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Der Damm bricht

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Wird der Druck, dem berühmte und erfolgreiche Menschen in der Öffentlichkeit ausgesetzt sind, mangels Bewusstsein, innerer Stärke und Stabilität zu groß, sehen manche leider nur noch den Ausweg im Drogenoder Alkoholkonsum, schlimmstenfalls beenden sie ihr Leben.

Amy Winehouse, Romy Schneider, Marilyn Monroe, Elvis Presley, Jimi Hendrix, Whitney Houston, Michael Jackson … Frauen und Männer aus der Filmund Musikbranche, die jung verstorben sind. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sehr erfolgreich waren, mit dieser Art von Leben aber nicht zurechtkamen und sehr früh verstorben sind.

Robbie Williams, Britney Spears, Mel Gibson, Eminem, Eric Clapton … die Liste kann beliebig fortgesetzt werden.

Sie alle haben oder hatten ein Alkoholoder Drogenproblem, was darauf schließen lässt, dass ihnen trotz ihres Erfolges etwas fehlte und sie nicht wirklich glücklich waren.

Diego Armando Maradona, Paul Gascoigne, Gerd Müller, Tony Adams, George Best – sie stehen hier nur stellvertretend für Spitzenfußballer, die wohl dem Druck oder Stress für einen Moment mithilfe von Alkohol oder Drogen entfliehen wollen oder wollten.

Sebastian Deisler und Ivan Ergic berichteten öffentlich über ihre Depressionen. Wie hoch ist wohl die Dunkelziffer derer, die ein ähnliches Schicksal erleiden wie sie oder Robert Enke?

Viele Erfolgreiche stehen in den Schlagzeilen wegen ausschweifenden Partys, Alkohol und Sex – ständig auf der Suche nach einem neuen Kick.

Das alles sind hoch begabte Menschen und von daher ist ihre Reaktion nicht weiter verwunderlich, denn meistens sind diese außergewöhnlichen Talente auch immer einen Tick sensibler und eher gefährdet, an diesem inneren Druck zu zerbrechen.

Bis hierhin habe ich anhand von Beispielen berühmter und erfolgreicher Menschen aufgezeigt, was durch Erfolgsdruck alles entstehen kann. Zum einen habe ich das gemacht, weil ich persönlich das alles so erlebt habe und aus eigener Erfahrung berichten kann. Zum anderen sind solche Beispiele prädestiniert, um die Thematik dieses Buches deutlich zu machen. Doch diese Mechanismen beziehen sich auf menschliche Verhaltensweisen, die völlig unabhängig von Herkunft, Beruf und Status sind. Deshalb gilt der Inhalt dieses Buches selbstverständlich für alle Menschen, egal was und woher sie auch immer sind.

Die oben beschriebenen Probleme gibt es leider in allen Gesellschaftsschichten, denn der Erfolgsdruck und der daraus entstehende Stress fordern ihre Opfer nicht nur unter Filmstars, Musikern, Unterhaltungskünstlern oder Profisportlern.

Wie viele Menschen, die mit ihrer stressigen Lebenssituation überfordert oder am Erfolg gescheitert sind, können ihren Alltag nur noch mit einem Schluck aus der Pulle, einer Pille oder einem Pulver meistern?

Wie viele Schüler, Studenten oder Lehrlinge kiffen, trinken oder greifen zu Ecstasy oder anderen Designerdrogen, um dem inneren Stress für einen Moment zu entfliehen?

Und ist die steigende Gewaltbereitschaft vieler Jugendlichen und Erwachsenen vielleicht auch nur ein Ventil, um den inneren Druck abzulassen?

Die Zahl der an Depressionen erkrankten Menschen zum Beispiel in der Schweiz, in der man von 5–8 % der Bevölkerung spricht, also etwa 350bis 400 000 Menschen, von denen ein Drittel schwerste Depressionen haben, also etwa 130 000, zeigt deutlich, dass (zu) viele mit dem Druck nicht zurechtkommen.

Auch Suizidstatistiken sprechen eine deutliche Sprache. In der Schweiz etwa ereignen sich täglich 40 Suizidversuche, von denen durchschnittlich vier »erfolgreich« sind. Rechnet man dies hoch, wären das 1460 Suizidtote und 14 600 Suizidversuche im Jahr, wobei man davon ausgeht, dass sich etwa zehnmal mehr Menschen ernsthaft Gedanken über Suizid machen als diejenigen, die es tatsächlich versuchen – das wären dann 146 000. Und das in einem Land wie der Schweiz, das als eines mit der höchsten Lebensqualität jährlich ausgezeichnet wird.

Stressfrei glücklich sein

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