Читать книгу Braunington und Millstone - Stefan C. Pachlina - Страница 9

Оглавление

Kapitel 3 - Fasern

»Ich danke Ihnen, dass wir uns gemeinsam im Salon versammeln konnten, es erleichtert die Befragung ungemein. Ich werde nun einige Fragen stellen und Sie werden nach Aufforderung meinerseits wahrheitsgetreu antworten. Kommen wir doch gleich zu Beginn zum Alibi, wo befanden Sie sich während der Tatzeit, welche sich aktuell nur auf diese Nacht bestimmen lässt. Lord Lawrence begab sich laut Wilton kurz vor elf Uhr nachts zu Bett. Hatte danach noch jemand von Lord Lawrence gehört oder ihn gar gesehen?«

Die Blicke aller Anwesenden huschten im Raum verneinend kopfschüttelnd umher.

»Nun gut, der Leichnam wurde von Wilton um sieben Uhr morgens entdeckt. Wo befanden Sie sich von gestern elf Uhr nachts bis heute sieben Uhr morgens? Wir beginnen mit Ihnen Mr. Robert Lawrence.«

»Mit mir? Nun ja, kein Problem, ich war in meinem Zimmer, die ganze Nacht, alleine versteht sich.«

»Haben Sie etwas gehört, gesehen, gerochen? Gab es Auffälligkeiten in dieser Nacht?«

»Nein, nicht das ich wüsste, es war … ruhig.«, zögerte Robert einen Moment. »Wilton klopfte früh morgens und berichtete von dem Vorfall.«

»Ruhig, ich verstehe, was ist mir Ihnen Mr.…?

»Richard Lawrence. Ich verbrachte die Nacht Seite an Seite mit meiner bezaubernden Frau Francis.«

»Haben Sie beide, oder einer von Ihnen, das Zimmer zu besagter Zeit verlassen?«

»Nein, wir waren fest umschlungen. Wilton klopfte auch bei uns und verkündete das tragische Ableben meines Vaters.«

Inspector Braunington schlenderte einige Schritte durch den Raum und platzierte sich mit einem sanften Lächeln vor Miss Corda. »Wie steht es mit Ihnen?«

»Auch ich war zu besagter Zeit alleine in meinem Zimmer, bis mich Wilton weckte und die Nachricht überbrachte.«

»Lady Lawrence, ich bitte Sie um Verzeihung, wenn Sie nicht antworten möchten, dann können wir dies auch unter vier Augen abhandeln. Weshalb die getrennten Schlafräume? Ihr Schlafraum ist nicht direkt neben dem Ihres Gatten, wie kommt das?«

»Korrekt Inspector, es ist kein Geheimnis, Lord Henry pflegte penetrant zu schnarchen. Dies war selbst im Zimmer, nebst dem meines verstorbenen Gatten, zu hören. Dahingehend beschloss ich vor einigen Jahren ein Zimmer weiter als das meine zu beziehen. Das Zimmer zwischen dem Meinen und dem meines verstorbenen Gatten, steht folglich leer. Um auf Ihre nächste Frage zu antworten: Ich war von zehn Uhr nachts bis heute Morgen alleine in meinem Zimmer. Wilton erschien kurz nach sieben Uhr morgens am Pavillon und führte mich in den Schlafraum meines Gatten.«

»Ich danke Ihnen für Ihre Offenheit Lady Lawrence. So früh schon auf den Beinen?«

»Ja, ich genieße die unbezahlbare Ruhe am Morgen, es ist, als würden Sie einige Momente in einer anderen Welt verbringen.«

»Nun zu Ihnen, Mrs. Amelia Carville. Wo hielten Sie sich auf?«

»Ich verweilte ebenso auf meinem Zimmer. Ich las ein Buch, bereits seit dem frühen Nachmittag. Da ich mich unwohl fühlte, erschien ich nicht zum Dinner. Wilton wird dies bestätigen. Bis auf die üblichen Geräusche konnte ich keine Absonderlichkeiten vernehmen.«

Der Inspector war kurzzeitig verwirrt. Er war der Meinung, dass sich Ähnliches wie auf der Terrasse wiederholen und er nur wenig Sinn in der Aussage von Amelia finden würde. Erstaunt hakte er nach: »Die üblichen Geräusche?«

»In der Tat Inspector. Sie müssen wissen, wir sind nicht allein. Wir waren es nie und werden es nie sein. Besonders hier, das Haus, das Gemäuer, es spricht mit uns, es mögen die Geschichten alter Tage sein, gesprochen durch die Zungen der längst Dahingeschiedenen, der Verwesten, der niemals Ruhenden.«

Amelia drehte sich zu Lady Lawrence und flüsterte: »Die asem van die dood het my geraak.«

»Verzeihen Sie bitte.«, warf Inspector Braunington ein. »Wären Sie so freundlich, und würden bei der für uns alle verständlichen Sprache bleiben?«

Amelia hingegen verschränkte die Arme und meinte karg: »Nee … die straf kom.«

Lady Lawrence ergriff das Wort: »Sie sagte …«, und verstummte besorgt im nächsten Moment.

