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EDELSTEINE – BZW. WAS IST EIN EDELSTEIN?

Was wird von Menschen als wertvoll angesehen? Etwas, das

selten,

schön und

von vielen begehrt ist.

Alle Begriffe treffen auf Edelsteine zu. Aus werttechnischer Sicht könnte man dann noch die Frage stellen: »Wo ist die Abgrenzung zu den Mineralien? Warum ist zum Beispiel Ametrin10 kein Edelstein?«

Die Antwort ist einfach: Weil beim Edelstein zusätzlich zur Seltenheit noch die Härte (Ametrin hat Härte 7) dazu kommt. Üblicherweise werden Edelsteine erst ab Härte 8 (also ab Smaragd und Topas) auch als Edelsteine geschätzt. Wobei sich in der jüngeren Vergangenheit hier auch Ausnahmen herauskristallisiert haben: Turmalin, beispielsweise. Paraiba-Turmalin11 (Härte 7–7,5), Tsavorit12 (Härte 6,5–7) und Tansanit13 (Härte 6,5–7). Ametrin zählt zu den Schmucksteinen.

Warum spielt die Härte eine Rolle? Weil »harte« Edelsteine auch gut in Schmuck tragbar sind. Über die Jahrhunderte wurde die »Anlageform Edelstein« gerne am Finger, am Ohr, an der Hand oder am Hals getragen. Daher spielen die Härte und »Unzerstörbarkeit« eine große Rolle.

Ein weiterer Grund, weshalb die Härte des Edelsteins wichtig ist: Je härter ein Stein ist, desto besser lässt er sich polieren und umso mehr funkelt er.

BIS HEUTE WIRD IN INDIEN GERNE FOLGENDE GESCHICHTE ERZÄHLT

Die Edelsteine werden deswegen so selten, weil sie von den Menschen heute zu schnell abgebaut werden, sodass sie nicht genug Zeit bekommen, in der Erde nachzuwachsen. Das sei in früheren Zeiten, als man noch nicht maschinell und damit langsam abgebaut hatte, anders gewesen.

Diese Geschichte ist aus heutiger mineralogischer Sicht eher zu verneinen, brauchen Edelsteine doch mehr als ein paar hundert Jahre für ihre Entstehung.

Sehr interessant ist die Frage, was in Edelsteinen Farbe erzeugt und die Antwort ist eine verblüffende: Es sind nur acht Elemente, die für Farbeffekte zuständig sind und meist als Spurenelemente in einem Edelstein vorliegen:

Titan

Vanadium

Chrom

Mangan

Eisen

Kobalt

Nickel

Kupfer

Diese im Periodensystem nebeneinander liegenden Elemente werden »Übergangselemente« oder »Übergangsmetalle« genannt und sind für die Färbung der Edelsteine verantwortlich. Üblicherweise ist die Färbung des Steines umso größer, je höher sein Gehalt an dem jeweiligen Übergangselement ist.

Bei der Färbung werden drei Einflussfaktoren unterschieden:

Farbe,

Ton und

Saturation oder Farbsättigung

Die Farbe beschreibt, ob ein Stein zum Beispiel blau oder rot ist. Der Ton beschreibt, wie dunkel ein Stein ist, also beispielsweise eher himmelblau oder eher tintenblau. Der dritte Begriff, Farbsättigung, oder auch oft mit dem englischen Wort »Saturation« bezeichnet, beschreibt, wie viel Farbe (zum Beispiel von blau), in einem Stein vorhanden ist. Grundsätzlich gilt: Je höher die Farbsättigung, desto wertvoller der Stein. Die einzige Ausnahme ist der »Padparadscha«, also der orange-lachsfarbene Saphir, der immer etwas rosa enthalten muss, um als echter »Padparadscha« zu gelten: Hier wird weniger Farbsättigung geschätzt. Ist der Stein zu dunkel-orange, wird er einfach als »oranger Saphir« bezeichnet.

WIE WERDEN HEUTE PROFESSIONELL EDELSTEINE AUFGESPÜRT?

… eine kurze Reise am Beispiel des Turmalins, es geht nach Namibia …

Es ist Ende 2016. Auf Nachbarfeldern in einem Gebiet in Namibia, das von der Sonne gebräunt ist, wurden Turmaline gefunden. Der Besitzer der noch landwirtschaftlich genutzten Fläche ordert ein Team von Prospekteuren eines britischen Unternehmens. Deren 14-tägige Reise nach Namibia wird ihn rund 80.000 Euro kosten.

Die beiden Herren des britischen Unternehmens reisen mit umfangreichem Gepäck: Sie werden das Gebiet mit Hilfe der »Magnetotellurik« untersuchen. Dies ist eine Methode der Geophysik, die mit Magnetfeldtechnik arbeitet. Es werden Magnetfeldänderungen in der Erde gesucht. Warum das? Turmalin weist im Vergleich zu dem ihn umgebenden Pegmatit einen höheren Mangangehalt auf, daher können noch im Boden befindliche Turmaline aufgespürt werden.

Die Hoffnung ist es, sogenannte »Pockets« zu finden, also größere, mit Turmalinen gefüllte Hohlräume. Diese Hohlräume messen in einem guten Fall rund 3 x 1,5 Meter. Ist ein solcher Hohlraum dank der Technik geortet, wird ein senkrechtes Loch hinab bis zur Edelsteintasche gegraben und dann lässt sich der Besitzer der Mine selbst in das Loch hinab. Er bohrt ein kleines Loch in das Pocket und leuchtet mit einer Lampe hinein. Wenn er Glück hat, strahlen ihm farbige Turmaline in Kristallform entgegen, wenn er Pech hat findet er nur schwarzen Turmalin, den sogenannten »Schörl«.

Nehmen wir an, er hat Glück gehabt, dann hat er eine sehr wichtige Entscheidung zu treffen: Ist der Fund mehr wert, wenn er nicht geschliffen, sondern als »Stufe« aus der Erde geholt und an Mineraliensammler verkauft wird? Oder soll er die Kristalle zerteilen und zu Schmucksteinen schleifen lassen?

Unser Minenbesitzer hatte übrigens Glück: Auf rund 800 Quadratmetern wurden acht Pockets mit farbigen Turmalinen gefunden … die Anreise der Techniker aus England hat sich für ihn bezahlt gemacht …


Rubine

Burma allesamt Naturfarbe, unbehandelt

Foto: © The Natural Gem


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