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Der Albtraum

Es ist kurz vor Mitternacht. Freds Wellensittich hat sich infolge offener Käfigtür unerlaubt Ausgang genommen. Genau 0.00 Uhr verwandelt sich dieser Vogel in ein fliegendes Riesenmonster. Es reißt Fred aus dem Schlaf, riesige Krallen packen ihn und er wird aus dem offenen Fenster gezerrt. Er schreit, aber seine Stimmbänder sind gelähmt. Beim Abheben in den Himmel sieht Fred seinen Nachbarn Mükkenkillp an dessen Fenster eine Zigarre qualmen; und dieser Scheißkerl winkt auch noch dämlich grinsend hinterher. Der Wellenmonstersittich fliegt nun mit Fred Richtung Vollmond. Mit Grausen denkt Fred daran, dass, wenn das so weiter geht, die Luft knapp wird und sein Schlafanzug bei den zu erwartenden Minusgraden zerbröseln wird. Der Mond rast entgegen, wird immer größer. Plötzlich lässt der Wellenmonstersittich von Fred ab, öffnet seine Krallen und mit Fred geht’s abwärts. Er saust nach unten, immer schneller der Erde entgegen. Fred schreit, wird aber gleich ganz stumm, weil er daran denkt, auf der Erde zerplatzen zu müssen. Und dann schlägt er auf. Nein, er zerplatzt nicht, aber es stinkt maßlos. Fred ist in eine große Güllegrube geflogen, in der er nun bis zum Hals drin steckt. Sein Mund ist mit dem widerlichen Inhalt der Güllegrube gefüllt und er schluckt das Zeug tapfer hinunter. Widerwillig denkt er daran, dass er wohl grade den Dünnpfiff vom Nachbarn Mükkenkillp verkostet. Fred ist erstaunt, weil die Gülle nach Bananensaft schmeckt. Er taucht unter und trinkt fleißig weiter. Aber nun schmeckt das Zeug plötzlich tatsächlich nach Scheiße und Fred kann nicht mehr auftauchen da über der Grube gerade eine große Stahlplatte geschoben wird. Es ist dunkel und Fred hat keine Idee, was er machen soll, um aus dieser stinkenden Situation fliehen zu können. Da wird er von unten an den Beinen gepackt und tief in die Gülle gezogen. Immer tiefer und tiefer und es dauert und dauert. Fred will schreien, aber er hört es nur in der Scheiße gluckern. Und dann kommt Fahrt auf: Mit ungeheurer Geschwindigkeit rast er nach unten und Fred durchbohrt den Erdball. Am anderen Ende kommt er endlich an die Luft und Fred sieht den Himmel. Der aber ist grün und der Erdboden ist blau. Aus der Erde wächst kein Kraut, sondern kleine Kugeln liegen umher und werden schnell größer. So groß wie ein Fußball, und dann platzen die Dinger mit großem Getöse auseinander. Eine wabernde Masse kommt angehüpft und Fred sieht, dass es sich um ein einbeiniges Wesen handeln muß – ein Lebewesen, was offensichtlich auch noch denken kann. Denn die Wabermasse avisiert Fred durch ein in der Mitte befindliches augenähnliches Dingsda und murmelt unverständliche Laute in sein bartloses Antlitz. Fred steht da und ist viel zu gelähmt, um irgendeine sinnvolle Reaktion zeigen zu können. Plötzlich nimmt das Wesen weiter Gestalt an, indem es sich aufbläst und sogleich wieder in sich zusammenfällt. Dabei kommt es zu einem derartigen hysterischen Lärmpegel, wie es Fred nur von einer Schar eifersüchtiger Klatschweiber kennt. Fred bekommt panische Angst und weiß nun, dass er auf einem anderen Planeten ist. Auf einmal steht vor ihm ein ganz gewöhnlicher hölzerner Luftroller wie er ihn aus seiner Kindheit kennt. Fred springt auf diesen Roller und gibt Gummi. Er rast der Wabermasse davon und er wundert sich, wie schnell man mit so einem Roller fahren kann. Er wird immer schneller und auf einmal ist der fremde Planet zu Ende. So, wie es die Menschen auf der Erde früher annahmen, dass die Erde als Scheibe im Weltraum steht. Fred kann nicht bremsen und schießt in den Weltraum. Weit weg sieht er die Mutter Erde ihre Runden drehen. Dorthin muss er. Schon deswegen, um Nachbar Mükkenkillp wegen seines Dünnpfiffs zu tadeln und sich dessen dämliches Grinsen beim Abflug zu verbitten. Er hat Mühe, begreifen zu wollen, diese Fahrt bzw. Flug auch schaffen zu können, zumal hinter ihm eine Sternschnuppe immer näher kommt und Fred Gefahr läuft, dass diese ihn direkt in den After fährt. Aus Richtung Erde nähert sich etwas. Hilfe naht, denn es ist sein zum Riesenmonster mutierter Wellensittich. Fred darf nun umsteigen und komfortabel geht es im Sturzflug auf die Erde zu, direkt durchs offene Fenster in das Wohnzimmer. Die Uhr schlägt 1.00 Uhr. Es war höchste Zeit, denn das Flugmonster verwandelt sich genau 1.00 Uhr jede Nacht wieder zurück in einen niedlichen Wellensittich. Sekunden später und Fred wäre beinahe für immer mit seinen Luftroller durch den Weltraum gesegelt und hätte dort immerfort friedliche Sterne und Kometen erschreckt.

An der Wohnungstür schellt es. Nachbar Mükkenkillp parkt seinen Finger auf den Klingelknopf. Entzugserscheinungen lassen seinen Körper nicht einschlafen und entsetzt hat er festgestellt, kein Bier im Haus zu haben. Nun will er von Fred Auskunft darüber, ob der ihm etwa eine Flasche Bier zum Nachtmahl spendieren könnte. Fred weckt auf und will nicht glauben, in welcher Situation er sich vorfindet: Er war doch tatsächlich schlafend vom Bett direkt in seinen mit Exkrementen gefüllten Nachtopf gefallen. Mit dem Gesicht nach unten. Und Fred schlief doch tatsächlich neben dem umgekippten Topf - wohl angesichts der gasenden Dämpfe - weiter und träumte dort seinen exzessiven Traum, von dem gerade berichtet wurde. Als er nun aufwachte, hatte er zunächst die komplizierte Aufgabe, an der Tür dem Mükkenkillp seinen urinalen Gestank zu erklären. Gemeinsam dirigierten sie den Vogel in den Käfig und nebenbei erklärte Fred, dass auch seine Alkoholvorräte keine mehr sind.

Lachen mit FRED B.

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