»Nun sagt es schon!«, brüllte Corda unkontrolliert in den Raum. »Oder glaubt ihr, er hält uns für komplett verrückt?«

Richard entgegnete amüsiert: »Wenn ich Amelia so zuhöre, glaubt er das unweigerlich … und du Corda, du bist ja auch nicht gerade normal!«

Die Menge begann wüst zu diskutieren. Corda beschimpfte Richard und Robert. Lady Lawrence versuchte, sichtlich geschwächt von dem Vorfall, die Haltung zu wahren, blieb ruhig sitzen und schloss die Augen. Prompt entfaltete Amelia ihren sonderlichen Charakter voll und ganz und begann monoton zu grölen, Kopf und Arme nach oben gerichtet tänzelte sie spastisch durch den Raum. Die anfängliche Ungelenkigkeit löste sich allmählich. Hüftschwingend, leicht hopsend kreiste sie durch den Raum, sich windend wie eine Schlange, als würde sie um etwas, in einer beschwörenden Haltung, betteln. Sie zog ein um ihren Hals an einer Kette befindliches Amulett hervor, küsste es mehrfach und hob es zur Zimmerdecke empor, dabei neigte sie immer wieder den Kopf nach unten und gab rhythmische, unverständliche Laute von sich. Wilton stand an der Tür zum Salon und verzog keine Miene, starrte ins Nichts und war gelassen und ruhig, beinahe Glückseligkeit strahlte sein sonst versteinertes Gesicht aus. Francis eilte zur Bar und genehmigte sich einen Scotch. Ivah hastete zu Francis und erhob belehrende Worte: ›Das könne sie nicht tun, es wäre unverantwortlich.‹ Robert schubste Corda, Richard rempelte Robert. Wie wild wurde diskutiert, artikuliert, Amelia wandelte weiter durch das Zimmer, beschwörend, rufend. Sie tanzte wippend wie wild, den Kopf abwechselnd nach oben und auf den Boden gerichtet. Unverständliche Floskeln stieß sie dabei fortwährend aus. Einzig Lady Lawrence, immer noch regungslos mitten im Getümmel sitzend, versprühte durch die meditative Geste einen Ruhepol, der jedoch nur von Braunington registriert wurde. Im Chaos fiel nicht weiter auf, dass Wilton den Raum verlassen hatte, um diesen wenige Momente darauf wieder zu betreten und lautstark verkündete: »Die Gäste sind eingetroffen!«

Gemächlich verstummte die verworrene Diskussionsrunde, ein Glas fiel zu Boden, Corda versuchte Amelia mit einem Klaps auf den Rücken aus ihrem Trancezustand zu holen. Ihr Vorhaben zeigte erst nach dem zweiten Anlauf Erfolg und Amelia beruhigte sich. Lady Lawrence öffnete langsam die Augen und seufzte. Braunington war amüsiert über das Durcheinander, das bunte Treiben erheiterte sein Gemüt. Er konnte in dem wilden Tumult einiges herausfiltern, wandte seine Aufmerksamkeit nach kurzem Zögern den für ihn unerwarteten Gästen zu. Darunter war Joseph Lawrence samt Gattin Caroll und deren Söhne Harold und Roger.

»Was ist denn hier los?«, ergriff Joseph Lawrence das Wort. »Wer sind Sie? Ein Freund des Hauses? Zur Familie gehören Sie nicht, jedenfalls habe ich keine Erinnerung daran, Sie bereits gesehen oder gar ein Gläschen mit Ihnen gehoben zu haben. Kommen Sie etwa aus Afrika? Dann müssen Sie ein Wundermittel gegen die Sonne entdeckt haben, Ihrer Hautfarbe zufolge. Was ist mit Amelia? Wieso tanzt sie röchelnd durch den Raum wie unter Hypnose?«

»Detektive Inspector William J. Braunington, wenn ich mich vorstellen darf. In welchem Verhältnis stehen Sie zur Familie Lawrence?«

»Scotland Yard hier im Haus? Was ist geschehen? Hat Amelia einen armen Kerl aus dem Dorf verhext und ihn anschließend verspeist? Kommen Sie, ist doch ein Scherz, wo ist mein Bruder Henry?«

Die rasch einkehrende gedämpfte Stimmung spiegelte auf einen Schlag erneut das schreckliche Ereignis. Die Streitereien, das letzte Gemurmel verstummte, die Freude über die Gäste verblasste, bevor sie sich noch entfalten konnte. Lady Lawrence erhob sich stillschweigend, bewegte sich langsamen, unsicheren Schrittes auf Joseph zu und umarmte ihn schluchzend. Ivah eilte zu Roger und nahm ihn voller Begierde und Sehnsucht in die Arme. Während Lady Lawrence Joseph nach wie vor drückte, stellte Joseph erneut die Frage, was denn passiert sei. Braunington übernahm nach kurzem Augenkontakt mit Lady Lawrence, zu ihrem Wohlwollen, das Wort und erklärte seine Anwesenheit auf Corbin Manor.

