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Aussäen im Gewächshaus

Mit einem Gewächshaus können Sie weitgehend temperaturunabhängig gärtnern. Sie entscheiden selbst, wann die Saison losgeht.

Was Sie jetzt aussäen, hängt auch von der Größe Ihres Gewächshauses ab: Große Häuser bleiben lange frostfrei. In Häusern bis 10 m², von denen in diesem Buch ausgegangen wird, sinkt die Innentemperatur nachts auf die Außentemperatur ab. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Gewächshaus eine Außenhaut aus Glas oder Kunststoff hat.

Welche Kulturen sind sinnvoll?

Grundsätzlich können Sie im Gewächshaus alle Kulturen ansäen, die Sie jetzt auch im Freiland anbauen. Sinnvoll ist es, im Vorfrühling nur Pflanzen mit kurzer Kulturzeit anzubauen, weil Sie den Platz ab dem Vollfrühling für die Anzucht wärmeliebender Pflanzen wie Gurken oder Tomaten benötigen. Setzen Sie also wie im Freiland auf Radieschen, Rettich, Spinat, Schnittsalat und Rucola. Greifen Sie zu Sorten, die unter kühleren Bedingungen sehr schnell wachsen (»Treibsorten«). Die Salatrauke 'Runway' ist beispielsweise bereits nach 40 Tagen erntefähig. Auch bei Radieschen gibt es Sorten, die im Frühling im Gewächshaus besonders schnell wachsen. Auf jeden Fall sollten Sie bei kaltem Wetter und Frost die Kulturen drinnen mit einem Wärmeschutzvlies schützen.

> und >, (Aus-)Säen im Freiland


Sie sollten in eine vorbereitete Rinne säen. Achten Sie darauf, nur dünn auszusäen. Das erspart Ihnen später das mühsame Vereinzeln.

Noch früher ernten!

So können Sie Radieschen, Kopfsalat und Rucola zwei Wochen früher ernten:

→ Füllen Sie ein Saatkistchen mit Anzuchterde, und säen Sie es ein.

→ Decken Sie das Kistchen mit Folie ab, und stellen Sie es warm – beispielsweise im Heizungskeller. Salat ist ein Kaltkeimer ( Glossar, >) und muss zwei Tage kühl stehen, um die Keimruhe zu brechen. Sind Blätter sichtbar, müssen die Pflanzen ins Helle.

→ Ab dem ersten Laubblatt sollten Sie nach Herstellerangabe mit Volldünger düngen.

> , Vorziehen auf der Fensterbank

Beerensträucher pflanzen

Nicht nur wenn Sie Kinder haben, sollten Sie von Mai bis Oktober erntereife Beeren im Garten haben. Naschen direkt vom Strauch macht doppelt Spaß!

Wegen ihres frühen Austriebs sollten Sie Beerensträucher jetzt, im Vorfrühling, pflanzen. Kaufen Sie nur hochwertige Ware, diese erhalten Sie in der Regel in Baumschulen. Lassen Sie sich dort auch über Sorten, die für Ihre Region und Ihren Standort geeignet sind, informieren, nur dann werden Sie dauerhaft Freude an Ihren Beerensträuchern haben. Ein Fachverkäufer kann Ihnen auch Auskunft geben, welche Sorten gegen bestimmte, bei Ihnen in der Region besonders häufig auftretende tierische und pflanzliche Schädlinge resistent sind.

> und >, Gehölze pflanzen

→ Johannisbeeren gibt es mit roten, weißen und schwarzen Früchten. Weiße werden seltener angebaut, da sie weniger Vitamine enthalten als die beiden anderen. Bei den roten gibt es verschiedene Reifegruppen, ihre Erntezeit reicht von Juni bis Mitte August. Wichtig bei der Sortenwahl ist eine Widerstandsfähigkeit gegen Mehltau und die Johannisbeergallmilbe. Johannisbeeren gibt es auch als Hochstämmchen, diese sind nicht so langlebig wie Sträucher. Johannisbeeren werden grundsätzlich 10 cm tiefer gepflanzt, als sie in der Baumschule standen. Das fördert ihr Vermögen, neue Triebe zu bilden. Der Pflanzabstand zwischen den Büschen sollte 1–1,5 m betragen. Schwarze Johannisbeeren wachsen stärker, sie brauchen 2 m Abstand.

