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Kapitel 3

Wie sieht es mit dem Sparen aus?


… die Deutschen ein Geldvermögen von knapp 7 Billionen Euro gespart haben?

… das Vermögen überwiegend in Bankeinlagen und „sicheren“ Anlagen investiert ist?

… die Zinsen für Bankeinlagen in den letzten 20 Jahren ständig gefallen sind und gerade einmal bei durchschnittlich 1,3 % pro Jahr lagen?

Deutschland spart. Deutschland wird im internationalen Vergleich sogar als Sparweltmeister bezeichnet. Gespart wird über alle Bevölkerungsschichten. Wird gespart, dann wird auch ordentlich gespart. Von jeden 100 Euro Einkommen werden über 10 Euro auf die Seite gelegt. Die Höhe des individuellen Sparens ist von der sozialen Stellung, des Berufsstandes, des Einkommens und des Alters abhängig.

In einem sind sich die Deutschen allerdings einig: Das liebste Kind des Deutschen war und ist das Sparen bei der Bank. Über 75 % der Bevölkerung bevorzugen auch heute noch, trotz fehlender Zinsen, das Sparbuch oder das Festgeld bei der Bank. Von den knapp 7 Billionen Euro sind über 40 % in Bankguthaben und weitere 45 % in ebenfalls „sicheren“ Anlagen wie Schuldverschreibungen oder Kapitallebensversicherungen investiert. Lediglich rund 15 % sind entweder direkt oder über Investmentfonds im ertragsstarken Aktienmarkt angelegt. Und gerade darin liegt der Unterschied zu vielen anderen Ländern. Dort ist der Anteil des am Aktienmarkt investierten Geldvermögens deutlich höher.


Schauen wir uns einmal etwas genauer an, wie sich die einzelnen Anlageformen in der Vergangenheit rentiert haben.

Die jährliche Verzinsung von Spareinlagen ist seit 1970 ständig gefallen und lag in diesem langen Zeitraum durchschnittlich bei rund 2,4 % pro Jahr, seit der Jahrtausendwende gerade einmal bei durchschnittlich 1,3 %. Heute liegt die Verzinsung bei 0 %.


Auch die Verzinsung von Schuldverschreibungen ist seit 1970 kontinuierlich gefallen. Unter Schuldverschreibungen versteht man Zinspapiere, die von Unternehmen wie Banken, Industrieunternehmen oder auch Staaten ausgegeben werden. Zinspapiere zahlen dem Erwerber einen im Voraus festgelegten jährlichen Zins. Als sicherste Schuldverschreibungen (beste Bonität) gelten Bundesanleihen. Schuldner ist hier die Bundesrepublik Deutschland. Die gewichtete Entwicklung der Zinsen für Schuldverschreibungen bester Bonität werden in Form der Umlaufrendite laufend von der Deutschen Bundesbank berechnet. Sie spiegelt also die Rendite von sicheren Schuldverschreibungen über alle Laufzeiten wider.

Wer sein Geld in der Vergangenheit in Bundesanleihen angelegt hat, konnte in den letzten 50 Jahren durchschnittlich immerhin satte 5 % jährlich vereinnahmen. Allerdings ist auch dieser Zins in den letzten 30 Jahren deutlich auf durchschnittlich 3,5 % und bis zuletzt in den Minusbereich gefallen.



Im Gegensatz zu einer Zinsanlage ist der deutsche Aktienmarkt (DAX 30) seit 1970 trotz der extrem negativen Entwicklungen in 2000 (Platzen der Internetblase) und 2008 (Finanzkrise) unter Schwankungen deutlich gestiegen. Im langfristigen Vergleich konnte über eine Anlage in deutschen Aktien ein jährlicher Ertrag von über 8 % vereinnahmt werden.


Grafik 5 stellt die Entwicklung des deutschen Aktienmarktes anhand des jeweiligen Indexstandes DAX 30 seit 1970 dar. Oft kommt man bei der Betrachtung zu dem Eindruck, dass der Aktienmarkt in den 70er Jahren kaum gestiegen ist und die Ausschläge ab der Jahrtausendwende extrem groß waren. Dieser Eindruck täuscht, da die absoluten Indexstände abgetragen sind. Aus diesem Grund stellt man langfristige Entwicklungen häufig über eine logarithmische Skalierung oder Grafik dar. Bei einer logarithmischen Darstellung werden auf der Skala die prozentualen Veränderungen abgetragen. Das heißt, ein Anstieg des Aktienmarktes um 10 % wird in jeder Phase mit dem gleichen Abstand abgetragen. Dies führt zu einer Glättung und einer klareren Darstellung der Entwicklung. Grafik 6 verdeutlicht den Zusammenhang.


Wie wir gesehen haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten zu sparen. Außer Frage steht, dass Sparen für jeden ein Muss sein sollte. Aber es muss auch richtig gespart werden, vor allem, wenn man langfristig ein Vermögen aufbauen will. Sparen lohnt sich nur dann, wenn sich das angesparte Geld auch vermehren kann. Hierzu muss das Geld ertragreich angelegt werden. Nur dann kann ein Vermögen heranwachsen. Entscheidend hierbei ist, welche Anlageform man für das Sparen auswählt.

Schauen wir uns an wie sich eine Anlage von 1.000 Euro in den letzten 30 Jahren in unterschiedlichen Anlageformen entwickelt hat.


Es ist ein Unterschied, ob man sein Geld bei der Bank oder am ertragsstarken Aktienmarkt angelegt hat. So konnte am Aktienmarkt ein fünfmal so hoher Ertrag im Vergleich zu Schuldverschreibungen erwirtschaftet werden und ein fast fünfzehnfach höherer Ertrag als bei Spareinlagen.

Deutlich überlegen wird eine ertragsstarke Anlage gerade dann, wenn langfristig gespart wird und die jährlichen Erträge wieder mit angelegt werden. Dieser Zinseszinseffekt führt dazu, dass sich das Vermögen gerade bei langen Ansparphasen und ertragsstarken Anlagen überdurchschnittlich stark entwickelt.



Beim Aufbau eines Altersvermögens reden wir über einen langen Anlagezeitraum, ebenso wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Auch hier gilt der Grundsatz: Je länger jemand in die gesetzliche Rente einbezahlt, umso höher wird am Ende die Rente sein. Gleiches gilt für den Aufbau eines privaten Altersvermögens. Je früher damit begonnen wird, umso höher wird am Ende das Vermögen sein. Deshalb sollte mit dem „Alterssparen“ spätestens mit dem Eintritt ins Berufsleben begonnen werden. Insofern steht bis zum Renteneintritt eine Anlagedauer von durchaus 30 bis 40 Jahren zur Verfügung. Für diesen langen Anlagezeitraum muss in eine renditestarke Anlage investiert werden.


Sparen ist ein Muss für jeden. Sparen ist dann erfolgreich, wenn man rechtzeitig damit beginnt und in eine ertragsstarke Anlage investiert. Es muss also langfristig und ertragsstark gespart werden. Nur so ist der Aufbau eines privaten Altersvermögens überhaupt möglich. Die Spareinlagenverzinsung reicht hierbei bei Weitem nicht aus.

Finanziell sorgenfrei im Alter

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