»Das ist ja furchtbar, widerwärtig. Wer würde eine derartige Gräueltat nur tun?«, stammelte Joseph Lawrence fassungslos, nahm seine Frau Caroll bei der Hand und setzte sich auf das ausladende Sofa. Daraufhin beendete Amelia die letzten erneut entflammten, schwingenden Bewegungen ihres zuvor dargebrachten Beschwörungstanzes und setzte sich ohne weiteren Kommentar in einen in der Ecke stehenden, wuchtigen Polstersessel.

»Deswegen bin ich hier. Sie sind also der Bruder von Lord Lawrence, dies Ihre werte Gattin und das sind?«

»Ja, verzeihen Sie, also meine Gattin Caroll sowie meine Söhne Harold und Roger.«

»Bevor ich weitere Fragen an Sie richte, die mitunter noch Zeit haben, stelle ich mir die Frage, wer sind Sie und wie stehen Sie zur Familie Lawrence?«, wandte sich Braunington prüfenden Blickes an die junge Dame in Rogers Armen.

»Mein Name lautet Ivah Colbridge, die Verlobte von Roger Lawrence. Ich bin schon einige Tage hier auf Corbin Manor. Ich verbrachte die Nacht, wie so manch anderer auch, alleine auf meinem Zimmer. Mich weckte Francis, kurz bevor Sie eintrafen Inspector.«

»Colbridge? Interessant. Nun, da die Identität aller Beteiligten geklärt ist, Sergeant Ashford wird in Kürze Ihre Personalien aufnehmen, es zum aktuellen Zeitpunkt keine weiteren Fragen gibt, werde ich Sie verlassen und mich den Bediensteten widmen. Es ist wohl eine Selbstverständlichkeit, dass Sie bis zur Klärung des Falles das Anwesen ohne meine ausdrückliche Erlaubnis, nicht verlassen.«

»Soll das heißen, Sie denken einer von uns hätte Lord Henry getötet?«, schallte es forsch aus Richard.

»Nun, wenn Sie es so sagen, dann besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, ja, einer von Ihnen. Wenn Sie einen anderen Verdacht haben, dann zögern Sie nicht, teilen Sie mir umgehend Ihre Theorie mit. Guten Tag.«

Braunington ließ die verdutzten Gesichter hinter sich und suchte die Küche auf. Nur eine gefühlte Sekunde später begann erneut das Toben unter den Familienangehörigen. Der Butler war so nett und zeigte ihm den kürzesten Weg durch das imposante Anwesen, vorbei an afrikanischen, verschlungenen Figuren, Gemälden, an der Wand hängenden Langwaffen, Gewehren, ausgestopften Wildtieren, die ihnen mit weit aufgerissenen Augen hinterher starrten und unzähligen weiteren Kunstobjekten jeglicher Art.

»Mrs. Millstone, danke für den Tee, er war vorzüglich.«

»Gerne Inspector, wir können reden, wir sind alleine.«

»Wie? Ach so, natürlich. Ich muss gestehen, die Familie Lawrence ist etwas Besonderes. Eben gab es ein intensives Wortgefecht, sonderlich für ein Haus wie dieses.«

»Da lassen Sie sich nur mal nicht von der Fassade täuschen. Nun denn, was möchten Sie wissen? Legen wir los.«

»Was ist mit dieser Amelia? Was soll dieses bedenkliche, eigenwillige Verhalten bedeuten?«

»Amelia Carville, die Schwester von Lady Lawrence war lange Zeit in Südafrika, wo sie auch ihren Mann kennenlernte und ihr Sohn Kaami geboren wurde. Schon als junges Ding war sie auf diesem wilden Kontinent. Nach einigen Jahren reisten sie nach Kenia. Das Schicksal meinte es aber nicht gut mir ihnen. Ihr Mann verstarb am Gift einer Schlange, groteskerweise.«

»Wie ist das zu verstehen? Schlangen sind in Afrika sicher häufig anzutreffen. Mir ist dieses Land völlig fremd, ich werde es auch dabei belassen, das können Sie mir glauben.«

»Der Grund oder einer der Gründe warum Amelia recht sonderbar ist, hat die Ursache, dass der Aufenthalt in Kenia, in der Nähe von Tsavo war.«

»Tsavo, ich bilde mir ein, sie hatte davon auf der Terrasse gesprochen, in dieser afrikanischen Sprache.«

»Darüber besteht kein Zweifel. Der Ort Tsavo hat sie für immer geprägt, sie erzählte es mir an einer lauen Sommernacht, am Lagerfeuer, es war ein schönes Fest hier auf Corbin Manor. Sie wird es Ihnen selbst erzählen, wenn Sie sie darum bitten. Ich bin davon überzeugt, dass es nicht nur für Sie interessant ist, sondern auch Amelia hilft, diese schreckliche Sache zu … zu verdauen.«

