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Nach aussen treten und sichtbar sein
ОглавлениеJedes Wesen kommt im Laufe seiner Entwicklung immer wieder an Punkte (oder Kreuzungen), wo es nötig ist, sich zu entscheiden oder Farbe zu bekennen. Man kann sich eine zeitlang durchmogeln und auf vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzen, aber irgendeinmal kommt der Punkt, an dem man sich entscheiden muss oder darf. Ohne diese Entscheidung geht es nicht weiter, es fehlt das Fundament für das Weitergehen.
Wir möchten Euch dies wiederum anhand eines Beispiels erläutern: Eine Person, welche im therapeutischen Bereich arbeitet und viel in diese Arbeit investiert hat und sich durch Weiterbildung auch grosses Wissen angehäuft hat, sieht sich mit der Tatsache konfrontiert, dass praktisch keine Leute mehr zu ihr kommen. Obwohl sie alles so macht, wie bis anhin, meldet sich niemand mehr an. Daraufhin sichtet unser Therapeut einmal sein Angebot und bemerkt, dass er Therapieformen sowohl des Alten wie des Neuen Universums anbietet (mit andern Worten, er hat sich noch nicht entschieden oder seine Entscheidung noch nicht in die Tat umgesetzt). Nun strafft er sein Angebot und lässt alle Formen des Alten los (er entscheidet sich klar und zieht die nötigen Konsequenzen daraus) und tritt mit den Möglichkeiten des Neuen Universums nach aussen. Nun ist es möglich, dass wieder Leute zu ihm kommen, weil er sich klar entschieden hat und seine Entscheidung auch klar nach aussen trägt. Es ist aber nicht so, dass automatisch viele Leute kommen; es kann auch sein, dass er sich zuerst gegen Widerstände von aussen durchsetzen muss. Diesen kann er aber begegnen, weil ihm klar ist, was er will, wofür er sich entschieden hat und weil er mit ganzem Herzen für sich und die Sache einsteht. Was aber sicher ist, dass sich Leute bei ihm einfinden werden, welche durch die Möglichkeiten des Neuen angezogen werden. Weil er seine Entscheidung klar nach aussen trägt, haben diese "Suchenden" auch eine klare Anlaufstelle.
Nicht jeder muss Therapeut sein, um sich zu entscheiden. Nein, es sind die vielen kleinen Taten, Handlungen, welche etwas bewirken. Überlegt Euch einmal, ob Ihr dieses Kapitel "bedenkenlos" einer anderen Person zum Lesen empfehlen würdet oder ob Euch bei diesen Gedanken ein leises Gefühl des Unwohlseins beschleicht, wie:
was denken die wohl von mir
ist das nicht etwas gewagt
ich behalte dies alles lieber für mich
die andern brauchen ja nicht zu wissen, dass ich mich mit so Zeugs beschäftige
die denken sicher, ich spinne
Machen Euch solche Gedanken Angst oder steht Ihr mit voller Überzeugung zu Euch und zu dem, was Ihr denkt und tut?
Überlegt Euch einmal, ob es Euch wohl oder unwohl wäre, wenn Ihr Euer Auto mit einem Aufkleber kennzeichnen würdet, dass Ihr zu dieser oder jener Überzeugung neigt. Fällt es Euch leichter, einen Kleber mit der Aufschrift Fussballclub Wohnort als einen mit dem Wortlaut Fanclub geistige Welt hinzukleben?
Wir möchten Euch mit diesen Fragen bewusst etwas provozieren und somit zum Denken anregen, denn es geht letztendlich um die Frage, ob Ihr bereit seid, für Eure Meinung einzustehen und mit ihr auch nach aussen zu treten. Dass Ihr mit dem Nachaussentreten Eure Entschlossenheit und Überzeugung manifestiert, ist Euch wahrscheinlich klar.