Читать книгу Scriptor Praxis: Der Dialog als Schlüssel für guten Unterricht - Dr. Monika Wilkening - Страница 4

Оглавление
Vorbemerkung: Dialog als Motor der UnterrichtsentwicklungVon Prof. Dr. Wolfgang Beywl

Monika Wilkening zählt zu den wenigen langjährig tätigen Aktionsforschenden, die regelmäßig über ihre Forschungs- und Unterrichtspraxis publizieren. Dabei arbeitet sie zum einen die aktuelle wissenschaftliche Literatur zur Lehr-Lernforschung auf. Deren Darstellung richtet sich danach, was für die professionelle Lehrtätigkeit wichtig ist. Zum anderen demonstriert sie, wie sie wissenschaftliche Befunde in ihrer Unterrichtspraxis fruchtbar macht. In dieser Kombination liegt das Besondere auch dieser Publikation der Autorin.

Es geht ihr darum, den Unterricht dialogisch zu gestalten. Was sie den Lehrkräften für deren Unterricht empfiehlt, dies praktiziert sie auch mit ihrem Buch: Sie zeigt, wie sie die eigene Lehrpraxis zum Untersuchungsgegenstand macht und berichtet über diese Praxisforschung. Die zahlreichen Praxisbeispiele basieren auf Protokollnotizen, Umfragen in der Klasse, ausgewerteten Produkten der Schülerinnen und Schüler. Reflexion und Entwicklung sind somit doppelt abgestützt: auf die Evidenz der Erziehungswissenschaften und auf die selbst erzeugte Empirie. Die Anregungen und die vorgestellten Methoden sind nachvollziehbar hergeleitet und können durch kritische Leserinnen und Leser hinterfragt werden.

Die engagierte Lehrerin sieht es als große Herausforderung, dass es allzu viele Lernende gibt, die sich selbst überschätzen. Gleichzeitig scheuten diese das Risiko, dass ihr Unwissen aufgedeckt wird. Sie befürchteten, dass ihre Kompetenzen nicht ausreichen, herausfordernde Aufgaben zu bearbeiten. Ihre Lernzuwächse blieben daher hinter dem Wünschbaren zurück. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, setzt die Autorin konsequent auf förderndes Lernfeedback – sowohl der Lehrkraft an die Schülerinnen und Schüler als auch als Peer-Feedback zwischen ihnen. Sie betont, dass hierfür eine eindeutig formative Unterrichtskultur erforderlich ist, die das Lernen beständig und zugewandt fördert. Wenn es der Lehrkraft gelingt, diese Grundhaltung des „formativen Assessments“ einzunehmen, könne die unterrichtliche Mitsteuerung und -verantwortung durch Lernende aufgebaut und gesteigert werden. Hierfür sollten diese zu kritischen und konstruktiven Rückmeldungen zum Unterricht eingeladen werden – die dann auch nachvollziehbar in die Unterrichtsentwicklung einfließen.

Ermöglicht wird diese gemeinsame Verantwortung für den Unterricht durch den Dialog, das folgenreiche Gespräch über den Unterricht. Bei aller Differenz des Wissens und Könnens zwischen Lehrenden und Lernenden ist dafür gegenseitige Wahrnehmung und Respekt, also Augenhöhe erforderlich.

Dialog meint auch, das lebenslange Lernen als professionelle pädagogische Fachkraft im Austausch mit der Forschung, der Fachcommunity, den Schülerinnen und Schülern sowie als eigene pädagogische Reflexion zu gestalten.

Monika Wilkenings Buch bietet wissenschaftlich begründete Orientierungen und vielfältige Tipps für die Praxis. Es ist zu wünschen, dass es bei zahlreichen Lehrkräften das Bewusstsein dafür stärkt, wie zentral eine entwicklungsorientierte Geisteshaltung bei allen am Unterricht Beteiligten ist. Für eine solche offene Lernhaltung liefert Monika Wilkening mit ihrem Buch ein authentisches Modell.

Scriptor Praxis: Der Dialog als Schlüssel für guten Unterricht

Подняться наверх