Читать книгу Truth & Dare - Melody Adams - Страница 7
ОглавлениеKapitel 2
Kelly
Truth und Dare arbeiteten seit zwei Tagen am Dach und soweit hatte ich es geschafft ihnen weitestgehend aus dem Weg zu gehen. Die beiden Breeds brachten mein Herz jedes Mal zum Rasen, wenn sie in meiner Nähe waren. Sie machten mich nervös. Mehr noch, als andere Männer. Dabei war es nicht Angst. Jedenfalls nicht mehr als gewöhnlich. Tief in mir wusste ich, dass sie mir wirklich niemals Gewalt antun würden. Doch die Art wie mein Körper auf sie reagierte, machte mir angst. Meine Atmung kam schwerer, mein Herz galoppierte, Hitze breitete sich in meinem ganzen Leib aus und Feuchtigkeit sammelte sich zwischen meinen Schenkeln. Ich war nicht blöd. Auch wenn ich niemals zuvor Sex gehabt hatte, so wusste ich, was diese Anzeichen bedeuteten. Erregung. Sexuelle Lust. Warum? Das konnte ich nicht sagen. Warum sollte ich auf die beiden Breeds so reagieren, wenn niemals zuvor ein Mann diese Reaktion bei mir hervorgerufen hatte? Sicher, sie waren attraktiv. Ihre dunkle Haut sah so samtig aus, dass es mich in den Fingern juckte, sie zu berühren. Die dunklen Augen spiegelten deutlich die Lust wieder, welche die beiden Brüder für mich empfanden. Ich wusste, dass sie mich wollten. Sie machten keinen Hehl daraus. Auch wenn sie bisher nicht versucht hatten, sich mir aufzudrängen.
„Kelly“, riss eine dunkle Stimme mich aus meinen Gedanken.
Ich wirbelte mit einem kleinen Schrei herum. Ich hatte die beiden Zwillinge nicht herannahen gehört. Meine Praxis schien plötzlich viel kleiner, mit den beiden massiven Breeds hier drinnen.
„Sorry, Babygirl. Wir wollten dich nicht erschrecken“, sagt einer von ihnen. War es Truth? Ich konnte die beiden noch immer nicht auseinanderhalten, doch ich hatte herausgefunden, dass Truth der Einfühlsamere von den beiden war, während Dare stets schmerzlich direkt war.
„Ich... ich hab euch nicht reinkommen gehört.“
„Sorry. Wir werden das nächste Mal mehr Lärm machen“, entschuldigte sich – Truth? – erneut. „Dare und ich dachten uns, dass du vielleicht Lust hast, Lunch mit uns zu essen.“
Aha! Es war also wirklich Truth. Doch, Moment mal! Was hatte er gesagt? Sie wollten mit mir Lunch essen? Das hieße, Zeit mit den Zwillingen verbringen. Mich mit ihnen zu unterhalten. Ihre Blicke auf mir zu spüren. Oh nein! Ich konnte das nicht tun. Auf gar kei...
„Kelly?“, riss mich eine Stimme aus meinen panischen Gedanken. Dies Mal war es Dare, der sprach. „Komm schon. Wir haben alles, was wir für ein nettes kleines Picknick brauchen. Du hast doch nicht etwa Angst vor uns?“
Dares Blick war herausfordernd. Es war klar, warum er Dare und sein Bruder Truth war. Ihr Verhalten half manchmal, sie auseinanderzuhalten. Äußerlich hatte ich bisher noch keine Merkmale gefunden, die mir helfen könnten, die beiden zu unterscheiden.
Moment! Warum sollte ich sie unterscheiden müssen? Ich will mit ihnen so wenig wie möglich zu tun haben. Und wenn das Dach fertig ist, dann sehe ich sie hoffentlich nie wieder.
„Nun? Was ist? Hast du deine Zunge verschluckt?“, fragte Dare mit einem Grinsen.
„Lass sie, Dare“, mischte sich Truth ein. „Dein Verhalten hilft gar nicht.“ Truth trat näher und schenkte mir ein Lächeln. „Dare ist manchmal ein wenig zu direkt. Wir würden einfach nur gerne mit dir Lunch haben. Du musst vor uns keine Angst haben.“
„Komm schon, Babygirl. Wir beißen nicht“, mischte sich Dare ein. „Nur wenn du ausdrücklich darum bittest“, erläuterte er mit einem Zwinkern.