→ Stachelbeeren sind mit rot- und weißfrüchtigen Sorten auf dem Markt, einige sind sogar stachellos. Bei der Sortenwahl sollten Sie auf die Widerstandsfähigkeit gegen den Amerikanischen Stachelbeermehltau achten. Hochstämmchen sind weniger vital als Sträucher. Die Bodenansprüche sind gering, vermeiden Sie Staunässe. Der Abstand zwischen den Büschen sollte 1–1,5 m betragen.

>, Guter Boden ist das A und O

→ Himbeeren fruchten im Sommer; zunehmender Beliebtheit erfreuen sich Sorten, die erst ab August bis in den Herbst reifen. In ihren Früchten finden sich keine Larven des Himbeerkäfers. Ihre Standortansprüche sind gering, bei schweren und nassen Böden besteht die Gefahr von Wurzelfäulen.

→ Himbeeren lieben Sonne, kommen aber auch mit Halbschatten zurecht. Der Pflanzabstand von Himbeeren beträgt 50 cm, manche Sorten benötigen eine Stütze, damit die Ruten nicht am Boden liegen.

→ Brombeeren: Standard im Garten sind stachellose Sorten. Brombeeren benötigen einen sonnigen Standort und ein Spalier mit einer Höhe von 1,8 m. Neuerdings gibt es aber auch Sorten, die ohne Stütze auskommen. Ungeeignet sind staunasse und sehr schwere Böden. Der Abstand zwischen zwei Pflanzen beträgt 2 m.

→ Heidelbeeren wachsen nur in einem sauren Boden, in normaler Gartenerde gedeihen sie nicht. Wer trotzdem nicht auf sie verzichten möchte, geht folgendermaßen vor: Für eine Pflanze heben Sie eine Grube mit 40 cm Tiefe und 100 cm Durchmesser aus. Dichten Sie die Seiten der Grube mit einer Plastikfolie ab. Füllen Sie die Grube mit 3 Teilen Weißtorf und 1 Teil Fichtennadelerde und setzen die Heidelbeere ein. Gedüngt wird mit Moorbeetdünger. Gießen Sie nur mit Regenwasser, das enthält keinen Kalk.

>, Rhododendron & Co. pflanzen

Maibeeren: »frühreife Früchtchen«

Diese frühesten Strauchbeeren, die erst vor wenigen Jahren Einzug in unsere Gärten gefunden haben, reifen – wie ihr Name sagt – bereits im Mai. In Geschmack und Aussehen sind die Beeren der Heidelbeere ähnlich. Die Standortansprüche sind jedoch viel geringer. Sie akzeptieren saure und alkalische Böden, Sand und Lehm, Sonne und Halbschatten. Sowohl das Holz als auch die Blüten sind äußerst frosthart.

Platzbedarf: Pflanzen Sie die Büsche im Abstand von 1,5 m. Wenn Sie zwei unterschiedliche Sorten anbauen, verbessern Sie die Befruchtung – damit später auch den Ertrag. Dieser liegt bei ca. 2 kg Früchte pro Strauch. Schneiden Sie nach der Ernte die alten Triebe bodennah ab.

Krankheiten sind nicht bekannt, vorsichtshalber sollten Sie die Beeren vor Vögeln schützen.

Ernten

Auch jetzt, im zeitigen Frühjahr, können Sie noch im eigenen Garten ernten!

Im Freien

Bei frostfreiem Wetter können Sie Lauch, Grünkohl und Rosenkohl ernten, Feldsalat und Winterpostelein stehen ebenfalls noch in den Beeten. Beide sollten Sie bei Frost mit einem Wärmeschutzvlies abdecken.

