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3 Unsere geistlichen Wurzeln

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Das Traurige an unserem geistlichen Desinteresse in diesen Jahren war, dass wir es eigentlich hätten besser wissen müssen.

Sowohl Michelle als auch ich waren in der Stadt Redding in Kalifornien aufgewachsen. Sie wurde katholisch erzogen und ich als Baptist. Nach unserer Heirat ging ich regelmäßig mit ihr zum Gottesdienst in ihre Kirche. Schnell lernte ich, wann ich aufstehen, mich setzen oder hinknien musste. Ich wollte mich unbedingt anpassen, damit keiner merkte, wie fehl am Platz ich eigentlich war.

Jede Woche eine Stunde in die Kirche zu gehen, machte mir nichts aus – solange es mein Privatleben nicht störte. Ich baute damals mein Geschäft im Immobilienbereich auf, was einen großen Teil meiner Zeit in Anspruch nahm. Ich verdiente genug, um unseren damaligen Lebensstil finanzieren zu können, und mit unseren drei Kindern führten wir ein angenehmes Leben. Natürlich waren weder Michelle noch ich zu dieser Zeit wiedergeboren. Wir wussten, wer Gott war, aber wir kannten ihn nicht persönlich.

Eines Tages erzählten einige Nachbarn Michelle von einer besonderen Gebetsveranstaltung, die im Untergeschoss der katholischen Kirche stattfinden sollte. Sie sagten, es handle sich um eine „charismatische“ Versammlung, die ein Laie, ein Psychiater, leiten würde. Darunter konnte ich mir nichts vorstellen, weshalb ich zusagte.

Dieses Treffen lief völlig anders ab als alles, was ich bisher in einer Kirche erlebt hatte. Zunächst einmal sangen alle die Anbetungsliedern mit, von denen ich sogar einige aus meiner Baptistenzeit wiedererkannte. Aus welchem Grund auch immer, bewegten mich diese Lieder an diesem Tag besonders, und bald hatte ich mit den Tränen zu kämpfen. Noch ehe der Gottesdienst vorüber war, hatten sowohl Michelle als auch ich Jesus als unseren Herrn und Retter angenommen – im Keller dieser katholischen Kirche!

Wir liebten die Leute, die zu den charismatischen Gebetstreffen kamen und waren gern mit ihnen zusammen. Eine ganze Reihe von ihnen war auch Teil einer Gruppe der „Geschäftsleute des vollen Evangeliums“. Zu dieser Gruppe gehörten sowohl Geistliche als auch Laien aus vielen verschiedenen Denominationen. Sie hielten in Redding regelmäßig Treffen ab, und wir fingen an, auch diese zu besuchen. Dabei hörten wir wunderbare Zeugnisse von Leuten aus den unterschiedlichsten Denominationen, deren Leben durch eine echte Beziehung zu Jesus Christus verändert worden war.

Bei diesen Treffen begegneten wir auch Leuten, die zur „Bethel Assembly of God“-Gemeinde (Pfingstgemeinde) in Redding gehörten. Mit der Zeit gingen Michelle und ich regelmäßig in diese Gemeinde und schickten unsere Kinder dort in die Sonntagsschule. Nach der Sonntagsschule gingen wir dann in den katholischen Gottesdienst. Allmählich waren wir dann immer öfter in der Bethel-Gemeinde und immer weniger in unserer eigenen Kirche, bis wir uns schließlich entschieden, uns ganz der Bethel-Gemeinde anzuschließen. Mitte der 70-er Jahre ging es mit unserem geistlichen Leben endlich aufwärts.

Ich wurde schließlich Ältester dieser Gemeinde und war auch im Kirchenvorstand; später übernahm ich sogar den Vorsitz des lokalen Zweiges der Geschäftsleute des vollen Evangeliums in Redding. Auch auf regionaler Ebene war ich bei den Geschäftsleuten sehr aktiv. Wie ich bereits eingangs des Kapitels sagte, hätten wir es eigentlich besser wissen müssen, doch kamen wir damals in eine geistliche Dürrezeit, als wir, wie so viele andere vor uns, allmählich unsere erste Liebe verloren.

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