„Ich würde dich nie... nie bitten, mich zu beißen“, sagte ich bestimmt.
Dare lächelte breit.
„Siehst du! Dann hast du ja nichts zu befürchten. Komm schon. Ich bin hungrig.“
„Bitte!“, fügte Truth mit einem Welpenblick hinzu.
„Okay. Aber nur Essen. Ich werde nicht... ich...“
„Keine Sorge, Babygirl. Wir würden niemals etwas tun, was du nicht willst“, versprach Truth.
„Ehrenwort!“, bestätigte Dare.
Dare
Kelly war schwerer zu erobern, als ich mir vorgestellt hatte. Sie war so verdammt schüchtern. Doch es war mehr als nur Schüchternheit. Sie hatte Angst. Jemand musste ihr in der Vergangenheit wehgetan haben. Der Gedanke machte mich wild. Die Vorstellung, jemand könnte seine schmutzigen Finger an unsere Gefährtin legen, brachte mich in Rage. Wenn ich den Mistkerl in die Finger bekommen würde, dann würde ich ihn in Stücke reißen.
Wenn es darum ging, unsere Gefährtin für uns zu gewinnen, dann wäre es wahrscheinlich besser, Truth die Zügel zu überlassen. Er war sanfter, diplomatischer als ich. Das würde jedoch einige Gewöhnung brauchen, denn normalerweise war ich der Aggressivere beim Flirten. Wenn Truth und ich in der Vergangenheit eine Frau angebaggert hatten, hatte ich stets die Führung übernommen. Doch das war mit Alien Breed Frauen gewesen, und die waren nicht schüchtern, wenn es um Sex ging. Mit Kelly lagen die Dinge anders. Hier war Fingerspitzengefühl angesagt. Ich war nicht zu arrogant, um zuzugeben, wenn mein Bruder etwas besser konnte als ich. Das hieß jedoch nicht, dass es mich nicht störte. Truth die Führung zu überlassen juckte mich mehr, als es sollte.
„Wie wäre es hier?“, fragte Truth, als wir hinter dem Stall angekommen waren. „Der Boden hier ist eben und wir haben Schatten.“
Kelly sah so aus, als wenn sie jeden Moment ausbrechen und davon laufen würde. Es war deutlich, wie unwohl sie sich dabei fühlte, hier mit uns allein zu sein. Wir befanden uns außer Sicht von der Straße und waren vollkommen ungestört. Genau, was Truth und ich brauchten, um unsere Gefährtin in Ruhe zu umwerben, doch Kelly war scheu. Sie wollte nicht mit uns allein sein.
„Was sagst du, Kelly? Ist es hier okay?“, wandte ich mich an unsere Gefährtin, bemüht, mir nicht anmerken zu lassen, dass ich sie am Liebsten auf den Boden geworfen hätte, um sie hart und schnell zu nehmen. Mann, ich musste wirklich meine verdammte Libido in den Griff bekommen.
Kelly
Ich konnte das dunkle Verlangen in Dares Augen sehen und es machte mich nervös. Nein, mehr als nur nervös. Ich hatte Angst. Gleichzeitig fühlte ich mich jedoch auf eine seltsame Art zu ihm hingezogen. Ein wenig wie in einem dieser Thriller, die ich so gerne schaute. Wo die Frau allein im dunklen Haus war und ahnte, dass da jemand in dem Raum war, und sie doch wie magisch angezogen einen Schritt hinein wagte. Genauso fühlte ich mich. Ich spürte die Gefahr. die von Dare ausging. Und doch war ich versucht, einen Schritt auf ihn zu zu machen und meine Hand auf seine breite Brust zu legen, nur um seinen Herzschlag spüren zu können.
„Kelly.“
Verdammt. Ich hatte schon wieder nicht geantwortet. Was war die Frage gewesen? Ich schüttelte verwirrt den Kopf.
„Nein? Der Platz ist nicht okay?“, fragte Truth, der mein Kopfschütteln als Antwort für die Frage aufgefasst haben musste. Jetzt wusste ich zumindest wieder, worum es ging. Die beiden hatten wissen wollen, ob der Platz hier okay für unser Picknick war. Wir waren hinter dem Stall, außer Sichtweite. Hier würden wir ganz allein und abgeschieden sein. Der Gedanke beunruhigte mich, und ich war versucht zu sagen, dass ich lieber vor dem Gebäude Lunch haben wollte. Oder besser noch – gar nicht. Der Drang wegzulaufen war stark.