Im Gewächshaus

Verschiedenes steht zur Ernte an: Feldsalat schneiden Sie ganz ab, bei Spinat und Winterpostelein nur die Blätter, da diese nachwachsen. Bei Winterpostelein sollten Sie vermeiden, dass er zur Samenreife kommt: Wenn die Samen ausfallen, wird er zu einem sehr lästigen Unkraut.

Obstbäume düngen

Kontrollieren Sie, ob Ihre Obstbäume an Nährstoffmangel leiden. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Abhilfe zu schaffen.

Ob Obstbäume gedüngt werden müssen, wird oft konträr diskutiert. Grundsätzlich benötigen Obstbäume ca. 6 g Stickstoff/m² im Jahr. Dies entspricht in etwa dem natürlichen Eintrag, der über die Luft und den Boden erfolgt. Eine zusätzliche Düngung ist deshalb nicht nötig. Wenn Sie darüber hinaus 2–3 l Kompost/m² ausbringen – das entspricht einer Schicht von 2 mm Dicke –, hat der Apfelbaum mit Sicherheit alle Nährstoffe, die er benötigt. Von Forschungsanstalten wird empfohlen, alle vier Jahre eine Standardbodenprobe untersuchen zu lassen, um die Entwicklung der Nährstoffe im Boden zu beurteilen. Das von den Untersuchungslabors übermittelte Ergebnis liefert Ihnen auch Hinweise zur umweltgerechten Düngung.

>, Boden testen

Vergreiste Gehölze benötigen mehr

Mineralische oder organische Dünger sollten Sie v. a. dann einsetzen, wenn der Baum vergreist. Sie erkennen dies daran, dass keine Neutriebe mehr gebildet werden und sich auf den vorhandenen Zweigen immer mehr Flechten und Moose ansiedeln. Die Gründe dafür können vielfältig sein:

→ Ein Gehölz, veredelt ( Glossar, >) auf einer sehr schwach wachsenden Unterlage, konkurriert mit dem Rasen, der bis an den Stammfuß reicht, um Nährstoffe.

→ Eine Rindenmulchauflage bindet den Stickstoff, der so nicht an die Wurzeln der Gehölze gelangen kann.

→ Der Wurzelraum ist eingeschränkt.

→ Wühlmause fressen die Wurzeln ab.

>, Obstbäume pflanzen

Wie viel Dünger ist notwendig?

Wenn Sie einen dieser Gründe bei sich festgestellt haben, können Sie jetzt die Pflanze mit 10 g Mineraldünger/m² unterstützen. Diese Gabe soll so frühzeitig im Jahr erfolgen, da der Nährstoffbedarf während der Blüte besonders hoch ist. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte sich der Dünger gelöst haben und mit dem Regen in den Feinwurzelbereich gelangt sein. Verwenden Sie organische Dünger, kann die Menge etwas höher liegen. Richten Sie sich nach den Packungsangaben.

>, Boden verbessern

Wenn der Untergrund bewachsen ist

Ist der Boden unter den Ästen des Obstbaumes bewachsen, sollten Sie in diesem Traufbereich pro m² mindestens ein Loch graben und den Dünger unterhalb der Wurzeln dieses Bewuchses (z. B. Rasen) in Häufchen deponieren. Bringen Sie den Dünger auf dem Rasen aus, werden die langsam freigesetzten Nährstoffe vom Rasen genutzt, dem Gehölz kommen sie nicht zugute.

Achtung, Botrytisgefahr!

Vor allem im Gewächshaus sollten Sie stets alle vergilbten oder abgestorbenen Blätter sofort entfernen und auch keine abgestorbenen Pflanzen herumliegen lassen. Auf diesem Nährboden siedelt sich nämlich unverzüglich der Grauschimmel an. Dieser Pilz ist überall vorhanden und wartet nur auf eine Gelegenheit, um sich auszubreiten. Von abgestorbenen Pflanzenteilen greift er dann schnell auf gesunde über. Sehr häufig kommt er auf Kopf- und Feldsalat vor, grundsätzlich können jedoch alle Pflanzenarten von ihm befallen werden.

