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1.5 Gesundheitliche Risiken durch Kontaminationen
ОглавлениеGefahrstoffe können durch ihre giftigen, ansteckenden oder korrosiven Eigenschaften auf den Körper einwirken. Ferner können von ihnen physikalische Kräfte, wie ionisierende Strahlung, ausgehen. Die Aufnahme eines Gefahrstoffs in den Körper kann über die Atemwege, die Haut, über die Augen, den Magen-Darmtrakt und über Verletzungen erfolgen.
Wesentlich für den Eintritt eines negativen Effekts ist die aufgenommene Dosis, häufig verbunden mit der Zeitdauer der Aufnahme. Zum Beispiel wirken 500 mg Blausäure je Kubikmeter Atemluft für die Hälfte der Betroffenen innerhalb von zehn Minuten tödlich. Wird dagegen die gleiche Dosis über einen Zeitraum von einem Jahr aufgenommen, treten keine Symptome auf, da die Blausäure im Körper schnell abgebaut und ausgeschieden wird. Chronische Vergiftungen sind daher nicht zu erwarten. Zusätzlich zu den akuten Schäden können abhängig von dem aufgenommenen Stoff Langzeitfolgen auftreten, wie Krebserkrankungen oder Schäden des Erbguts.
Die von einer Kontamination ausgehende Gefährdung resultiert aus dem direkten Kontakt mit kontaminierten Flächen durch Berührung (Kontaktrisiko) und durch das Einatmen von ausgasenden, abdampfenden oder reaerosolisierten Gefahrstoffen (Inhalationsrisiko). Daher müssen Kontaminationen stets auch als Quellen einer Inkorporation betrachtet werden.