„Kelly, alles okay?“, fragte Truth besorgt.
Oh, Mann! Ich hatte schon wieder nicht geantwortet.
„Ähm... Ich... Nein, uhh, alles okay.“
„Dare. Breite die Decke aus“, sagte Truth.
Offenbar würde er nicht mehr weiter auf einer Antwort beharren und hatte beschlossen, dass wir hier unser Picknick haben würden. Nicht, dass ich es ihm verübeln könnte. Er und Dare hatten mehrfach nachgehakt. Ich hätte meinen Mund aufmachen können um, Nein zu sagen. Es war nicht ihr Fehler, dass ich Probleme hatte, Worte über meine Lippen zu bringen.
Dare tat wie sein Bruder gesagt hatte, und breitete eine große Decke auf dem Boden aus. Truth stellte den Picknickkorb daneben. Die beiden Brüder setzten sich.
„Komm! Setz dich!“, sagte Dare, und auch wenn ich am Liebsten davon gelaufen wäre, konnte ich mich wieder einmal nicht seinem kommandierenden Ton widersetzen. Ich ließ mich an Rande der Decke nieder, so viel Platz wie möglich zwischen mir und den Brüdern lassend.
„Relax, Babygirl“, sagte Truth. „Wir werden dich nicht anspringen. – Ehrenwort.“
Dare öffnete den Picknickkorb und holte die Sachen heraus, um sie auf der Decke auszubreiten. Es gab verschiedene Sandwiches, Nudelsalat, Kuchen und hart gekochte Eier. Zu Trinken hatten die Brüder Wasser und Orangensaft eingepackt.
Dare händigte mir einen Teller und eine Serviette aus. Unsere Finger berührten sich kurz, als ich die Sachen entgegennahm, und ein Blitzschlag ging durch meinen Leib. Mein Herz holperte für ein paar Schläge, bis es sich wieder beruhigte. Ich konnte es nicht leugnen. Da war etwas zwischen mir und den beiden Männern. Eine Anziehung, die mir unheimlich war. Die Tatsache, dass ich mich offensichtlich zu zwei Männern zur gleichen Zeit hingezogen fühlte, machte die ganze Sache noch schlimmer. Ich war eher traditionell erzogen worden. Meine ganze Familie war streng religiös. Dreierbeziehungen waren nicht biblisch und erst recht nicht wenn es um eine Frau mit mehreren Männern ging. Wenn ich mich auf eine Beziehung mit Truth und Dare einlassen würde – nicht, dass ich das tun würde, aber rein theoretisch – wäre ich eine Schlampe in den Augen meiner Familie. Eine Sünderin. Eine Hure.
Aber du willst ja gar keine Beziehung mit den beiden. Also? Wo ist das Problem? Du brauchst keinen Mann. Und erst recht nicht zwei Männer. Deine Tiere sind alles, was du brauchst. Männern kann man nicht trauen.
„Was möchtest du essen, Kelly?“
„Huh?“
Ich schaute von meinem leeren Teller auf.
„Was möchtest du essen?“, wiederholte Truth. „Sandwich? Wir haben Roastbeef, Hühnchen oder Ei.“
„Ähm, Hühnchen, bitte.“
Dare griff in die Dose mit den Sandwichs und legte mir eines mit Huhn auf den Teller. Truth schenkte Orangensaft in einen Becher und hielt ihn mir entgegen.
„Saft?“
„Danke“, sagte ich, den Becher entgegennehmend.
Wir aßen für eine Weile schweigend. Ich war mir der Anwesenheit der beiden Breeds überdeutlich bewusst, und meine Nervosität wollte einfach nicht verschwinden.
Nachdem wir gegessen hatten, räumten die Jungs alles wieder in den Korb. Ich hatte Lunch überlebt und würde endlich wieder zurück in meine Praxis gehen können. Okay, ja, ich war feige und wollte mich verkriechen, um nicht herausfinden zu müssen, was diese verstörende Anziehung zwischen mir und den Zwillingen zu bedeuten hatte.
„Danke für das Essen“, sagte ich und war in Begriff, mich zu erheben, als Dare seine Hand auf meine Schulter legte und mich somit am Aufstehen hinderte. Sofort begann mein Herz zu rasen, und Panik schnürte mir die Kehle zu.