»Wie auch immer, darum werde ich mich später kümmern. Bevor ich nun zurück in den Yard fahre, wäre da eine Sache. Vorhin, im Salon, bevor der Zirkus seinen Lauf nahm, befragte ich Robert Lawrence, ob er in der Nacht etwas Auffälliges gehört hat. Sein Blick wandte sich kurzzeitig ab von mir, er zögerte und verneinte. Corda Lawrence plärrte, für meinen Geschmack recht überkandidelt, eine Bemerkung aus sich heraus, die mich ebenso verwirrt, wie war das noch mal, sie sagte: ›Nun sagt es schon, oder glaubt ihr, er hält uns für komplett verrückt?‹ – was war damit wohl gemeint? Was meinen Sie?«

»Corbin Manor ist ein altes Gebäude mit vielen Geheimnissen, tiefem Keller, vielen Räumen und Nebengebäuden, Stallungen. Die Balken knarren, der Boden kracht, die Fenster pfeifen, die Türen quietschen. Nun gut, nicht jede, aber zumindest die Kellertür. Es waren sicher diese seltsamen Geräusche gemeint. Ich denke, hier geht, besonders den Nachkommen, zumindest nachts, die Fantasie durch.«

»Schlafen Sie nachts im Haus?«

»Nein, die Bediensteten übernachten in einem der Nebenhäuser. Ich habe mich dort ebenso eingerichtet, da der Weg nach Hause, Little Milton, etwas weit ist.«

»Natürlich, insofern …, wenn eigenwillige Geräusche zu vernehmen wären im Haupthaus, in der Nacht, so könnten Sie es nicht beschwören, nicht wahr?«

»Sie haben mich ertappt, Sie meinen da ist etwas dran?«

»So gesehen, gehe ich jeder Spur nach. Ich habe das rege Gefühl, dass Robert vor etwas Angst hat, genau genommen, nicht nur er. Der Gesichtsausdruck aller Anwesenden war für einen kurzen Moment um einen Hauch anders, ich kann es nicht näher beschreiben, ist so ein Gefühl, Sie verstehen?«

»Nur zu gut Inspector, nur zu gut.«

»Was halten Sie von dem Mord? Auf wen würde Ihr Verdacht fallen, nachdem Sie die Bewohner hier schon einige Zeit kennen.«

»Was Robert und Richard dem armen Kaami angetan haben, ist unverzeihlich. Sie trieben ihn in den Suizid, warum also nicht auch einen Mord begehen? Das dachte ich mir noch vor einer Stunde. Doch ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass einer von den beiden es schafft, jemanden zu ermorden und das mit eigenen Händen. Ja, ich habe gelauscht Inspector, ist nicht weiter schwer in diesem Palast.«

»Palast? Doch eher Festung, die Wände hier sind an manchen Stellen über einen Meter dick, wenn ich das richtig sehe.«

»Damals wusste man noch massiv zu bauen, der Rundbogen vom Wohnraum in die Bibliothek ist sehr imposant, das müssen Sie sich noch ansehen, bevor Sie uns wieder verlassen, Inspector.«

»Ich werde Ihrer Empfehlung auf der Stelle nachgehen, ich denke, ich finde den Weg. Mrs. Millstone, auf bald.«

Braunington begab sich in den besagten Wohnraum, gefolgt von Wilton, der immer zugegen war. Tatsächlich, der Rundbogen, der Durchgang in die Bibliothek, wirkte wahrhaftig sehr imposant. Das Mauerwerk des Rundbogens umfasste eine Wandstärke von über einem Meter. Dies war auch an der Außenwand zu sehen. Die Fenster lagen sehr weit im Inneren des Gemäuers der Bibliothek, wobei der Raum nur im vorderen Bereich ein Fenster aufwies. Prüfend strich Braunington entlang der Räumlichkeiten und konnte an vielen Stellen ein Knarren vernehmen, nicht nur vom Holzboden, sondern auch von den Kästen und anderweitigen Möbelstücken.

»Wilton, sind Ihnen in der Nacht seltsame Geräusche untergekommen?«

»In der Tat Sir, besonders in der Nähe des Zimmers Ihrer Lordschaft. Ich vernahm über Jahre ein verletztes Tier gehört zu haben, welches bis in die Morgenstunden quälend röchelte. Darüber hinaus vermag mein Gehör keine seltsamen, besonders leisen Töne mehr zu vernehmen, Sir.«

Braunington schmunzelte über den trockenen Humor des Butlers und bedankte sich für den Empfang und die Besichtigung.