> , Pilzkrankheiten bekämpfen

Obstbäume pflanzen

Ein Obstbaum ist eine Investition, von der Sie viele Jahre profitieren. Setzen Sie nicht auf die billigste, sondern die beste Variante. Jetzt ist Pflanzzeit!

Was Sie bei Standort und Sortenwahl bedenken sollten

→ Das Obstgehölz sollte einen Wurzelraum von bis zu 150 cm Tiefe zur Verfügung haben, das Bodenwasser muss zu jeder Jahreszeit gut abfließen können.

→ Von Vorteil ist ein vollsonniger Standort, dann können die Früchte optimal ausreifen, und Sie beugen Pilzkrankheiten vor, die durch hohe Luftfeuchte begünstigt werden.

→ Bedenken Sie auch das weitere Wachstum der Gehölze. Entscheiden Sie schon vor dem Kauf, welche Wuchsform für Ihren Garten infrage kommt ( Tabelle >) und welche Größe langfristig am gewählten Standort passt.

→ Legen Sie größten Wert auf die Sortenwahl. Eine fachkundige Beratung bekommen Sie z. B. in auf Obstbau spezialisierten Baumschulen oder im Internet bei den Gartenakademien der jeweiligen Länder. Nutzen Sie unbedingt Resistenzen, etwa gegen Feuerbrand oder Schorf beim Apfel.

>, Tabelle Empfehlenswerte Obstsorten


Die Veredlungsstelle muss bei Obstgehölzen über der Erde liegen, sonst treibt sie Wurzeln.

So gehen Sie am besten vor

→ Heben Sie eine Pflanzgrube aus, die etwas größer ist als der Wurzelkörper. Torf, Dünger, Kalk oder sonstige Materialien gehören nicht ins Pflanzloch. Bei wurzelnackten Pflanzen schneiden Sie verletzte Wurzeln etwas zurück. Ist die Wurzel trocken, wässern Sie sie 1–2 Stunden. Ballierte Pflanzen werden ebenfalls kurz gewässert.

→ Bei Wühlmausgefahr ist ein Wühlmauskorb ratsam. Diese Körbe aus engmaschigem Draht werden vollkommen im Boden versenkt und schützen die Wurzeln jahrelang.

→ Schlagen Sie nun einen Baumpfahl in der Hauptwindrichtung vor dem Gehölz ein.

→ Die Veredlungsstelle ( Abb.) muss 10 cm über der Erdoberfläche liegen, sonst treibt der Baum hier neue Wurzeln.

→ Füllen Sie Erde in das Pflanzloch, und schlämmen Sie die Wurzeln gründlich ein.

→ Binden Sie den Baum mit einer Achterschlinge ( Glossar, >) locker an den Pfahl. Der Wasser- und Saftstrom darf dadurch nicht unterbrochen werden.

> und >, Gehölze pflanzen

Für jede Gartengröße der passende Obstbaum
WuchsformEigenschaftenPflanzabstandHöhe
Buschbaumschwach wachsend, fruchtet nach wenigen Jahren5 mStammhöhe 60 cm, 5–6 m Höhe
Halbstammstark wachsend, fruchtet erst nach 10 Jahren8–10 mStammhöhe 1–1,5 m
Hochstammstark wachsend, fruchtet erst nach 15 Jahren10 mStammhöhe 1,8 m
Säulenbäumesäulenförmiger Wuchs, früh fruchtendauch für Gefäße geeignetnach Belieben
Spalierschwach wachsend, frühzeitig fruchtendAbstand vom Gerüst: 50 cmnach Belieben
Spindelspindelförmiger Wuchs, trägt im 2. oder 3. Jahr2 m3 m

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