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DIE ZUTEILUNG VERSTEHEN

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Als Verkäufer einer gedeckten Kaufoption hat man eine wichtige Verpflichtung. Steht der Basiswert bei Fälligkeit über dem Basispreis (sodass die Option im Geld ist), ist man verpflichtet, den Basiswert zum Basispreis zu verkaufen. Das passiert, wenn Optionsbesitzer ihre Rechte ausüben. Ihnen (als Verkäufer der Option) wird eine Ausübungsanzeige zugeteilt.

Es gibt einen offiziellen Begriff für das, was mit Ihrer Aktie passiert, wenn der Käufer die Kaufoption ausübt. Ihr Depot wird zugeteilt oder die Aktie wird „abgerufen“. Das bedeutet, dass man die Aktie zum Basispreis verkauft. Da „abrufen“ so schön beschreibt, was mit Ihren Aktien passiert, verwende ich diesen Ausdruck.

Noch einmal: Zu welchem Preis kann der Besitzer der Kaufoption Ihre Aktien kaufen? Wenn Sie gesagt haben „zum Basispreis“, ist das richtig. Wenn der Käufer beschließt, die Option auszuüben, erfolgt die Aktientransaktion stets zum Basispreis (Ausübungspreis). Dies entspricht den Regeln des Optionskontrakts.

Als Verkäufer einer Kaufoption kann es einem theoretisch jederzeit passieren, dass die Aktien vom Käufer der Kaufoption abgerufen werden, allerdings geschieht dies meistens erst zum Fälligkeitsdatum. Rechnen Sie nicht damit, dass Ihre Aktien vor der Fälligkeit abgerufen (von Ihnen zum Basispreis verkauft) werden, auch wenn es manchmal vorkommen kann. Für den Verkäufer einer Kaufoption ist die Zuteilung ein gutes Ergebnis. Sie bedeutet, dass die Strategie funktioniert hat.

Der wichtigste Punkt ist folgender: Wenn man gedeckte Kaufoptionen verkaufen will, sollte man darauf gefasst sein, seine Aktien zum Basispreis zu verkaufen. Das ist einer der Gründe, weshalb es so wichtig ist, den richtigen Basispreis zu wählen.

Wenn Sie es nicht ertragen können, dass Ihre Aktien zum Fälligkeitsdatum zum Basispreis verkauft werden, sollten Sie sich eine andere Strategie suchen. Viele Menschen verkaufen gedeckte Calls auf Aktien, die sie ohnehin verkaufen wollen. Die Aktien werden verkauft und man erzielt ein Einkommen. Genau deshalb ist diese Strategie mitunter so beliebt bei Verkäufern.

Wichtig: Technisch gesehen können die Aktien jederzeit abgerufen werden, auch wenn dies fast immer zur Fälligkeit geschieht. Wenn Ihre Aktien abgerufen werden, teilt Ihnen Ihr Broker (spätestens zu Handelsbeginn am nächsten Handelstag) mit, dass Ihr Depot zugeteilt wurde und Ihnen die Aktien nicht mehr gehören.

Anmerkung: Sie können die Aktien jederzeit erneut kaufen und wieder gedeckte Calls für den nächsten Monat verkaufen.

Anmerkung: Damit es zu einer Zuteilung kommt, muss der Käufer (oder Inhaber) des Calls zuerst die Option ausüben. Zunächst übermittelt der Käufer seinem Broker eine Ausübungsmitteilung. Dann teilt der Broker dies der OCC (Options Clearing Corporation) mit, die dann die Mitteilung einer zufällig ausgewählten Person zuteilt. Wenn eine Ausübungsmitteilung zufällig Ihrem Depot zugeteilt wird, werden Ihre Aktien abgerufen. Bedenken Sie, dass Sie mit dem Verkauf eines Calls auf das Recht verzichten, darüber zu entscheiden, ob die Aktien verkauft werden; somit kann der Besitzer der Option jederzeit beschließen, auf Ihre Aktien zuzugreifen.

Wenn der Optionsinhaber Ihnen die Aktien abkauft, übt er die Option aus. Wenn der Optionsinhaber die Option ausübt und Ihrem Depot eine Ausübungsanzeige zugeteilt wird, sind Sie verpflichtet, die Aktien zu liefern, auf die Sie Calls verkauft haben. Keine Sorge – das wird alles automatisch von der OCC und Ihrem Broker abgewickelt und Sie brauchen überhaupt nichts zu tun. Falls Sie noch nicht recht verstanden haben, wie die Zuteilung funktioniert: In Kapitel 8 erkläre ich sie noch ausführlicher.

Keine Angst vor Optionen

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