Читать книгу Social Selling - Michael Trabitzsch - Страница 11
Оглавление5 Warum?
Wie bereits in Band 2 – Die wunderbare Welt der Kunden beschrieben, hat sich das Kaufverhalten in den letzten Jahren stark verändert. Social Media beeinflusst die Art und Weise, wie wir kaufen. Die Menschheit und somit auch Dein Kunde bewegt sich mittlerweile sehr viel im Internet, liest online Zeitung, ist in Blogs und auf YouTube unterwegs und vertreibt sich die Zeit mit sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Instagram, Xing oder LinkedIn.
Wir informieren uns online, bevor wir ein neues Produkt kaufen oder einen Vertrag abschließen. Wir lesen Rezensionen, vergleichen verschiedene Anbieter auf Bewertungsportalen oder teilen Erfahrungen.
Und diese Gelegenheit solltest Du unbedingt nutzen!
Betrachte die möglichen Vorteile nicht nur aus monetärer Sicht!
Die sogenannten sozialen Medien können Dich hierbei entscheidend unterstützen, nämlich
zu Beziehungsaufbau und -pflege,
um Deine Kontakte „vorzuwärmen“,
für einen Überblick über personelle Veränderungen,
für Marketingaktivitäten,
um Kundenbedürfnisse zu formulieren,
um Leads zu generieren,
um Informationen zu gewinnen (Stichwort „digitale Fachzeitschrift“),
zur Mitbewerberanalyse,
zur Zusammenarbeit im Unternehmen,
um Deinen Marktwert im Unternehmen zu erhöhen,
zur Mitarbeitergewinnung
u.v.m.
Einer der wesentlichen Vorteile der sozialen Medien ist der Aufbau und die Pflege von Kontakten. Sie sind ein wichtiges Puzzleteil, um Deinen Kunden zum Fan zu entwickeln (siehe gleichnamiges Kapitel in Band 2 – Die wunderbare Welt der Kunden).
Ein Kunde, der Dich nicht kennt, kann von Dir nicht kaufen.
Was sind die Grundlagen im Beziehungsaufbau?
Sympathie
Glaubwürdigkeit
Authentizität
Vertrauen
Zu allen vier Punkten kannst Du die sozialen Medien für Dich nutzen. Auch wenn der Titel des Buches Social Selling ist, darfst Du dies bitte nicht nur wörtlich aufs Verkaufen beziehen. Es gilt ebenso und vor allem bei Deinem Netzwerk.
Letztendlich sind gute Beziehungen die Grundlage schlechthin für einen Geschäftsabschluss.
Franziska Schaadt, die Du schon aus dem Vorwort kennst, ist für mich das personifizierte Beispiel für die vielen Vorteile der sozialen Medien und dafür, wie bunt die Welt sein kann, wenn man prinzipiell offen für neue Kontakte ist.
Wir haben uns Mitte 2018 über LinkedIn kennengelernt. Nachdem wir über ein Jahr lang nur dort den Kontakt gepflegt hatten, haben wir uns im Sommer 2019 das erste Mal persönlich getroffen: auf einem von ihr initiierten Networking-Event in München.
Nutze die „Sozialen Medien“ um Deine Kontakte vorzuwärmen.
Auch wenn bis zu diesem Zeitpunkt noch keiner von uns beiden auf direktem Weg einen Cent an dem anderen verdient hatte, so hat sich hieraus zumindest ein nachhaltiger Kontakt entwickelt, der mir unter anderem einen interessanten Erfahrungsaustausch und das Vorwort zu diesem Buch beschert hat. Ohne die sozialen Medien zu nutzen, hätte sich dies vermutlich nie ergeben.
Aufs Verkaufen bezogen, kannst Du die Vorteile des Beziehungsaufbaus nutzen, um Deine „kalten“ Kontakte etwas „vorzuwärmen“ und somit Deine Chancen bei der Akquise zu erhöhen. Bedenke: LinkedIn hat herausgefunden, dass 97 Prozent der Menschen in Deutschland nicht auf Anrufe ohne vorherige Beziehung antworten, den sogenannten „Cold Call“ (siehe auch Kapitel 16: Aus kalt wird warm).
Früher gab es in der Regel eine Person beim Kunden, die für eine Entscheidung verantwortlich war. Hier war es also recht einfach, den Kontakt zu pflegen. Laut LinkedIn sind es heute im Schnitt sieben Entscheider. Erschwerend kommt hinzu, dass Personen sowohl innerhalb eines Unternehmens als auch nach extern wechseln. Während Deines Verkaufsprozesses ist die Wahrscheinlichkeit demzufolge sehr hoch, dass Du es mit wechselnden Ansprechpartnern zu tun hast.
