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Möchtest du channeln?

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Wenn wir uns mit unserer eigenen Seele oder mit einem anderen Wesen verbinden, können wir Botschaften durchgeben. Dies wird Channeling genannt. Jeder kann es lernen. Für einige ist Channeln Teil ihrer wahren Aufgabe. Durch engagierte Channels haben große Wesen das Kommen des Licht-Zeitalters beschleunigt.

Wenn du channelst oder von jemandem ein Channeling erhältst, musst du gut unterscheiden. Auch wenn dir einige Channelings von dieser Person gefallen haben, musst du jede Botschaft für sich ansehen: Vielleicht stimmt sie für dich, vielleicht auch nicht.

Ich habe 1980 während meines Trainings bei der Kirche des Inneren Christus (TIC) Channeln gelernt. Es fiel mir leicht und machte mir viel Freude. Babaji und andere Meister überbrachten durch mich Botschaften des Lichts und der Liebe, die sich im Herzen richtig anfühlten. Ich gewann bald an Sicherheit.

Dann sollte ich eine Arbeit über das Channeln schreiben. Damals war ich viel damit beschäftigt, Seelen von Verstorbenen zu helfen, in Lichtsphären einzutreten, und beschloss, meine Arbeit darüber zu schreiben. Es kamen auch wundervolle Informationen durch - wie ich Seelen aus Russland herbeirufen konnte und mehr. Ich schickte diese Arbeit an das TIC-Hauptbüro.

Eine Woche später erhielt ich einen Brief. „Wir verstehen diese Arbeit als mentales Channeling“ schrieben die TIC Vorgesetzten. „Versuchs noch mal.“

Ich war niedergeschmettert. Ich hatte auf alles, was ich geschrieben hatte, nur Bestätigungen bekommen. Die „Tatsachen“ erschienen mir so stimmig, so aufregend! Wie könnte mir da ein Fehler unterlaufen sein?

Ich setzte mich und meditierte über dieses Dilemma. Meine Seele belehrte mich, dass man auf ein ganzes Gebilde konzentriert sein kann, das nicht aus der Seele stammt. Es ist begrenzt oder auch einfach nur falsch, doch das erkennt man nicht, weil es in sich völlig logisch ist. Ich erfuhr den eigentlichen Schlüssel zum Channeling, ohne den nichts geht: Das Gesagte kommt aus der Liebe der Seele, und du kannst diese Liebe fühlen, während du channelst. Andere Wesen oder dein eigener Verstand können dir Fehlinformationen geben, aber sie können keine Liebe vortäuschen. Diese Lehre habe ich niemals vergessen.

Danach lernte ich, dass kein Wesen Durchgaben machen kann, die der Überzeugung des Channels widersprechen, auch wenn wirklich eine Verbindung mit der Seele besteht. So channelte beispielsweise Guy Ballard in den „Grünen Büchern“ der St. Germain Press, dass man die unteren Chakren völlig vergessen und einfach abschneiden sollte. In den letzten Jahren hat er anderen und mir die Botschaft übermittelt, dass seine damalige Aussage auf einem Vorurteil beruhte und er sie deshalb hörte. Sie kam nicht aus der Seele.

Ein Channel kann bei ein und derselben Durchgabe abwechselnd mit der Seele und mit anderen psychischen Ebenen verbunden sein, ohne es zu bemerken. Deshalb kann ein einzelner Satz plötzlich von den anderen abgekoppelt sein. Es ist daher völlig legitim, wenn wir nur bestimmte Teile eines Channelings akzeptieren.

Selbst wenn wir davon ausgehen, dass das ganze Channeling aus der Seele kommt, ist es für uns manchmal nur teilweise oder auch gar nicht stimmig. Wir sind göttliche Wesen, schaffen unsere Realität nach unseren Wünschen und empfangen die Seele auf unsere eigene Weise. Der Schlüssel ist: Gib niemals deine Autorität ab!

