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Es ist kein Zufall, dass „Pirat“ und „Party“ aus fast den gleichen Buchstaben bestehen. Und die starke Verbindung zwischen beidem ist nirgendwo auf der Welt klarer zu erkennen als auf Ibiza. Jahrhundertelang haben hier Piraten, Ausgestoßene und individualistische Freigeister verschiedene Arten des Lebens und des Feierns ausprobiert oder zerstört, und daran hat sich hinter den Kulissen nicht viel geändert, auch wenn die heutigen Partypiraten inzwischen mehr oder weniger innerhalb einer gewissermaßen „zivilisierten“ Inselgesellschaft leben.

Auf Ibiza sind die Partys anders als sonst irgendwo, wie jeder gern bestätigen wird, der die Insel auch nur ein bisschen kennt. Immer wieder brachten fremde Völker ihre Einflüsse hierher mit: Römische Dekadenz, die Trommelrituale der Mauren oder die religiösen Symbole der Hindus und Buddhisten spielten alle eine Rolle, verbanden sich mit dem Plünderergeist der Piraten und legten damit das Fundament für die Grundsätze, die heute noch die Ibiza-Clubnächte oder After-Partys bestimmen. Ob die Trance-Partys tief in den Wäldern, die Trommler, die den Sonnenuntergang inszenierten, oder auch die Freaks, die sich irgendwo unter freiem Himmel mit Gitarren und Bandmaschinen zusammenfanden und drei Tage lang Jazz und Rock hörten – dass die heute weltweit bekannten Clubs entstanden und zu dem wurden, was sie sind, war eine direkte Folge all jener Entwicklungen, die sich zuvor auf der Insel vollzogen hatten.

Die ersten Nightclubs wurden von den Hippies ins Leben gerufen und standen allen offen, ob sie nun arm oder reich, international oder einheimisch, schwul oder hetero waren. Die Weltenbummler, die vom „Hippie-Trail“ zurückkehrten, die Köpfe voller psychedelischer Drogen und esoterischer, bunter Ideen, bereicherten diese Events um viele neue Elemente, die sie von ihren Reisen mitbrachten. Man legte Kissen aus und tanzte auf den Terrassen, unter den Sternen, unter dem Sonnenaufgang. Daraus entstanden nach und nach die legendären Clubs.

Aber es gibt auch eine andere Seite der Geschichte: die der zwielichtigen Mafia-Verbindungen, korrupten Politiker, von Verrat und intriganten Gemeinheiten, vordergründigen Drogenrazzien, Auftragsmorden, Selbstmorden und hohen Bußgeldern.

Doch genauso wichtig waren stets weltfremde Originalität und futuristische Visionen, talentierte Impresarios, impulsive Genialität, idealistisch-utopische Zusammenhänge und neue Definitionen dafür, wie man Zeit, Raum und menschliche Körper miteinander verschmelzen kann. Ibiza ist das Zentrum der Chill-Out-Kultur, und wenn sich deren Geist mit den unvergleichlichen Clubnächten der Insel verbindet, wird die daraus entstehende Party-Erfahrung zum perfekten, euphorischen Gesamterlebnis.

Nachdem ich viele Saisons von Anfang bis Ende auf der Insel erlebt habe und dabei fast zehn Jahre lang als Clubland-Korrespondentin für verschiedene Magazine und als Party-Promoterin tätig war, ist es mir ein Anliegen geworden, detailliert und aus erster Hand die ganze Geschichte der Partyinsel Ibiza zu erzählen. In diesem Buch verbindet sich die wechselvolle Entwicklung der einzelnen Clubs mit neuen und exklusiven Interviews, die ich mit einigen der größten DJs und anderen Schlüsselfiguren der Club­szene führen konnte – vor der farbenprächtigen Kulisse einer Insel, die sich im Laufe der Jahrhunderte stetig veränderte und immer neuen Einflüssen ausgesetzt war, bis hin zu den Aussteigern und Freaks, die den Grundstein für die Clublandschaft Ibizas legten, wie wir sie heute kennen.

Helen Donlon, Frühjahr 2015

Partyinsel Ibiza

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