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1. Kapitel: Moses auf dem Sinai (Ex 24, 15 ff)

1

Es geschah im ersten Jahr des Auszugs der Israeliten aus Ägypten,

am sechzehnten Tag des dritten Monats;

Da redete Gott zu Moses und sprach:

Steig zu mir auf den Berg herauf!

Dann gebe ich dir die Gesetzessteintafeln.

Gemäß dem, was ich geschrieben habe, sollst du sie lehren.

2

Da stieg Moses auf den Berg Gottes;

die Herrlichkeit des Herrn aber wohnte auf dem Berge Sinai.

Da beschattete ihn eine Wolke sechs Tage.

3

Dann rief er am siebten Tag inmitten der Wolke den Moses an

und dieser sah die Herrlichkeit des Herrn wie ein brennendes Feuer.

4

Moses blieb auf dem Berg vierzig Tage und vierzig Nächte

und Gott zeigte ihm die vergangene und die künftige Geschichte

von der Einteilung aller Tage des Gesetzes und Zeugnisses.

5

Er sprach:

Richt deinen Sinn auf jedes Wort,

das ich dir auf dem Berge sage,

und schreib es in ein Buch,

damit ihre Nachkommen ersehen,

daß ich sie trotz all des von ihnen verübten Bösen nicht verlassen habe!

Sie lösen ja die Ordnungen auf,

die ich heute auf dem Sinaiberg zwischen mir und dir für ihre Nachkommen anordne.

6

Und so wird es geschehen:

Wenn all das über sie kommt,

dann erkennen sie,

daß ich gerechter bin

als sie mit all ihrem Recht und all ihren Werken.

Dann erkennen sie, daß ich dauernd mit ihnen war.

7

Du aber schreib all diese Worte auf,

die ich dir heute kundtue!

Denn ich kenne ihre Widerspenstigkeit und Halsstarrigkeit,

schon bevor ich sie in das Land bringe,

das ich ihren Vätern Abraham, Isaak und Jakob eidlich versprach

mit den Worten: „Euren Nachkommen gebe ich ein Land, das von Milch und Honig fließt.“

Sie werden auch essen und satt werden.

8

Aber sie wenden sich dann fremden Göttern zu,

die sie aus keiner ihrer Nöten retten können,

und dies Zeugnis wird zum Zeugnis für sie vernommen werden.

9

Denn sie vergessen alle meine Gebote, die ich ihnen gebe,

und laufen den Heiden, ihrem Schmutz und ihrer Schmach nach

und dienen ihren Göttern.

Diese aber sind ihnen ein Anstoß zur Bedrängnis und Qual

und dienen zum Fallstrick.

10

Viele kommen um; sie werden ergriffen

und fallen in des Feindes Hand;

denn sie verlassen meine Ordnung, mein Gebot, meines Bundes Feste,

meine Sabbate

und das mir Heilige, das ich mir bei ihnen weihte,

ebenso mein Zelt

und mein Heiligtum, das ich mir inmitten des Landes weihte,

um darin meinen Namen wohnen zu lassen.

11

Sie machen sich Höhen, Haine und Schnitzwerke

und beten in ihrem Irrwahn jedes sein eigenes Bild an;

sie opfern ihre Kinder den Dämonen

und allen andern Werken ihres verirrten Herzens.

12

Ich sende dann Zeugen zu ihnen,

damit ich es ihnen bezeuge:

sie aber hören nicht darauf.

Sie töten vielmehr die Zeugen

und vertreiben die, die das Gesetz suchen.

So schaffen sie alles ab

und beginnen, vor meinen Augen dies zu tun.

13

Ich verberge dann mein Antlitz vor ihnen

und gebe sie in die Hand der Heiden

zur Gefangenschaft, Beute und Vernichtung;

ich vertreibe sie aus dem Land

und zerstreue sie unter die Heiden.

14

Sie vergessen mein ganzes Gesetz,

alle meine Gebote und mein ganzes Recht.

sie lösen Neumond, Sabbat, Feste, Jubiläen und die Ordnung auf.

15

Darnach wenden sie sich aus der Heiden Mitte mir zu

mit ihrem ganzen Herzen, ihrer ganzen Seele und Kraft;

dann sammle ich sie aus allen Heiden.

Sie suchen mich dann,

damit ich mich von ihnen finden lasse,

und haben sie mich mit ihrem ganzen Herzen und ihrer ganzen Seele gesucht,

dann eröffne ich ihnen viel Heil in Gerechtigkeit.

