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Das Dingsda

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Alles fing damit an, dass Zweckel eines Tages ein Dingsda gefunden hatte! Zu Anfang wusste er jedoch gar nicht, dass es ein Dingsda war. Für Zweckel war es der heiß ersehnte, letzte Gegenstand für seine neueste Erfindung, für sein Zweckelmobil, nach dem er schon so lange gesucht hatte.

Stolz betrachtete er seinen Fund! „Ach, wie fein! Ja, du wirst ein schönes viertes Rad abgeben. Nun kann ich mein Zweckelmobil endlich fertigstellen. Hach! Was werden die anderen für Augen machen!“ Vor Freude hüpfte Zweckel auf und ab. Stolz trug er seinen Fund heim.

Zweckel ist ein kleiner Wicht, mit feuerrotem Haar, das unter seiner kunterbunten Mütze wirr hervor lugt. Zwischen den einzelnen Haarsträhnen blitzen zwei meerblaue Augen hervor. Er wohnt in einem kleinen grünen Haus am Rande von Zwiebeltun und ist weit über die Grenzen seines Dorfes bekannt. Zweckel ist ein famoser Erfinder. Also zumindest in seinen Augen! Für seine Mitbewohner ist er ein Erfinder von famosem, unnützen Zeugs.

Früher hatte er inmitten des Dorfes gewohnt. Jedoch wurde es den anderen Bewohnern mit der Zeit doch etwas zu gefährlich. Jeden zweiten Tag musste die Feuerwehr ausrücken, oder aber es stank sooo fürchterlich, dass man nicht auf die Straße gehen konnte.

Und jetzt auch noch dieses, dieses Zweckelmobil, das nur stinkt und raucht, noch nicht einmal vier Räder hat und viel Lärm macht!

Es dämmerte schon, als Zweckel fröhlich vor sich hinpfeifend mit dem gefundenen Gegenstand die Dorfstraße hinauf kam. Triumphierend schaute er sich um, aber kein Wicht weit und breit war zu sehen. Hmmm, wo waren denn alle? Na, wenn man sie mal brauchte, war natürlich keiner auf der Straße zu sehen. Aber wehe, einer von Zweckels Erfindungen gab mal wieder ihren Geist auf, hah, dann war grundsätzlich auf den Straßen so viel los wie zum alljährlichen Jahrmarkt.

„Nun gut, pah, mir doch egal! Behalte ich meinen grandiosen Fund halt für mich!“ dachte Zweckel etwas beleidigt und ging weiter den Weg hinauf.

Da bog auf einmal Zwurzel um die Ecke und wäre beinahe mit Zweckel zusammengestoßen. „Huch! Ja Zweckel, du musst schon aufpassen!! Und überhaupt, was trägst du denn da bei dir?“ Neugierig guckte sich Zwurzel den Gegenstand an.

„Hah! Da staunst du nicht schlecht, was Zwurzel? Hier ist das fehlende Rad für mein Zweckelmobil. Nun kann es bald losgehen, und ihr alle werdet euch noch wundern! Jawohl!“

„Ich verstehe. Nur, verzeih mir die Frage, aber WAS ist das?“

Jetzt erst schaute Zweckel sich den Gegenstand einmal genauer an. Er drückte es Zwurzel in die Hand, ging ein paar Schritte zurück, betrachtete ihn aus der Ferne. Ging zurück zu seinem Freund, drehte den Gegenstand um, ging wieder ein paar Schritte zurück und schaute das Dingsda konzentriert an.

Hmmm, warum war ihm das vorher gar nicht aufgefallen? „Zwurzel, du hast recht! Was in drei Zwieblisbergen ist das?“ Zweckel hatte am Anfang nur sein Zweckelmobil im Kopf gehabt, und wie schön sich dieses Dingsda als viertes Rad machen würde. Jedoch, richtig betrachtet hatte er dieses eigentlich noch gar nicht. „Hast du schon einmal so ein Dingsda gesehen?“ fragte er Zwurzel. „Nein! Natürlich nicht!“ antwortete ihm dieser, „hätte ich dich sonst gefragt?“ „Na, da hast du wiederum recht. Wer könnte denn so etwas schon einmal gesehen haben?“ überlegte Zweckel laut. „Oh, ich weiß, wen wir fragen könnten! Ja, der alte Wicht könnte etwas darüber wissen. Zwickalum hat doch schon so viel gesehen und ist schon weit herumgekommen“. Komm, wir fragen Zwickalum!“ Und schnurstracks ging er auf das Haus des alten Zwickalum zu, dicht gefolgt von seinem Freund Zwurzel, der jetzt auch neugierig geworden war.

