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1.4 Einflüsse der kontaminierten Oberfläche

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Für das Verhalten einer Kontamination ist, neben den physikalischen und chemischen Eigenschaften des Gefahrstoffs, die Beschaffenheit der von ihm kontaminierten Oberfläche von wesentlicher Bedeutung. Dichte glatte Materialien vermögen dem Eindringen von Stoffen besser zu widerstehen als poröse. Diese verfügen über eine vielfach größere Oberfläche, über die Stoffe aufgenommen werden können. Hinzu kommen Kapillareffekte an der Grenzfläche. Schadstoffe können daher in Glas und Metalle kaum, in Holz und Mauerwerk gut eindringen. Polyurethanlacke oder einbrenngetrocknete Alkydharzlacke setzen dem Eindringen chemischer Substanzen mehr Widerstand entgegen als luftgetrocknete Alkydharzanstriche.

Während der Diffusion eines Schadstoff-Moleküls in Kunststoffen und Lacken können Wechselwirkungen mit dem Polymermaterial, aber auch mit darin enthaltenen Weichmachern und Farbpigmenten auftreten. Diese Reaktionen führen häufig zu Veränderungen der Materialeigenschaften von Werkstoffen wie Verfärbung, Versprödung, Quellung oder Ablösungen.

Kann nach der Grobreinigung von Schutzbekleidung davon ausgegangen werden, dass anhaftende Kontaminationen entfernt wurden, so ist aber in Betracht zu ziehen, dass das Bekleidungsmaterial noch darin eingedrungene Schadstoffe enthält. Da die Diffusion der in das Material eingedrungenen Schadstoffteilchen ungerichtet verläuft, können sie aus dem Polymermaterial zurück an die Oberfläche wandern und dort in die Gasphase übertreten. Da sich die Teilchen mit zunehmender Temperatur schneller bewegen, ist davon auszugehen, dass diese im Anzugstoff »gelösten« Teilchen das Anzugmaterial schneller verlassen, wenn es erwärmt wird. Dieser Sachverhalt wird für die Dekontamination genutzt. Bei Erwärmung treten über der Lack- oder Anzugoberfläche aber auch höhere Schadstoffkonzentrationen auf. Auch ist zu beachten, dass der Schadstoff nach der Wanderung durch den Schutzstoff auch im Anzuginneren eines CSA freigesetzt werden kann.


Bild 4: Wanderungsmöglichkeiten eines Gefahrstoff- Moleküls im Material eines Chemikalienschutzanzugs und Desorption an den Oberflächen

Dekontamination

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