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Wie es zu diesem Ratgeber kam

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Mit über 20 Jahren Erfahrung als Investmentspezialist, tätig im Aktienhandel, als langjähriger Verfasser eines täglichen Börsenberichts und Investment Advisor für unabhängige Vermögensverwalter, weiß ich sehr gut, wie das Anlagegeschäft funktioniert und worauf zu achten ist, welche Vorgaben Kundenberater bei Banken bekommen, um ihre Anlageziele zu erreichen, und was Anlegerinnen und Anleger in der Regel über Anlagefonds wissen oder glauben zu wissen.

Nach unzähligen Portfolioanalysen mit Schwergewicht auf Anlagefonds musste ich immer wieder feststellen, dass bei der Auswahl von Anlagefonds wichtige Kriterien nicht berücksichtigt und somit oft schlecht gemanagte Fonds für Kunden ausgewählt wurden. Zudem bekam ich in vielen Anlagegesprächen so einiges an Verwunderlichem zu hören, wie beispielsweise, dass man mit einem Anlagefonds fast nie Verluste machen könne, da der Fondsmanager bei sinkenden Börsen ganz viel Liquidität halten werde.

Zu viele Anleger verzichten aufgrund der schlechten Fondsauswahl auf Renditen, die über Jahre gesehen im zweistelligen Prozentbereich liegen können. – Das muss nicht sein!

Es ist doch einfach interessant zu wissen, wie ein gut gemanagter Fonds aus einer bestimmten Anlagekategorie respektive einem Anlagethema ausgewählt werden sollte.

Das Jahr 2008: Banken mussten weltweit immer mehr und größere Abschreibungen bekannt geben und ein Ende war nicht abzusehen. Grund dafür waren die massiven Fehleinschätzungen überbezahlter US-Investmentbanker, die sich rund um die Immobilienkrise in den USA in Milliardenhöhe verspekuliert hatten und dafür noch mit Boni in Millionenhöhe entschädigt wurden. Sie rissen den Kolleginnen und Kollegen in Europa durch die darauf folgenden hohen Sparmaßnahmen und den damit einhergehenden Stellenstreichungen buchstäblich den Stuhl unter dem Hintern weg. Viele, die ihren Job sehr gut machten, wurden auf die Straße gesetzt.

So verlor auch ich im Mai 2008 – zusammen mit unzähligen weiteren Kolleginnen und Kollegen – nach über 20 Jahren meinen Job im Investmentbanking. Der Hauptteil meiner Tätigkeit drehte sich um Aktien und Aktienfonds. Ich entwickelte eigene Anlagemodelle bis hin zu einer Hedgefonds-Strategie, erstellte als einer der Ersten in der Fondsbranche eine aktive Kauf- und Verkaufs-Empfehlungsliste. – Bis im besagten Mai 2008 alles ein abruptes Ende nahm. Meine Leidenschaft und mein Herzblut für meine Arbeit waren von einer Sekunde auf die andere nichts mehr wert. 20 Jahre Arbeit waren in zehn Minuten aufgeräumt – mit meinen persönlichen Habseligkeiten in einer Plastiktüte, verabschiedete ich mich von meinen Kollegen.

Die Finanzbranche stand, wie wir heute nun alle wissen, kurz vor dem totalen Zusammenbruch. Das am 22. September 2008 angekündigte Rettungspaket von über 700 Milliarden USD der US-Regierung unter dem Finanzminister Henry Paulson, zur Bekämpfung einer der größten Finanzkrisen der Geschichte, verhinderte das Schlimmste. Doch dies waren nur die Folgen der Immobilienkrise. Völlig ausgeblendet wurde die Kreditkrise, die noch Monaten zuvor ein Thema war. Der Schaden in der Finanzbranche war bereits derart hoch, dass das Abschätzen anderer Risiken beiseitegeschoben wurde.

Ich hatte nun also genug Zeit, über vieles nachzudenken. Schon während meiner beruflichen Tätigkeit verspürte ich das Bedürfnis, über die Fondsbranche und das richtige Auswählen und Einsetzen von Anlagefonds ein Buch zu schreiben. Dass es allerdings dann doch noch viele Jahre bis zur Publikation dauern würde, konnte ich damals nicht ahnen. Aber dazu später mehr. Zuerst möchte ich noch auf ein paar andere Themen eingehen.

Tipps für schlaue Fondsanleger

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