchte Herr R., mit dem kleinen Jungen wieder auf, schob vergnügt den Einkaufwagen vor sich her, in dem der kleine Junge saß, zusammen mit einer Packung Klopapier, Papiertaschentücher und einer Packung Küchenrollen.

Auf dem Parkplatz angekommen, stopfte Herr R., sich erst einmal eine Pfeiffe, nahm sein Handy aus der Jackentasche und gab irgendwelche Anweisungen.

Der kleine Junge hatte mittlerweile die Packung mit den Papiertaschen-tücher geöffnet und versuchte Flieger daraus zu basteln.

Die Marktleiterin war in der Zwischenzeit auch aus dem Drogerie-markt gekommen und hatte sich mit zittrigen Fingern eine Zigarette angezündet. Noch total verstört, schaute sie hektisch in alle Richt-ungen und dann geschah etwas, was ich nie für möglich gehalten hätte. Eine kleine Tanzmaus rannte schnurstracks über den Parkplatz direkt auf die Marktleiterin zu, diese war schnell in die Hocke gegangen und hob die kleine Tanzmaus auf. Mit Tränen in den Augen sprach sie auf die Maus ein.

Ein Geräusch lies mich auf blicken, doch ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen. Ja, es kamen wirklich zwei Goldfische angeflogen, umkreisten die Marktleiterin kurz und ließen sich dann auf einem in der Nähe stehenden Baum nieder. Während der Eine schnell ein Piano aufstellte und Schubert Franz zu spielen begann, flog der Andere eiligst weiter. Mit geschlossenen Augen lauschte ich dem Pianospiel des Goldfisches.

Am Nachmittag erfuhr ich dann aus FB, dass ein Goldfisch in Bad B., in einem Fahrradgeschäft gesehen worden wäre, der ein Mountainbike kaufen wollte, ab da fehlt von dem Goldfisch und dem Mountainbike jede Spur.

Ein entflogener Kanarienvogel wurde bei Polizeirevier Bad B., abgegeben, der nur unverständliches vor sich hin zwitscherte. Selbst ein eiligst herbei gerufener Tierpsychologe, konnte nicht viel aus dem Kanarienvogel heraus bringen. Lediglich die Besitzerin konnte festgestellt werden, es handelte sich hier um eine Marktleiterin, die im laufe des Vormittags in eine nahegelegene Psychiatrische - Klinik eingeliefert wurde und ständig was von einer Entführung einer Tanzmaus, einem Kanarienvogel und zwei Goldfischen, wovon Einer Piano spielen soll stammelte.

Ich hätte nie gedacht, das die Corona Pandemie mal solche Blüten treiben würde.

Michael Karst

Corona, Klopapier & Co

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