Am nächsten Tag lag der Bericht von der Spurensicherung am Tisch sowie eine Vorabfassung der Gerichtsmedizin, welche zusammenfassend wie folgt lauteten: Lord Henry Lawrence wurde unter Fremdeinwirkung getötet. Das Opfer wurde womöglich vor der Tat betäubt, anschließend erwürgt. Am Boden, neben dem Bett wurden Faserspuren aus Hanf gefunden. Der Bettrahmen zeigt an beiden Seiten an der Unterseite im oberen sowie unteren Bereich leichte, ca. 5 mm breite und 1 mm tiefe Kerben auf. Dem Opfer wurden, vermutlich post mortem, Haare, nicht humaner Abstammung, tief in den Rachen gestopft. Dafür wurde ein Hilfsmittel, vermutlich aus Holz, in Form eines kleinen rundlichen Stockes, benutzt.

Braunington wandelte nachdenklich durch die Gänge des Yards.

Wie wurde das Opfer erwürgt, wie stellte der Täter das an, ohne dass sich das Opfer zur Wehr setzte?

Wurde Lord Henry betäubt? Vermutlich, wobei, laut Bericht des Mediziners ist dies nicht eindeutig. Wieso wird es dann überhaupt erwähnt?

Wieso wehrte sich das Opfer nicht, wieso nicht?

Fasern an beiden Seiten des Bettes. Hanffasern, Hanfhmmm, aber natürlich! Ein Seil!

Braunington stellte die Tat in Gedanken nach. Er stellte sich vor, er wäre der Täter, was würde er mit dem Seil machen und aus welchem Grund.

»Ashford, kommen Sie doch bitte in mein Büro!«

»Hören Sie Ashford, ich bin davon überzeugt, dass der Täter das Opfer liegend an das Bett fesselte. Er führte ein Seil über die Bettdecke, bevor es gespannt wurde. Spuren, passend zu einem Seil, konnten am Bettrahmen gesichert werden. Zusätzlich deutet der am Boden liegende Faserabrieb auf ein Seil aus Hanf hin. Damit waren keinerlei Fesselspuren am Leichnam zu erkennen. Das Opfer lag demzufolge, durch den Strick, welcher die Bettdecke auf das Opfer niederdrückte, wehrlos im Bett und wurde mit großem Krafteinsatz erwürgt, mit hoher Wahrscheinlichkeit durch einen kräftigen Mann. Es gab keinerlei Kampf-, keinerlei Einbruchspuren. Der Täter muss sich demnach bereits im Haus befunden oder aber die Möglichkeit des freien Zugangs gehabt haben.«

»Das erklärt natürlich einiges, Sir. Ich habe eine Abschrift des Corbin Manor Berichts erhalten, ich werde das mulmige Gefühl nicht los, als wäre dieser Mord über einen längeren Zeitraum geplant gewesen. Das Seil hat am Körper des Opfers keine Spuren hinterlassen?«

Nein, nicht die geringsten, da die Bettdecke zwischen Seil und Opfer jegliche Spuren in diese Richtung verhinderte. Allerdings, nicht am Bettrahmen, wie auch am Boden.«

»Stellen Sie sich vor, der Mörder hätte den Bettrahmen geschützt, sodass das Seil keine Spuren hinterlassen hätte, dann stünden wir vor einem schwierigen Rätsel. So ein Mord will doch genau geplant sein.«

»Da gebe ich Ihnen absolut recht Ashford, wir haben es hier mit einem Mörder zu tun, der genau plant, zwar kleine Fehler begeht, dennoch seine Tat sorgfältig überlegt. Daraus schließe ich, dass dahinter Rache, Neid und aufgestauter Hass liegen. Wir begeben uns wieder an den Ort des Verbrechens, vorher muss ich noch eine Information einholen, warten Sie einstweilen im Wagen auf mich.«

Ein herrlicher Tag schob sich über Corbin Manor, versprach angenehme Sonne, beinahe Windstille, duftende Bäume, von Bienen und anderen Insekten belagerte Wiesen. Braunington und Ashford fuhren vor und betrachteten das als Festung erbaute kolossale Anwesen. Rund um das Haus waren Blumenbeete angelegt, Efeu rankte sich schlängelnd die Fassade empor. Von außen betrachtet wirkte das Gebäude nicht sonderlich massiver als andere in der weitläufigen Gegend, der Eindruck wurde geschickt kaschiert. Der Erbauer hatte vermutlich den Auftrag gehabt, dass das Gemäuer großem Kaliber, mitunter Kanonenkugeln einstiger Geschütze standhalten sollte. Vorrichtungen aus massivem Eisen, welche die Fensterläden trugen, waren stellenweise zu erspähen, zumindest an den Stellen, die der Efeu noch nicht unter Beschlag genommen hatte. Die mitunter ebenso massiven Fensterläden waren entfernt worden, um diese in einem der Nebengebäude zu lagern. Der Baumbestand an der Rückseite des Hauses spendete an heißen Sommertagen angenehmen Schatten. Der Gärtner und seine Gehilfen verstanden deren Handwerk, sichtlich war der Rasen eines Königs würdig.

