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Gerade mal am Anfang

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Jahrhundertelang blickten die Menschen auf die Welt um uns herum und gingen davon aus, dass sie nur drei Dimensionen hat. Vor ungefähr hundert Jahren identifizierte Einstein die vierte Dimension – Zeit – und der Stoff, aus dem das Universum ist, wurde als dynamisches Feld lebendig. So etwas wie Raum gibt es nicht mehr, es gibt nur noch Raum-Zeit. Ein Jahrhundert später erweitern Kosmos-Erforscher den Stoff der Realität durch eine Reihe von Theorien über elf Dimensionen oder mehr noch weiter.8 Tatsächlich gehen viele Kosmologen mittlerweile davon aus, dass das Universum aus unzählbaren weiteren Dimensionen bestehen könnte. Das ist eine atemberaubende Erkenntnis, weil jede stufenweise größere Dimension dramatische neue Ebenen von Ausdrucksfreiheit für das Leben zu bieten scheint.

Auch wenn wir nur selten über Dimensionen nachdenken, bilden sie die Grundlage für die Art und Weise, wie die Realität funktioniert. Dimensionen sind viel mehr als nur trockene mathematische Konzepte – sie sind die unsichtbaren organisierenden Unterstrukturen, innerhalb derer wir existieren. Das Wunder, dass überhaupt irgendwas existiert, hängt davon ab, dass Dimensionen den Strukturrahmen liefern, in dem sich die Dinge auf eine zusammenhängende Weise manifestieren können. Trotz der durchgängigen Dynamik des Universums behält es seine Form und präsentiert sich als die stabile und zuverlässige Welt, die wir um uns herum sehen. Dimensionen liefern einen unsichtbaren Rahmen, der alles an seinem richtigen Platz und in der richtigen Zeit belässt und der der Dynamik des Universums den Zusammenhang verleiht.

Aus der Ausdehnung des Universums können wir die Gegenwart zusätzlicher Dimensionen ableiten. Die populäre Vorstellung vom Urknall suggeriert eine Explosion, bei der Materie in alle Richtungen geschleudert wurde. Das ist irreführend, da es das Bild eines davor existenten leeren Weltalls zeichnet, in das sich die Materie ausdehnt. Ein korrekteres Bild ist, dass unser Universum von innen heraus überall gleichzeitig wächst, während galaktische Inseln mithilfe ihrer Schwerkraft gegen den öffnenden Fluss ankämpfen und zusammenbleiben. Es ist dieser wachsende »Umfang« des Universums, während sich der Stoff aus Raum-Zeit ausdehnt, der die wachsende Abtrennung von Galaxien bewirkt. Die Tatsache, dass der Stoff aus Raum-Zeit sich offensichtlich unendlich ausdehnen kann, weist auf die Präsenz noch großräumigerer Dimensionen hin, die dieser Elastizität Platz bieten.

Angenommen, die Forscher des Kosmos haben Recht und es gibt tatsächlich eine enorme Anzahl weiterer Dimensionen: Dann ist es wichtig – und ernüchternd – zu erkennen, dass wir nicht in der 3.000sten oder 300sten Dimension und noch nicht einmal in der 30sten Dimension leben. Wir leben in der dritten und in der vierten Dimension, ganz am Anfang der Existenz und nur wenige Stufen über einem schwarzen Loch oder dem Kollaps der Realität in eine einzige Dimension. Wir leben in einer äußerst beschränkten Realität, während uns aus großzügigeren Dimensionen ein enormes Maß an Freiheit und evolutionären Chancen winkt. Wir dachten, wir würden an der Spitze der Evolution stehen, und jetzt stellen wir fest, dass wir erst am Anfang stehen. Wir bewegen uns gerade aus der Zone des Zusammenbruchs von Materie in ein schwarzes Loch heraus und in die Zone hinein, in der Leben sich selbst begegnet, sich seiner selbst bewusst wird und sich von allein weiterentwickeln kann. Mit hoher Wahrscheinlichkeit existieren weitaus größere Lebens- und Lernsysteme in der Geräumigkeit, die über unsere wenigen kompakten Dimensionen hinausgehen. Statt am Ende unserer Reise scheinen wir ganz am Anfang einer Reise in die Ewigkeit zu stehen. Dies ist ein Thema, das wir in diesem Buch untersuchen werden.

Das Lebende Universum

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