Behalte stets den Überblick über persönliche Veränderungen in Deinem Netzwerk.
Nach Angaben von LinkedIn ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Entscheider innerhalb eines Jahres seine Position verlässt, rund 20 Prozent.
Nur: Wie sollst Du hier den Überblick behalten und vor allem, wie kannst Du diese Veränderungen in Deinem CRM-System pflegen? Genau dabei helfen Dir die sozialen Medien. Du wirst von ihnen, wenn gewünscht, automatisch informiert, sobald es personelle Veränderungen gibt. So einfach ist das!
Du kannst somit die sozialen Medien hervorragend als Bindeglied zwischen Deinem CRM-System und den klassischen Marketingwerkzeugen verwenden.
Und Du weißt dann nicht nur, dass der Mitarbeiter das Unternehmen verlassen hat, sondern auch, wohin er gewechselt ist.
So eine personelle Veränderung kann natürlich ein Nachteil bei der aktuellen Verkaufsgelegenheit sein.
Denn es kommen neue Mitstreiter ins Spiel, die Du eventuell noch nicht kennst, und es können sich neue Situationen ergeben.
Nutze einen Mitarbeiterwechsel, um eine neue Verkaufsgelegenheit zu eröffnen.
Genauso kann es aber auch einen positiven Effekt haben, zum Beispiel wenn der vorherige Kontakt nicht ganz so positiv eingestellt gewesen ist. Auf alle Fälle bietet sich durch diesen Wechsel eine neue Verkaufsgelegenheit bei dem Unternehmen, zu dem der Mitarbeiter gewechselt ist.
Weitere Vorteile ergeben sich aus der Nutzung für unterschiedlichste Marketingaktivitäten (Kapitel 18), zumal die klassische Mundpropaganda immer mehr in den Hintergrund rückt. Diese Maßnahmen unterstützen Dich auch bei der Formulierung der Bedürfnisse des Kunden. Was meine ich damit? Du kennst sicher Situationen, in denen Du eine Werbung siehst von etwas, von dem Du vorher gar nicht gewusst hast, dass es das gibt. Oder Du hast zumindest nicht daran gedacht. Genau hier hast Du Möglichkeiten über soziale Medien. Ich meine damit aber nicht nur einfache Werbung. Es geht noch viel besser!
Denn Du bist der Spezialist auf Deinem Fachgebiet. Du kennst Dich in allen aktuellen Entwicklungen und Trends aus und hast stets die interessantesten Neuigkeiten. Über diese Themen berichtest Du auf Deinen sozialen Kanälen und versorgst Deine Kunden mit den Informationen, für die Du Deine Leistungen oder Produkte anbietest (mehr hierzu in Kapitel 9: Die vier Säulen des Social Sellings – Relevante Themen teilen).
Du hast es in der Hand, ob der Kunde Deine Informationen liest oder die des Konkurrenten.
Wenn Du jetzt noch immer nicht davon überzeugt bist, dass dieses Thema wichtig ist, halte Dir einfach Folgendes vor Augen: Der Kunde informiert sich unabhängig davon, ob Du die Online-Möglichkeiten nutzt oder nicht.
In Kapitel 16: Aus kalt wird warm gehe ich noch einmal detail-liert auf die Vorteile ein, die das für Dich mit sich bringt.
Egal welchen Aktivitäten Du im Internet nachgehst, Du solltest hier gezielt vorgehen. (siehe hierzu auch Kapitel 11: Der richtige Aufwand). Wie so oft im Leben ist auch hier weniger manchmal mehr.
Wenn Du das Thema „Social Selling“ richtig einsetzt und wie schon in Band 2 – Die wunderbare Welt der Kunden beschrieben eine Kommunikation auf Augenhöhe führst, kannst Du das Einkaufserlebnis Deiner Kunden deutlich erhöhen und ihnen einen Mehrwert bieten.
Und das Beste ist: Alles, was für Deine potenziellen Interessenten und Kunden gilt, gilt genauso auch für Dich. So wie Du zum Beispiel Deine Kunden informierst, kannst Du Dich selbst über aktuelle Neuigkeiten belesen. Nutze die sozialen Medien als Deine digitale Fachzeitschrift und als erweitertes Medium zu Deiner täglichen Zeitung.
Social Selling soll das Erlebnis Deines Kunden erhöhen und ihn nicht belästigen.