»Inspector, treten Sie ein.«

»Danke Wilton, wie geht es Ihnen?«

»Mein rechtes Bein hat heute gegen fünf Uhr morgens beschlossen, mich zu malträtieren. Vermutlich lag es an dem Zehn-Kilometer Lauf, den ich vor der Nachtruhe noch in Gedanken vorüberziehen ließ. Ich denke, Sie wünschen Lady Lawrence zu sprechen?«

»Korrekt Wilton.«, schüttelte Braunington amüsiert den Kopf.

»Folgen Sie mir, Lady Lawrence verweilt in der Bibliothek. Ich gehe wohl recht in der Annahme, Sie wünschen eine Tasse Tee einzunehmen?«

»Es wäre mir eine Freude Wilton.«

Auf dem Weg in die Bibliothek bewunderten Braunington wie auch Ashford einige kunstvoll gefertigte afrikanische Waffen und Trophäen. Manche davon wirkten recht abstrakt und abstoßend. Große wie auch kleine Klingen, Beile, Messer und höchst verworrene Skulpturen und Schnitzereien.

»Lady Lawrence, ich hoffe, es geht Ihnen trotz des Vorfalles heute etwas besser?«

»Inspector Braunington, danke der Nachfrage. Was kann ich für Sie tun? Haben Sie denn etwa neue Erkenntnisse?«

»In der Tat. Was ich Ihnen jetzt zu berichten habe, ist mit Sicherheit unangenehm für Sie, dennoch ist es meine Pflicht, Sie darüber zu unterrichten.«

»Unangenehm? Die letzten Wochen, ja sogar Monate waren unangenehm. Der letzte Tag war abgründig schauderhaft. Dahingehend empfinde ich eine unangenehme Nachricht mitunter als gewöhnlich. Nehmen Sie sich kein Blatt vor den Mund, es kann sich nur um die Todesursache meines Mannes handeln, bitte, was haben Sie herausgefunden? Lassen Sie dabei jegliche Gefühlsduselei beiseite, ich möchte den Mörder meines Mannes hängen sehen, wenn Sie mich verstehen.«

»Wie Sie wünschen. Aus aktueller Sicht der Dinge hat sich der Tathergang wie folgt zugetragen. Ein noch unbekannter Täter, männlich, kräftiger Statur, betäubte Lord Lawrence, um ihn anschließend am Bett, mittels einem oder zweier Seile festzubinden, sodass er weder Arme, Beine noch den Oberkörper bewegen konnte. Als Lord Lawrence wieder zu Bewusstsein kam, selbst oder durch Fremdeinwirkung, wurde er durch den Täter, unter hohem Kraftaufwand, erwürgt. Davor oder danach wurden ihm Haare tief in den Rachen gestopft. Es handelte sich dabei allerdings nicht um menschliches Haar. Vermutlich wurde dafür ein kleiner Holzknüppel verwendet.«

Lady Lawrence schloss die Augen, senkte behutsam den Kopf. Merklich versuchte sie zu ergründen, weshalb jemand ihrem Mann das nur angetan haben könnte. Warum wurde er nicht erschossen oder vergiftet? Was steckte hinter dieser brutalen Tat?

»Wie kam der Täter ins Haus Inspector? Versuchen Sie doch bitte einmal, nachts in das Haus zu gelangen, dann verstehen Sie, was ich damit meine.«

»Mir ist aufgefallen, dass das Gebäude sehr massiv und gut gesichert ist. Dennoch liegt der schwächste Punkt bei den Fenstern oder aber bei der oder den Personen, die einen Schlüssel besitzen. Wir gehen davon aus, dass der Täter bereits im Haus war oder sich auf einfache Art Zugang verschaffte, eben durch einen Schlüssel. Er könnte sich doch auch tagsüber eingeschlichen und versteckt haben.«

»Ich werde Wilton damit beauftragen, ab sofort auch die schweren Türriegel vorzuschieben, um die Eingangstüren zu verschließen.«

»Sehr gute Idee Lady Lawrence. Es gäbe da eine Sache, wenn Sie gestatten, würde ich gerne Detektive Sergeant Ashford damit beauftragen, sämtliche Möglichkeiten zu prüfen, um ins Haus zu gelangen.«

»Selbstverständlich, Sergeant Sie haben meine vollste Unterstützung. Wenn Sie etwas benötigen, steht Ihnen Wilton zur Verfügung.«