Ich bin besonders vorsichtig bei Channelings, die Furcht hervorrufen können. Wenn wir meinen, dass eine Botschaft korrekt ist, aber etwas enthält, was wir nicht zulassen möchten, dann lässt es sich möglicherweise verändern. Die meisten Propheten, die Erdveränderungen vorhersagen, stellen dies klar: Ihre Aufgabe ist es, uns wissen zu lassen, wohin wir steuern, damit wir es ändern und - z.B. ein Erdbeben - abwenden können. Daher strafen sich die besten Propheten selbst „Lügen“ - und verdienen dafür besonderen Dank!

Selbst das aufrichtigste Channel kann sich unbewusst einem Wesen aus einer niedrigen Sphäre oder einer mentalen Botschaft öffnen. Es muss objektiv auswerten, was empfangen wurde und dies mit der eigenen Seele überprüfen. Und derjenige, für den die Durchsage bestimmt ist, muss sie mit seiner eigenen Seele überprüfen und darf nur das annehmen, was sich in seinem Inneren richtig anfühlt. Hier einige Punkte für das Channel und für den Empfangenden, die überprüft werden sollten. Sie gelten ebenfalls für die Botschaften:

 Fühle ich die unendliche Liebe und Ehrfurcht vor allem Leben; ist die Seele in diesem Channeling?

 Fühlt sich die Durchsage in meinem Herzen und meinem ganzen Wesen richtig an?

 Werde ich in meine eigene Macht versetzt, wenn ich dieses Channeling annehme? Erhöht es meine Integrität? Ebnet es mir den Lebensweg? Vermittelt es mir langfristig gesehen Freude und Aufschwung?

Wenn du ein starkes Verlangen nach etwas hast oder sehr emotional bist, dann hat dein Channeling eine 50prozentige Chance, korrekt zu sein. Ich hielt mich jahrelang zum Narren, als ich einmal unbedingt einen Mann haben wollte. Ich glaubte, die Seele hätte zugestimmt. Im Bereich der Gefühle kann sich auch ein sorgfältiges Channel leicht irren. Ich fand zum Beispiel heraus, dass die Botschaft wenig Aussicht auf Erfolg hat, wenn es um eine Beziehung geht, die sich jemand sehnsüchtig wünscht. Bin ich schwanger? Habe ich eine schwere Krankheit? Solche Fragen sollten jemanden gestellt werden, der klar und objektiv ist. Und auch dann solltest du dich nicht auf die Antwort verlassen, sondern lieber herausfinden, was auf der dreidimensionalen Ebene vor sich geht - in unserem Beispiel einen Arzt aufsuchen.

Wenn wir channeln, dann geschieht das immer von einer bestimmten Lebensgrundlage aus, auch wenn diese recht erleuchtet sein kann. In dem Maße, in dem sich unser Leben ausdehnt, dehnt sich auch unsere Wahrnehmung aus. Wenn sich unsere Lebensgrundlage erweitert, muss die alte Form des Channelns vielleicht angepasst und integriert werden. Die neue Grundlage kann neue und andere Informationen auftun und damit die alte Grundlage völlig überholen. Die großen Wahrheiten - z.B. dass alles göttlich ist - sind dem jedoch nicht so sehr unterworfen wie beispielsweise ein Channeling über die Aktivitäten im Leben.

Eine Anmerkung für alle, die sich selbst als Gebende oder Dienende sehen. Viele dienen seit viele Leben und reagieren in gewisser Weise automatisch, wenn es um Helfen oder Geben geht. Die Idee, geben zu wollen, kann durchaus aus der Seele stammen - es ist wirklich eine Freude zu geben, was uns gehört. Allerdings besteht hier die Gefahr, Situationen zu missinterpretieren. Dazu ein Beispiel:

Kathryne erhielt eine kostbare Bernsteinkette geschenkt - und war ganz vernarrt in sie. Am gleichen Abend trug sie die Kette auf einem Seminar und erntete dafür Komplimente und begehrliche Blicke von der Seminarleiterin.

