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Wie hat sich die systemische Wahrnehmungsarbeit weiterentwickelt?

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Die klassische Form der Aufstellungen ist weit bekannt, vor allem durch die Arbeit von Bert Hellinger um etwa 1990. Er selbst hat dieses Vorgehen nicht erfunden, sondern wurde direkt angeregt von Les Kadis und Ruth McClendon aus den USA.

Weitere, noch ältere, sehr bekannte Formen der Aufstellungen, heute genannt „Familien-Rekonstruktionen“ gehen auf Virginia Satir zurück. Ähnlich ist das emotionale Rollenspiel „Psychodrama“ das von Moreno begründet wurde.

Die klassischen Formen werden noch mehr vom logischen Überlegungen und mit Rückgriff auf ein systemisches Hintergrundwissen gesteuert. Der Klient schildert sein Anliegen, Stellvertreter für bekannte Personen werden aufgestellt, nach ihren Gefühlen gefragt, bei Bedarf umgestellt bis eine Lösung sichtbar wird. Dem Beobachter erscheint dies im allgemeinen vernünftig und nachvollziehbar. Der Leiter ist mehr „direktiv“.

Viele Seminare und Ausbildungskurse beginnen zum Eingewöhnen mit einer klassischen Form und gehen dann in eine neue Form über:

Hier erfragen wir keine oder nur wenig Information vom Klienten. Es gibt meist nur wenige Stellvertreter, die oft nicht wissen wen sie vertreten, sie dürfen sich nach einer Zeit der Sammlung intuitiv bewegen. Der Leiter greift wenig ein. Er ist also mehr „non-direktiv“, was manchen Vorstellungen von Therapie weniger entgegenkommt als die frühere Art. Wir vertrauen mehr den Stellvertretern.

Auch der Leiter der Aufstellung muss hier die Haltung eines Stellvertreter haben, sich führen lassen ohne begreifen zu wollen, ohne eingreifen zu wollen. Statt zu „machen“ werden wir geführt, von einer Kraft die noch über das Familien-Kraftfeld hinausgeht, von der wir wenig wissen – nur dass sie uns allen mit gleicher Liebe zugewandt ist und das Getrennte zusammenführt.

Die Therapie entdeckt die Familie

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