Ashford machte sich sofort ans Werk und schritt in Richtung Keller, um sich systematisch von unten nach oben durchzuarbeiten. Verblüfft stellte er fest, dass das Anwesen über zwei Kellergeschoße verfügte. Nicht ganz geheuer erschien ihm dabei der Gedanke, hier unten in den finsteren, stickigen, einem Verlies ähnelnden Katakomben eingeschlossen zu werden. Wie auch das Mauerwerk oben, hatte der Bauherr nicht gespart und die Wände massig ausgestattet. Kritisch prüfte er sämtliche möglichen Verstecke sowie den einen Zugang, welcher das erste Kellergeschoß mit der Außenwelt verband. Die massive Metalltür war seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr geöffnet worden. Fraglich, ob diese verkantete Tür jemals wieder zu öffnen war. Verstecke gab es jede Menge, jedoch konnte er keine Spur finden, die dafürsprach, dass sich jemand hier aufgehalten hätte. Nach einiger Sucherei konnte er frische Fußspuren finden, die im ersten Kellergeschoß verliefen und weiter nach hinten führten. Er folgte der Fährte aufmerksam bis zu einer aus Brettern zusammengenagelten Holztür, dahinter vernahm Ashford Geräusche, Schritte, ein Lichtschein flackerte durch den Türspalt. Mutig beschloss er, einen flink geschmiedeten Plan in die Tat umzusetzen. Er griff zu einem handlichen Stück Holz, um es dem Eindringling über den Kopf zu ziehen, riss die Tür auf, ging zum Angriff über und …

»Mrs. Millstone?«

»Wenn Sie mich nochmals so erschrecken Constable, dann verkoche ich Sie zu Eintopf!«

»Verzeihen Sie mir, ich dachte, Sie wären ein Einbrecher.«

»Vielleicht sogar Ihr gesuchter Mörder? Keine Sorge, ich hole nur einige Vorräte aus dem Keller, wie diese Zwiebeln, Knoblauch und Kartoffeln.«

»Ach übrigens, aus dem Constable wurde ein Sergeant Mrs. Millstone.«

»Gratulation, das ging aber schnell. Sie werden es noch zum Inspector bringen, sehr fein, insofern Sie es in Zukunft vermeiden, alte Damen zu erschrecken.«

»Darf ich Ihnen beim Tragen helfen, ich denke, in diesem Gemäuer finde ich ja doch nichts, außer Spinnen und Staub.«

»Gerne. Ehrlich gesagt, hier unten schleiche nur ich hin und wieder umher. Das zweite Kellergeschoß, es ist mir unheimlich, das meide ich. Zu dunkel, zu stickig ist es da. Wobei, das ist seltsam …«

»Was meinen Sie?«

»Jetzt fällt es mir ein. Zumindest eine andere Person muss vor zwei Wochen im unteren Keller gewesen sein. Die Spinnweben waren zerrissen.«

»Tatsächlich?«

»Ja, ich war vor drei Wochen unten, da ich mir eingebildet hatte, etwas gehört zu haben. Ich holte auch an diesem Tag Vorräte aus dem Keller. Als ich die Stiegen hinunter schritt, waren überall Spinnweben, so kehrte ich erleichtert wieder um. Könnte eine Katze auf der Jagd nach Mäusen gewesen sein. Als ich erneut vor 2 Wochen hinabstieg, waren die Spinnweben größten Teils entfernt worden. Sie waren doch eben auch unten, nicht wahr?«

»Das ist korrekt, mir sind keine Spinnweben am Hauptgang aufgefallen.«

»Das ist kurios, meinen Sie nicht, Sergeant?«

»Allerdings, ich werde diese Entdeckung Inspector Braunington mitteilen, doch zuvor bin ich auf der Suche nach möglichen Zugängen, die es einer Person ermöglichen, auch ohne Schlüssel das Haus zu betreten.«

»Ob Sie da fündig werden, bezweifle ich, aber einen Versuch ist es hinsichtlich des Mordes wert. Viel Glück dabei Detective Sergeant Ashford.«, begrüßte Mrs. Millstone nochmals die Beförderung von Ashford. Er begleitete Mrs. Millstone in die Küche und lud das Gemüse am Küchentisch ab. Braunington unterhielt sich weiter mit Lady Lawrence über die Familiengeschichte und ging dabei auf das Thema Kaami ein.

»Ihre Söhne gingen also nicht gerade zimperlich mit Kaami um?«

»Schändlich, ein erbärmliches Kapitel unserer Familiengeschichte. Selbst Harold und Roger ließen sich von Robert und Richard anstiften. Mir ist dieses Verhalten schleierhaft, es ist unentschuldbar. Es fällt mir schwer, meiner Schwester Amelia in die Augen zu blicken.«

»Lord Lawrence griff nicht ein? Er schien mir kräftig und von dominanter Natur zu sein.«

»Auf den ersten Blick ja, doch in seinem Herzen duldete er Kaami nur wegen mir und in weiterer Folge meiner Schwester. Mal da ein lautes Wort, mal dort ein Mahnruf, ein Appell an die Vernunft, doch fruchteten diese oberflächlichen Vorträge, diese … diese … Diatribe? Anders kann man seine Vorgehensweise nicht umschreiben. Am Ende des Tages haben wir versagt. Wie weit muss ein Mensch getrieben werden, um sich selbst zu richten? Was geht in den Köpfen derer vor, die einen Menschen derart quälen? Ich liebte meinen Mann, doch diese Seite an ihm konnte ich nicht verstehen. Ich liebe meine Kinder, ich stelle mir lediglich immer und immer wieder die Frage, was sie derartig verdorben hat. Wie werden sie sich in Zukunft bei ähnlicher Situation verhalten? Wie weit würden sie gehen?«

