Читать книгу Das Feuer der Werwölfe - Leonie Graf - Страница 9
Kapitel 5
Оглавление"Mitkommen", brummte der Mann.
Als Mali sich nicht bewegte schob er ein "Sofort" hinterher. Mali stand unter Schock. Sie hatte gedacht es wäre vorbei, sie wäre in Sicherheit. Der Mann unter dem Schrank war tot. Sie hatte völlig vergessen, dass er auch nach ihrem Leben getrachtet hatte. Anscheinend hatte er tatsächlich einen Komplizen. Das war gar nicht gut.
Langsam schien Malis Gehirn wieder anzuspringen. Noch war es jedoch in der Aufwärmphase. Sie versuchte sich daran zu erinnern, wie man sich bewegt, wie man aufsteht, wie man läuft. Die Minuten vergingen und sie hatte sich immer noch nicht mehr als fünf Zentimeter bewegt.
"Nun mach schon", schrie der Mann. "Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit"
Nur langsam kam Bewegung in Mali. Sie setzte einen Fuß vor den anderen und stolperte in Richtung des Mannes. Als sie ihn erreicht hatte schnellte sein Arm nach vorne. Er nahm sie in den Schwitzkasten und zog sie hinter sich her. Endlich konnte Mali wieder klar denken. Ein Adrenalinstoß durchströmte sie. Die ganze Zeit über hatte sie nur auf Autopilot gearbeitet, doch jetzt schien ihr Gehirn und ihre Reaktionsgeschwindigkeit mit einem Mal wieder da zu sein. Mit einem Ruck riss sie sich los, dreht sich um und rammte ihr Knie in den Schritt des Mannes. Der Mann stöhnte auf und ließ die Pistole fallen. Er krümmte sich am Boden zusammen.
So schnell sie konnte rannte Mali los. Aus dem Haus hinaus, einmal quer durch den Garten. Mit einem Sprung, den sie sich nie im Leben zugetraut hätte, sprang sie über den Gartenzaun und rannte weiter. Was so ein bisschen Adrenalin bewirken konnte, war immer wieder erstaunlich.
Im Laufen drehte Mali sich um und sah, dass sich ihr Verfolger derzeit wieder erholt hatte und nun hinter ihr herrannte. Mit einem erstickten Aufschrei rannte sie noch etwas schneller, zwang sich alles zu geben und bog in eine kleine Gasse ab. Mali wunderte sich, dass der Mann nicht schoss. Mit einem Blick zurück erhielt sie Gewissheit über ihre Vermutungen. Der Mann hatte die Pistole, die er fallen gelassen hatte, aus Versehen liegen gelassen. Allerdings würde Malis Vorsprung zu groß werden, wenn er jetzt nochmal zurücklief und sie holen würde. Das schien dem Mann soeben auch bewusst geworden sein, denn er fluchte laut.
Mali bog in eine weitere Gasse ab. In diesem Bezirk der Stadt kannte sie sich nicht mehr aus. Das hielt sie jedoch nicht davon ab noch etwas schneller zu laufen, als die Schritte des Mannes lauter wurden. Ein Zeichen dafür, dass er aufholte.
Malis Brust schmerzte und sie hatte das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen. Ihre Lunge zog sich immer wieder zusammen, jedoch ohne genügend Sauerstoff einzuatmen. Zum Glück hatte das Seitenstechen, dass sie sonst immer bei Dauerläufen heimsuchte, noch nicht angefangen. Jedoch wusste Mali nicht, ob es besser war Atemnot zu haben. Sie wusste, sie würde dieses Tempo nicht mehr lange durchhalten können und der Mann war sehr schnell. Zu schnell. Das einzige, was sie jetzt noch tun konnte, war ihn abzuschütteln.
Mali bog noch einmal ab. Ihr Verfolger war dicht hinter ihr, als sie bemerkte, dass sie in eine Sackgasse geraten war.
"Jetzt habe ich dich, du freche Göre", schrie der Mann.
