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Vorwort zur 1. Auflage

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Ob der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wirtschaftliche oder militärische Sanktionen gegen ein Regime verhängt, das gewaltsam gegen die eigene Bevölkerung vorgeht; ob weltweit um ein Abkommen zum Klimaschutz gerungen wird; ob eine Staatenkoalition vor der Küste Somalias Piratenschiffe aufbringt; ob eine neue internationale Finanzarchitektur gefordert wird; ob die Abschiebung von Menschen in einen Staat, in dem ihnen eine unmenschliche Behandlung droht, von einem internationalen Gericht untersagt wird; ob, ob, ob: völkerrechtliche Fragen begegnen einem, sobald man die Zeitung aufschlägt (oder die Nachrichten in Fernsehen, Rundfunk oder Internet verfolgt). Seinen festen Platz in der universitären Schwerpunktausbildung, zunehmend ebenso im Grundstudium, wird das Völkerrecht auch in Zukunft behaupten.

Dieses Buch soll allen, die sich mit dem Völkerrecht befassen wollen, ein verlässlicher Begleiter durch ihr Studium sein. In erster Linie richtet es sich an Studierende im universitären Schwerpunktstudium. Abgesehen von den allgemeinen Fragen, die hier im ersten Teil („Allgemeines Völkerrecht“, im Vorlesungsplan meist die Vorlesung „Völkerrecht I“) behandelt sind, unterscheiden sich die Studieninhalte im Schwerpunktbereich heute nicht unerheblich zwischen den Universitäten. Die Themenauswahl in den beiden folgenden Teilen („Friedensvölkerrecht“, „Friedenssicherungs- und Konfliktrecht“) soll diese Vielfalt abbilden und dabei zugleich die Grundlagen dieser Rechtsgebiete vermitteln.

Der Veranschaulichung dienen die zahlreich eingestreuten Beispielsfälle (reale wie fiktive), darunter „Klassiker“, die man als Völkerrechtlerin oder Völkerrechtler kennen sollte. Als Hilfestellung zu Wiederholung und Vertiefung sind jedem Kapitel zu Beginn bzw. am Ende Hinweise auf einführende Literatur und Falllösungen in juristischen Zeitschriften beigegeben (weitere Fälle und Lösungen finden sich in den einschlägigen Ausbildungsbüchern, nicht zuletzt im Klausurenkurs zum Völkerrecht, der begleitend zu diesem Lehrbuch erscheint). Jedes Kapitel schließt außerdem mit einer Reihe von Kontrollfragen, die teils auf Basiswissen, teils auf Verständnis von Zusammenhängen zielen. Zudem findet sich im Anhang eine Auswahl wichtiger gerichtlicher und schiedsgerichtlicher Entscheidungen, die im Buch verschiedentlich behandelt sind und hier noch einmal im Zusammenhang präsentiert werden – zur Wiederholung z. B. vor einer Klausur oder einer mündlichen Prüfung.

Auf dieses Lehrbuch abgestimmte umfangreiche Literaturhinweise finden sich (neben allgemeinen Literatur- und Recherchetipps) als Angebot für vertiefende Lektüre, wie sie v.a. im Rahmen der Erstellung von Seminar- oder Hausarbeiten notwendig wird, auf der folgenden Website zum Download: www.hjr-verlag.de/voelkerrecht.

Natürlich hoffe ich, dass dieses Buch für seine Leserinnen und Leser noch mehr leisten kann, als auf Studium und Prüfungen vorzubereiten: Gerade wer Interesse an politischen Fragen hat und gern über den redensartlichen nationalen Tellerrand blickt, wird im Völkerrecht eine spannende und faszinierende Rechtsordnung finden, die in manchem anders ist als das nationale Recht. Wenn es gelänge, dem einen oder der anderen mit diesem Buch die Tür zu dieser Welt zu öffnen und Anreiz für eine tiefere Befassung mit dem Völkerrecht zu geben, wäre das ein großer und schöner Erfolg!

Dieses Lehrbuch ist in weiten Teilen die Frucht von Lehrveranstaltungen, die ich an der Freien Universität Berlin und, vor allem, der Helmut-Schmidt-Universität, der Universität der Bundeswehr in Hamburg, gehalten habe. Daran, dass es entstanden ist, haben viele Menschen Anteil, denen ich an dieser Stelle danken möchte.

Für Unterstützung bei Recherche und redaktionellen Arbeiten danke ich Martin Albrecht, Lisa Böhmer, Laura Eckhardt, Klaus Guillemot, Relja Richert, Sarah Schadendorf und Markus Spörer. Als Testleserinnen und Testleser haben mir Lisa Böhmer, Sigrid Boysen, Sinthiou Buszewski und Christian Crohn wertvolle Anregungen gegeben, die zweifellos zu einer Verbesserung des Manuskripts beigetragen haben. Ganz besonderer Dank gebührt Simon Neumann. Er hat dieses Buchprojekt von Anfang an wie kein Zweiter begleitet und mit seinem großen Engagement zum Gelingen beigetragen. Schließlich gilt mein Dank dem Verlag C.F. Müller und hier vor allem Alexandra Burrer und Michael Schmidt für ihre Geduld und eine verständnisvolle verlegerische Begleitung. Dass das vorliegende Buch noch immer verbesserungsfähig ist, ist allein mir anzulasten. Anregungen und Kritik oder einfach auch nur Feedback nehme ich gern unter lehrbuch.voelkerrecht@uni-muenster.de entgegen.

Als Dozent ist man auf kritische Nachfragen aus dem Kreis der Studierenden angewiesen. Nur so wird man dazu gedrängt, vermeintliche Gewissheiten zu hinterfragen und Zusammenhänge besser zu erklären. Dieses Buch erscheint nun gerade in dem Moment, in dem ich von meiner bisherigen Wirkungsstätte an die Westfälische Wilhelms-Universität Münster wechsle. Widmen möchte ich es daher meinen Studierenden an der Helmut-Schmidt-Universität als einen Abschiedsgruß nach sechs auch für mich lehrreichen Jahren.

Münster, im April 2012 Andreas von Arnauld

Völkerrecht

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