Zwickalum war einer der ältesten Wichte im Dorf, wenn nicht sogar der Älteste! Keiner konnte genau sagen, wie alt er war, und der alte Wicht hüllte sich darüber in Schweigen. Er war schon weit herumgereist und hatte viele tolle Geschichten erlebt, die er immer wieder gerne bei einem gemütlichen Tee am offenen Kamin erzählte. Fast jeder Wicht war mit diesen Erzählungen groß geworden.

Schon von weiten rief Zweckel laut: „Opa Zwickalum (so nannte ihn ein jeder im Dorf)! Komm schnell heraus, und sieh dir an, was ich gefunden habe!“ Es dauert eine Weile, da vernahmen die Zwei scharrende Geräusche und langsam öffnete sich die Tür des Hauses. Ein winzig kleiner Wicht, krumm vom Alter, schlurfte langsam auf sie zu. „Wer macht denn hier draußen so ein lautes Palaver? Ach, Zweckel, wer denn sonst! Du schon wieder! Was ist es denn dieses Mal? Eine deiner neuesten Erfindungen? Hach, ob ich es wohl jemals erleben werde, dass du einmal, wirklich nur ein einziges Mal, eine sinnvolle und vor allem langlebige Erfindung machst?“ „Nein, und ja!“ Zweckel fuchtelte aufgeregt mit den Armen und hüpfte auf und ab, „also es geht nur indirekt um meine neue Erfindung, also eigentlich war sie der Grund, dass ich dieses, ja dieses Etwas hier, weil mir doch noch ein viertes Rad fehlte, und da hab ich, da lag dann und ich konnte....“ „Stopp!“ rief der alte Zwickalum dazwischen, „man versteht kein bisschen von deinem Kauderwelsch! Jetzt atme einmal tief durch, und fange von vorne an. Aber dieses Mal etwas langsamer!“

„Also, ich lief so meines Weges, den Blick auf den Boden gerichtet, um irgendein geeignetes Etwas für mein Zweckelmobil zu finden, damit ich dieses endlich zu Ende bauen kann!

Auf einmal, dapauderblitznochmal, liegt dieses Dingsda mitten auf dem Weg, und es ist rund, und es hat die genaue Größe, um als viertes Rad für mein Mobil verwendet werden zu können. Und ich nehme es mit! Und stelle mir schon vor, wie schön es sich doch machen wird, an meinem nigelnagelneuen Zweckelmobil. Aber da kommt Zwurzel um die Ecke und stellt mir doch tatsächlich die Frage, was dieses Etwas denn überhaupt sei. Na, und da schau ich es mir genauer an, und was soll ich sagen, ich kann es gar nicht beantworten. Und deshalb sind wir hier! Du weißt doch bestimmt, was das ist? Denn wenn nicht du, wer dann?“. Und mit diesen Worten hielt Zweckel dem alten Wicht den Gegenstand hin.

Zwickalum betrachtete sich den Gegenstand von allen Seiten, ab und an hielt er inne, setzte zum Sprechen an, aber verstummte sofort wieder. Zweckel und Zwurzel schauten ihn erwartungsvoll an. „Und? Und? Sag doch! Was ist es?“ platzte es ungeduldig aus Zweckel raus.

„Hmm, nun. Also...,“ Zwickalum wiegte seinen Kopf hin und her. „ Also, ich hatte tatsächlich schon einmal etwas Ähnliches gesehen, nur war es viel dünner, so wie eine Scheibe, hatte nicht solche Löcher in der Mitte jedoch glitzerte es so schön in der Sonne. Aber dieses hier habe ich leider noch nie gesehen. Es tut mir leid, ich kann dir nicht sagen, was das ist!“