„Schenke sie ihr“, flüsterte eine Stimme Kathryne ins Ohr. „Gib sie ihr.“ Kathryne hatte noch gar keine Gelegenheit gehabt, das schöne Geschenk zu genießen, und widerstand deshalb der Einflüsterung. Aber bevor sie nach Hause ging, nahm sie in allerletzter Sekunde die Kette ab und legte sie der Frau um den Hals. Kathryne weinte auf dem ganzen Nachhauseweg.

Diese Eingebung war ein mentales Channeling, eine „Du-sollst-Botschaft“, die mit Kathrynes vorgezeichneter Rolle als „Geberin“ zusammenhing. In einer ähnlichen Situation könnte eine solche Botschaft richtig sein. Aber wir haben ein Anrecht auf die Dinge, die wir schätzen - eben aus dem Grunde, weil wir sie schätzen, und daran ist nichts Unrechtes.

Wir können daraus lernen, dass auch das umsichtigste Channel die Führung der Seele missverstehen kann, wenn es sich als Dienende (oder als etwas anderes) identifiziert und in dieser Vorstellung gefangen ist. Es kann dann Botschaften erhalten, die nicht stimmig sind, und sie trotzdem befolgen. Ein verbreitetes Muster besteht darin, für andere hierhin und dorthin zu flitzen, obwohl man eigentlich schon längst ruhebedürftig wäre und zu Hause bleiben sollte. Flexibilität, Humor, sich selbst und die eigene Aufgabe nicht allzu wichtig zunehmen, ausgewogene Energie und Aktivität - das alles macht ein wirklich gutes Channel aus.

Das Channeln für eine andere Person bedarf äußerster Sorgfalt, auch wenn man darum gebeten wird. Es ist nicht unsere Aufgabe, anderen zu sagen, was sie zu tun haben.

Ein weiser Lehrer verglich einmal die Wahrheit mit einem riesigen Blumenstrauß. Jeder sieht ihn aus einem anderen Winkel: Ineinander übergehende Farben und Umrisse vermitteln uns unser jeweils ureigenes Bild. Doch obwohl die einzelnen Bilder einander manchmal widersprechen, vernetzen sich unsere verschiedenen Sichtweisen zu einem Kaleidoskop von unglaublichem Reichtum. Je klarer wir werden, desto weniger färbt unsere Persönlichkeit unsere Sicht, und unsere Bilder gleichen sich einander an - jedoch niemals völlig. Daher können wir die Wahrheit eines anderen nicht so klar sehen, wie dessen eigene Seele dies kann.

Das Göttliche erteilt niemanden Befehle. Unser Höheres Selbst und alle wahren Meister achten immer unsere individuelle Perspektive und unseren freien Willen. Man kann uns eine bestimmte Handlungsabfolge vorschlagen, doch ob wir uns dafür oder dagegen entscheiden, liegt bei uns. Wenn wir auf Anfrage channeln oder eine spontane Botschaft für jemanden erhalten, geben wir diese immer nur als Anregung weiter - niemals als Anweisung, auch wenn die Botschaft wichtig ist. Jedes Mehr wäre hier weniger.

Eine letzte, aber wichtige Anmerkung zum Channeln. Aus unserer beschränkten Perspektive kann es uns leicht vorkommen, als sei ein hohes Wesen etwas Besseres als wir. Nichts könnte der Wahrheit ferner sein. Wir sind alle gleich, wir sind geliebte(r) göttliche(r) Göttin/Gott. Im Moment ist es hilfreich, von denen zu hören, die ihre Göttlichkeit erreicht haben und uns helfen, das Gleiche zu tun. Aber wir streben unsere eigene Weisheit an, unsere eigene Autorität, das Channeln unseres eigenen Meister-Selbst“. Und auch das führt uns nur dazu, unsere Göttlichkeit tatsächlich zu leben und sie hier in dieser Welt vollkommen auszudrücken.

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