Читать книгу Dudu - der kluge Kobold - Waltraud Puff - Страница 8

Оглавление

Dudu in der Schule

Am nächsten Morgen steht Dudu mit Tim auf. Tim geht wie jeden Tag zuerst ins Bad, um sich zu waschen und Zähne zu putzen. Der Kobold hält sich lieber vom Wasser fern.

Kobolde waschen sich nicht so oft. Sie sind immer sauber genug, wenn sie nicht gerade im Milchreis stehen. Nach dem Frühstück geht Tim in den Garten, um Dudus Schälchen aufzufüllen. Es gibt Cornflakes ohne Milch. Aber Dudu interessiert das Essen nicht. Er möchte mit zur Schule gehen.

„Dudu will sehen, was Schule ist“, sagt er. Da Tim sich weigert, Dudu mitzunehmen, hüpft dieser heimlich in die Schultasche. Als Tim im Klassenzimmer 1b seine Schultasche abstellt und öffnet, hüpft ein ganz aufgeregter Kobold heraus.

„Dudu, du spinnst wohl?“, flüstert Tim, „du solltest zuhause bleiben. Das hier ist nichts für dich. Sei bloß still!“

Als Dudu die vielen Kinder sieht, ist er ganz aus dem Häuschen. Er tanzt vor Freude und nach zwei Stunden fängt Dudu mit einer Krächzstimme an zu singen: „Schule ist schön, Schule ist schön, schöööön!“

„Tim, du störst mit deinem Gekrächze den Unterricht. Was ist heute los mit dir?“, fragt die Lehrerin Frau Baum. Tim schaut erschrocken auf. Dann bittet er Dudu, doch mit dem Gesang aufzuhören.

Doch dieser krächzt immer weiter: „Schön, schööön, schöööön. Ach, ist das schön hier, hiiieeeer.“ Da Dudu mit dem Gesang nicht aufhört, tut Tim so, als ob er singt. Die Lehrerin schimpft, aber die Kinder finden das supergeil und krächzen mit. Plötzlich singt die ganze Klasse.

Frau Baum hält sich die Ohren zu und schreit immer lauter: „Ruhe, Ruuuhe!“ Die Kinder hören trotzdem nicht mit dem Singsang auf und fangen sogar noch an zu tanzen. Tim, der eigentlich schüchtern ist und nie so laut singen würde, ist alles so peinlich.

„Tim, ich werde das deiner Mutter melden“, schimpft die Lehrerin, „zur Strafe stellst du dich jetzt da hinten in die Ecke mit Gesicht zur Wand.“ Tim ist das sogar recht. Dort kann er endlich mit Dudu reden. „Was fällt dir ein, Dudu? Du bist hier Gast und führst dich auf wie ein Verrückter“, flüstert Tim.

„Hab doch nur aus Freude gesungen. Ist das bei euch Menschen verboten?“, fragt Dudu. „Nein, das nicht“, erwidert Tim, „aber es gibt eben Situationen und Orte, wo man nicht singen darf. Es stört zum Beispiel die Schüler bei der Arbeit. Wir singen hier auch manchmal, aber nur, wenn Musikstunde ist oder Frau Baum es erlaubt. Ich nehme dich auf alle Fälle nicht mehr mit zur Schule. Merk dir das!“


Kaum daheim bekommt Tim sogleich ein Donnerwetter. Seine Mutter ist bereits über alles informiert. Armer Tim! Er weint: „Dudu, am besten du gehst wieder fort. Du bist kein Freund, wenn du mich immer in so peinliche Situationen bringst.“ Aber Dudu kann ihm erklären, dass er doch nur aus Freude sang.

„Ich muss doch erst lernen, wie es im Menschenland zugeht. Gib mir noch eine Chance!“, bittet Dudu. Eigentlich ist Tim ja stolz, so einen Freund wie Dudu zu haben und er beruhigt sich langsam.

„Na gut! Aber wenn du dich wieder auf irgendeine Art bemerkbar machen willst, frag mich vorher um Erlaubnis. Versprich mir das!“, meint Tim. Dudu schwört, dass er Tim nie mehr in Verlegenheit bringen wird. Aber das Versprechen hält nicht lange.

Dudu ist am nächsten Tag wieder in der Schule dabei. Heimlich ist er in Tims Jackentasche gehüpft, weil er sich doch die Spielecke in Tims Klassenzimmer ansehen will. Tim ist wütend als er Dudu sieht, auch wenn er der Einzige ist, der ihn sehen kann. Dudu steigt auf einem Berg von Bauklötzchen herum. Plötzlich fällt eines zu Boden, dann noch eines. Dudu gefällt das und er wirft einen Stein nach dem anderen vom Tisch.

Alle Schüler schauen Richtung Spielecke und überlegen: „Warum fallen die Steine runter?“ Auch Frau Baum hat keine Erklärung. So geht es den ganzen Vormittag. Irgendwo fällt immer etwas runter. Dudu liebt den Klang, wenn etwas auf den Boden knallt.

„Dudu, du hast versprochen, mich nicht mehr in Verlegenheit zu bringen“, schimpft Tim. „Aber das mach ich doch gar nicht. Ich bin doch ganz still. Ich spiele doch bloß“, antwortet Dudu.

Dudu ist von der Schule und den vielen Kindern ganz begeistert. Wenn Tim ihn nicht mit zur Schule nimmt, läuft er halt alleine dorthin. Den Weg hat er sich sehr schnell gemerkt. Und da er durch Wände gehen kann, ist es auch kein Problem für ihn, ins Klassenzimmer 1b zu kommen. Er geht genauso oft zur Schule wie Tim.

Eines Tages findet Dudu eine wunderschöne kleine Puppe. Ach, die ist zum Verlieben! Er nimmt die Puppe, streichelt sie und trägt sie im Zimmer umher.

Thea sieht als Erste die Puppe durch die Luft schweben und schreit: „Wir haben Geister! Seht, die Puppe fliegt. Ich habe Angst.“ Sie heult und kann sich nicht beruhigen. Auch der Lehrerin wird es etwas komisch. Sie will die Puppe nehmen, aber irgendetwas hält sie fest. Dudu will die Puppe nicht hergeben und trotz seiner Minigröße hat er viel Kraft. Er bringt die Puppe wieder an ihren Platz und setzt sich neben sie. Die Puppe kann er verstehen und unterhält sich mit ihr. Sie hat viel zu erzählen und freut sich, dass endlich jemand ihre Sprache versteht. Die Menschenkinder haben verlernt, die Puppensprache zu sprechen. Frau Baum kann sich die fliegende Puppe nicht erklären und schüttelt den ganzen Tag nur den Kopf. Tim könnte die Sache aufklären, aber er darf Dudu nicht verraten, sonst muss dieser wieder zurück ins Koboldland.

Dudu - der kluge Kobold

Подняться наверх