„Oh wie schade!“ sagte Zweckel enttäuscht. „Hmm, wo könnte ich denn mehr über diesen Gegenstand erfahren?“ überlegte Zweckel laut, „Oder aber, ich könnte mir doch auch einfach einen neuen Namen für dieses Dingsda ausdenken! Ja! Ich bin doch ein Erfinder, dann erfinde ich einfach einen Namen. Und mit dieser Namenserfindung kann ich dann meine tollste Erfindung fertig bauen! Juhuuu! So mache ich das!“. Mit ernster Miene schaute er den fremden Gegenstand an, und sagte „hiermit taufe ich dich auf den Namen Zweilöcherrund! Von nun an sollst du Zweilöcherrund heißen! So, und da dieses nun geklärt ist, kann ich endlich mein Zweckelmobil fertig bauen!“

Zufrieden mit sich und der Welt wollte Zweckel gerade das Zweilöcherrund an sich nehmen, als Zwurzel laut aufschrie. „Stooooooopppp! Haaaaalllt! Nein, Zweckel! Du kannst es nicht einbauen, solange du nicht weißt, was es ist. Nachher ist es etwas totaaaal Gefährliches. Oder ein verzauberter Gegenstand, ein Unglücksbringer! Vielleicht hat ein jemand dieses Teufelsding extra weggeworfen.“ Zwurzel sprang aufgeregt vor Zweckel hin und her. „Nein, nein, nein! Zweckel, erst musst du herausfinden, was das ist!“ „Zweckel guckte seinen Freund verwundert an. Obwohl, vielleicht hatte er gar nicht so unrecht. „Nun gut, du hast recht. Ich sollte erst herausfinden, was ich da gefunden habe. Nicht, dass es mir nachher mein Mobil zerstört, das wäre doch zu schade. Aber wen könnte ich fragen? Wo soll ich bloß suchen?“

„Wo genau hast du diesen Gegenstand denn gefunden?“ fragte Zwickalum. „Vielleicht solltest du da mit deiner Suche beginnen? Oder frage doch auch einmal in den umliegenden Dörfern nach!“ Was Zwickalum da vorschlug, hörte sich sehr plausibel an. „Dieses Dingsda habe ich weit außerhalb gefunden. Noch hinter Angelnau! Ich hörte ein lautes ‚Plopp’ und da lag es dann mitten auf dem Weg“, antwortete Zweckel. Angelnau war eines der äußersten Dörfer im Wichtland. „Nun, dann solltest du den Weg einfach zurückgehen. Und die umliegenden Dörfer aufsuchen und nachfragen!“ schlug Zwickalum vor. „Ja, so wird’s gemacht! Oh, wie fein, ich rieche ein Abenteuer. Wie aufregend. „Nur, „ plötzlich verstummte Zweckel, „so ganz alleine ein Abenteuer zu bestreiten, ist nicht wirklich so schön. Mit niemandem all die spannenden Erlebnisse zu teilen. Ach, ich weiß nicht, das hört sich nicht wirklich nach Spaß an.“

Die drei Wichte schwiegen eine Weile, bis plötzlich ein breites Strahlen über Zwurzels Gesicht lief. „Zweckel! Ich hab’s! Wie wäre es denn, wenn ich dein Begleiter wäre? Schließlich bin ich ja auch schuld daran, dass du jetzt dieses Abenteuer erleben wirst. Also, hier steht dein Freund für Spannung und Abenteuer vor dir! Auf, auf! Lass uns zu neuen Heldentaten aufbrechen! Abenteuer erleben, gegen Wind und Wetter kämpfen! Seite an Seite.“ Zwurzels Abenteuerlust war gar nicht mehr zu bändigen.

Zweckel lachte laut auf. „Also dann, lass uns einige Sachen zusammenpacken, denn wer weiß, wie lange es braucht, diesem Dingsda seinen richtigen Namen zuzufügen.“ Anerkennend klopfte Zwickalum den beiden auf die Schultern. „Das lob ich mir! Wenn ich doch nur jünger wär, ich würde euch sofort begleiten! So dann, bevor ihr morgen aufbrecht, kommt noch einmal bei mir vorbei! Vielleicht habe ich noch etwas Nützliches für eure Reise.“ „Oh wie fein! Das werden wir!“ erwiderte Zweckel, „und nun, Zwurzel, lass uns unsere Reise bei einem warmen Tee in meinem Hause besprechen.“ Gemeinsam gingen die beiden jungen Wichte zum Hause von Zweckel, zwischen sich das Dingsda tragend.

Zweckel, Zwurzel und das Dingsda

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