Читать книгу Brummi Vorlese- und Einschlafgeschichten - Silke Langer - Страница 8

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Ein Reim über Freundschaft

Du beim Mond bist viel zu schön.

Kannst du die Sterne oben seh’n?

Ach wie kann ich es dir sagen,

du bekommst nie solche Fragen,

weil du nämlich nie vergisst,

dass du meine Beste bist.

Die Geschichte von Thyranno und Thyranna

Vor vielen Millionen Jahren zogen zwei Dinosaurier-Geschwister durch die Gegend. Sie hießen Thyranno und Thyranna. Seit Tagen hatten sie nichts mehr gefressen. Ihre Bäuche knurrten extrem laut. Alle Tiere in ihrer Nähe flüchteten panisch bei diesen Geräuschen. Das störte die beiden aber nicht. Sie waren es gewohnt, dass man Angst vor ihnen hatte. Dabei waren sie die liebenswürdigsten Tyrannosaurier weit und breit. Nur wusste das niemand.

Nach einem halben Tag Wanderschaft erblickten sie eine Triceratops-Herde. Die sahen nur alle so dünn aus. Vor lauter Mitleid verging den Tyrannos der Appetit.

Am Waldrand entdeckten sie reichlich Farne, Schachtelhalme oder Koniferen. Aber Grünzeug? Die Geschwister schüttelten sich. Sie waren definitiv keine Vegetarier. Mit einem Mal hörten sie lautes Flügelschlagen direkt über sich. Und schon landete ein großer Schwarm Flugsaurier vor ihnen.

Thyranno fragte den größten Saurier: »Habt ihr von da oben was zu fressen für uns gesehen? Was Fleischiges?«

Der Flugsaurier-Chef watschelte nach vorn: »Wieso sollten wir - die Könige der Lüfte - für euch was zu fressen suchen?« Er streckte seine Brust vor und sprach etwas gestelzt.

Thyranna raunte in Thyrannos Ohr: »Das sind aber arrogante Dummschnäbel. Die finden sich gleich in meinem Magen wieder.«

Thyranno schaute Thyranna entgeistert an und flüsterte zurück: »Spinnst du! Wir sind nette Dinosaurier.«

»Ok, ok! Aber dann lass uns wenigstens weiter gehen. Die sind doof.« Thyranna kniff die Augenbrauen zusammen und streckte den anderen Sauriern die Zunge raus. Ihr Magen grummelte in diesem Moment so laut wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch.

Thyranno wandte sich an den Flugsaurier-Chef: »Dann eben nicht. Wir müssen jetzt los. Tschüss.« Die Geschwister stampften weiter auf Futtersuche. Nach einer Weile vibrierte der Boden unter ihren Füßen.

Bumm. Bumm. Bumm.

Bei jedem Bumm hüpften sie ein kleines Stück in die Höhe.

Bumm.

Jetzt war es ganz nah. Erschrocken schauten sie sich um. Zwischen den Blättern der Bäume erschien ein riesengroßer Langhals-Dinosaurier. Er trat auf einen Stein und gab im selben Moment einen ohrenbetäubenden Schrei von sich. Er hob das verletzte Bein an und bewegte es hin und her, um das Dingsda wieder loszuwerden. Sein Jammern war nicht auszuhalten. Der Stein haftete unter seinem Fuß wie mit Leim festgeklebt.

»Hey, du da oben! Können wir dir helfen?«, riefen die Geschwister wie aus einem Maul.

Der Langhals-Saurier reagierte nicht. Stattdessen rüttelte und schüttelte er immer weiter sein Bein. Ohne Erfolg.

»HAALOOO! KÖNNEN WIR DIR HELFEN?«

Der Große hörte mit seiner sinnlosen Beschäftigung auf. Verwundert schaute er zuerst rechts entlang und dann nach links. Endlich sah er die beiden ausgehungerten Raubsaurier. »Was ihr von mir wollen?«

»Wir könnten dir helfen. Als Dank kannst du uns dann auch einen Gefallen tun.« Thyranno trat mutig vor.

»Das toll wäre!«, sagte der große Dino.

Daraufhin marschierte Thyranno furchtlos zum riesigen Fuß des Langhalses und nahm vorsichtig den Stein ins Maul. Ein Schritt zurück und schwupp war der andere Saurier befreit. Thyranno fiel durch den Schwung auf den Hintern. Thyranna kicherte. Er sprang wieder auf und warf ihr einen nicht besonders netten Blick zu.

Schnell besann er sich und wandte sich an den Riesensaurier: »Kannst du schauen, ob du was zu fressen für uns siehst? Vorzugsweise aus Fleisch?«

»Blätter?«, fragte der andere einfältig.

»Sein Gehirn ist viel zu klein, um uns zu verstehen«, wisperte Thyranna.

Thyranno hörte nicht hin. »Nein, FLEISCH!«, brüllte er ungeduldig.

»Teich?« Der Langhals verstand ihn nicht.

»Ach, egal« Thyranno winkte ab. Er war zu hungrig und zu schlapp und brummte: »Auf Wiedersehen!«

Die Geschwister trotteten weiter ihren Weg entlang.

Zwei Wochen vergingen. Sie hatten kein Fressen gefunden. Ihre Schritte wurden langsamer und langsamer. Thyranno stürzte und fiel einen Abhang hinunter. Er landete in einem ausgetrockneten Flussbett und blieb liegen. Thyranna wollte ihren geliebten Bruder festhalten. Doch sie verlor das Gleichgewicht und rutschte hinterher. Sie legte sich neben ihn und nahm seinen Kopf in ihre kurzen Arme. Mit geschlossenen Augen atmete Thyranno das letzte Mal in seinem Leben ein. Thyranna starb bald nach ihrem Bruder vor Gram über seinen Verlust.


Heute kann man die Skelette von Thyranno und Thyranna im Museum betrachten. Immer noch umarmen sie sich.

Die beiden beweisen auf ihre Weise, dass Raubsaurier nicht grundsätzlich böse und gefräßig waren.

PS: Die Steinverwandten und andere Saurier kann man in einem Dinopark in Niedersachsen bewundern.

Brummi Vorlese- und Einschlafgeschichten

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