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An Vittoria Colonna.

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Inhaltsverzeichnis

Ach neben dir, die durch zu grosse Wonne

Das Leben mir entreisst,

Wie arm bin ich an Geist,

An Kraft und Kunst! Ja deinen Strahlensegen

Flieht, wie der Blick die Sonne,

Mein blöder Geist; die Flügel möcht' er regen

Weit über sein Vermögen;

Er übertrifft sich selbst, nur deiner kleinsten Spende

Auch wert zu sein; bald aber, ach zum Schaden,

Erlahmt sein Flug, und klar sieht er am Ende,

Nie kann der Dankesschuld er sich entladen,

Für so viel Gnaden!

Je mächt'ger lodern deiner Seele Flammen,

Je mehr sink' ich in toten Staub zusammen.

23.

Sophie Hasenclever.

Was ist es, das die Seele mir entzündet?

Ahn' ich der Gottheit Glanz, die Strahlen krönen?

Sah ich auf Erden je ein Bild des Schönen,

Das meine Seele zitternd nachempfindet?

Blieb mir ein Himmelsstrahl, der nie erblindet,

Von jener Seligkeit, nach der mit Tränen

Sich die verbannten Menschenherzen sehnen,

Die niemals ganz aus dem Gedächtnis schwindet?

Das, was ich fühl' und schau', das, was mich leitet,

Ist nicht in mir, noch weiss ich, wo es finden!

Zeig' du es mir, denn seit ich dich erschaue,

Fühl' ich, wie sich in meinem Busen streitet

Ein Ja und Nein, ein bittersüss Empfinden;

Gewiss dein Auge ist es, holde Fraue!

Michelangelo Gedichte und Briefe

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