Im selben Zuge kannst Du Deine Aktivitäten auch für Mitbewerberanalysen verwenden. Mit Sicherheit ist es für Dich nicht ganz unwichtig zu wissen, was Deine Konkurrenz gerade so treibt, welche Maßnahmen sie so durchführt und welche Reaktionen diese wiederum hervorrufen. Auch hier hast Du es mit Social Selling deutlich einfacher als mit herkömmlichen Methoden und kannst unter der Voraussetzung, dass Du Deine Ziele (Kapitel 7: Unternehmensstrategie; Kapitel 20: Social Selling erfolgreich umsetzen; und vor allem Band 6 – Durch Umsetzung zum Erfolg) messbar definiert hast, Deine Erfolge messen und vergleichen.
Auch wenn der Fokus in dieser Buchserie auf Deinen Kundenbeziehungen liegt, vergiss nicht: Alles, was für Deine externen Kunden gilt, gilt auch für Dich unternehmensintern – Deine internen Kunden. Auch hier gibt es personelle Veränderungen, über die man vor allem in größeren Unternehmen nicht immer auf dem Laufenden ist und sich so informieren kann.
In diesem Kontext hilft die Nutzung der sozialen Medien ferner, Dein Netzwerk zu stärken (siehe Kapitel 9: Die vier Säulen des Social Sellings), etwaige Silos zwischen den einzelnen Abteilungen aufzubrechen und somit die Effizienz in der Zusammenarbeit zu erhöhen.
Steigere Deinen Marktwert und mach Dich begehrt.
Zu guter Letzt gehe ich noch auf zwei Vorteile ein, die vielfach völlig unterschätzt werden: Zum einen steigert ein hoher Bekanntheitsgrad in den sozialen Medien zugleich auch Deinen persönlichen „Marktwert“ für Dein Unternehmen, wodurch Du Dich immer wertvoller und unverzichtbarer machst beziehungsweise für andere Unternehmen interessanter.
Als der FC Bayern München im Jahr 2019 den Verlust der Spieler Mats Hummels und Franck Ribéry sowie von Leihspieler James Rodríguez als sportlich verschmerzbar eingestuft und sie abgegeben hat, hat die Online-Marketing-Agentur „web-netz“ errechnet, dass die Münchner dadurch mehr als 80 Millionen Euro an Marketingpräsenz eingebüßt haben. Im selben Zuge weisen ihre neuen Arbeitgeber diesen Zuwachs vor.
Die Steigerung Deiner „Unverzichtbarkeit“ wird allerdings nicht nur durch Deine Marketingpräsenz erreicht, sondern vor allem dadurch, dass sich öffentlich sichtbare Änderungen Deines Arbeitgebers genauso publikumswirksam in Deinem Netzwerk auswirken, wie Du es wiederum für Dich genutzt hast (siehe persönliche Veränderungen in Deinem Netzwerk zu Beginn des Kapitels). Bei Veränderungen dieser Art werden sich automatisch Rückfragen seitens Deiner Kontakte zu diesem Wechsel und somit neue Verkaufsgelegenheiten für Deinen neuen Arbeitgeber ergeben. Handelt es sich hierbei um einen Mitbewerber, läuft Dein alter Arbeitgeber automatisch Gefahr, Kunden zu verlieren.
Reduziere Deinen Aufwand in der Personalgewinnung.
Ergänzend stärkt eine ausgiebige positive Nutzung der sozialen Medien nicht nur Deine persönliche Markenpräsenz, sondern auch die Deines Unternehmens. Dies bietet vor allem auch in Zeiten akuten Fachkräftemangels einen entscheidenden Vorteil bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter.
Manuel Frey ist Ingenieur der Gebäudeklimatik. Er war zum Zeitpunkt der Erstausgabe dieser Buchserie Leiter einer Abteilung für digitale Planung und verantwortlich für die Integration von Spezialdienstleistungen in einem der größten deutschsprachigen Ingenieurbüros im Bauwesen.
In seinem Gastkapitel in Band 2 – Die wunderbare Welt der Kunden betont er, dass eine verstärkte Präsenz in den sozialen Medien den Aufwand für die Mitarbeitergewinnung erheblich reduziert. Unternehmen müssen fast keine Stellenanzeigen mehr annoncieren, da es den Bedarf an neuen Mitarbeitern fast aus-schließlich über die gestiegene Anzahl an Initiativbewerbungen abdecken kann.
Ein solches Unternehmen hat es geschafft, sich als attraktiver Arbeitgeber in der Branche zu positionieren – und die Aussagen in der Einleitung in Band 1 – Ihr persönlicher Anteil am Erfolg perfekt umgesetzt. Es hat einen positiven Sog generiert und bei den Bewerbern das Verlangen entwickelt, sich zu bewerben.