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Kapitel 1

Wie sieht es mit der gesetzlichen Rente aus?


… die durchschnittliche gesetzliche Rente, die aktuell ausbezahlt wird, gerade einmal 982 Euro pro Monat beträgt und durch Krankenkassenbeiträge und Steuern noch weniger wird?

Kern der Altersabsicherung in der Bundesrepublik Deutschland ist die gesetzliche Rentenversicherung. Sie wird über den sogenannten Generationenvertrag finanziert. Personen, die im Arbeitsprozess stehen, finanzieren über ihre Pflichtbeiträge unsere Ruheständler.

„Die Rente ist sicher“. Kein Satz brannte sich in die Köpfe der Deutschen so stark ein wie dieses Zitat von 1986 von Norbert Blüm, damaliger Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung. Ganze Generationen verlassen sich heute noch darauf, dass ihnen die gesetzliche Rente im Alter ein unbeschwertes Leben ermöglichen wird. „Meine Rente reicht mir im Alter“ oder „Ich brauche im Rentenalter eh nicht viel“ hört man Land auf und Land ab. Umfragen bestätigen tatsächlich immer wieder, dass eine deutliche Mehrheit der Menschen davon ausgeht, dass ihr Lebensstandard im Alter geringer sein wird als während des Erwerbslebens und dass ihnen ihre Rente im Alter deshalb einmal reichen wird. Ist das wirklich so? Vielleicht! Aber die sogenannte „Rentenlücke“, die Differenz des Arbeitslohnes zur Rente, sollte hier nicht unterschätzt werden. Sie wird erheblich höher sein als viele annehmen und glauben. Auch eine abgeschlossene Riesterrente wird hier nicht sehr viel dazu beitragen können, um diese Lücke zu schließen oder nennenswert zu reduzieren. Sie wird gerade einmal ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Und auf zusätzliche Zahlungen aus einer Betriebsrente werden auch die Wenigsten hoffen können. Also bleibt die Kernfrage, in welcher Höhe die Rente sicher ist. Diese Frage wird jeder erst dann beantworten können, wenn er seinen Rentenbescheid tatsächlich in den Händen hält.

Die aktuelle Situation an der Rentenfront ist alarmierend und bedrückend. Die Bevölkerungsentwicklung mit einer geringeren Geburtenrate und einer erhöhten Lebenserwartung hat dazu geführt, dass heute bereits ein Arbeitnehmer zwei Ruheständler finanzieren muss. Hier kommt der „Generationenvertrag“ an seine Grenzen. Es ist nicht möglich, die junge Generation weiter über Maßen zu belasten. Wir werden nicht um Beitragserhöhungen, eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit sowie eine Absenkung des Rentenniveaus, die heute bereits über den Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel feststeht, vorbeikommen.


Wie die Grafik zeigt, wird das Rentenniveau auf Basis der aktuellen Berechnungslogik zum Jahr 2030 auf 44,3 % des Bruttoverdienstes fallen. Durch den Koalitionsvertrag von 2018 ist das Rentenniveau zunächst bis 2025 auf 48 % festgeschrieben. Die Rentenbeiträge, die Anfang 2021 18,6 % des Bruttoverdienstes betragen, dürfen bis 2025 auf maximal 20 % steigen.

Ob die gesetzliche Rente jedem einzelnen einmal ausreichen wird oder nicht, muss jeder für sich selbst einschätzen und entscheiden. Jeder sollte jedoch möglichst frühzeitig sein Umfeld und seine Situation prüfen. Privat vorzusorgen ist nie ein Fehler, es ist für jeden eigentlich ein Muss. Auch wenn das Sparmotiv „Altersvorsorge“ bei jungen Menschen ziemlich weit hintenangestellt wird und erst mit 50 Jahren stärker in den Vordergrund tritt, sollte man sich rechtzeitig mit dem Thema befassen. Hält man erst einmal seinen Rentenbescheid in der Hand, dann ist es zu spät, um gegenzusteuern. Die Überraschung ist dann oft groß und an die Stelle von Unbeschwertheit tritt häufig Verärgerung oder gar Wut. Und das Schlimmste ist: Man kann nichts mehr ändern.


Die gesetzliche Rente wird nicht ausreichen, um im Alter seinen Lebensstandard halten und ein finanziell auskömmliches und unbeschwertes Leben führen zu können. Man muss rechtzeitig über Möglichkeiten einer privaten Altersvorsorge nachdenken, um Altersarmut zu vermeiden.


Finanziell sorgenfrei im Alter

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