Mali sah sich so schnell sie konnte nach einem geeigneten Fluchtweg um. Sie fühlte sich wie ein in die Enge getriebenes Tier. Genau in dem Moment, als ihr klar wurde, dass der Mann binnen weniger Sekunden bei ihr sein würde, entdeckte sie einen schmalen Durchlass zwischen zwei Häusern. So schnell sie konnte, beschleunigte sie ihre Schritte wieder. Dann bog sie in die kleine Gasse zwischen den zwei Häusern ab. Sie war gerade um die Ecke gebogen, als sie plötzlich jemand packte und in einen Hauseingang zog. Sie wollte schreien, doch der Fremde hielt ihr mit der freien Hand den Mund zu. Mali strampelte und trat um sich und musste dabei mehr als einmal das Schienbein des Fremden getroffen haben, doch das schien ihn nicht zu stören. Immer noch hielt er Mali fest und zog sie noch etwas weiter in den Hauseingang, als Malis Verfolger nun auch in die kleine Gasse abbog. Er hatte sie nicht gesehen und Mali drückte sich noch weiter in den Hauseingang hinein. Sie versuchte so gut es ging mit den Schatten zu verschmelzen. Dazu musste sie ihren Rücken ganz dicht an die Brust des Fremden pressen, doch das war ihr in diesem Moment egal. Zu ihrem Glück rannte der Mann, der sie verfolgte, an ihrem Versteck vorbei. Mali atmete erleichtert aus. Sie rechnete damit, dass der Fremde seinen Klammergriff um ihren Brustkorb lösen würde, doch nichts geschah. Der Fremde hielt sie immer noch fest gepackt. Wütend begann Mali wieder zu strampeln, doch gegen die Kraft des Fremden hatte sie keine Chance.
Erst als ihr Verfolger komplett außer Sichtweite war, er war um eine weitere Ecke gebogen, lockerte der Fremde seinen Griff. Mali nutzte die Gelegenheit und riss sich los. Sie drehte sich so, dass sie dem Fremden direkt ins Gesicht schauen konnte und musste zu ihrer Verblüffung feststellen, dass der Fremde ein Junge, nicht viel älter als sie selbst war.
"Wer bist du?", fragte sie erstaunt.
"Das ist jetzt nicht von Bedeutung", meinte der Junge nur.
Es war wie ein elektrischer Schlag der Mali durchfuhr. Sie zuckte zurück. Die Stimme, dachte sie nur. Es ist genau dieselbe Stimme. Und das Gesicht war auch so ähnlich. Entsetzten spiegelte sich in ihren Augen, als sie den Mörder ihrer Mutter wiedererkannte. Aber das konnte doch nicht sein. Wie war er unter dem Schrank hervorgekommen? Warum hatte sie das nicht bemerkt? Sie wich entsetzt vor dem kantigen Gesicht ihres Gegenübers zurück. Ja es waren dieselben dunklen, fast schon schwarzen Augen, dasselbe markante Kinn und das kleine Grübchen auf der rechten Wange.
Der fremde Junge bemerkte, dass Mali drauf und dran war wegzurennen und hielt sie schnell wieder fest. Mali war so unter Schock, dass sie gar nicht ganz verstand, was eigentlich passierte und sie wehrte sich auch nicht. Der Junge hatte ihre Mutter ermordet, aber er hatte sie auch gerade gerettet? Was zählte jetzt? Die Erschöpfung brach über Mali herein und sie nahm alles nur noch wie durch einen Nebelschleier wahr.
Sie konnte sich nur noch daran erinnern, dass der Junge mit seiner freien Hand einen Schlüssel aus der Tasche gezogen und die Tür hinter sich aufgeschlossen hatte. Dann hatte er Mali hindurch geschoben und war mit ihr eine Treppe nach oben gegangen. Auf der Treppe hatten Malis Beine dann den Dienst verweigert und sie war gestürzt, der Junge hatte sie aufgefangen und die letzten Stufen nach oben getragen. Dort hatte er sie in ein Bett gelegt und zugedeckt. Mali war sofort eingeschlafen. Sie hatte nicht einmal mehr mitbekommen, dass der Junge beim Herausgehen die Tür mit einem Schlüssel zuschloss.
12.07.
/7/17 /10/7/8/8/7/12ß/9 /33/12/29/21 /19/16/17/9 /18/16/8/16/32 /10/11 /18/7/32/23/7/32, /16/31/7/8 /12/29/21 /6/7/12ß, /18/16/17/17 /12/29/21 /31/7/8/12/29/21/9/7/32 /33/11/17/17. /12/29/21 /17/16/20/7 /33/12/8 /12/33/33/7/8 /6/12/7/18/7/8: /18/7/8 /19/13/8/33 /21/16/24/31/7/8, /18/11 /33/11/17/17/9. /16/31/7/8 /12/29/21 /23/16/32/32 /32/12/29/21/9. /22/7/18/7 /32/16/29/21/9 /21/16/31/7 /12/29/21 /16/24/14/9/8/26/11/33/7 /11/32/18 /17/7/21/7 /18/12/7/17/7/17 /33/16/17/17/16/23/7/8 /30/13/8 /33/12/8. /30/12/7/24/24/7/12/29/21/9 /17/29/21/16/19/19/7 /12/29/21 /7/17 /7/12/32/7/17 /9/16/20/7/17 /18/16/30/13/32 /10/11 /31/7/8/12/29/21/9/7/32.