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Vom Menschen und von dem, was ihm gehören soll

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Dem Leben einen Sinn zu geben

Vita fateatur - veritas iudicas

Sich dem Leben bekennen – die Wahrheit wird richten





Im Streben liegt der Sinn, die Wahrheit zu ergründen und ihre Forderungen zu erfüllen





Suchst du dem Leben einen Sinn zu geben, so steh frei und fest im eigenen Streben, den Wert der Wahrheit zu ergründen und die Weiten und Tiefen des Seins zu erkunden.

Was dir und deiner Umsicht dabei helfen kann, was der Schöpfer vor dir lang ersann, es ist die Logik in der Schlichtheit deines Denkens, denn in der Einfachheit verbirgt sich die Größe seines Schenkens.

Auch liegt dort, wo es ethisch einfach und sauber zugeht, der Weg mit dem helleren Licht, was jedem zusteht, um zu blicken und die Stimmen zu hören aus den Herzenstiefen singender Mitternachtschöre.

Du selbst wirst sprechen die Sprüche der Kindheit, wirst stehen und sitzen und wieder stehen in der Vielheit, die du als Kind erträumt und in Fülle erfahren hast mit der Sehnsucht und den Wünschen ohne Rast.

An die Schule reichen die Gedanken mit gemischten Gefühlen, erinnerst dich an das Schieben der Tische und Rutschen der Stühle, wenn im Rechnen die Zahlen schwirrten und verschwammen, vor allem jene, die aus der Geschichte antiker Imperien stammen.

Dann war es mit den Sprachen und dem Malen, dass vor den Augen lagen die rot markierten Fehler mit den Qualen, den zensierten Test den elterlichen Augen zu unterlegen mit der Hoffnung und den schärferen Worten des ‘von wegen’.

Selbst mit den Musen ist nicht leicht zu spaßen, wenn am Instrument das Spiel liegt unter den Maßen, die nach Jahren der Lehrer immer höher setzt, dass der Student in seiner Jugend da noch hetzt.

So ist’s, das Streben nimmt den langen Weg im Verstandenwerden, was Jahre dauert, wenn auch unterschiedlich schon auf Erden, je nach Begabung, Einsicht und vor allem Fleiß, das macht die Sache mit der Sinnesgabe besonders heiß.

Geschenkt wird nichts, da bleibt der Himmel blau und leer, mag man auch stehen geduldig und noch länger sehr, der Zug kommt und hält für kurze Zeit und fährt vorbei, da wird das Leben teuer ernst und ohne Spielerei.

Drum überleg dir, welchen Weg du gehen willst, halt die Augen offen, bevor du dich in Schweigen hüllst, denn nicht alle Stühle sind gepolstert und gelehnt, was sich so mancher hat von Jugend an ersehnt.

Gehst du links, dann sieh nach rechts, was da noch liegt, gehst du rechts, dann achte, was noch schwerer wiegt, denn beide Wege haben viel zu sagen, da muss man in Offenheit mit Mut viel wagen.

Gepflastert sind die Straßen dann meist nicht, wenn in der Dunkelheit du suchst das Licht und stolperst über Steine und abgebrochene Äste und läufst dich in Gefahr, das ist nicht das Beste.

Zweigt der linke Weg ins Grüne und der rechte findet nicht den Schatten, geh nur weiter an den Zäunen mit den weggebrochenen Latten, die seit Jahren kürzer wurden in den Längen, über denen dann die abgebrochenen Äste hängen.

Die Natur ist groß, noch größer wird sie dem Verstand, der gelernt hat über Menschen und das Land und von den Menschen die Geschichte hört, was groß zum Wunder wurde und was stört.

Natürlich stört der Dauerlärm der hohlen Plärrerei, wenn vom Inhalt nichts zu sagen ist im brüllenden Geschrei, weil die Größe der Natur in der Stille liegt, was tausendfach mehr als die leeren Phrasen wiegt.

Nimm dir das Papier und den gespitzten Stift, mach die Skizze, schreib das Wort, das den Nagel trifft, dann leg das Papier mit neuen Gedanken zu den Seiten und sieh hinauf in die Höhen der noch größeren Weiten.

Natur will mit Demut gesehen und mit Muße empfunden werden, denn es ist das, was dich in der Stille umgibt und trägt. Komm, zaudere nicht und setz dich auf den Boden, sieh, was dich umgibt, bevor Größe dich endgültig prägt.

Ob Wissenschaft, ob Kunst mit dem ständigen Skizzieren, ob Sprache im Reden oder Schreiben mit dem Fixieren, was Welt um dich und in dir ist, und was sie für dich bedeutet, geh mit Herz und Verstand den Dingen nach, bevor die Glocke läutet.

So ist der Platz neben der Kirchengotik voll mit Menschen und Gedanken, da soll man sich entscheiden ohne zu wanken, denn das Leben in seinem innersten Kern hat seine Stärken und Grenzen ganz anders als der blinkende Stern.

Die Sprache rollt den einen Weg hinauf und den anderen herunter, man erwacht aus dem Schlaf und wird munter, denn der Herzschlag gibt den irdischen Seins-Rhythmus an, dem sich keiner entzieht und keiner entziehen kann.



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