„Bleib!“, sagte er, und seine Stimme duldete keinen Widerspruch.
„Iii... ich muss zurück in die Praxis“, sagte ich mit zitternder Stimme.
„Du hast im Moment keine Patienten zu versorgen und eine weitere halbe Stunde macht keinen Unterschied“, sagte Truth.
„Ich will aber jetzt gehen.“
„Eine halbe Stunde“, sagte Dare, seine Hand an meinem Arm hinab gleiten lassend, bis er meine Hand fasste. „Tu uns den Gefallen, Babygirl. Oder hast du etwa Angst, hmm?“
Ich hasste, wie Dare immer alles zu einer Herausforderung machte. Wenn ich nicht blieb, wenn ich aufstand und ging, würde ich zugeben, dass ich tatsächlich Angst hatte.
„Fein!“
„Wunderbar“, sagte Dare, meine Hand sanft drückend, ehe er sie losließ. Er setzte sich zurück und Truth rückte etwas näher, bis wir alle drei dichter zusammen saßen.
„Was... was wollt ihr von mir?“
„Ein Spiel“, sagte Truth.
Mein Herz schlug mir bis zur Kehle hinauf.
„W... was für ein Spiel.“
„Truth oder Dare nach unseren Regeln“, erklärte Dare mit einem dunklen Glitzern in seinen Augen. „Ich fange an. Ich drehe die Flasche. Wenn sie auf mich zeigt, dann stelle ich dir eine Herausforderung. Wenn sie auf Truth zeigt, dann stellt er dir eine Frage. Wenn die Flasche auf dich zeigt, kannst du entweder mir, oder Truth eine Frage oder Aufgabe stellen. Hast du die Regeln verstanden?“
„Ja, aber... ich will gar nich...“
„Es ist ein harmloses Spiel“, unterbrach mich Dare. „Du hast doch nicht etwas Angst vor einem Kinderspiel?“
„Ich...“
„Wir lassen es FSK 16“, wandte Truth ein. „Versprochen.“
„Uhhh, das lässt aber noch immer viel Raum für... ähm... Wie wäre es mit FSK 12?“, quiekte ich.
„Bist du zwölf, Babygirl?“, fragte Truth neckend.
„Komm schon, Babygirl. Sei kein Spielverderber. Lebe ein bisschen“, mischte sich Dare ein.
Verdammt. Ich wusste nicht, wie ich aus dem Schlamassel heraus kommen sollte. Ich wollte dieses dumme Spiel nicht spielen. Ich war mir ziemlich sicher, dass ich genau wusste, worauf die beiden Jungs es abgesehen hatten. Auf der anderen Seite hasste ich es, als Feigling abgestempelt zu werden. Und FSK 16 bedeutete zumindest, dass sie keinen Sex verlangen konnten, nicht wahr? Aber was galt alles als FSK 16? Ein Kuss? Ausziehen? Bei der Vorstellung, einen der Zwillinge zu küssen, wurde mir ganz warm und kribbelig. Das Problem war nicht, dass ich es nicht wollte. Das Problem war DASS ich es wollte. Ich hatte Angst. Und ich war nervös. Ich hatte keinerlei Erfahrungen. Ich wusste nicht einmal, wie man küsste.
„Sag ja, Babygirl“, raunte Dare, der sich zu mir vor gebeugt hatte, ohne dass ich es bemerkt hatte.
Dares Aftershave kitzelte meine Nase, als er so nahe war. Eine holzige, würzige Note. Unwillkürlich atmete ich tiefer ein. Gott! Ich wollte mein Gesicht an seiner Brust bergen und diesen wundervollen Geruch in mich aufsaugen. Ich wollte meine Hände über seine glatte Haut gleiten lassen. Der Kontrast von meiner hellen Haut und seiner dunklen...
„Kelly?“
„Huh?“
„Sag ja.“
„Iii... ich... Okay. Aber nur... nur ein paar Runden.“
Vielleicht hatte ich Glück und die Flasche würde nie bei Dare stehen bleiben. Ich hatte nicht so viel Angst vor Truth’ Fragen, wie vor Dares Herausforderungen.
„Gutes Mädchen“, raunte Dare, so nahe an meinem Ohr, dass ich seinen warmen Atem auf meiner Haut spüren konnte. Ein Schauer lief über meinen Leib.
Oh mein Gott! Worauf habe ich mich da eingelassen?