»Sie waren lange Zeit fort, nicht wahr? Sie sprechen Afrikaans wie Ihre Schwester. Während Ihrer Abwesenheit, wer kümmerte sich um Ihre Kinder?«

»Wir hatten ein Kindermädchen, eine Gouvernante nebst dem Stammpersonal.«

»Kannten Sie die Gouvernante? War sie gegebenenfalls dafür verantwortlich?«

»Lord Henry kümmerte sich um die Einstellung. Sie könnten recht haben, möglicherweise hatte sie schlechten Einfluss auf meine Sprösslinge.«

»Ihre Tochter Corda hatte eine innigere, freundschaftlichere Beziehung zu Kaami, nicht wahr?«

»In der Tat, sie verstanden sich prächtig, obwohl sie doch dieselbe Gouvernante hatte.«

»Nun, sind ja auch nur Vermutungen, andererseits springt nicht jeder auf den erbärmlichen Zug der Diffamierung auf. Wie auch immer, ich möchte Sie nicht länger belästigen. Ich werde nochmals versuchen, ein Gespräch mit Ihrer Schwester Mrs. Amelia Carville zu führen.«

»Ich habe sie zuvor auf der Terrasse gesehen, sie verbringt die meiste Zeit draußen, an der frischen Luft.«

Inspector Braunington verabschiedete sich dankend für die Offenheit von Lady Lawrence und trippelte leichtfüßig Richtung Terrasse, doch von Amelia weit und breit keine Spur. So beschloss er kurzerhand, einen Spaziergang zu den Stallungen zu unternehmen. Prächtige Pferde galoppierten über die feuchten Wiesen. Beinahe malerisch wirkte das Landgut von hier aus. Die weiße Umzäunung der Pferdekoppel, die Stallungen aus rotem Klinker, kompakt eingefasst in beständigem Eichenholz.

»Was suchen Sie hier?«

»Sie sind Finlay, nicht wahr?«

»Ah, der Inspector, was wollen Sie?«

»Ich suche Mrs. Amelia Carville, haben Sie sie vielleicht gesehen?«

»Nein, wozu auch. Ich bin froh, die Vogelscheuche nicht zu sehen, macht mir die Pferde scheu mit ihrem Gequatsche und Gefuchtel.«

»Kann ich verstehen, was sind das für Pferde? Wunderschöne Geschöpfe.«

»Englisches Vollblut natürlich, was dachten Sie denn?

»Ein Lächeln würde Ihrem Gesicht auch keinen Schaden anrichten, Finlay.«

»Kümmern Sie sich um Ihren Mist, ich muss arbeiten, habe keine Zeit zu quatschen.«

»Tatsächlich? Was ich Sie fragen wollte, haben Sie einen Schlüssel für das Hauptgebäude?«

»Weiß nicht, was Sie das angeht, …«

»Mr. Finlay, es gibt genau zwei Möglichkeiten. Sie fahren Ihre aufsässige, störrische Art mir gegenüber um einiges herunter und beantworten meine Fragen wahrheitsgemäß, oder aber Sie sitzen in wenigen Minuten in einem Polizeiwagen, anschließend, nach mühevoller Reise, in einer Zelle und wir unterhalten uns in zwei bis drei Tagen nochmals im Yard. Was halten Sie davon?«

Finlay starrte den Inspector wütend an und überlegte für einen Moment.

»Ist ja gut, ja ich habe einen Schlüssel, auch für alle Nebengebäude. Ich bin hier nicht nur der Gärtner, sondern auch der Hausmeister. Keine Ahnung wie ich das alles hier schaffen soll verdammt noch mal.«

»Zur Mordnacht waren Sie wo genau?«

»In meinem Bett, glauben Sie mir, nach einem Tag mit mir, fallen Sie wie ein nasser Sack ins Bett und wachen am nächsten Tag gerädert auf.«

»Das glaube ich Ihnen gerne, dennoch, gibt es dafür Zeugen?«

»Ja. Die Katze … und diese Köchin, steckt überall ihre Nase rein.«

»Die Köchin Mrs. Millstone meinen Sie?«

»Ja die, haben ja nur eine. Wollen Sie noch was wissen?«

»Später vielleicht, aktuell sind Sie aus dem Schneider, möchte ich behaupten.«

Finlay zog samt Schubkarre murmelnd um die Ecke der Stallungen. Braunington drehte eine Runde, vorbei an einem der Nebengebäude und erspähte auf einem Haufen voller Äste und Grasschnitt ein Stück Rundholz. Seine Aufmerksamkeit richtete sich auf eine farbliche Unstimmigkeit. Schimmerte das Holz rötlich, oder war dies gar nur eine Sinnestäuschung? Er betrachtete es genauer und stellte fest: Das ist eindeutig Blut!

Braunington und Millstone

Подняться наверх