16

Ich will sie mit meinem ganzen Herzen und meiner ganzen Seele

in eine Pflanze der Gerechtigkeit umändern;

sie werden dann zum Segen und nicht zum Fluche sein;

sie werden Haupt und nicht Schweif sein.

17

Dann erbaue ich mein Heiligtum in ihrer Mitte

und wohne bei ihnen;

ich werde ihnen ihr Gott sein

und sie mein Volk in Wahrheit und Gerechtigkeit.

18

Ich verlasse sie nicht mehr

und entfremde mich ihnen nimmer;

denn ich, der Herr, bin ihr Gott.

19

Da fiel Moses auf sein Antlitz, betete und sprach:

O Herr, mein Gott!

Verlaß dein Volk, dein Erbe, nicht,

daß es in seines Herzens Irrtum wandle!

Gib sie nicht in der Heiden Hand,

daß sie sie nicht beherrschen

und sie nicht nötigen, vor dir zu sündigen!

20

Hoch sei, Herr, dein Erbarmen über deinem Volk!

Schaff ihnen einen rechten Sinn!

Des Beliar Geist beherrsch sie nicht,

um sie vor dir dann zu verklagen

und sie von allen Wegen der Gerechtigkeit zu locken,

damit sie fern von deinem Angesicht verderben!

21

Sie sind ja doch dein Volk und Erbe,

das du mit deiner großen Macht aus der Ägypter Hand gerettet.

Schaff ihnen jetzt ein reines Herz

und einen heiligen Geist!

Laß sie doch nicht von jetzt an bis in Ewigkeit

in ihre Sünde verstrickt werden!

22

Da sprach der Herr zu Moses:

Ich kenne ihren Widerspruch und bösen Sinn,

wie auch ihre Halsstarrigkeit.

Sie hören auch nicht,

bis sie ihre Sünden und die ihrer Väter erkennen.

23

Dann kehren sie zu mir um

in aller Aufrichtigkeit, mit ganzem Herzen und ganzer Seele;

ich beschneide dann ihre Herzensvorhaut

und die ihrer Nachkommen;

ich schaffe ihnen einen heiligen Geist

und mache sie rein,

daß sie sich nicht mehr von diesem Tag an bis in Ewigkeit von mir wenden.

24

Und ihre Seelen folgen mir und allen meinen Geboten

und sie erfüllen meine Gebote;

ich werde dann ihr Vater sein und sie meine Kinder.

25

Und sie alle heißen Kinder des lebendigen Gottes

und alle Engel und Geister wissen,

ja sie wissen dann,

daß sie meine Kinder sind

und ich ihr Vater in Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit

und daß ich sie liebe.

26

Du aber schreib dir all diese Worte auf,

die ich dir auf diesem Berg kund tue,

die früheren und die späteren, die noch kommen,

ganz in Einteilungen der Tage im Gesetz und Zeugnis

nach Jahrwochen und Jubiläen bis in Ewigkeit,

bis ich hinabsteige

und bei ihnen in alle Ewigkeit wohne!

27

Dann sprach er zum Engel des Angesichtes:

Schreib für Moses vom Schöpfungsbeginn auf

bis zur Zeit,

wo mein Heiligtum bei ihnen für alle Ewigkeit gebaut wird!

28

Denn der Herr wird allen Augen erscheinen,

und alle erkennen dann, daß ich Israels Gott bin,

der Vater aller Jakobskinder

und König auf dem Sionsberg in alle Ewigkeit.

Dann wird Sion und Jerusalem heilig sein.

29

Da nahm der Angesichtsengel, der vor den Heerscharen Israels einherzog,

die Tafeln der Jahreseinteilung von der Schöpfung, dem Gesetz und dem Zeugnis,

nach den Jahreswochen der Jubiläen

und nach den einzelnen Jahren,

bis zum Tag der Neuschöpfung,

wo Himmel und Erde und alle ihre Geschöpfe erneuert werden,

wie die Mächte des Himmels und alle Erdenschöpfung,

bis das Heiligtum des Herrn in Jerusalem

auf dem Sionsberg geschaffen wird

und alle Leuchten erneuert werden zum Heil,

Frieden und Segen für alle Erwählten Israels,

damit es so von diesem Tag an bis zu allen Erdentagen bleibe.

Das Jubiläenbuch (Kleine Genesis)

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